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Blühender Diptam im Naturschutzgebiet Langenfeld (Main-Tauber-Kreis)
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Bild: Blühender Diptam, NSG Langenfeld
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Der seltene und streng geschützte Diptam (Dictamnus albus) hat im Naturschutzgebiet Langenfeld bei Königheim noch eine gute Verbreitung.

Rote Liste Baden-Württemberg Kategorie 3, Gefährdet


Literaturhinweis

Breunig,T. & Demuth, S. (1999): Rote Liste der Farn- und Samenpflanzen Baden-Württembergs (Hrsg. LfU), 161 S.

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Pressemitteilungen des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Pressemitteilungen der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg

LGRB-Nachrichten

Seespiegel-Archiv: Gesamtindex

 
 

Willkommen beim Themenpark Umwelt

Bild: Pinselkäfer (01)
Gebänderter Pinselkäfer (Trichius fasciatus)
(© privat, Autor: C. Ritter)

Das Internetportal Themenpark Umwelt ist Teil des Umweltinformationssystems Baden-Württemberg (UIS BW). Konzipiert und entwickelt von der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB), Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und dem Regierungspräsidium Karlsruhe.

Mit einem Informationsangebot von derzeit ca. 2.800 Internetseiten möchte der Themenpark der interessierten Öffentlichkeit die Bedeutung der Umwelt in allgemein verständlicher aber fachlich fundierter Form aufzeigen. Die Internetpräsentation soll zwischen Mensch und Natur vermitteln, nicht zuletzt weil Natur und Landschaft durch ihre Ausprägung, Schönheit und Vielfalt grundlegende Sozialfunktionen erfüllen. Es lohnt sich also hineinzuschauen. Zur Orientierung werden die verschiedenen Zugänge hier kurz vorgestellt:

Der Zugang Unsere Umwelt präsentiert das Inventar an Bodenlandschaften, Geotopen, Mooren, Schutzgebieten sowie das BodenseeWeb.

In den Umweltthemen werden umweltpolitische Fragen zu Abfall als Ressource, Biologischer Vielfalt, Bodenschutz, Klimaschutz und Umweltbildung behandelt und beispielhafte Aktionen wie das Natura-TV präsentiert.

Die Umweltbeobachtung informiert über die Messnetze der landesweiten Bodendauerbeobachtung und über den Landschaftswandel in Baden-Württemberg.

Der Zugang Umwelt erleben führt zu Umwelterlebnisgebieten in Stadt- und Landkreisen. Auch Einrichtungen mit umweltgerechten Freizeitangeboten wie Naturschutzzentren, Freilichtmuseen und Lehrpfade werden hier gezeigt.

Aktuelle Themen


 

Fischsterben an der Jagst

Bild: Toter Karpfen (3)
Toter Karpfen (Cyprinus carpio)
(© M. Linnenbach)

26.08.2015 Umweltminister Franz Untersteller und Naturschutzminister Alexander Bonde sind sehr besorgt über das derzeitige massive Fischsterben in der Jagst. „Die Behörden tun alles in ihrer Macht stehende, um die Auswirkungen dieses ökologischen Desasters so gut es geht zu begrenzen." Nach einem Großbrand in einer Mühle in Kirchberg ist mit Düngemittel verunreinigtes Löschwasser in den Fluß gelangt.

„Wir müssen nun alles Machbare versuchen, um diese ökologische Katastrophe in der Jagst so gut es geht zu bewältigen und die Auswirkungen möglichst zu begrenzen", sagte Umweltminister Franz Untersteller. Insbesondere müsse es jetzt darum gehen, den Sauerstoffgehalt des Wassers zu erhöhen, damit die hohen Ammoniakkonzentrationen möglichst rasch zurückgehen können. „Die Jagst ist eines der wertvollsten Ökosysteme, das wir in Baden-Württemberg haben. Daher sind wir sehr besorgt über den durch das Ammoniumnitrat ausgelösten Schaden. Große Teile der Jagst und ihrer Nebengewässer sind als europäische Vogelschutz- und FFH-Gebiete ausgewiesen. Wir müssen in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden vor Ort die Schäden genau erfassen und analysieren, um aus diesen Erkenntnissen die richtigen Schritte zur Renaturierung ableiten zu können", sagte Naturschutzminister Alexander Bonde.

Verunreinigtes Löschwasser gelangte in den Fluß

In der Nacht des 22. auf den 23. August war es in einem Mühlenbetrieb in Kirchberg an der Jagst (Kreis Schwäbisch Hall) zu einem Großbrand gekommen. Dabei geriet auch ein Gebäude in Flammen, in dem das Düngemittel Ammonium lagerte. Bei Löscharbeiten gelangte mit dem Düngemittel verunreinigtes Löschwasser in den Fluß.

Vor-Ort-Besuch der Minister am Freitag

Die beiden Minister zeigten Verständnis für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort, die sich eine raschere Beseitigung der Schadstoffe in der Jagst wünschten. „Bei einem Unglücksfall dieses Ausmaßes müssen wir gemeinsam mit allen Beteiligten möglichst rasch zielführende Maßnahmen ergreifen." Untersteller und Bonde betonten, dass die Behörden und die Helferinnen und Helfer vor Ort sehr engagiert arbeiten würden.

Der Umweltminister und der Naturschutzminister stehen mit den Landräten in den betroffenen Kreisen in direktem Kontakt, Fachleute der Ministerien stehen in enger Verbindung mit den vor Ort eingerichteten Krisenstäben. Auch weitere Behörden und wissenschaftliche Einrichtungen sind eingebunden, zum Beispiel das Regierungspräsidium Stuttgart, die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) in Karlsruhe und die Fischereiforschungsstelle in Langenargen. Die Minister werden sich am Freitag bei einem Vor-Ort-Termin ein Bild der Lage machen.

Gefahr für Fische in der Jagst, geringes Risiko für den Neckar

Nach Angaben der LUBW lag die Ammoniakkonzentration gestern in Langenburg bei 1,6 mg/l. Länger andauernde Ammoniakkonzentrationen von 0,1 bis 0,2 mg/l können tödlich für Fische sein, kurzfristig können die Fische höhere Werte bis 0,4 mg/l überstehen. Wenn auf der Fließstrecke der Jagst kein Abbau der Konzentration stattfindet, muss der LUBW zufolge im gesamten Jagstverlauf mit Fischsterben gerechnet werden. Im Neckar hingegen besteht aufgrund aktueller Einschätzung die Hoffnung, dass keine Fische sterben werden. Aufgrund der aktuellen Fließgeschwindigkeit der Jagst wird damit gerechnet, dass die Ammoniakwelle den Neckar frühestens Anfang nächster Woche erreicht. Von den Auswirkungen der Gewässerverunreinigung sind insgesamt mehre Vogel- sowie Naturschutzgebiete betroffen.

Pressemitteilung des Landratsamtes Heilbronn

Pressemitteilung des Landratsamtes Schwäbisch Hall


 

Baden-Württemberg erhält über 24 Millionen Euro für Hochwasserschutz

Bild: Neckarhochwasser 01-2011 (6)
Hochwasser in der Heidelberger Altstadt (Januar 2011)
(© privat, Autor: B. Grießmann)

 24.08.2015 Für die Umsetzung von Maßnahmen im Rahmen des Nationalen Hochwasserschutzprogrammes hat Baden-Württemberg vom Bund jetzt über 24,3 Millionen Euro erhalten. 8,3 Millionen Euro stehen dem Land für das Jahr 2015 zur Verfügung, weitere insgesamt rund 16 Millionen Euro stehen für die Jahre 2016 und 2017 bereit. Das Geld fließt in den Bau der Rückhalteräume Kulturwehr Breisach (Gesamtkosten in Höhe von knapp 57 Millionen Euro), Elzmündung (rund 50 Millionen Euro) sowie Weil/Breisach (Gesamtkosten von über 130 Millionen Euro).

Insgesamt stellt der Bund im Jahr 2015 für das Nationale Hochwasserschutzprogramm 20 Millionen Euro zur Verfügung. „Dass der mit über acht Millionen Euro größte Brocken hiervon nach Baden-Württemberg geht, freut mich besonders", erklärte Umweltminister Franz Untersteller heute (24.08.). Dies sei der Lohn dafür, dass die Landesregierung dem Hochwasserschutz in den letzten Jahren eine hohe Priorität eingeräumt und die Pläne für die notwendigen Maßnahmen im Land bereits weit vorangetrieben habe.

„Wir haben im Sommer vor zwei Jahren in Deutschland leider erleben müssen, welch immense Schäden ein Hochwasser anrichten kann", erklärte der Umweltminister weiter. Neben Gefahren für Leib und Leben drohten auch große materielle Verluste. Allein am baden-württembergischen Teil des Oberrheins werde das Schadensrisiko auf rund sechs Milliarden Euro geschätzt. „Eine solche Katastrophe wollen wir den Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg möglichst ersparen", betonte der Minister. Dabei helfe die finanzielle Unterstützung des Bundes dem Land bei der weiteren Umsetzung des Integrierten Rheinprogramms.

