Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Umweltinformationssystem BW
Baden-Württemberg
BW-Standardkarte
Anregungen oder Fragen?
Suche
Suche in …
Umweltportal
Schluchtwald am Wendenkopf - Blickrichtung Katzenbachtal
(Element 1 von 21: Bild)
Bild: Der Wendenkopf (Rhein-Neckar-Kreis)
Erstes Element Vorheriges Element Bild vergrößern Nächstes Element Letztes Element

Die für das Gebiet eher untypischen Nadelhözer sind angepflanzt. Sie haben die natürlichen Hangschutt-Wäder und Buchenwälder stellenweise zurückgedrängt.

Was ist neu oder geändert?

Meldungen

24.06.2016 Frist für vorgeschriebene Umrüstung von Anlagen zur erneuerbaren Stromerzeugung … mehr

23.06.2016 EFRE-Förderprogramm zur Phosphor-Rückgewinnung geht in die zweite Runde mehr

22.06.2016 10. baden-württembergischer Umweltbildungskongress im Zeichen digitaler Medien mehr

08.06.2016 Vielfalt bewahren: mehr

Weitere Nachrichten

Pressemitteilungen des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Pressemitteilungen der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg

LGRB-Nachrichten

Seespiegel-Archiv: Gesamtindex

 
 

Willkommen beim Themenpark Umwelt

Bild: Dünen-Sandlaufkäfer
Dünen-Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida).
(© M. Linnenbach)

Der 11 bis 16 mm große Dünen-Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida) lebt auf Sandflächen und lückigen Sandrasengesellschaften. Dank seiner langen, dünnen Beine kann er sich schnell auf offenen Sandflächen fortbewegen. Darüber hinaus kann der Käfer auch sehr gut fliegen.

Sein aufgerichteter Körper bietet einen schützenden Abstand von der bis zu 70o Grad heißen Bodenoberfläche. Insbesondere an heißen Sommertagen, wenn andere Tierarten sich aufgrund der hohen Temperaturen zurückziehen, entfaltet der Käfer seine größte Aktivität und geht auf Jagd. Seine Larven leben während ihrer Entwicklung im Sandboden, eingegraben in senkrecht angelegten Wohnröhren.


Gefährdung

Rote Liste Baden-Württemberg: Kategorie 3 (Gefährdet)

Jürgen Trautner, Michael Bräunicke, Josef Kiechle, Mathias Kramer, Jörg Rietze,Arno Schanowski & Karin Wolf-Schwenninger: Rote Liste und Artenverzeichnis der Laufkäfer Baden-Württembergs (Coleoptera: Carabidae), 3. Fassung, Stand Oktober 2005.

Das Internetportal Themenpark Umwelt ist Teil des Umweltinformationssystems Baden-Württemberg (UIS BW). Konzipiert und entwickelt von der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB), Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und dem Regierungspräsidium Karlsruhe.

Mit einem Informationsangebot von derzeit ca. 3.000 Internetseiten möchte der Themenpark der interessierten Öffentlichkeit die Bedeutung der Umwelt in allgemein verständlicher aber fachlich fundierter Form aufzeigen. Die Internetpräsentation soll zwischen Mensch und Natur vermitteln, nicht zuletzt weil Natur und Landschaft durch ihre Ausprägung, Schönheit und Vielfalt grundlegende Sozialfunktionen erfüllen. Es lohnt sich also hineinzuschauen. Zur Orientierung werden die verschiedenen Zugänge hier kurz vorgestellt:

Der Zugang Unsere Umwelt präsentiert das Inventar an Bodenlandschaften, Geotopen, Mooren, Schutzgebieten sowie das BodenseeWeb.

In den Umweltthemen werden umweltpolitische Fragen zu Abfall als Ressource, Biologischer Vielfalt, Bodenschutz, Klimaschutz und Umweltbildung behandelt und beispielhafte Aktionen wie das Natura-TV präsentiert.

Die Umweltbeobachtung informiert über die Messnetze der landesweiten Bodendauerbeobachtung und über den Landschaftswandel in Baden-Württemberg.

Der Zugang Umwelt erleben führt zu Umwelterlebnisgebieten in Stadt- und Landkreisen. Auch Einrichtungen mit umweltgerechten Freizeitangeboten wie Naturschutzzentren, Freilichtmuseen und Lehrpfade werden hier gezeigt.

Aktuelle Themen


 

Ausschreibung des 18. Landesnaturschutzpreises **Naturoase Siedlung'- aber natürlich''

Bild: Haussperling, Garten
Haussperling (Passer domesticus), Jungvogel
(© M. Linnenbach)

Der Haussperling (Passer domesticus) ein Singvogel aus der Gruppe der Sperlinge, zu der weltweit 36 Arten gehören. In Deutschland leben mit dem Feldsperling und dem ebenfalls zu den Sperlingen zählenden Schneefink nur zwei Verwandte.

Der Spatz, wie der Haussperling auch landläufig genannt wird, lebt meist in unmittelbarer Nachbarschaft des Menschen. Somit ist der Vogel von allen landschaftlichen Veränderungen im Siedlungsbereich direkt betroffen. Fehlende Brutplätze durch sanierte, moderne Gebäude, versiegelte Flächen und ein verringertes Nahrungsangebot machen ihm seit einiger Zeit das Leben schwer.

Die Möglichkeiten, dem Haussperling und anderen Vögeln das Leben zu erleichtern, sind einfach wie vielfältig. Wer in seinem Garten auf Gift verzichtet und ihn möglichst vielfältig mit heimischen Pflanzen bestückt, leistet einen Beitrag zu einem reichhaltigem und natürlichem Nahrungsangebot für Spatzen und andere Vögel. Durch gezielte Fütterung kann man den Erhalt der Bestände fördern.

16.06.2016 Umwelt- und Naturschutzminister Franz Untersteller: „Auch in einer Stadt kann und muss Lebensraum für Pflanzen und Tiere geschaffen werden. Herausragendes Engagement wollen wir würdigen."
Zum 18. Mal wird in diesem Jahr der Landesnaturschutzpreis der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg ausgeschrieben und vergeben. Er steht unter dem Motto „Naturoase Siedlung - aber natürlich". Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 1. August. Gesucht sind beispielhafte Projekte und Aktivitäten, mit denen es gelingt oder gelungen ist, Siedlungsbereiche naturnah zu gestalten.

