Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Umweltinformationssystem BW
Baden-Württemberg
BW-Standardkarte
Anregungen oder Fragen?
Suche
Suche in …
Umweltportal
Uferbereich an der Nord-Ostseite (April 2009)
(Element 1 von 6: Bild)
Bild: Huzenbacher See (Ldkr. Freudenstadt)
Erstes Element Vorheriges Element Bild vergrößern Nächstes Element Letztes Element

Huzenbacher See - Frühjahrsaspekt.

Was ist neu oder geändert?

Meldungen

16.08.2017 Beschädigte Altablagerungen nach Unwetter im Mai 2016 mehr

16.08.2017 2. Jahrestag des verheerenden Mühlenbrands an der Jagst mehr

11.08.2017 Umweltstaatssekretär Andre Baumann unterwegs in der Modellregion Biotopverbund M… mehr

04.08.2017 Keine unzulässige Strahlenexposition durch kerntechnische Anlagen im Jahr 2016 mehr

01.08.2017 LUBW informiert über Aktivitäten im Naturschutz mehr

Weitere Nachrichten

Pressemitteilungen des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Pressemitteilungen der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg

LGRB-Nachrichten

Seespiegel-Archiv: Gesamtindex

 
 

Willkommen beim Themenpark Umwelt

Bild: Zufahrt zum Alten Lager, Münsingen
Truppenübungsplatz Münsigen (Altes Lager), Sitz des Biosphärenzentrums Schwäbische Alb
(© M. Linnenbach)

Zufahrt zum Alten Lager Münsingen (Aufn. Juni 2017).

Bereits 1895 wurde auf dem Gebiet der „Münsinger Hardt“ ein Truppenübungsplatz für das XIII. Königlich Württembergische Armeekorps eingerichtet. Das weitläufige und relativ unbewohnte Geländes gab den Ausschlag für die Entscheidung zur Anlage des damaligen Schießplatzes. Im Jahr 1937 wurden die militärischen Anlagen nochmals erweitert. Dafür musste das Dorf Gruorn, im Westen des Platzes, weichen.

Nach Beendigung der militärischen Nutzung im Jahr 2005, stellt heute der Truppenübungsplatz, mit einer Größe von ca. 6.700 Hektar, einer der wenigen unzerschnittenen Räume auf der Schwäbischen Alb dar. Im Oktober 2010 öffnet das Biosphärenzentrum Schwäbische Alb erstmals seine Pforten und empfängt seither Besucher in zwei stilvoll renovierten Gebäuden des Alten Lagers in Münsingen.

Biosphärenzentrum Schwäbische Alb

Von der Osten Straße 4, 6 (Altes Lager)
72525 Münsingen

Tel. 07381/ 93293831
Fax. 07381/ 93293815

Das Internetportal Themenpark Umwelt ist Teil des Umweltinformationssystems Baden-Württemberg (UIS BW). Konzipiert und entwickelt von der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB), Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und dem Regierungspräsidium Karlsruhe.

Mit einem Informationsangebot von derzeit ca. 3.000 Internetseiten möchte der Themenpark der interessierten Öffentlichkeit die Bedeutung der Umwelt in allgemein verständlicher aber fachlich fundierter Form aufzeigen. Die Internetpräsentation soll zwischen Mensch und Natur vermitteln, nicht zuletzt weil Natur und Landschaft durch ihre Ausprägung, Schönheit und Vielfalt grundlegende Sozialfunktionen erfüllen. Es lohnt sich also hineinzuschauen. Zur Orientierung werden die verschiedenen Zugänge hier kurz vorgestellt:

Der Zugang Unsere Umwelt präsentiert das Inventar an Bodenlandschaften, Geotopen, Mooren, Schutzgebieten sowie das BodenseeWeb.

In den Umweltthemen werden umweltpolitische Fragen zu Abfall als Ressource, Biologischer Vielfalt, Bodenschutz, Klimaschutz und Umweltbildung behandelt und beispielhafte Aktionen wie das Natura-TV präsentiert.

Die Umweltbeobachtung informiert über die Messnetze der landesweiten Bodendauerbeobachtung und über den Landschaftswandel in Baden-Württemberg.

Der Zugang Umwelt erleben führt zu Umwelterlebnisgebieten in Stadt- und Landkreisen. Auch Einrichtungen mit umweltgerechten Freizeitangeboten wie Naturschutzzentren, Freilichtmuseen und Lehrpfade werden hier gezeigt.