Hochwasserschutz

Das Nationale Hochwasserschutzprogramm wurde von der Umweltministerkonferenz unter Vorsitz von Umweltminister Franz Untersteller im Oktober 2014 in Heidelberg beschlossen. Es sieht Deichrückverlegungen, Projekte zur gesteuerten Hochwasserrückhaltung (zum Beispiel Flutpolder) sowie Maßnahmen zur Beseitigung von Schwachstellen vor. Insgesamt haben die Bundesländer 30 überregionale, aus rund 70 Einzelprojekten bestehende Projekte zur Deichrückverlegung sowie 56 Maßnahmen zur gesteuerten Hochwasserrückhaltung festgelegt. Darüber hinaus wurden in dem Programm 16 Projekte zur Beseitigung von Schwachstellen an bestehenden Hochwasserschutzanlagen identifiziert. Die vorläufig ermittelte Gesamtsumme der erforderlichen Haushaltsmittel für alle Maßnahmen beträgt rund 5,4 Milliarden Euro. Der Bund hat angekündigt, für die Jahre 2016 bis 2018 hierfür jeweils 100 Millionen Euro bereitzustellen.

Das Land Baden-Württemberg stellt in den Jahren 2015 und 2016 für Hochwasserschutzmaßnahmen und gewässerökologische Maßnahmen an den Gewässern I. Ordnung insgesamt rund 110 Millionen Euro bereit. Für die Umsetzung des Integrierten Rheinprogramms (IRP) wird mit Gesamtinvestitionskosten von insgesamt über 1,2 Milliarden Euro gerechnet.


 

Neue Förderpolitik wirkt: 25 Prozent mehr Flächen im Vertragsnaturschutz

 
Bild: Hausschafe (Ovis orientalis aries)
Pflegemaßnahmen mit Hausschafen
(© M. Linnenbach)

Beweidung mit Hausschafen (Ovis orientalis aries).

 
Bild: Naturschutzgebiet Gewann Frankreich-Wiesental
Landschaftspflege mit Ziegen
(© M. Linnenbach)

Ziegenherde des BUND, Ortsverband Bruhrain/Wiesental.

Vertragsnaturschutz bedeutet, dass sich Landwirte und Schäfer, aber auch Vereine, Vebäne vertraglich dazu verpflichten, für fünf Jahre freiwillige Naturschutzleistungen zu übernehmen.

09.08.2015 Eine gute Nachricht nicht nur für den Naturschutz in Baden-Württemberg: Die Flächen im Vertragsnaturschutz haben seit Beginn der Legislaturperiode im Mai 2011 um rund 25 Prozent zugenommen. „Wertvoller, vertraglich vereinbarter Naturschutz findet nun auf etwa 34.000 Hektar Grünland- und Ackerflächen im Land statt. Damit liegt Baden-Württemberg im Bundesvergleich mit an der Spitze", sagte Minister Alexander Bonde.

Vertragsnaturschutz bedeutet, dass sich insbesondere Landwirte und Schäfer, aber auch Vereine und Privatpersonen vertraglich verpflichten, für fünf Jahre freiwillige Naturschutzleistungen zu übernehmen. Dazu zählen beispielsweise die extensive Nutzung von Äckern oder Wiesen oder die extensive Beweidung mit Schafen, Rindern oder Ziegen. Das Land fördert solche Maßnahmen aus Landes- und EU-Mitteln im neu aufgelegten Förderprogramm Landschaftspflegerichtlinie (LPR).

Deutliche Flächenzuwächse - Schwäbische Alb und Schwarzwald profitieren

Seit Beginn der Legislaturperiode konnten im Vertragsnaturschutz deutliche Zuwächse beim Umfang der Vertragsflächen verzeichnet werden. Von 2011 bis 2015 kamen rund 6.500 Hektar neue Vertragsnaturschutzflächen hinzu. „Das ist ein erfreulicher Zuwachs, der die hohe Akzeptanz des Vertragsnaturschutzes deutlich macht", betonte der Minister. Zuwächse gab es insbesondere bei den Beweidungsverträgen für Wacholderheiden und Kalkmagerrasen der Schwäbischen Alb sowie bei den artenreichen Allmendweiden im Schwarzwald. Es handelt sich dabei größtenteils um Flächen im europäischen Schutzgebietssystem Natura 2000. „Diese Lebensräume sind durchweg auch für Naherholung und Tourismus attraktiv. Hier haben wir eine richtige Win-win-Situation für Landwirtschaft und Schäferei, für Naturschutz und Tourismus", unterstrich der Minister.

Vertragsnaturschutz 2015 mit deutlich höheren Fördersätzen gestartet

Besonders attraktiv für Landwirte und Schäfer sind die mit der Neuauflage des Vertragsnaturschutzes ab 2015 deutlich erhöhten Fördersätze. So können zum Beispiel Schäferinnen und Schäfer für die Beweidung von Wacholderheiden bei mehr als zwei Weidegängen jetzt 550 Euro je Hektar und Jahr erhalten (früher 320 Euro). Wenn sie ausreichend Ziegen mitführen, wird der Förderbetrag noch einmal zusätzlich um 150 Euro aufgestockt. „Mit diesen Mitteln können wir die Leistungen der Landwirtinnen und Landwirte und insbesondere der Schäferinnen und Schäfer für den Naturschutz und den Erhalt unserer Kulturlandschaften nun angemessen honorieren", so Bonde weiter. Der Vertragsnaturschutz sei ein wichtiges Standbein der Wanderschäfer sowie ein wertvoller Beitrag zu Pflege und Erhalt der Wacholderheiden mit ihrer Vielfalt an Pflanzenarten wie Thymian, Enzian und Silberdisteln wie auch einer vielfältigen Insektenwelt mit unterschiedlichen Arten von Heuschrecken und Schmetterlingen, wie Bläulingen, Scheckenfaltern und Widderchen.

„Der Vertragsnaturschutz innerhalb der Landschaftspflegerichtlinie ist unser zentrales Instrument, um gemeinsam mit Landwirtinnen und Landwirten sowie Schäferinnen und Schäfern die Artenvielfalt auf Wiesen, Weiden und Äckern zu sichern. Damit erfüllen wir nicht nur das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000 mit Leben, sondern erhalten auch unsere vielfältigen Kulturlandschaften", so der Minister.

Landschaftserhaltungsverbände sind Ansprechpartner und Vermittler

Eine zentrale Rolle als Ansprechpartner und Vermittler übernehmen die 30 inzwischen im Land bestehenden Landschaftserhaltungsverbände. „Es hat sich als richtige Entscheidung erwiesen, von Landesseite aus die Landschaftserhaltungsverbände stärker als früher zu fördern. So bringen wir den Naturschutz noch stärker in die Fläche. Der neu aufgelegte Vertragsnaturschutz und die Landschaftspflegerichtlinie sind ein Erfolgsmodell", so Bonde abschließend.

Weitere Informationen

Der Vertragsnaturschutz honoriert mit dem vom Land Baden-Württemberg und dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) finanzierten Förderprogramm Landschaftspflegerichtlinie (LPR) freiwillige Naturschutzleistungen, dies im Rahmen des Maßnahmen- und Entwicklungsplans Ländlicher Raum Baden-Württemberg 2014-2020 (MEPL III).


 

Grundsteinlegung für neues Windrad auf der Hornisgrinde: Mehr als 5 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr

Bild: NSG Hornisgrinde (Ortenaukreis), Windräder
Die drei alten Windräder auf der Hornisgrinde werden ersetzt.
(© W. Detemple)

Die im Juli 2015 genehmigte neue Windkraftanlage mit einer Leistung von 2,3 MW ersetzt die drei älteren Anlagen am Standort und soll über 5 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugen. Das ist rund sieben Mal so viel wie die drei älteren Anlagen zusammen.

24.07.2015 Umweltminister Franz Untersteller: „Die Hornisgrinde steht beispielhaft für die Komplexität und den Erfolg eines Genehmigungsprozesses für Windkraftanlagen."

Aus drei mach eins - gut fünf Monate nach der Genehmigung durch das Landratsamt Ortenaukreis ist heute der Grundstein für die neue leistungsstarke Windkraftanlage auf der Hornisgrinde gelegt worden. Die Anlage mit einer Leistung von 2,3 MW ersetzt die drei älteren Anlagen am Standort und soll über 5 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugen. Das ist rund sieben Mal so viel wie die drei älteren Anlagen zusammen.

Umweltminister Franz Untersteller würdigte das Projekt als einen bemerkenswerten Erfolg, denn kaum ein Windkraftprojekt habe vor so großen und vielfältigen Herausforderungen gestanden wie das auf der Hornisgrinde: „Die Hornisgrinde ist ein Paradebeispiel dafür, wie hochkomplex der Ausbau der Windenenergie im konkreten Fall sein kann. Sie ist aber auch ein Beispiel dafür, was möglich ist, wenn alle unermüdlich und konstruktiv an der Lösung der genehmigungsrechtlichen Probleme arbeiten."