Bewerbungsphase endet am 1. August
„Naturoasen im unmittelbaren Wohnumfeld werden immer wichtiger als Lebensraum für Pflanzen und Tiere und als Nischen der Erholung für uns Menschen", erklärte Umweltminister Franz Untersteller. „Die naturnahe Gestaltung von Städten und Gemeinden ist eine Aufgabe, die alle angeht und zu deren Lösung viele etwas beitragen können: kommunale Einrichtungen, wie Schulen und Kindergärten, Verbände, Initiativen und Einzelpersonen gleichermaßen. An sie alle richtet sich der Aufruf, sich mit gelungenen Projekten um den Landesnaturschutzpreis zu bewerben."

Die Preisträger werden unter allen Bewerbern nach den Kriterien Naturschutzeffekt, Innovation, Modellhaftigkeit sowie Dauer und Nachhaltigkeit von einer Jury ausgewählt. Die Preisverleihung durch Naturschutzminister Franz Untersteller erfolgt im Frühjahr 2017.

Ergänzende Informationen
Seit 1982 vergibt die Stiftung Naturschutzfonds alle zwei Jahre den Landesnaturschutzpreis, der mit 20.000 Euro dotiert ist. Um den Preis können sich Verbände, Vereine, Personengruppen sowie Einzelpersonen oder auch Schulen und Kindergärten aus Baden-Württemberg bewerben.


 

Nationalparkticket Schwarzwald geht an den Start

Bild: NSG Schliffkopf (1989), Luftbild, Nationalpark
Hochfläche des Naturschutzgebiets Schliffkopf
(© LUBW, Autor: R. Steinmetz)

Naturschutzgebiet Schliffkopf - als Schutzgebiet seit 1938 ausgewiesen. Erweiterung und Neuverordnung im Jahr 1986 durch das Regierungspräsidium Karlsruhe. Heutige Flächengröße ca. 1.357 ha. Seit dem 08. September 2013 zählt das Schutzgebiet auch zur Gebietskulisse des Nationalparks Schwarzwald.

Sehenswürdigkeiten: Bergheiden, Moorflächen, Blockhalden, Lotharpfad und Buhlbachsee (Karsee) mit Schwingraseninsel. Die Hochfläche zwischen Hornisgrinde und Kniebis stellt auch eine Wasserscheide dar. Hier finden sich die Quellgebiete von Acher, Murg und Rench.

01.06.2016 Minister Untersteller: "Ein Baustein für die umweltfreundliche Mobilität in der Nationalparkregion." Mit einem einfachen und preiswerten Ticket können künftig Nationalparkbesucher verbundübergreifend den ÖPNV nutzen. Ich freue mich, dass es mit Hilfe von Landesmitteln gelungen ist, ein kundenfreundliches Angebot zu machen", so Verkehrsminister Winfried Hermann am Mittwoch, 01. Juni 2016 zum Start des Nationalparktickets.

Naturschutzminister Franz Untersteller ergänzte: „Der Nationalpark Schwarzwald erfreut sich wachsender Beliebtheit und Akzeptanz. Mit dem heute neu eingeführten Nationalparkticket können wir nun allen Gästen die umweltfreundliche Mobilität mit dem öffentlichen Verkehr im gesamten Gebiet des Nationalparks Schwarzwald erleichtern."

Das Gebiet des Nationalparks Schwarzwald erstreckt sich über zwei Teilbereiche, in denen die Tarifgebiete der drei Verkehrsverbünde Karlsruher Verkehrsverbund GmbH (KVV), Tarifverbund Ortenau GmbH (TGO) und Verkehrs-Gemeinschaft Landkreis Freudenstadt GmbH (VGF) aneinander grenzen. Entsprechend konnte der Nationalpark bislang nicht komplett mit einem einzigen Ticket erkundet werden. Hier schafft das Nationalparkticket Abhilfe. Besucherinnen und Besucher, die mit dem Auto anreisen, können dann vor Ort bequem und nachhaltig mobil sein. Aber auch Gäste, die beispielsweise mit einem Fahrschein von KVV, TGO oder VGF in den Nationalpark kommen, erhalten mit dem Nationalparkticket die Möglichkeit, im Anschluss per Bus im ganzen Gebiet des Parks unterwegs zu sein.

Minister Hermann: Ein Ticket statt drei!
Das Nationalparkticket gilt künftig in dem definierten Bereich des Nationalparks. Überregional verbundüberschreitend gültige Fahrkarten (z. B. Baden-Württemberg-Ticket, KONUS) behalten ihre Gültigkeit, ebenso wie die Verbundtarife vor Ort. Das Nationalparkticket ergänzt diese Tarife verbundüberschreitend im Park. Es trägt dazu bei, dass der Park mit nur einem Ticket über Verbundgrenzen hinweg und preiswert befahren werden kann. Das Gültigkeitsgebiet erstreckt sich dabei über Teilbereiche der drei Verkehrsverbünde KVV, TGO und VGF und fasst diese nutzerfreundlich zusammen. Dazu zählen alle heutigen und künftigen Haltestellen zwischen Schwanenwasen an der B 500 (KVV) und Kniebis Skistadion (VGF) an der B 28. Hinzu kommen die Haltestellen von/bis Herrenwies/Dorfplatz, von/bis Bühlertal/Wiedenfelsen, Sasbachwalden-Brandmatt, ab/bis Hornisgrinde, von/bis Seebach/Wolfsbrunnen, von/bis Obertal/Adler, sowie von/bis Zuflucht.

Das Nationalparkticket ist in verschiedenen Varianten erhältlich:

Einzelticket 2,40 Euro
Familienticket 4,60 Euro
Gruppenticket für fünf Personen 9,20 Euro pro Tag
Der Ticketvertrieb wird von drei Busunternehmen (Firmen RVS, Katz, Klumpp) vor Ort erbracht.

Die Preise basieren auf Gremienbeschlüssen des Nationalparks und machen Ausgleichszahlungen an die Verkehrsverbünde nötig. Das Land übernimmt in der Startphase des Nationalparktickets für zwei Jahre diese Zahlungen und stellt dafür Mittel in Höhe von 40.000 Euro zur Verfügung. Die Mittel werden aus dem Budget des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft (UM) zur Erarbeitung eines Verkehrskonzeptes für den Nationalpark Schwarzwald gestellt, das Verkehrsministerium (VM) betreut die Förderung fachlich.

Quelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft sowie Ministerium für Verkehr


 

Land stellt 11,5 Millionen Euro bereit für Förderprogramm Klimaschutz-Plus

Bild: Dr. Andre Baumann
Staatssekretät Dr. Andre Baumann
(© Land BW)

Dr. Andre Baumann wurde 1973 in Heidelberg geboren, ist in Schwetzingen aufgewachsen, wo er auch heute mit seiner Familie lebt. Er hat an der Universität Marburg Biologie mit den Schwerpunkten Naturschutz und Ökologie studiert. Parallel hat Baumann ein zweites Hauptstudium der Rechtswissenschaften absolviert, aber nicht abgeschlossen. An der Universität Regensburg wurde der Diplom-Biologe promoviert. Im Mai 2016 wurde er zum Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg ernannt.

18.05.2016 Staatssekretär Andre Baumann: „Das große und globale Thema Klimaschutz kommt nur voran, wenn möglichst viele lokale und konkrete Maßnahmen vor Ort umgesetzt werden. Unser Förderprogramm leistet für Baden-Württemberg hierzu einen wichtigen Beitrag."

Das Umwelt, Klima- und Energieministerium Baden-Württemberg hat das Förderprogramm „Klimaschutz-Plus" neu gestartet. „Dieses Jahr stellen wir rund 11,5 Millionen Euro zur Verfügung, damit Kommunen sowie kleine und mittlere Unternehmen ihre Liegenschaften energetisch auf Vordermann bringen können", erklärte Staatssekretär Andre Baumann am 18.05.16 in Stuttgart. Auch Vereine, kirchliche Einrichtungen oder Träger von Krankenhäusern und Heimen können das Programm in Anspruch nehmen, sagte Baumann.

Baden-Württemberg müsse seinen Anteil dazu leisten, den in Paris Ende letzten Jahres von der Staatengemeinschaft vereinbarten Schutz des Klimas in die Realität umzusetzen, betonte Staatssekretär Baumann. „Ob in öffentlichen Gebäuden, Produktionshallen, Krankenhäusern oder in Vereinsheimen, in vielen Bereichen lassen sich der Energiebedarf zum Erwärmen von Wasser und für das Heizen von Gebäuden noch deutlich reduzieren und hierbei mehr erneuerbare Energien einsetzen. Mit Klimaschutz-Plus fördert die Landesregierung solche Maßnahmen, die den Klimaschutz im Land weiter voran bringen." Zugleich löse die Landesregierung mit der Programm-Neuauflage ihre Zusage ein, die Vorbildfunktion der Kommunen beim Klimaschutz weiter zu stärken. Dieses wurde Ende letzten Jahres mit den kommunalen Landesverbänden im Rahmen des Klimaschutzpaktes vereinbart.

Mit dem Förderprogramm bezuschusst das Land energetische Sanierungsmaßnahmen in Nichtwohngebäuden in Abhängigkeit des hiermit eingesparten Kohlendioxid-Ausstoßes; für jede eingesparte Tonne CO2 gibt es einen Zuschuss in Höhe von 50 Euro. Generell können Antragsteller so bis zu 20 Prozent der Kosten erstattet bekommen. Für Antragsteller, die zum Beispiel am European Energy Award teilnehmen, ein vom Bund gefördertes Klimaschutzkonzept vorlegen, ihre regionale Energieagentur vor Ort unterstützen oder sich am Klimaschutzpakt von Land und kommunalen Landesverbänden beteiligen, kann sich der berechnete Zuschuss um 5 Prozent je Kriterium erhöhen. Der Höchstbetrag, den ein Antragsteller für investive Maßnahmen erhalten kann, beträgt 200.000 Euro.

Darüber hinaus wurde das Förderangebot im nicht investiven Bereich (Qualifizierung und Information zu Fragen des Klimaschutzes) deutlich ausgeweitet. So können künftig beispielsweise Kommunen, kirchliche Einrichtungen und Vereine, die ein systematisches Energiemanagement einführen, hierfür einen Zuschuss von bis zu 50 Prozent erhalten. „Mit diesem hohen Fördersatz setzen wir einen finanziellen Anreiz für diejenigen, die kontinuierlich zum Klimaschutz beitragen wollen", so Andre Baumann weiter.


 

Bodensee, Klimawandel gefährdet Sauerstoffaustausch

Bild: Der Untersee,Luftbild
Bodensee-Untersee aus der Vogelperspektive
(© Grohe 2009, Autor: Grohe)

 03.05.2016 Der Bodensee ist Trinkwasserlieferant für rund 5 Millionen Menschen, ein beliebtes Urlaubs- und Erholungsgebiet und zugleich Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere. Deshalb engagiert sich das Land Baden-Württemberg seit vielen Jahren in der Klima- und Umweltforschung rund um den Bodensee.

„Klimawandel und Stoffeinträge, wie beispielsweise Phosphat, beeinflussen die Wasserqualität des Bodensees und verändern sein Ökosystem“, so die Präsidentin der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Margareta Barth. „Deshalb beobachtet das Institut für Seenforschung der LUBW seit den 1920er-Jahren die Zusammenhänge der zahlreichen Prozesse, die für die Wasserqualität des Bodensees wichtig sind.“

Anstieg der Wassertemperatur


Langfristig führt der Klimawandel zum Anstieg der Wassertemperatur im Bodensee. Die Temperatur an der Oberfläche des Sees ist heute im Mittel 0,9°C wärmer als vor 50 Jahren (siehe Abbildung). Was zum Baden angenehm erscheinen mag, verändert jedoch das Mischungs- und Schichtungsverhalten des Bodensees. Es beeinflusst den Stoffaustausch, was sich wiederum auf die Nährstoffverhältnisse und vor allem auf den Sauerstoffaustausch auswirkt.

Niedrigere Wasserstände im Sommer

Die sommerlichen Wasserstände sind seit den 1990er Jahren im Durchschnitt deutlich niedriger als zuvor. Eine Hauptursache hierfür sind die klimatischen Veränderungen im alpinen Einzugsgebiet des Bodensees. Der Schneefall im Winter geht zurück, dadurch fallen die sommerliche Schneeschmelze und die Wasserzufuhr über die Zuflüsse geringer aus. Die niedrigeren Wasserstände im Sommer wirken sich vor allem auf die ufernahen Bereiche aus.