Aktuelle Themen


 

Erfolg für die Kleine Wasserkraft, Förderung durch das Land wieder möglich

Bild: Die Appenmühle in Daxlanden
Appenmühle in Karlsruhe-Daxlanden, einst Getreidemühle heute Energieerzeuger
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Das moderne Laufwasserkraftwerk der Stadtwerke Karlsruhe versorgt heute ca. 80 Haushalte mit elektrischer Energie. Mit einer Leistung von ca. 40 KW zählt die Appenmühle zu den sog. Kleinkraftwerken.

...mehr...

10.08.2017 Umweltminister Franz Untersteller: „Das zähe Ringen mit der EU und dem Bund hat sich gelohnt. Ich bin froh, dass wir den Ausbau und die Modernisierung der klimafreundlichen Wasserkraft wieder finanziell unterstützen können."

Das Förderprogramm des baden-württembergischen Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft zur technischen und ökologischen Modernisierung der kleinen Wasserkraft musste im September 2014 eingestellt werden. Grund war eine Entscheidung der EU-Kommission, die in der Investitionsförderung und dem EEG eine unzulässige Doppelförderung sah. Nun feiert das Förderprogramm sein Comeback. Das Umweltministerium hat ein Konzept erarbeitet, das an die europarechtlichen Vorgaben angepasst wurde.

„Das zähe Ringen und die langwierigen Gespräche mit dem Bund und der EU haben sich gelohnt," sagte Umweltminister Franz Untersteller heute (10.08.) anlässlich der Veröffentlichung der neuen Fördergrundsätze. „Ich bin froh, dass wir den Ausbau der kleinen Wasserkraft künftig wieder mit Landesmitteln unterstützen können." Grundsätzlich schone die Stromerzeugung aus Wasserkraft das Klima. Wenn damit gleichzeitig die Durchgängigkeit des Gewässers hergestellt werde, verbesserten die Maßnahmen aber auch die Ökologie, erläuterte Untersteller.

Ab sofort kann für die Modernisierung bestehender Anlagen mit einer Leistung von mindestens 100 Kilowatt eine Zuwendung beantragt werden. Fördermittel stehen außerdem für die Revitalisierung bestehender, aber momentan nicht im Betrieb befindlicher Anlagen ab dieser elektrischen Leistung zur Verfügung. Maßnahmen an Anlagen mit einer Leistung ab 40 Kilowatt sind förderfähig, sofern sie bei der Einstellung des Förderprogramms vor drei Jahren bewilligungsreif und bei den zuständigen Stellen aktenkundig waren. Je Maßnahme kann das Land einen Zuschuss von maximal 200.000 € gewähren.

Ergänzende Informationen

Mit etwa acht Prozent steuern die landesweit etwa 1.700 aktiven Wasserkraftanlagen nach der Photovoltaik den zweitgrößten Anteil an erneuerbarem Strom zur Bruttostromerzeugung in Baden-Württemberg bei. Hiervon entfällt auf die 65 Anlagen der „großen Wasserkraft" mit einer Leistung ab einem Megawatt ein Anteil von etwa 90 Prozent, die restlichen rund 10 Prozent werden von der sogenannten „kleinen Wasserkraft" erzeugt. Da im Rahmen der Wasserkraftnutzung direkt in die Gewässer eingegriffen wird, können insbesondere bei der Nutzung der kleinen Wasserkraft Konfliktbereiche mit der Gewässerökologie und der Fischerei entstehen.

Aufgabe aus Sicht des Landes ist es, die beiden Zielsetzungen „Ausbau der erneuerbaren Energien" einerseits und „gewässerökologische Verbesserungen im Sinne der Wasserrahmenrichtlinie" andererseits so weit wie möglich in Einklang zu bringen.

Zum Herunterladen

 


 

Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen

 
Bild: Vogelherdhöhle - Eingang
Vogelherdhöhle im Lonetal
(© C. Düpmeier)

Die ca. 40 m lange Höhle bei Niederstotzingen-Stetten liegt an einem ehemaligen Umlaufberg der Lone.Die prägenden Gesteinformationen bestehen aus Massenkalken des Weißen Jura. Entdeckt wird sie im Jahr 1931 durch den Heidenheimer Heimatforscher Hermann Mohn. Bis dahin war die Höhle vollständig bedeckt mit Jurakieseln, Schlamm und Bodensubstrat (Humus).

Die Vogelherdhöhle wurde wohl über längere Zeiträume von eiszeitlichen Jägern bewohnt. Belegt ist dies durch die archäologisch wertvollen Funde wie die Elfenbeinschitzereien (Höhlenlöwe, Wildpferd, Mammut).