Bedenken gab es unter anderem vom Südwestrundfunk, der aufgrund der exponierten Lage der Hornisgrinde dort eine bedeutende Rundfunksendeanlage betreibt. Auch die Bundeswehr, die Bundesnetzagentur und Mobilfunkanbieter sind mit ihren Funkanlagen dort vertreten, deren Interessen mussten ebenso berücksichtigt werden. Dazu die Belange des Artenschutzes sowie des Gewässer-, des Denkmal- und des Immissionsschutzes. Franz Untersteller: „Das hat gedauert, es war zuweilen recht mühsam, aber es hat sich gelohnt." Außer der Anlage auf der Hornisgrinde wurden in diesem Jahr bereits 14 weitere Windenergie­anlagen mit einer Kapazität von etwa 40 MW im Ortenaukreis genehmigt.


 

Ökologische Modernisierung in Baden-Württemberg kommt voran: Umweltministerium veröffentlicht Arbeitsbericht

Bild: Renaturierung Donau Riedlingen 2012
Renaturierte Donau unterhalb von Riedlingen (2013)
(© RP Tübingen, Autor: Halbherr)

In den Jahren 2013 und 2014 standen in Baden-Württemberg jeweils über 47 Millionen Euro für Hochwasserschutzmaßnahmen zur Verfügung. Die Einnahmen aus dem Wasserentnahmeentgelt werden seit diesem Jahr zweckgebunden für wasserwirtschaftliche und gewässerökologische Belange verwendet.

21.07.2015 Umweltminister Franz Untersteller: „Es ist uns gelungen, Weichen für eine bessere Umwelt, wirksamen Klimaschutz und eine erfolgreiche Energiewende zu stellen."

Das Umweltministerium hat im Internet einen Zwischenbericht seiner Umwelt-, Klima- und Energiepolitik der letzten Jahre veröffentlicht. „Wir sind dem von uns im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Ziel der ökologischen Modernisierung des Landes ein gutes Stück näher gekommen", sagte Umweltminister Franz Untersteller am 21.07. in Stuttgart. „Mit den Weichenstellungen zum Beispiel beim Atomausstieg und im Klimaschutz haben wir bundesweit Zeichen gesetzt und Baden-Württemberg als eine führende Energie- und Klimaschutzregion etabliert."

Untersteller nannte in der Atompolitik konkret den Erfolg Baden-Württembergs beim Anstoßen eines Suchprozesses für ein atomares Endlager sowie die transparente Informationspolitik der Atomaufsicht, die bundesweit beispielhaft sei. In der Klimapolitik sei es gelungen, mit dem Klimaschutzgesetz, dem Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept, IEKK, sowie der Anpassungsstrategie des Landes Instrumente zu schaffen, um den Herausforderungen durch den Klimawandel begegnen zu können.

Ein weiteres wichtiges Thema der Umweltpolitik sei die Novelle des Wassergesetzes gewesen, mit der sowohl der ökologische Gewässerschutz als auch der Schutz vor Hochwasserrisiken gestärkt worden seien. In der Energiepolitik schließlich habe das Umweltministerium bundesweit Impulse gesetzt und die Energiewende in Baden-Württemberg auf den Weg gebracht, unter anderem mit der Öffnung des Landes für den Bau von Windkraftanlagen und mit der Novelle des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes.


 

Spaziergänger loben Blütenpracht, Landwirte schlagen Alarm

Bild: Jakobs-Kreuzkraut, Oftersheimer Dünen
Jakobs-Kreuzkraut (Senecio jacobaea)
(© M. Linnenbach)

Das Jakobs-Greiskraut (Senecio jacobaea), auch Jakobs-Kreuzkraut genannt, ist eine zweijährige, krautige Pflanze. Im ersten Jahr besteht sie ausschließlich aus etwa 20 cm langen, dunkelgrünen Grundblättern. Im zweiten Jahr entwickeln sich Stängel und Blütenstände. Die Pflanze wird von Landwirten und Pferdehaltern nicht gerne gesehen, da alle ihre Teile auf Grund der enthaltenen leberschädigenden Alkaloide giftig sind. Die Giftstoffe können sich vor allem im Organismus von Pferden und Kühen langsam anreichern und ein Leberversagen zur Folge haben. Schafe und Ziegen dagegen reagieren weniger empfindlich. Die giftige Wirkung entfaltet die Pflanze dabei nicht nur in frischem Futter, sondern auch in Silage sowie in begrenzten Maße im Heu. Experten warnen davor, dass die pflanzlichen Gifte in die Nahrungskette gelangen könnte und damit auch den Menschen gefährden.

10.07.2015  - Das Jakobs-Kreuzkraut (Senecio jacobaea) ist auf dem Vormarsch. Bei Weidetieren löst es Vergiftungen aus, die zum Tod führen können. Im Landkreis Esslingen kooperieren Bauernverband und Straßenverwaltung, um die Pflanze zum Schutz von Rindern, Pferden und Schafen mittels Mahd zurückzudrängen.

Das Jakobs-Kreuzkraut ist eine zweijährige, krautige Pflanze. Im ersten Jahr besteht sie ausschließlich aus etwa 20 cm langen, dunkelgrünen Grundblättern. Im zweiten Jahr entwickeln sich Stängel und Blütenstände. Das Jakobskreuzkraut siedelt sich bevorzugt auf offenen Flächen wie Straßenrändern, Bahngleisen und Ackerbrachen an.  Nach der Blütezeit zwischen Juni und Mitte August bildet das Kraut zahlreiche Flugsamen aus und kann sich damit über den Wind großflächig ausbreiten.

Die Pflanze wird von Landwirten und Pferdehaltern nicht gerne gesehen, da alle ihre Teile auf Grund der enthaltenen leberschädigenden Pyrrolizidinalkaloide giftig sind. Die Giftstoffe können sich vor allem im Organismus von Pferden und Kühen langsam anreichern und letztendlich ein Leberversagen zur Folge haben. Schafe und Ziegen dagegen reagieren weniger empfindlich. Die giftige Wirkung entfaltet die Pflanze dabei nicht nur in frischem Futter, sondern auch in Silage sowie in begrenzten Maße im Heu. Experten warnen davor, dass die pflanzlichen Gifte in die Nahrungskette gelangen könnte und damit auch den Menschen gefährden. Einzelne Pflanzen können durch Ausreißen beseitigt werden, dabei sollten unbedingt Schutzhandschuhe getragen werden. Gemähte oder ausgerissene Pflanzen müssen von Weideflächen unbedingt entfernt werden. Diese können dem Restmüll beigegeben oder, solange keine Samen vorhanden sind, kompostiert werden.

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Jakobs-Greiskrautes sind die Ebenen bis mittleren Gebirgslagen der gemäßigten Klimazonen Europas. Es handelt sich bei der Pflanze also nicht um einen Neophyten (Einwanderer), sondern um eine einheimische Art.


 

1. Nationaler Aktionstag zur Bekämpfung der Beifuß-Ambrosie

Bild: Ambrosia - Blätter
Blätter der Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia)
(© GNU-FDL, Autor: USGS)

Vor der Blüte ist die Beifuß-Ambrosie an ihren charakteristischen Blättern zu erkennen. Sie sind zwei bis dreifach fiederspaltig und anliegend behaart. Blätter und Stängel können bei Hautkontakt zu starken Allergiereizen führen - (Schutzhandschuhe aus Leder werden empfohlen)

Karlsruhe 27.06.2015 LUBW und Stadt Karlsruhe beteiligen sich am 1. Nationalen Aktionstag zur Bekämpfung der Beifuß-Ambrosie. Als Beitrag zum 1. Nationalen Ambrosia-Tag in Deutschland (27. Juni 2015) veranstaltete die LUBW gemeinsam mit der Stadt Karlsruhe einen Pressetermin der mit einer Ambrosia-Ausreißaktion verknüpft war.

Mit der Veranstaltung am 25. Juni 2015 sollte die Öffentlichkeit zur Ambrosia-Problematik informiert. Darüber hinaus fand als besondere Demonstration eine dringend notwendige Ausreißaktion an einem Fundort im Siedlungsbereich statt. Das Ambrosia-Vorkommen lag mitten in Karlsruhe auf dem Gelände des Rudolf-Steiner-Kindergartens sowie in unmittelbarer Nähe der Werner von Siemens-Schule. Die Situation war an dieser Stelle besonders prekär, da zu befürchten war, dass durch den in etwa 4 Wochen einsetzenden Ambrosia-Pollenflug, gesundheitliche Beeinträchtigungen verursacht werden können. Die 200-250 entdeckten Ambrosia-Pflanzen wurden an dieser Stelle im Rahmen der Aktion entfernt.