Nicht nur die Flachwasserzone als wichtiges Brutgebiet für Fische und Krebstiere wird kleiner, auch viele der wertvollen Feuchtgebiete am Seeufer trocknen im Sommer stärker aus und sind bedroht. Dagegen breitet sich der Schilfgürtel in trockenen Jahren weiter in Richtung See aus. So entstehen neue Schilfröhrichte, die aber wieder durch Hochwässer gefährdet sind.

...mehr...


 

Symposium ''Internationale Wasserwirtschaft im Einzugsgebiet Alpenrhein und Bodensee''

Bild: Der Hinterrhein
Der Alpenrhein
(© ISF 2011)

Der unverbaute Alpenrhein ist noch ein naturnaher, ungezähmter Flusslauf. Aus den Alpen fließt im Winter nur wenig Wasser ab, da die Niederschläge meist als Schnee fallen.

 19.04.2016 Umweltminister Franz Untersteller: „Um die Qualität des Bodensees dauerhaft zu sichern und weiter zu verbessern, müssen die Anrainerländer über die nationalen Grenzen hinweg intensiv zusammen arbeiten und regelmäßig ihre Erfahrungen austauschen.“

Am 19.04.fand in Friedrichshafen das 3. Symposium „Internationale Wasserwirtschaft im Einzugsgebiet Alpenrhein und Bodensee“ statt. Rund 120 Fachleute aus Deutschland, Liechtenstein, Österreich und der Schweiz diskutieren darüber, wie beispielsweise Zuflüsse und Uferbereiche des Sees wieder naturnäher gestaltet oder der Hochwasserschutz weiter verbessert werden können.

Im Vorfeld der Tagung erklärte der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller in Stuttgart: „Wir können die Qualität des Bodensees nur dann sichern und weiter verbessern, wenn alle Anrainerländer zusammenarbeiten und ihre Maßnahmen aufeinander abstimmen. Das in diesem Jahr von Baden-Württemberg veranstaltete Symposium leistet einen wichtigen Beitrag zu diesem grenzüberschreitenden Erfahrungsaustausch.“

...mehr....


 

Natura-TV sendet wieder Live-Videos

Bild: Vier Storchenküken 2.5.16
Vier Storchenküken 2.5.16
(© Natura-TV, Autor: KIT)

Am 2.5.2016 sind bereits vier von fünf Storchenküken geschlüpft.

07.03.2016 Natura-TV, das Naturerlebnisnetzwerk im Rahmen des Projekts "Lebendige Rheinauen", ist wieder auf Sendung!

Stand Ende Mai: Die drei verbliebenen Storchenküken wachsen und gedeihen. Die beiden Mitte April geschlüpften Wanderfalkenküken sind flügge. Weitere Informationen siehe Tagebuch 2016.

Erleben Sie live die Kinderstuben von Weißstorch, Wanderfalke & Co.

Sehen Sie sich auch unsere archivierten Bilder und Videos der vergangenen Jahre an!


 

Hochwasserschutz im Land gestärkt

 
Bild: Hochwasser Alb, Stadt Karlsruhe
Hochwasser der Alb bei Karlsruhe-Bulach (Dezember 2010)
(© LUBW, Autor: B. Grießmann)

Wegen Hochwasser gesperrte Unterführung an der Alb am 09.12.2010.

 
Bild: Neckarhochwasser 01-2011 (1)
Überspülter Steg am Neckar in Heidelberg (Hochwasser Januar 2011)
(© privat, Autor: B. Grießmann)

17.02.2016 Umweltminister Franz Untersteller: „Ein extremes Hochwasser kann über eine Million Menschen im Land betreffen. Daher haben wir die Mittel für den Hochwasserschutz an den Landesgewässern auf eine solide Basis gestellt und seit 2011 auf rund 53 Millionen Euro im Jahr mehr als verdoppelt."

In seiner letzten Sitzung hat sich der Ministerrat mit dem Stand des Hochwasserschutzes im Land befasst. Umweltminister Franz Untersteller erklärte hierzu heute (17.02.) in Stuttgart: „Wir haben die Mittel zur Finanzierung von technischen Hochwasserschutzmaßnahmen und von Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerökologie an Landesgewässern von rund 25 Millionen Euro im Jahr 2011 auf nun rund 53 Millionen Euro pro Jahr mehr als verdoppelt." Zudem habe die 2013 vom Landtag beschlossene Zweckbindung des Wasserentnahmeent-gelts dafür gesorgt, dass die benötigten Mittel auch in Zukunft dauerhaft zur Verfügung stehen. „Damit ist das Land jetzt in der Lage, den Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor einem Hochwasser zuverlässig und kontinuierlich weiter verbessern zu können."

Integriertes Rheinprogramm (IRP):
Das neu geschaffene solide finanzielle Fundament habe dafür gesorgt, dass das Land beim Integrierten Rheinprogramm (IRP) erstmals drei Hochwasserrückhalteräume gleichzeitig bauen könne, betonte der Umweltminister. Dies sind der Rückhalteraum Weil-Breisach mit den Abschnitten I und III sowie die Rückhalteräume Elzmündung und Kulturwehr Breisach. Daneben wurden die Planungen für den Hochwasserrückhalteraum Elisabethenwörth wieder aufgenommen.

„Mit den in Betrieb befindlichen Poldern Altenheim, dem Kulturwehr Kehl/Straßburg, dem Polder Söllingen/Greffern und dem im November 2015 fertig gestellten Rückhalteraum Rheinschanzinsel stehen heute rund 44 Prozent des insgesamt für den Hochwasserschutz am Rhein zu erstellenden Rückhaltevolumens von über 167 Millionen Kubikmetern zur Verfügung", sagte Untersteller. „Zusammen mit den Rückhaltemaßnahmen auf der französischen Seite können wir damit unterhalb der Staustufe Iffezheim derzeit den Schutz der Anlieger vor einem Hochwasserereignis sicherstellen, wie es statistisch gesehen alle 120 Jahre vorkommen kann."

Besonders froh zeigte sich Franz Untersteller darüber, dass es dem Land gelungen ist, die Maßnahmen des IRP sowie weitere Dammrückverlegungsmaßnahmen an Acher, Rench, Kinzig und Dreisam im Nationalen Hochwasserschutzprogramm des Bundes zu verankern: „Wir erwarten, dass wir deswegen in den nächsten Jahren bis zu 20 Millionen Euro Bundesmittel pro Jahr zusätzlich abrufen und in den Schutz der Bürgerinnen und Bürger investieren können."