 
Bild: Höhlenlöwe, Figurine
Höhlenlöwe, eiszeitliche Figurine aus der Vogelherdhöhle bei Stetten o.d. Lone
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Der Höhlenlöwe (Replik), eine Figurine aus der Vogelherdhöhle bei Stetten o.d. Lone (Ldkr. Heidenheim). Die Flanken des kleinen Kunstwerks aus Elfenbein tragen auffällige Verzierungen mit Kerbkreuzen.

Das Original befindet sich im Museum Schloss Hohentübingen in Tübingen.

  • Länge: 5,6 cm
  • Alter: ca. 35.000 Jahre

 09.07.2017 Das Welterbekomitee hat die Höhlen der ältesten Eiszeitkunst auf der Schwäbischen Alb in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Die Auszeichnung sei eine große Ehre und zugleich Verpflichtung für Baden-Württemberg, dieses kulturelle Erbe der Menschheit zu erhalten und sich weiterhin mit ihm zu beschäftigen, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

„Die einzigartigen Fundstätten auf der Schwäbischen Alb zeigen, dass die Wiege der Kunst und der Musik im Ach- und Lonetal zu finden ist. Von dort stammen Nachweise der ersten menschlichen Versuche, Tiere und Menschen figürlich darzustellen und sogar Musikinstrumente zu erschaffen. Dies stellte einen kulturellen Durchbruch und Fortschritt sondergleichen dar", so Ministerpräsident Winfried Kretschmann anlässlich der Entscheidung des Welterbekomitees, die Höhlen der ältesten Eiszeitkunst auf der Schwäbischen Alb in die Welterbeliste der UNESCO aufzunehmen. „Die Auszeichnung ist eine große Ehre und zugleich Verpflichtung für Baden-Württemberg, dieses kulturelle Erbe der Menschheit zu erhalten und sich weiterhin mit ihm zu beschäftigen."

Einzigartig, faszinierend und von überragender Bedeutung

„Unsere nunmehr sechste Welterbestätte - die Höhlen der ältesten Eiszeitkunst auf der Schwäbischen Alb - repräsentiert die kulturelle Vielfalt und Geschichte Baden-Württembergs. Sie ist einzigartig, faszinierend und von überragender Bedeutung. Dieses Erbe gilt es zu schützen und für nachfolgende Generationen zu bewahren", zeigte sich Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut nach der Bekanntgabe der Entscheidung des Welterbekomitees hoch erfreut. Es sei beeindruckend, dass Menschen auf der Schwäbischen Alb vor etwa 40.000 Jahren erste Kunstwerke und Musikinstrumente schufen, die auch heute noch die Menschen in ihren Bann ziehen, so die Ministerin weiter. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau hat als Oberste Denkmalschutzbehörde des Landes das Antragverfahren über mehrere Jahre hinweg begleitet.

„Baden-Württemberg bekommt mit den Höhlen nicht nur seine dritte archäologische Welterbestätte. Es ist auch die erste aus einer Zeit, als noch Jäger und Sammler durch das Land zogen und Rentiere auf der Schwäbischen Alb gejagt wurden", so der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart Professor Dr. Claus Wolf.

Kultureller Durchbruch und Fortschritt sondergleichen

Lone- und Achtal stellen wegen ihrer einzigartigen Konzentration von altstein-zeitlichen Fundplätzen außergewöhnliche Fundlandschaften eiszeitlicher Jäger und Sammler dar. Die Region war nachweislich ein zentrales Siedlungsareal der frühesten modernen Menschen in Europa. In Höhlen, die in den beiden Tälern liegen, wurden die bislang ältesten figürlichen Kunstobjekte und Musikinstrumente der Menschheit entdeckt. Es handelt sich um wenige Zentimeter große Elfenbeinschnitzereien, die Menschen und Tiere der Eiszeit sowie Mischwesen aus Mensch und Tier darstellen. Die ältesten Musikinstrumente der Welt liegen in Form von Flöten aus Vogelknochen und Mammutelfenbein vor. Zudem stammen aus den Höhlen Schmuckgegenstände wie Elfenbeinperlen und durchlochte Tierzahnanhänger. Die etwa 40.000 Jahre alten Funde wurden in den Fundstellen Geißenklösterle, Hohle Fels und Sirgenstein im Achtal sowie Vogelherdhöhle, Hohlenstein Stadel-Höhle und Bocksteinhöhle im Lonetal entdeckt.