Während der Veranstaltung wurden Vertretern der Presse (Badisches Tagblatt, BNN, evangelischer Pressedienst), des Hörfunks (Radio Regenbogen, SWR 1) und TV-Vertreter (Baden-TV, RTL, N24) die Gelegenheit geboten, sich mit Hintergrundinformationen sowie ggfs. mit Bild- und Tonmaterial zu versorgen. Nach Begrüßung und Einführung in die Ambrosia-Thematik vermittelte Dr. Höpker den anwesenden Medienvertretern Hintergrundinformationen zur Ambrosia-Problematik sowie zur landesweiten Bekämpfung der der Beifuß-Ambrosie.

Im Anschluss berichtete Umweltbürgermeister Stapf über die in der Stadt Karlsruhe gemachten Erfahrungen und Bekämpfungserfolge. Bürgermeister Stapf, der in Arbeitskleidung erschienen war, beteiligte sich danach an der Ausreißaktion. Vor und auf Kindergartengelände wurden die vorkommenden Ambrosien-Pflanzen durch ein von der Stadt organisiertes Ausreiß-Team entfernt. Währenddessen bestand die Möglichkeit Fragen zu stellen und Statements von LUBW- und Stadtvertretern sowie von der Kindergartenleitung einzuholen.

Die Berichterstattung zum Termin erfolgte inzwischen über Tageszeitungen (Badisches Tagblatt, BNN), den Hörfunk (SWR 1, SWR 4, Radio Regenbogen) sowie im Fernsehen (Baden-TV, RTL, N24, PRO 7, SAT1, Kabel 1).

Quelle: LUBW, Ref. 23


 

Internationales Jahr des Bodens 2015

Bild: TP_BGL2_01 Braunerde-Podsol aus Buntsandsteinhangschutt
Braunerde-Podsol aus Buntsandsteinhangschutt bei Bad-Wildbad
(© LGRB, Autor: W.Fleck)

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2015 zum "Internationalen Jahr des Bodens" ausgerufen. Böden erfüllen vielfältige Funktionen im Naturhaushalt. Durch ihre Lage unter der Erdoberfläche haben Böden als Naturkörper es schwer, die nötige Aufmerksamkeit zu gewinnen. Das Internationale Jahr des Bodens bietet deshalb eine große Chance, die Themen "Boden und Bodenschutz" mehr in das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger zu tragen.

Eine aktulle Präsentation des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) zeigt typische Bodenprofile der 26 Bodengroßlandschaften Baden-Württembergs. In zweiwöchigem Wechsel wird je ein Bodenprofil mit Foto, Lagekarte und Textbeschreibung vorgestellt. Dazu kommen Bilder charakteristischer Landschaftsteile und Geotope. Informationen zu den Bodenprofildaten und Links zu ausführlichen Beschreibungen der Bodenlandschaften im Themenpark Umwelt Baden-Württemberg ergänzen das Angebot.

Das LGRB ist mit der Erstellung von Bodenkarten im Rahmen der bodenkundlichen Landesaufnahme von Baden-Württemberg beauftragt. Dabei werden auch repräsentative Bodenprofile als Muster ausgewählt, ausführlich beschrieben und beprobt. Im Labor werden die Proben auf wichtige bodenphysikalische und -chemische Kenngrößen hin analysiert. Die Ergebnisse dienen der Absicherung der bei der Kartierung im Gelände erhobenen und durch Auswertungsprogramme ermittelten Bodendaten. Diese Bodenprofile bilden die Grundlage für die vorgestellte Auswahl.


Ansprechpartner:
Michael Weiß

Quelle: Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau


 

Atlantischer Lachs knackt Rekordmarke von 2002

 
Bild: Fischtreppe Iffezheim am Rhein
Fischtreppe an der Staustufe Iffezheim (Ldkr. Rastatt)
(© LUBW, Autor: Hartig)

Bei der Fischtreppe an der Staustufe Iffezheim (Ldkr. Rastatt) handelt es sich um eine offene Betonrinne mit einer Neigung von etwas weniger als 4 Grad, das entspricht etwa 1 m Anstieg auf 15 m Länge. Der oberwasserseitige Abschnitt hat eine Länge von ca. 200 m. Er besteht aus 37 hintereinander angeordneten Becken (s. Foto), die miteinander durch senkrechte Schlitze verbunden sind. Während des anstrengenden Aufstiegs können sich die Fische in den einzelnen Becken ausruhen. Jedes Becken hat eine Fläche von 15 m² und eine Wassertiefe von 1,50 m. Der Boden jedes Beckens ist mit einer Steinschüttung bedeckt, die den Fischen sowohl eine Rückzugsmöglichkeit bietet als auch eine Besiedlung durch Kleinstlebewesen ermöglicht.

Grundlage für den Bau der Fischtreppe war der Vertrag vom 04. März 1997 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik. Das Projekt wird im Rahmen des europäischen Förderprogramms "Lachs 2000" finanziell unterstützt. Zielvorgabe war, den großen Wanderfischarten wie Lachs, Meerforelle und Meerneunauge die Rückkehr in den Rhein bis zu den ehemaligen Laichplätzen zu ermöglichen. Die internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) meldet im Frühjahr 2004, dass seit dem Bau der Fischtreppe in Iffezheim insgesamt 286 Lachse und über 1000 Meerforellen registriert wurden.

 
Bild: Lachs
Atlantischer Lachs - (Salmo salar)
(© public domain, Autor: W. Hartley)

Der bis zu 1,5 Meter lange Atlantische Lachs (Salmo salar) lebt überwiegend im Atlantischen Ozean. Zum Laichen jedoch ziehen die Fische weit die Flüsse Europas und Nordamerikas hinauf und erreichen dabei teilweise die Oberläufe der Gebirgsbäche. Am Ende ihrer "Laichwanderungen" legen die Lachse dort ihre Eier ab und schwimmen wieder zurück in das Meer. Durch die Aktion Lachs 2000 gelang am Nördlichen Oberrhein eine erfolgreiche Wiederansiedlung dieser bislang ausgestorbenen Fischart.

Im Jahr 2005 konnte der erste Lachslaich in der Kinzig nach 50 Jahren wieder gefunden werden. Im Jahr 2011 gelang der Nachweis auch an der Murg.

 

03.06.2015 - Anfang Juni bereits über 140 Lachse in Iffezheim gezählt -

Die gemeinsamen Anstrengungen zur Revitalisierung der Flüsse im Regierungsbezirk Karlsruhe zeigen Wirkung. Durch die zunehmende Verbesserung von Gewässerqualität und Wassergüte von Fließgewässern finden heimische Tierarten immer mehr und immer bessere Lebensräume vor. Davon profitieren besonders Fische und in der Folge kehren an vielen Abschnitten sogar ehemals verschwundene Fischarten zurück. Vor allem das europaweit größte Artenschutzprogramm zum Schutz und zur Wiedereinbürgerung des Atlantischen Lachses zeigt zunehmend Erfolge.
Die Fischereibehörde am Regierungspräsidium Karlsruhe misst den Erfolg von Gewässerentwicklungen anhand von Fischbestandsaufnahmen in den Gewässern. Die Fischfauna in ihrer Gesamtheit repräsentiert den Gewässerzustand. Je vollständiger die Artenliste und je ausgewogener der Fischbestand, desto besser ist die Qualität des Gewässers. Ein bedeutendes Instrument der Fischbestandserhebung ist der Fischpass Iffezheim, welcher an der untersten Staustufe im Rhein betrieben wird. Von Jahresbeginn an konnten dort bis heute bereits 142 zurückkehrende Lachse gezählt werden, was seit Inbetriebnahme des Fischpasses im Jahr 2000 bereits jetzt einen neuen Jahresrekord darstellt. Im bislang besten Jahr 2002 waren es insgesamt 103 Lachse gewesen.

Der für den Fischpass Iffezheim verantwortliche Fischereireferent Frank Hartmann vom Regierungspräsidium Karlsruhe erkennt in dieser positiven Entwicklung bei den aus dem Atlantik zurückkehrenden Atlantischen Lachsen die Früchte vieler Akteure in diesem Großprojekt. Vom Rheindelta in Holland, über den Rheinstrom in Deutschland und Frankreich bis in den Hochrhein mit seinen Zuflüssen in der Schweiz sind ansässige Bürger, Verbände, Organisationen und Verwaltungen vielfach engagiert, um die Lebensraumbedingungen für die Fischarten Lachs, Meerforelle, Maifisch und die Neunaugen fortlaufend zu verbessern. In zahlreichen Gewässern werden Schutzeinrichtungen, Wanderhilfen und Lebensräume für Fische geschaffen. Das langfristige Ziel unter der Gesamtkoordination der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) ist es, wieder einen funktionsfähigen und reich vernetzten Rheinlebensraum für Wanderfische herzustellen. Intakte und saubere Gewässerlebensräume wiederum sind eine wichtige Lebensgrundlage und bedeutende Erholungsräume für den Menschen.
Die Fischereibehörde und die Abteilung Umwelt im Regierungspräsidium Karlsruhe arbeiten konsequent und nachhaltig daran, dass in den Wanderfischgewässern Alb und Murg die Bedingungen für ein Überleben von Wanderfischen wieder möglich sein wird. Es sind enorme Anstrengungen, viel Geduld und ein solides Fachwissen erforderlich, um die in den vergangenen Jahrzehnten zum Teil sehr stark denaturierten Fließgewässer wieder naturnah zu gestalten, so Hartmann. Sowohl an der Alb als auch an der Murg sind bislang sehr positive Entwicklungen bei der Revitalisierung zu verzeichnen und diese werden nun für alle sichtbar.