Dammertüchtigungsprogramm des Landes:
Auf einer Länge von rund 1.000 Kilometern leisten die landeseigenen Dämme an Gewässern I. Ordnung und an den Bundeswasserstraßen Rhein und Neckar ebenfalls einen wichtigen Beitrag, um das Hochwasserrisiko zu vermindern. „Da die meisten der Dämme inzwischen über 70 Jahre alt sind, müssen wir diese nach und nach ertüchtigen", sagte der Minister. Insgesamt seien noch rund 560 Kilometer zu sanieren, die Kosten hierfür beliefen sich aktuellen Schätzungen zufolge auf insgesamt rund 545 Millionen Euro. „Auch dies zeigt wie wichtig es war, die finanziellen Mittel für den Hochwasserschutz deutlich zu erhöhen und auf eine verlässliche Basis zu stellen", so Franz Untersteller.

Örtliche Hochwasserschutz- und Kombimaßnahmen:
„Neben den großen Programmen müssen landesweit auch lokale Hochwasserschutzmaßnahmen an den Landesgewässern umgesetzt werden, um die Ortslagen vor einem sogenannten Jahrhunderthochwasser zu schützen", betonte der Umweltminister weiter. So habe das Land zum Beispiel 70 Prozent der Kosten in Höhe von 23 Millionen Euro für das im Jahr 2013 fertig gestellte Hochwasserrückhaltebecken Wolterdingen übernommen, das den Hochwasserschutz an der Donau wesentlich verbessert hat. Auch an den rund 5,1 Millionen Euro kostenden Schutzmaßnahmen an der Tauber in Bad Mergentheim hat sich das Land mit 70 Prozent beteiligt.

Besonderen Wert lege die Landesregierung zudem auf Maßnahmen, die sowohl den Hochwasserschutz als auch die Gewässerökologie verbesserten, erklärte Untersteller. So ist beispielsweise 2014 in Rastatt das Hochwasser- und Ökologieprojekt an der Murg fertig gestellt worden. Für rund 10 Millionen Euro sind Dämme zurück verlegt und so etwa 50 Hektar neue, naturnahe Überflutungsflächen geschaffen worden, die zugleich den Hochwasserschutz für die Stadt wesentlich verbessert haben. Das Land hat die Maßnahme mit knapp 5 Millionen Euro unterstützt, den Rest haben die EU sowie die Stadt Rastatt beigetragen.

„Darüber hinaus stellen wir den Städten und Gemeinden im Land für Maßnahmen des technischen Hochwasserschutzes und der Gewässerökologie an kommunalen Gewässern jedes Jahr weitere rund 40 Millionen Euro bereit. Dies soll auch in Zukunft so bleiben", so der Umweltminister.

Hochwasserrisikomanagementplanung:
„Ein wirksamer Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor den Gefahren eines Hochwassers benötigt auch ein gut funktionierendes, aufeinander abgestimmtes Management aller Beteiligten" sagte Franz Untersteller. Gemeinsam mit den betroffenen Akteuren und der Öffentlichkeit hat das Land daher Hochwasserrisiko-Managementpläne erarbeitet und Ende 2015 veröffentlicht. Die Pläne basieren auf den Hochwassergefahrenkarten, die die Wasserwirtschaftsverwaltung des Landes vor wenigen Wochen für 11.300 Kilometer Gewässerlänge veröffentlicht hat.

„Gerade in Zeiten des Klimawandels ist ein Hochwasser nie völlig auszuschließen", erklärte der Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft abschließend. „Mit unserem integrierten und umfassenden Ansatz, der Maßnahmen des Flächenmanagements, der Hochwasservorsorge und des technischen Hochwasserschutzes kombiniert, können wir die Risiken für Leib und Leben sowie für große materielle Verluste der Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg aber nachhaltig vermindern."


 

Natur wieder Natur sein lassen

Bild: Binnendüne Hirschacker
Binnendüne Hirschacker (Rhein-Neckar-Kreis)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Postglazial entstandene Binnendüne bei Mannheim-Friedrichsfeld mit offenen Flugsandflächen, gesäumt von Heidekraut und lückigem Baumbestand.

 02.02.2016 Mit dem ehemaligen Standortübungsplatz in Schwetzingen-Hirschacker (Rhein-Neckar-Kreis) wird eine weitere Fläche des Nationalen Naturerbes dauerhaft dem Naturschutz gewidmet. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als Eigentümerin der Flächen hat unter Beteiligung des Landes Baden-Württemberg und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) das frühere Militärgebiet offiziell der NABU-Stiftung „Nationales Naturerbe" übertragen.

„Es freut mich ganz besonders, dass der ehemalige Standortübungsplatz der NABU-Stiftung ‚Nationales Naturerbe‘ übertragen werden konnte. Die Dünenwälder sind damit in guter Hand und kommen ab sofort ausschließlich dem Naturschutz zu Gute. Die Erhaltung der Biodiversität ist von unschätzbarem Wert für die Sicherung unserer Lebensgrundlagen - hierfür braucht es auch Refugien für Tiere und Pflanzen", sagte Naturschutzminister Alexander Bonde anlässlich der erfolgreichen Übertragung.

„Nach dem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen wird diese naturschutzwichtige Fläche mit Brief und Siegel als Nationales Naturerbe und damit dem Naturschutz zur Verfügung gestellt", teilte Ministerialdirektor Rolf Schumacher im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft nach Unterzeichnung der Übertragungsvereinbarung mit. „Zusammen haben wir erreicht, dass die Liegenschaft Schwetzingen-Hirschacker dauerhaft für den Naturschutz gesichert wird", so Schumacher.

Der „Hirschackerwald" in Schwetzingen im Rhein-Neckar-Kreis ist bereits Teil eines Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiets sowie des FFH-Gebiets "Sandgebiete zwischen Mannheim und Sandhausen" „Mit der Übernahme des Hirschackerwalds durch die NABU-Stiftung ‚Nationales Naturerbe‘ kann das einmalige Dünengebiet noch besser für den Naturschutz entwickelt werden. Bund, Land sowie Stiftungen und Naturschutzverbände mit ihren vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern im Naturschutz haben für den Schutz der Biodiversität erfolgreich zusammengearbeitet. Ich danke allen Beteiligten herzlich für ihr Engagement", sagte Minister Bonde. „Dass die ehemalige Militärfläche in Schwetzingen als Nationales Naturerbe bestens geschützt wird, ist ein gelungenes Beispiel für eine naturschutzfreundliche Konversion," so Bonde abschließend.

Die Koalitionspartner der 16. Legislaturperiode hatten im Jahr 2005 vereinbart, ehemals militärisch genutzte Naturschutzflächen des Bundes in einer Größenordnung von bis zu 125.000 Hektar zur dauerhaften Sicherung des Nationalen Naturerbes unentgeltlich an die Länder, an die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) oder an Naturschutzorganisationen zu übertragen. Die Übertragung erfolgte in bisher zwei Tranchen.

In Baden-Württemberg sind bei der ersten Tranche drei Liegenschaften von der BImA auf das Land (Sandweier, Offenburg-Durbach und Waldstetten) und zwei weitere auf die NABU-Stiftung „Nationales Naturerbe" (Iffezheim und Lahr-Langenhard) übertragen worden.

Die Übertragungsfläche „Schwetzingen-Hirschacker" mit rund 118 Hektar aus der zweiten Tranche wurde nach naturschutzfachlichen Kriterien vom Land Baden-Württemberg, dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) identifiziert und vom Bundesumweltministerium (BMUB) in das Naturschutzprojekt des Nationalen Naturerbes aufgenommen. Für die Fläche gelten höchste Naturschutz-Anforderungen. Beispielsweise sollen in Schwetzingen Heidelandschaften erhalten werden, da sie Lebensraum für seltene Pflanzen und eine große Zahl bedrohter Tierarten sind. Das Land Baden-Württemberg entschied, diese Fläche an die NABU-Stiftung „Nationales Naturerbe‟ zu übertragen, die seit über 100 Jahren naturschutzfachlich wertvolle Flächen bewahrt und pflegt. Unter dem Motto „Natur wieder Natur sein lassen" erwirbt und erhält die NABU-Stiftung solche Flächen und schafft einzigartige Naturparadiese. Die Naturerbe-Fläche bietet den Menschen vor Ort die Gelegenheit für Naturerleben und Erholung. Die NABU-Stiftung „Nationales Naturerbe" möchte die Fläche in Schwetzingen für Besucherinnen und Besucher öffnen und zugleich sensible Naturbereiche vor Störungen bewahren.

Im Juni 2015 hat der Haushaltsauschuss des Deutschen Bundestages die dritte Tranche des „Nationalen Naturerbes" mit rund 31.000 Hektar beschlossen. Die BImA ist alleinige Flächengeberin. Auch hier ist das Land Baden-Württemberg mit der Liegenschaft „Reisberg/Waldheide, Krampf‟ (Landkreis Heilbronn) vertreten.

Naturerbefläche Schwetzingen-Hirschacker
Die Naturerbefläche „Hirschackerwald‟ liegt im Norden der Großen Kreisstadt Schwetzingen und umfasst rund 118 Hektar. Das Gebiet ist ein kombiniertes Natur- und Landschaftsschutzgebiet und als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet ausgewiesen. Derzeit wird eine Erweiterung des Naturschutzgebiets geprüft. Nach dem Zweiten Weltkrieg verblieb das Gebiet im Bundeseigentum und wurde als Standortübungsplatz der US-Army genutzt. Die Offenland-Flächen in den Dünen- und Sandgebieten mit ihren besonderen Pflanzengesellschaften werden in Anlehnung an die frühere traditionelle Nutzung bewirtschaftet oder gepflegt, vorrangig in Form von Beweidung. Seit über zehn Jahren arbeiten die staatliche Naturschutzverwaltung, die BImA und der NABU an der Pflege und Entwicklung der Dünenlebensräume.


 

45 Jahre Ramsar Konvention

 
Bild: Ramsar Logo
Ramsar Logo
(© public domain)

International Convention on Wetlands of International Importance especially as Waterfowl Habitat.

 
Bild: Wollmatinger Ried, Moor, Ramsar
Naturschutzgebiet Wollmatinger Ried (Ldkr. Konstanz)
(© LUBW, Autor: M. Witschel)

Das Naturschutzgebiet "Wollmatinger Ried, Giehrenmoos und Dreifußwiesen" - so der amtliche Name - ist eines der wertvollsten Schutzgebiete am Bodensee. Die erste Unterschutzstellung reicht bis in das Jahr 1930 zurück. Die internationale Bedeutung wurde 1968 durch die Verleihung des Europadiploms der EU gewürdigt. Inwischen zählt die Fläche auch zur Gebietskulisse der global agierenden Ramsar-Konvention.

Am 02 Februar 2016 beging die Ramsar Konvention ihren 45. Geburtstag als die älteste globale Naturschutzkonvention mit derzeit 160 Mitgliedstaaten weltweit. Der Name der Konvention geht zurück auf die iranische Stadt Ramsar, in der 1971 das internationale Abkommen beschlossen wurde. Deutschland unterzeichnete die Konvention 1976. Sie ist ein völkerrechtlicher Vertrag, deren Ausarbeitung ursprünglich von der UNESCO angestoßen wurde.

Das Abkommen verpflichtet die Beitrittsstaaten, geeignete Maßnahmen zu unternehmen, die Biodiversität in ausgewiesenen Schutzgebieten zu erhalten. Dort wird aber kein totales Nutzungsverbot angestrebt sondern der Grundsatz der nachhaltigen, ökologisch ausgewogenen Nutzung (z.B. durch Tourismus). Ein eigenes Büro, dasInternationale Ramsar-Sekretariat in Gland, am Genfersee, dient der Überwachung der Umsetzung der Konvention und ihrer Weiterentwicklung.

Deutschland hat bislang 35 Ramsar-Gebiete benannt. In Baden-Württemberg sind derzeit drei Ramsar-Gebiete ausgewiesen:

  • NSG Wollmatinger Ried (767 ha)
  • NSG Mindelsee (459 ha)
  • sowie seit August 2008 das grenzübergreifende Ramsar-Gebiet "Oberrhein - Rhin supérieur" (Anteil Baden-Württemberg 25.117 ha, Anteil Elsaß 22.413 ha).