Die Lachsrückkehrer in Iffezheim sind ein Signal, dass es wieder solche naturnahen Abschnitte in unseren Gewässern gibt. Auch andere Wanderfischarten wie die Meerforelle oder die Neunaugen liefern wertvolle Hinweise auf die Natürlichkeit von Gewässern, da allesamt sehr hohe Ansprüche an ihren Lebensraum haben. Nach aktuellen Daten sind inzwischen etwas verspätet auch die Maifische am Fischpass angekommen. Bislang wurden in Iffezheim etwa 25 Exemplare nachgewiesen. Im vergangenen Jahr fanden über 150 Maifische den Aufstieg. Vermutlich hat das lange anhaltende Hochwasser im Rhein die Einwanderung in den Fischpass Iffezheim verzögert, meint Hartmann. Es ist anzunehmen, dass die Maifische nun verstärkt im Juni eintreffen werden. Im Neckar bei Mannheim sind die Maifische pünktlich bereits Mitte Mai aufgetaucht. Am Fischpass in Ladenburg als Tor zum Neckar konnten vom Staatlichen Fischereiaufseher Dieter Herold im Mai rund 20 Maifische registriert werden.

Die Erfolgsgeschichte des Atlantischen Lachses und seiner Gefährten geht damit in die nächste Runde. Bei allen vorhandenen Wanderfischarten im Rheinsystem sind positive Trends in den Beständen deutlich sichtbar. Das angestrebte Ziel, den im Rhein ehemals ausgestorbenen Lachs wieder gesichert zu etablieren, ist wieder ein Stück näher gerückt. Vor rund 10 Jahren hätte noch keiner gedacht, dass am internationalen Rhein alle Anrainer derart kräftig an einem Strang ziehen, so Hartmann.

Quelle: Regierungspräsidium Karlsruhe


 

Umweltministerkonferenz bekennt sich auf Antrag Baden-Württembergs zum Ausbau der Stromnetze

Bild: Hockenheimer Rheinbogen, Freileitungsmasten
Stromtrassen von RWE und EnBW
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Zahlreiche Hochspannungsleitungen (50 kV und mehr) durchkreuzen den Hockenheimer Rheinbogen. In Deutschland sind die bis zu 30 m hohen Freileitungsmasten für Hoch- und Höchstspannungsleitungen meist für die Aufnahme von zwei oder mehr Stromkreisen ausgelegt.

 22.05.2015 Die Umweltministerkonferenz von Bund und Ländern im bayerischen Bad Staffelstein hat aus Sicht Baden-Württembergs einige wichtige Beschlüsse zu den Themen Energiewende und Klimaschutz gebracht. Ministerialdirektor Helmfried Meinel, der für das baden-württembergische Umweltministerium an der Konferenz teilnahm, zeigte sich nach Abschluss des Treffens zufrieden mit den Beratungen. Es sei gelungen, in wesentlichen Punkten baden-württembergische Positionen in Beschlüssen zu verankern.

Bekenntnis zur Windkraft auch im Süden Deutschlands
Meinel hob besonders zwei Beschlüsse zur Energiewende hervor: „Die UMK bekennt sich ausdrücklich zum Netzausbau und zum Ausbau der Windkraft in ganz Deutschland, also nicht nur im Norden. Das ist eine klare Positionierung für zwei zentrale Erfolgsfaktoren für die Energiewende und die Versorgungssicherheit in Baden-Württemberg."

Nur wenige Tage nach dem Versuch Bayerns, mit einem Alternativvorschlag zur Führung der Übertragungsnetze von Nord nach Süd die Netzausbauplanung einseitig zu Gunsten Bayerns zu beeinflussen, maß Meinel dem Beschluss der UMK große Signalkraft bei. Auch Bayern habe dem Beschluss zugestimmt und sich damit grundsätzlich zur aktuellen Planung der Bundesnetzagentur bekannt.

Erfreut zeigte sich der Ministerialdirektor auch über den mehrheitlichen Wunsch, die Möglichkeiten der Erdverkabelung beim Netzausbau zu erweitern, wo es wirtschaftlich und technisch machbar sei. Beim Thema Wind gebe es in einem für Baden-Württemberg sehr wichtigen Teilbereich ebenfalls Konsens. Konkret laute der Beschluss: „Die Umweltministerinnen, -minister und -senatoren der Länder bitten die Bundesregierung die Ausschreibungsverfahren so zu gestalten, dass der Ausbau der Windenergie nicht nur im Norden Deutschlands erfolgt".

Helmfried Meinel: „Damit haben wir beschlossen, dass die Ausschreibungsmodelle zur Förderung von Erneuerbaren Energien so gestaltet werden, dass es zu einem fairen Wettbewerb zwischen den windreichen Standorten im Norden und den eher weniger windhöffigen Standorten im Süden und in der Mitte Deutschlands kommen kann. Wenn die Bundesregierung den Beschluss umsetzt, bleibt Baden-Württemberg im Spiel um die Windenergie."

Beschlüsse zum Klimaschutz mit „Potenzial nach oben"

Bei den einstimmig zu fassenden Beschlüssen der UMK zum Klimaschutz sieht der Ministerialdirektor im Umweltministerium noch Potenzial nach oben: "Am Brennstoff Kohle und an der Frage, wie ehrgeizig die CO2-Minderungsziele gefasst sein müssten, schieden sich die Geister, weil die ostdeutschen Bundesländer den laufenden Verhandlungen nicht vorgreifen wollten. Da liegen die Interessen zum Teil leider doch sehr weit auseinander." Immerhin habe Baden-Württemberg gemeinsam mit 12 anderen Ländern und dem Bund eine Protokollerklärung gezeichnet, in der sich alle - mit Ausnahme Brandenburgs, Sachsens und Sachsen-Anhalts - für eine Klimaabgabe aussprechen, wie sie das Bundeswirtschaftsministerium vorgeschlagen habe. Mit der Klimaabgabe, so die Auffassung der 14 Unterzeichner, könne die zur Erreichung des nationalen Klimaschutzzieles erforderliche zusätzliche CO2-Minderung von 22 Millionen Tonnen erreicht werden.

In einer zweiten Protokollerklärung bekräftigt Baden-Württemberg seine Auffassung, dass bis zum Jahr 2030 55 Prozent der CO2-Immissionen eingespart werden müssen, um das so genannte 2-Grad-Ziel, also die Begrenzung des Anstiegs der Jahrestemperatur auf höchstens 2 Grad Celsius, noch erreichen zu können. Diese Protokollerklärung ist von acht weiteren Ländern unterzeichnet.


 

''Mein, dein, unser Neckar'' - Fotowettbewerb Bilder vom Fluss

Bild: Neckar bei Heidelberg-Ziegelhausen (Rhein-Neckar-Kreis)
Neckar bei Heidelberg-Ziegelhausen
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

07.05.2015 - Die Landesinitiative „Unser Neckar" hat den Fotowettbewerb „Mein, dein, unser Neckar - Bilder vom Fluss" gestartet. Einsendeschluss ist der 15. August 2015.

Umweltminister Franz Untersteller rief alle Neckarbegeisterten zur Teilnahme auf: „Auf seiner Länge von 367 Kilometern quer durch Baden-Württemberg weist der Neckar eine außergewöhnliche Vielfalt auf. Ob schützenswerter Naturraum oder belebte Schifffahrtsstraße, ob Lebens- und Wirtschaftsraum oder Naherholungsgebiet, ob Abenteuerspielplatz oder stimmungsvolle Bühne für kulturelle Ereignisse: zeigen Sie uns Ihre persönliche Sicht auf Ihren Fluss. Egal ob in Farbe oder in Schwarz-Weiß, ob als Detail- oder Panoramaaufnahme, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!"

Teilnehmen können alle: vom Junior bis zum Senior, allein oder im Team, Einsteiger oder Profi.

Eine Fachjury wird in vier Altersklassen Preisträger auswählen, die bei feierlichen Preisverleihungen am „Unser Neckar"-Aktionstag am 27. September 2015 mit dem „Neckar-Entdecker-Preis" ausgezeichnet werden. Außerdem werden die Gewinner-Fotos ausgestellt und in unterschiedlichen Publikationen veröffentlicht.


 

Was tun im Klimawandel? Machen Sie mit bei der Umfrage des Umweltministeriums zu den Folgen des Klimawandels

Bild: Umfrage Klimawandel UM
Umfrage zu den Folgen des Klimawandels

Dem Klimawandel entschlossen begegnen und den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase schrittweise verringern - diese Ziele stehen im Vordergrund der Klimapolitik des Landes. Doch selbst bei einer begrenzten weltweiten Klimaerwärmung um zwei Grad, lassen sich für Mensch, Umwelt und Natur weitgehende Folgen ableiten und teilweise schon heute - auch in Baden-Württemberg - erkennen.

Über die gravierenden gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen sind sich die Menschen in sehr unterschiedlichem Umfang bewusst. Deshalb hat das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft eine Online-Umfrage im Beteiligungsportal des Landes gestartet. Hier können Bürgerinnen und Bürger ihre Einschätzungen, Erwartungen und Vorschläge zum Umgang mit den Klimaveränderungen einbringen.

Die Ergebnisse fließen in die Anpassungsstrategie des Landes ein. Mit dieser will sich die Landesregierung gegen die zu erwartenden Klimafolgen wappnen, mögliche Chancen nutzen und Folgekosten verringern. Einen ersten Entwurf der Strategie hat das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft am 14. November vorgestellt.

Machen Sie mit bei der Umfrage des Umweltministeriums und nehmen Sie sich circa 15 Minuten Zeit, um die 19 Fragen zu den Auswirkungen des Klimawandels zu beantworten! Die Teilnahme ist bis zum 19. Dezember 2015 möglich.


 

Wanderungsmöglichkeiten für Wildtiere verbessern

 
Bild: Grünbrücke - Strasse
Grünbrücken als Ausgleichsmaßnahme
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Die trennende Wirkung von Verkehrswegen wächst mit zunehmender Breite. Einen schmalen Schotterweg vermögen viele Organismen noch leicht zu überwinden, sodass ein Austausch zwischen den Populationen weiterhin bestehen kann. Eine breite Autobahn oder Bundesstraße hingegen isoliert die Populationen im Laufe der Zeit völlig voneinander. Neben der direkten Flächeninanspruchnahme bewirken Strassen auf beiden Seiten deutliche ökologische Beeinträchtigungen in den angrenzenden Lebensräumen.

Die Verluste an Amphibien, Kleinsäugern und Vögeln haben in den letzten Jahren durch die ständige Erhöhung des Straßenverkehrs und die fortlaufende Verdichtung des Straßennetzes stark zugenommen. Insbesondere Igel, Amphibien sowie Greif- und Singvögel sind häufige Opfer (Kollisionstod). Die Erwärmung der Luft über Asphaltflächen führt gerade in den Übergangsjahreszeiten Frühjahr und Herbst zu hohen Insektendichten, und zieht damit zahlreiche insektenfressende Kleinvögel an. Der Großteil dieser Vögel zählt zu den "Niedrigfliegern". Dem Kollisionstod der Altvögel folgt der schleichende, unsichtbare Tod verwaister Nestlinge. Vogelschlag durch Strassenverkehr entspricht einer ungerichteten biologischen Auslese und kann erhebliche Populationsverluste bewirken.

Zur Lösung dieser Problematik wurden in den letzten Jahren verschiedene Schutzmaßnahmen eingeleitet:

  • Verkehrsrechtliche Anordnungen (Hinweisschilder, Strassensperrungen)
  • Dauereinrichtungen (Leitsysteme, Durchlässe, Grünbrücken)

  • KRANZ, B., JAEGER, J., ESSWEIN, H. (2002): Flächenzerschneidung in Baden-Württemberg. Neuauflage mit Zeitreihen 1930 - 1998. Kurzinformation der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg (Selbstverlag), Stuttgart, 20 S.

     
    Bild: Europäische Wildkatze, schleichend
    Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris)
    (© BUND, Autor: Th. Stephan)

    09.03.2015 Staatssekretärin Gisela Splett setzt sich für Querungshilfen an der B 31 bei Titisee-Neustadt ein, um die biologische Vielfalt im Land zu erhalten. „Viele Tier- und Pflanzenarten in Baden-Württemberg stehen bereits heute auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Diesem negativen Trend müssen wir entgegenwirken, indem wir Artenschutz flächenwirksam gestalten und als Querschnittsaufgabe verstehen. Dazu gehört die Schaffung einer Infrastruktur, die es Wildtieren erlaubt, möglichst hindernisfrei zu wandern“, erklärte Staatssekretärin Gisela Splett bei einer Ortsbesichtigung an der B 31. Splett setzt sich dafür ein, dass an der B 31 östlich von Titisee-Neustadt, auf dem Gebiet der Gemeinde Friedenweiler, Querungshilfen über die hier dreispurig ausgebaute B 31 entstehen.

    Um den Naturschutz voranzutreiben und den Auswirkungen der sogenannten „grauen“ Infrastruktur, das heißt Siedlungs- und Verkehrsflächen, entgegenzuwirken, arbeitet das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur an einem landesweiten Wiedervernetzungskonzept. Hierbei sollen Lebensräume von Wildtieren und Pflanzen an bestehenden Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen bestmöglich miteinander vernetzt werden. Ein wichtiger Bestandteil der Bemühungen im Land ist dabei die Umsetzung der im „Bundesprogramm Wiedervernetzung“ enthaltenen Maßnahmen an Autobahnen und Bundesstraßen.

    „Die vorgesehene Wiedervernetzungsmaßnahme an der B 31 ist eines von zwölf im Bundesprogramm enthaltenen Projekten und hat für uns sehr hohe Priorität.“ Bei Friedenweiler verläuft in den Wäldern südlich und nördlich der B 31 ein Wildtierkorridor, über den Tiere vom Südschwarzwald in den Mittleren Schwarzwald und dann weiter über den Nordschwarzwald zum Beispiel in den Odenwald wandern können. Allerdings ist der naturräumlich eigentlich vorhandene Wildtierkorridor in der Praxis kaum noch durchlässig. Denn der permanente Verkehr mit einem Aufkommen von täglich über 18.000 Fahrzeugen hindert die Wildtiere an der Wanderung. Eine Querungshilfe in Form einer Grünbrücke ist daher unbedingt notwendig und, im Unterschied zu vielen anderen Bereichen der B 31, topographisch auch machbar.

    Eine Grünbrücke muss so gestaltet werden, dass sie einer Vielzahl von Tierarten die Querung ermöglicht. Zusätzlich muss auch das „Hinterland“ beidseits der Straße für die Wildtiere so attraktiv sein, dass sie sich zunächst dort aufhalten können, bevor sie weiterwandern. Die Wälder in der Umgebung einer künftigen Grünbrücke über die B 31 erfüllen diese Anforderung derzeit noch nicht, so dass zu der vorgesehenen Wiedervernetzungsmaßnahme unbedingt auch eine naturschutzfachliche Aufwertung des umgebenden Waldes gehört. Dann können Tierarten wie Rehe, Wildschweine und Füchse, aber gegebenenfalls später auch die Wildkatze und der Luchs, die B 31 wieder gefahrlos queren.

    „Ich bin zuversichtlich, dass wir mit vereinten Kräften eine grüne Infrastruktur schaffen können die  dazu beiträgt, dass die biologische Vielfalt langfristig erhalten bleibt. Ich danke deshalb allen, die sich für die Schaffung eines Netzes von grünen Korridoren im Land einsetzen“, zeigte sich Frau Splett erfreut über die gute Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Akteuren.

    Verkehrsaufkommen und Wildunfälle

    Seit 1975 hat sich das Verkehrsaufkommen in Deutschland vervierfacht: Im selben Zeitraum hat sich dich die Zahl der Wildunfälle verfünffacht. Ein deutliches Zeichen, dass Wildtiere immer mehr Barrieren überwinden müssen, um Nahrung oder Partner zu finden. In unserer dicht bebauten und von Verkehrswegen durchzogenen Kulturlandschaft ist es für Wildtiere nicht einfach, von einem Lebensraum zum anderen zu wandern. Sie stoßen dabei auf eine Vielzahl von Hindernissen, vor allem in Form von Siedlungen und von dichtbefahrenen Straßen. All dies trägt zu der in den letzten Jahrzehnten immer stärker gewordenen Gefährdung vieler Tier- und Pflanzenarten bei.


     

    Förderprogramm Klimaschutz mit System EXTRA gestartet

    Bild: Wasserkraftwerk Karlstor Heidelberg, Rhein-Neckar-Kreis
    Kommunales Unterwasserkraftwerk am Karlstor in Heidelberg
    (© B. Grießmann)

    Aus Gründen des Denkmalschutzes wurde das Wasserkraftwerk auf die Flusssohle des Neckars versenkt. Zu sehen ist nur das historische Stauwehr und eine Reinigungseinrichtung. Das Kraftwerkshaus mit jeweils zwei Rohrturbinen und Generatoren befindet sich unter dem rechten Wehr. Die erzeugte Energie deckt den Energiebedarf von ungefähr 5.000 Haushalten.

     01.03.2015 Das Umweltministerium startet ein neues Förderprogramm im kommunalen Klimaschutz. Das Programm richtet sich speziell an Kommunen bis zu einer Größe von 20.000 Einwohnern und ergänzt das seit 2014 angebotene Programm „Klimaschutz mit System“.