 

Biosphärengebiet Schwarzwald startet am 1. Februar

 
Bild: Blick auf den Belchen
Blick auf den Belchen im Südschwarzwald
(© Land BW)
 
Bild: TP_BGL1_087 Blick über den Schluchsee nach Südosten
Blick über den Schluchsee nach Südosten
(© LGRB, Autor: K. Rilling)

Wie der Titisee liegt der Schluchsee in einem großen, vom Gletscher ausgeschürften Becken. Allerdings ist der See in seiner heutigen Ausdehnung durch den künstlichen Aufstau der Schwarza entstanden. Der Seespiegel des ursprünglichen viel kleineren Gewässers lag einst ca. 30 m tiefer. Der Stausee gehört zum Schluchseewerk und bildet das Oberbecken des Pumspeicherkraftwerks Häusern. Darüber hinaus spielt er eine wichtige Rolle als Urlaubs- und Naherholungsgebiet.

 04.01.2016 Mit der Unterzeichnung der Verordnung und dem Hissen der Fahne durch Naturschutzminister Alexander Bonde in Bernau ist der Weg nun frei für den Start des zweiten Biosphärengebiets in Baden-Württemberg. Nach der Veröffentlichung der Verordnung im Gesetzblatt wird das Biosphärengebiet Schwarzwald zum 1. Februar eingerichtet.

„Baden-Württemberg ist stolz auf die tolle Entwicklung des Biosphärengebiets Schwäbische Alb. Ich freue mich sehr darüber, dass sich 29 Gemeinden im Südschwarzwald nun entschlossen haben, die Chance zu ergreifen und Teil des Biosphärengebiets Schwarzwalds zu werden. Sie machen sich nun gemeinsam mit dem Land auf den Weg, ein ambitioniertes Regionalentwicklungs- und Naturschutzprojekt mit Leben zu füllen. Am Ende wird eine spannende Modellregion entstehen, die Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus kraftvoll verbindet und für alle einen Mehrwert schafft", sagte Naturschutzminister Bonde bei der feierlichen Unterzeichnung der Verordnung über das Biosphärengebiet Schwarzwald in Bernau (Landkreis Waldshut). Bonde dankte allen Beteiligten für deren großes Engagement und Unterstützung auf dem arbeitsreichen, aber erfolgreichen Weg zum Biosphärengebiet Schwarzwald.

Motor Regionalentwicklung - Gemeinden gestalten ihre Zukunft

„Ich bin davon überzeugt, dass unser Biosphärengebiet Schwarzwald ein voller Erfolg werden wird - sei es aus wirtschaftlicher, touristischer, sozialer, kultureller oder naturschutzfachlicher Sicht", betonte der Minister. Für alle Beteiligten entstehe eine Win-win-Situation. So gewinne beispielsweise die Landwirtschaft und mit ihr die vielen kleinen, familiengeführten Betriebe eine zusätzliche Wertschöpfungsperspektive. Touristische Angebote würden stärker vernetzt. Landschaftlich biete der Südschwarzwald eine einzigartige Kulturlandschaft, die insbesondere mit ihren Allmendweiden ein Alleinstellungsmerkmal vorzuweisen habe. Aber auch die naturnahen Bergbäche, Moore und Felsen, Seen und Teiche sowie die standörtlich und nutzungsbedingt unter-schiedlichen Wälder prägten diese Landschaft in besonderer Weise und stünden nun unter einem besonderen Schutz. „Der südliche Schwarzwald ist geradezu prädestiniert für ein Biosphärengebiet", unterstrich Bonde.

„Heute wissen wir, wer für die nächsten zehn Jahre beim Biosphärengebiet Schwarzwald dabei ist. Ich bin mir sicher, dass die beteiligten Gemeinden von der Strahlkraft des Gebiets enorm profitieren werden. Als Präsidentin des für mich schönsten Regierungsbezirks setze ich mich dafür ein, dass der Region eine besondere Bedeutung zuteil wird. Ich bin stolz darauf, dass sie sich nun aufgemacht hat, ihre Zukunft zu gestalten", sagte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer.

Das Biosphärengebiet gebe den Rahmen für die Regionalentwicklung und sei Impulsgeber, so Minister Bonde weiter. Entscheidend sei nun, was die Menschen in der Region daraus machten. „Ich bin gespannt auf den Ideenprozess in der Region. Schon heute spüren wir eine große Motivation bei allen Beteiligten. Gemeinsam wer-den wir nun ein gutes Stück Naturschutz und Regionalentwicklung im Südschwarzwald angehen", sagte der Minister abschließend.

Kommunen im Biosphärengebiet

Folgende 29 Kommunen haben sich dafür entschieden, beim Start des Biosphärengebiets Schwarzwald dabei zu sein:

Landkreis Lörrach: Aitern, Böllen, Fröhnd, Hausen im Wiesental, Häg-Ehrsberg, Kleines Wiesental, Schönau im Schwarzwald, Schönenberg, Schopfheim, Todtnau, Tunau, Utzenfeld, Wembach, Wieden, Zell im Wiesental
Landkreis Waldshut: Albbruck, Bernau, Dachsberg, Höchenschwand, Häusern, Ibach, St. Blasien, Ühlingen-Birkendorf, Wehr
Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald: Hinterzarten, Horben, Oberried, Schluchsee
Stadt Freiburg im Breisgau
Des Weiteren umfasst das Biosphärengebiet Schwarzwald einen Teil der Gemarkung der Gemeinde Weilheim.

Mit den 29 am Biosphärengebiet Schwarzwald beteiligten Gemeinden umfasst dieses nun eine Gebietskulisse von 63.236 Hektar.

Ein Biosphärengebiet ist eine Modellregion für nachhaltige Entwicklung, die auch von der UNESCO mit einem besonderen Zertifikat ausgestattet wird. Das Land hat bereits im Vorfeld zugesagt, dass es sich in umfangreicher Weise finanziell engagieren will. Die ersten drei Jahre übernimmt das Land Baden-Württemberg die Kosten vollständig. Danach trägt das Land 70 Prozent der Kosten, 30 Prozent übernehmen die Gemeinden mit Unterstützung der Landkreise.

In der nächsten Zeit wird ein Startteam in der zunächst provisorischen Geschäftsstelle in einem zur Verfügung stehenden Gebäude in Schönau seine Arbeit aufnehmen. Die Stelle des Geschäftsführers sowie Stellen für die Bereiche

  • Naturschutz und Landschaftspflege
  • Landnutzung (Schwerpunkt Landwirtschaft)
  • Wirtschaft, Tourismus, Regionalentwicklung und Regionalvermarktung
  • Bildung, Kultur, Gesellschaft und Soziales

sind derzeit beim Regierungspräsidium Freiburg ausgeschrieben. Die Ausschreibungen sind auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Freiburg abrufbar.