    Umweltminister Franz Untersteller forderte zum Start des Förderprogramms die angesprochenen Kommunen zur Teilnahme auf und warb für einen ambitionierten Klimaschutz auf kommunaler Ebene: „Klimaschutz wird vor allem in den Städten und Gemeinden und von den dort lebenden Menschen umgesetzt. Baden-Württemberg zeichnet sich auch in diesem Bereich durch viel Initiative aus, die wir befördern und unterstützen wollen.“

    Städten und Gemeinden kommt nach dem Klimaschutzgesetz des Landes eine besondere Vorbildfunktion zu. Mit dem neuen Förderprogramm sollen vor allem Vorhaben gefördert werden, mit denen die Kommunen gut sichtbar in Klimaschutz investieren. „Solche guten Vorbilder finanzieren wir deshalb mit einem Betrag von bis zu 100.000 Euro mit“, so der Minister.

    Voraussetzung für die Förderung einer Klimaschutzmaßnahme ist neben der Einwohnerzahl unter anderem, dass die Maßnahme Teil eines kommunalen Klimaschutzkonzeptes oder Quartierskonzeptes sein muss oder im Rahmen der Teilnahme am Wettbewerb European Energy Award (eea) entwickelt wurde.

    „Uns geht es besonders um die Systematik, deshalb 'Klimaschutz mit System', und das bedeutet, dass Klimaschutz in der geförderten Kommune einen nachgewiesenen und langfristigen Stellenwert haben soll“, so Untersteller. Förderfähig sind sowohl investive als auch nicht-investive Maßnahmen, zum Beispiel aus dem Bereich Bildung und Aufklärung zum Thema Klimaschutz und Treibhausgasreduzierung. Kommunen können ihre Projektskizzen für die Teilnahmebewerbung bis Ende Juni einreichen, die förderfähigen Projekte werden dann anhand transparenter Auswahlkriterien ausgewählt. Danach können die ausgewählten Kommunen den konkreten Förderantrag stellen.


     

    Biosphärengebiet Südschwarzwald

    Weidfeld am NSG Taubenmoos im Südschwarzwald (Aufn. 2014)
    (© LUBW, Autor: J. Schaber)

    Das NSG Taubenmoos liegt in 970 - 1050 m.ü.NN im Süden des Bernauer Hochtals im Naturpark Südschwarzwald.


    21.01.2015 Das Jahr 2015 fängt richtig gut an. Die Vorbereitungen für das Biosphärengebiet Südschwarzwald befinden sich auf einem hervorragenden Weg, weil inzwischen sehr viele Gemeinden dabei sein wollen. Das Land Baden-Württemberg hat verbindliche Zusagen gemacht, um das Projekt auf den Weg zu bringen und finanziell zu unterstützen. Naturschutzminister Alexander Bonde und die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer haben die Öffentlichkeit über den aktuellen Stand der Vorbereitungen zu einem möglichen Biosphärengebiet Südschwarzwald informiert. Die Kernzone mit einem Flächenanteil von rund drei Prozent, die nicht bewirtschaftet wird, soll wie beim Biosphärengebiet Schwäbische Alb aus Staats- und Kommunalwald bestehen – überwiegend aus bereits lange unter Schutz stehenden Gebieten wie beispielsweise Bannwäldern. Privatwälder sind davon nicht betroffen.

     

    Umweltministerium Baden-Württemberg übernimmt Vorsitz in der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall - LAGA

    Bild: Sammlung gelber Sack
    Sammlung von Kunststoffverpackungen im gelben Sack
    (© LUBW, Autor: M. Grümer)

    01.01.2015 Baden-Württemberg übernimmt mit Beginn des Jahres turnusgemäß für zwei Jahre den Vorsitz der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall von Thüringen. Die LAGA ist ein Arbeitsgremium der Umweltministerkonferenz und dient dem Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen Bund und Ländern in Bezug auf den Vollzug des Abfallrechts beziehungsweise auf die Gestaltung der Kreislaufwirtschaft. Auslegungs- und Vollzugsfragen im täglichen Umgang mit Abfällen werden in den drei Hauptausschüssen „Recht“, „Produktverantwortung“ und „Abfalltechnik“ diskutiert und weiter entwickelt.

    „Längst sind aus Abfällen Wertstoffe geworden, erklärte Umweltminister Franz Untersteller am 01.01.15 anlässlich der Übernahme des LAGA-Vorsitzes. „Wir müssen uns noch mehr anstrengen, Abfälle wieder in Rohstoffe zu verwandeln. Um das zu schaffen, brauchen wir das Verständnis und die Unterstützung aller Bürgerinnen und Bürger und aller Unternehmen. Vermeidung und Wiederverwertung sind mehr denn je die Maxime unserer Abfallwirtschaft und ein Gebot des nachhaltigen Umgangs mit wertvollen Ressourcen.“

    Thema in der LAGA sind zum Beispiel Fragen, wie „Was darf und muss in den gelben Sack?“ oder „Wie wird die Entsorgung bestimmter Produkte finanziert?“. Bei der Entsorgung vieler Produkte greift die kommunale Müllgebühr, bei anderen wird die Entsorgungsgebühr bereits auf den Kaufpreis geschlagen. Elektrogeräte beispielsweise können deshalb kostenlos an den Wertstoffhöfen der Kreise abgegeben werden, genauso wie Altglas in den Containern entsorgt werden kann oder Verpackungsmüll im gelben Sack. Doch auch viele Fragen zum täglichen und sicheren Umgang mit Abfällen spielen eine Rolle. Zum Beispiel „Müssen Hochleistungsbatterien (Lithium-Ionen), die in jedem Smartphone oder Notebook enthalten sind, vor der Entsorgung vom Verbraucher entnommen werden?“ oder „Wie können noch mehr Bürgerinnen und Bürger davon überzeugt werden, ihre Altbatterien nicht mehr in den Hausmüll zu geben, sondern in die kostenlose Altbatteriesammlung?“.

    Ziel der LAGA ist es, zu beraten, wie Gesetze im Bereich der Kreislauf- und Abfallwirtschaft verbraucher- und vollzugsfreundlicher gestaltet werden können. Im jetzt begonnenen Jahr wird die Länder insbesondere auch das Thema der möglichst einfachen Ausgestaltung der angekündigten Wertstofferfassung beschäftigen. Weitere Informationen, Veröffentlichungen und Hilfen zu wichtigen Themenstellungen der Kreislauf- und Abfallwirtschaft finden Sie auf der Homepage der LAGA.

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    Höhlen auf der Schwäbischen Alb für Unesco-Welterbe nominiert

    Bild: Hohler Fels bei Schelklingen - Fundstätte
    Hohle Fels bei Schelklingen (Alb-Donau-Kreis) - Fundstätte der Venus von der Alb
    (© LGRB, Autor: Burgmeier, Bergner)

    Nordöstlich von Schelklingen ragen aus dem Oberem Massenkalk des Weißen Jura, drei Felsentürme aus dem unteren rechten Talhang der Schelklinger Ach. Am Fuß des mittleren Felsens (Hohle Fels) befindet sich ein torbogenförmiger, vergitterter Zugang (Breite  5 m, Eingangshöhe ca. 3 m) zu der 120 m langen Höhle des Hohlen Fels.

    Im September 2008 wurde hier die bekannte Figurine "Venus von der Alb" geborgen. Mit einem geschätzten Alter von 35.000 Jahre ist sie bislang die älteste geschnitzte Menschenfigur der Welt. Die Figur lag zerbrochen in sechs Fragmenten etwa 20 Meter vom Höhleneingang entfernt. Zuvor wurden bereits in den Jahren 1870/71 zahlreiche Funde aus der Altsteinzeit hier entdeckt. In den Kriegsjahren diente die Höhle als Bunker.

    Venus von der Alb

     

     

     

     

    Venus von der Alb
    © picture-alliance / dpa

    Die Karsthöhle ist mit 500 m² Grundfläche und einem Rauminhalt von 6000 m³ eine der größten Höhlenhallen Süddeutschlands und entsprechend kulturgeschichtlich wertvoll - Naturdenkmal.

    Die Chancen der Schwäbischen Alb mit den Höhlen der ältesten Eiszeitkunst auf den Titel als Unesco-Welterbestätte steigen. Die Kultusministerkonferenz hat den Antrag positiv bewertet, wie das Kultusministerium am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. „Die Entscheidung der Kultusministerkonferenz, den Vorschlag  Baden-Württembergs Höhlen der ältesten Eiszeitkunst zu nominieren, kann  als ein sehr großer Erfolg für das Land gewertet werden“, sagte Wissenschaftministerin Theresia Bauer.

    Die Höhlen der ältesten Eiszeit wurden vom Fachbeirat auf den ersten Platz  gesetzt. Grundvoraussetzung für einen Antrag auf den Status ist, dass eine Stätte von „außergewöhnlichem universellen Wert“ sein muss. Wie ein Ministeriumssprecher mitteilte, ist nun davon auszugehen, dass auch die  Unesco-Kommission in Paris dem Vorschlag zustimmt.

    Derzeit  liegen 4 von bundesweit 38 Welterbestätten im Südwesten. Neben der  Klosteranlage Maulbronn sind es der obergermanisch-rätische Limes, die Klosterinsel Reichenau und die prähistorischen Pfahlbauten am Bodensee.

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    Land lässt landeseigene Staatswaldflächen nach dem FSC-Standard zertifizieren

    Bild: Natursteinwerke Wüst bei Niederhofen, Ldkr. Heilbronn
    Staatswald Oberer Fuchsberg bei Niederhofen (Ldkr. Heilbronn)
    (© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

    Im Zuge der FSC-Zertifizierung verzichtet der Landesbetrieb ForstBW im Staatswald bei der regulären Waldbewirtschaftung zukünftig auf den Einsatz von Pestiziden und auf großflächige Kahlhiebe.


    Untere Forstbehörde Heilbronn

    Lerchenstraße 40

    74072 Heilbronn

     

    Die Landesregierung lässt landeseigene Staatswaldflächen nach dem FSC-Standard zertifizieren. Im Zuge der FSC-Zertifizierung verzichte der Landesbetrieb ForstBW im Staatswald beispielsweise bei der regulären Waldbewirtschaftung zukünftig auf den Einsatz von Pestiziden und auf großflächige Kahlhiebe.

    „Der Staatswald ist besonders dem Allgemeinwohl verpflichtet und übernimmt eine Vorbildfunktion in der umweltgerechten, sozial verträglichen und ökonomisch sinnvollen Waldbewirtschaftung. Wir wollen sicherstellen, dass auch zukünftige Generationen einen verantwortungsvoll bewirtschafteten Wald mit funktionierendem Ökosystem vorfinden. Gleichzeitig soll die langfristige wirtschaftliche Nutzung von Holz als bedeutendem nachwachsendem Rohstoff möglich sein. Die Landesregierung lässt deshalb die landeseigenen Staatswaldflächen nach dem anerkannten FSC-Standard zertifizieren“, sagte Forstminister Alexander Bonde anlässlich der im Mai 2014 bevorstehenden FSC-Zertifizierung des Staatswaldes.

    Im Zuge der FSC-Zertifizierung verzichte der Landesbetrieb ForstBW im Staatswald beispielsweise bei der regulären Waldbewirtschaftung zukünftig auf den Einsatz von Pestiziden und auf großflächige Kahlhiebe. Die Vitalität der Waldböden bleibe dauerhaft erhalten durch eine schonende Befahrung und eine standortangepasste Nutzung. „Die moderne Waldbewirtschaftung, die bereits im etablierten Alt- und Totholzkonzept zum Tragen kommt, ergänzt der Landesbetrieb ForstBW durch die neue Waldbaurichtlinie und die Gesamtkonzeption Waldnaturschutz. FSC ist damit so etwas wie ein Öko-Siegel für den Wald“, so Bonde. Die unabhängigen Auditoren überprüften auch die Anforderungen an die Arbeitssicherheit und die Gesundheitsvorsorge.

    FSC Zertifikat

    FSC, als Zertifikat von kommunalen und größeren privaten Forstbetrieben gestartet, ist heute auch in den Staatswäldern angekommen. Die Landeswälder im Saarland, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Berlin und in Teilen Rheinland-Pfalz sind FSC zertifiziert. Hessen und Niedersachsen haben die FSC-Zertifizierung ebenfalls angekündigt.

    Das gleichrangige Zusammenführen von ökologische, sozialen und ökonomischen Erfordernissen ist wesentliches Element des FSC-Standards. Unabhängige externe Auditoren überprüfen jährlich ForstBW hinsichtlich der Einhaltung der FSC-Kriterien und veröffentlichen die Resultate in einem Bericht.


     

    Das EU-Schulfruchtprogramm

     
    Bild: Äpfel
    Reife Äpfel
    (© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

    Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war es üblich, Äpfel im eigenen Garten oder auf dem "Äckerle" anzubauen. Mit Beginn des Industriezeitalters wanderten viele Menschen in die Großstädte. Die Selbstversorgung aus dem heimischen Obstgarten ging zurück. Es entwickelte sich der erwerbsmäßige Obstanbau.

    In den gemäßigten Breiten der Erde ist Apfel heutzutage das meistgeerntete Obst. Weltweit werden jährlich über 60 Mio Tonnen des mehr oder weniger rotbäckigen Kernobstes aus der Familie der Rosengewächse geerntet - das macht rund 8,5 Kilogramm pro Kopf der Weltbevölkerung.

    gängige Apfelsorten, die besonders für Gärten und den Bio-Anbau geeignet sind:

    Ananas Renette:
    Früchte klein, guter Tafelapfel, Ernte ab Mitte Oktober, guter Geschmack

    Freiherr von Berlepsch:
    hoher Vit. C-Gehalt, sehr guter Tafelapfel, Ernte ab E. Okt., Aufbewahrung in Folien

    Goldrenette v. Bleuheim:
    Tafelapfel, nussartiger Geschmack, saftig, mürbe, Ernte ab M. Okt.

    Boskoop:
    große Früchte, süß-säuerliches Fleisch, Ernte Anfang Okt., gute Lagerfähigkeit

    James Grieve:
    mittelgroß, saftig, säuerlich, Tafelapfel - Frischverzehr, Ernte ab Mitte August

    Ribston Pepping:
    guter Tafelapfel, muskatartig, mittelgroß, gut haltbar, Ernte bis Mitte. Nov..möglich

    Zuccalmaglios Renette:
    guter Tafelapfel, mittelgroß, saftig, Ansprüche an Boden hoch, Ernte im Okt.

    Ontario:
    hoher Vit.C-Gehalt, Ernte Mitte Okt., guter Lager- u. Winterapfel

    Winterambur:
    große Früchte, saftig, Ernte Anfang Okt.

    Hauxapfel:
    Mostsorte, starke Säure, Ernte Mitte Okt.

    Kaiser Wilhelm:
    Tafelapfel, mittelgroß, A. Okt. säuerlichsüß, druckempfindlich

    Gelber Edelapfel:
    hoher Säuregehalt, gute Lagereigenschaften, bes. für Mus - bleibt weiß

    Goldparmäne:
    Tafelapfel - Frischverzehr, aromatisch u. süß, M. Sept., Pollenspender!

    Melrose:
    gutschmeckend, Lagerobst, Ernte Anfang Okt.

     
    Bild: Obst und Gemüse
    Wochenmärkte bieten ein vielfältiges Angebot an Obst und Gemüse
    (© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

    Wochenmärkte und Bauernmärkte bieten dem Verbraucher stets eine große Auswahl an frischen, vitaminreichen Produkten. Hier ist der Kunde noch König.


    ausgewählte Literatur: Leitzmann, C. (2001): Welternährung zu Beginn des 21. Jahrhunderts: Die globale Ernährungssituation. Biologie in unserer Zeit 31(6), S. 408 - 416 (2001), ISSN 0045-205X

    Ziel des EU-Schulfruchtprogramms ist es, Kinder möglichst früh an ein gesundheitsförderndes Ernährungsverhalten heranzuführen und zu vermitteln, dass Obst und Gemüse nicht nur gesund ist sondern auch lecker schmeckt. Neben diesem direkten Effekt soll mit dem Programm auch dem rückläufigen Obst- und Gemüseverzehr entgegengewirkt werden.

    Um dieses Ziel zu erreichen stellt die EU den Mitgliedsstaaten 90 Millionen Euro zur Kofinanzierung von Obst- und Gemüselieferungen an vorschulische und schulische Einrichtungen zur Verfügung.

    Baden-Württemberg nutzt die Chancen, die das Programm bietet.

    Unter Federführung des Ministeriums für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz wurden die Voraussetzungen für die Programmdurchführung geschaffen. Für Baden-Württemberg stehen jährlich mindestens 2 Millionen Euro für Obst- und Gemüsemahlzeiten zur Verfügung. Leider kann das Land nicht für die notwendige Kofinanzierung einstehen. Das heißt 50 Prozent der Kosten müssen von Dritten getragen werden. Dies können zum Beispiel Schulträger, Fördervereine, Eltern oder Sponsoren sein.

    Alltagskompetenz und gesundheitsfördernde Ernährung werden in Schulen und Kindertagesstätten fast nebenbei erlernt. Schon einfache Veränderungen schaffen verführerische Situationen:

    • lassen Sie die Kinder gemeinsam frühstücken
    • ein Korb mit Früchten im Raum motiviert zum Zugreifen
    • in Stücke geschnittene Früchte bleiben selten liegen
    • am Schulkiosk wird frisches Obst und Gemüse angeboten
    • das Früchtethema kann zu jeder Jahreszeit in mehreren Fächern bearbeitet werden
    • Kresse auf der Fensterbank ziehen
    • Kräuter im Schulgarten pflanzen und ernten
    • das Angebot im Lebensmittelhandel testen
    Quelle: MBW Marketinggesellschaft mbH