Was ist was? Nationalpark und Biosphärengebiet

Gemeinsam ist beiden Gebieten das Ziel des Tier- und Naturschutzes. Während sich die Natur in einem Nationalpark ohne direkte Beeinflussung durch den Menschen entwickeln soll, steht im Biosphärengebiet die traditionelle, vom Menschen geschaffene und gepflegte Kulturlandschaft im Fokus. Das Miteinander von Mensch und Natur ist der Schwerpunkt im Biosphärengebiet. Im Nationalpark sind 75 Prozent der Gesamtfläche einer Nutzung entzogen, im Biosphärengebiet lediglich 3 Prozent.

Biosphärengebiete umfassen nach § 25 Bundesnaturschutzgesetz großräumige Kulturlandschaften mit charakteristischer und reicher Naturausstattung, die zu erhalten, zu fördern und zu entwickeln sind. Biosphärengebiete sind Modellregionen, in denen aufgezeigt wird, wie sich Aktivitäten im Bereich der Wirtschaft, der Siedlungstätigkeit und des Tourismus zusammen mit den Belangen von Natur und Landwirtschaft gemeinsam innovativ fortentwickeln können.


 

Blume des Jahres 2016 - die Echte Schlüsselblume (Primula veris)

Bild: Echte Schlüsselblume (1)
Echte Schlüsselblume (Primula veris), Blume des Jahres 2016
(© M. Linnenbach)

Mit der Ernennung der Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris) zur Blume des Jahres, soll für den Schutz dieser selten gewordenen Pflanze geworben werden, die in den meisten Bundesländern auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht. Die Blume des Jahres steht immer auch stellvertretend für einen bedrohten Lebensraum. Bei der Wiesen-Schlüsselblume sind dies sonnige, eher trockene Wiesen und lichte Wälder auf kalkhaltigen Böden.

Link zur Loki-Schmidt Stiftung
http://www.loki-schmidt-stiftung.de/projekte/aktuelle_blume_des_jahres.php

Die leuchtend gelbe Pflanze gilt als Frühlingsbote, sie blüht von April bis Juni.

Die Echte Schlüsselblume (Primula veris) gehört zur Gattung der Primeln. Sie ist eine ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht eine Größe von 30 cm. Den Winter übersteht sie dank eines Rhizoms das häufig flaumig behaart ist. Die eiförmig-länglichen Laubblätter sind in einer grundständigen Rosette angeordnet. Durch die Anordnung der leuchtend gelben Blüten erhielt die Schlüsselblume auch ihren Namen, denn die Dolde mit den hängenden Blüten sieht aus wie ein Schlüsselbund. Es können bis zu 20 Einzelblüten an einer Dolde hängen. Die Früchte der Schlüsselblume sind Kapselfrüchte, sind diese reif öffnen sich die Kapseln und die zahlreichen Samen können sich verbreiten. Die Echte Schlüsselblume unterscheidet sich in einigen Merkmalen von der ähnlich aussehenden Hohen Schlüsselblume. Die Echte Schlüsselblume besitzt dottergelbe, stark duftende Blüten. Im inneren der Blüte befinden sich fünf orangefarbene Flecken. Die Hohe Schlüsselblume duftet hingegen kaum und hat goldgelbe Blüten ohne Flecken.

Primula veris kommt in ganz Europa und Vorderasien vor. Als Standorte werden trockene Wiesen und lichte Wälder bevorzugt. Sie gehört zu den Pflanzen, welche einen kalkhaltigen, stickstoffarmen lockeren Boden benötigen.
Zur Blume des Jahres wurde sie unter anderem, als Botschafterin für den bedrohten Lebensraum der Magerrasen gewählt. Diese Wiesen gehen mehr und mehr verloren, denn diese Art der Beweidung ist wirtschaftlich nicht lohnend, so werden diese seltenen Lebnsräume entweder der Sukzession überlassen oder mit modernen Methoden beweidet, was meist einen hohen Stickstoffeintrag zur Folge hat. Mit den Magerwiesen geht auch eine Vielzahl an angepassten Tierarten verloren.

Die Blume des Jahres wird alljährlich von der Loki Schmidt Stiftung gekürt, Bereits1979 wurde diese Stiftung von der Namensgeberin gegründet, die sich bis zu ihrem Tod 2010 sehr engagiert für den Schutz heimischer Pflanzen einsetzte. Einer der Hauptzwecke ihrer Stiftung ist die öffentlichkeitswirksame Kampagne zur Blume des Jahres. Der Titel wurde das erste Mal im Jahre 1980 an den Lungen-Enzian verliehen (Gentiana pneumonanthe).

Wer Schlüsselblumen im eigenen Garten ansiedeln möchte, kann sich die Samen der Pflanze auf der Homepage der Stiftung bestellen.


 

Was tun im Klimawandel? Machen Sie mit bei der Umfrage des Umweltministeriums zu den Folgen des Klimawandels

Bild: Umfrage Klimawandel UM
Umfrage zu den Folgen des Klimawandels

Dem Klimawandel entschlossen begegnen und den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase schrittweise verringern - diese Ziele stehen im Vordergrund der Klimapolitik des Landes. Doch selbst bei einer begrenzten weltweiten Klimaerwärmung um zwei Grad, lassen sich für Mensch, Umwelt und Natur weitgehende Folgen ableiten und teilweise schon heute - auch in Baden-Württemberg - erkennen.

Über die gravierenden gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen sind sich die Menschen in sehr unterschiedlichem Umfang bewusst. Deshalb hat das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft eine Online-Umfrage im Beteiligungsportal des Landes gestartet. Hier können Bürgerinnen und Bürger ihre Einschätzungen, Erwartungen und Vorschläge zum Umgang mit den Klimaveränderungen einbringen.

Die Ergebnisse fließen in die Anpassungsstrategie des Landes ein. Mit dieser will sich die Landesregierung gegen die zu erwartenden Klimafolgen wappnen, mögliche Chancen nutzen und Folgekosten verringern. Einen ersten Entwurf der Strategie hat das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft am 14. November vorgestellt.

Machen Sie mit bei der Umfrage des Umweltministeriums und nehmen Sie sich circa 15 Minuten Zeit, um die 19 Fragen zu den Auswirkungen des Klimawandels zu beantworten! Die Teilnahme ist bis zum 19. Dezember 2015 möglich.