Aufgrund ihres außergewöhnlichen universellen Wertes für die Menschheitsgeschichte hatte sich das Land Baden-Württemberg bereits 2009 entschieden, eine Eintragung der Tallandschaften mit den Höhlenfundstellen in die UNESCO-Welterbeliste zu verfolgen. Nach umfangreichen Vorarbeiten wurden sie 2014 im Rahmen eines Evaluierungsverfahrens durch ein internationales Expertengremium auf Platz 1 der deutschen Tentativliste gesetzt. Auf dieser Liste sind die Anträge verzeichnet, die von der Bundesrepublik Deutschland für die Eintragung in die Welterbeliste zur Nominierung vorgesehen sind.

Das 900 Seiten umfassende Antragsdossier wurde vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart in enger Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg erstellt. Anfang 2016 hat die Bundesrepublik Deutschland den Antrag offiziell bei der UNESCO eingereicht. Die Entscheidung über die Einschreibung der Höhlen und ihrer Umgebungslandschaft in die Welterbeliste erfolgte auf der 41. Sitzung des Welterbekomitees der UNESCO, die vom 2. bis 12. Juli 2017 in Krakau stattfindet. Das Welterbekomitee, dem insgesamt 21 Staaten angehören, behandelt in der aktuellen Sitzung 33 Nominierungen aus der ganzen Welt.


 

Artensterben bedroht unsere Lebensgrundlagen

Artensterben bedroht unsere Lebensgrundlagen
(© Regierung BW)

21.06.2017 Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist eine Menschheitsaufgabe. Mit dem fortschreitenden Artensterben riskiert der Mensch nicht weniger als seine Existenzgrundlage. In der aktuellen Debatte im Landtag hielt Ministerpräsident Winfried Kretschmann ein leidenschaftliches Plädoyer für den Artenschutz.

Baden-Württemberg ist ein schönes Land mit einzigartiger Landschaft und wunderschöner Natur. Die Natur- und Kulturlandschaften des Landes sind Lebensraum für schätzungsweise 50.000 Tier- und Pflanzenarten.

Biologische Vielfalt ist echte Menschheitsaufgabe
Weltweit beobachten Naturschützer allerdings seit einigen Jahren einen dramatischen Artenschwund in besorgniserregender Geschwindigkeit. Diese Entwicklung macht auch vor Baden-Württemberg nicht halt: Mittlerweile gelten etwa 40 Prozent der hier wildlebenden Tier- und Pflanzenarten als gefährdet. „Am deutlichsten wird das bei den Insekten. In unseren Gärten, in den Wäldern und auf den Wiesen - dort, wo es normalerweise summt und brummt - zieht Stille ein", so Ministerpräsident Winfried Kretschmann in der aktuellen Landtagsdebatte zum Thema Biodiversität.

Weniger Schmetterlinge, 39 ausgestorbene Wildbienenarten und halb so viele Vögel in Deutschland wie vor 30 Jahren seien der Anfang eines Dominoeffekts mit dramatischen Folgen. Denn mit jeder Pflanze und jedem Tier, das verschwindet, werde die Stabilität und Tragfähigkeit unseres Ökosystems geschwächt. „Wir sägen damit am Ast, auf dem wir sitzen", mahnt Kretschmann. „Denn wir können die Welternährung nicht ohne vielfältige und artenreiche Lebensräume und Artengemeinschaften sicherstellen." Biologische Vielfalt und Artenschutz seien keine grüne Spielwiese, sondern „ein fundamentales Menschheitsthema echte Menschheitsaufgabe", so der Ministerpräsident. Die Landesregierung nehme diese Aufgabe darum sehr ernst. „Das ist eine Mammutaufgabe und die packen wir entschlossen an. Meine Landesregierung hat also ein klares Ziel: ,Wir wollen erhalten, was uns erhält.‘"

Erhalt der Biodiversität ist existenzielle Frage
Neben einer moralischen Verpflichtung, Tier- und Pflanzenarten nicht einfach aussterben zu lassen, sieht Ministerpräsident Kretschmann beim Thema Biodiversität eine existenzielle Frage. „Die biologische Vielfalt ist eine Lebensversicherung für uns und zukünftige Generationen", so Kretschmann. Ohne fruchtbare Böden, ohne die Bestäubung von Pflanzen durch Insekten, ohne den Erhalt der Artenvielfalt sei die Ernährung nicht mehr gesichert und der Mensch würde seine Lebensgrundlage zerstören.

Ökonomische Leistung der Natur enorm
Die Natur erbringt große ökonomische Leistungen für die Gesellschaft, ohne sie in Rechnung zu stellen. Forscher beziffern beispielsweise den Wert der Bestäubungsleistungen von Kulturpflanzen durch Insekten allein in Europa auf über 20 Milliarden Euro. Auch in Hinblick auf den Tourismus ist Naturschutz ökonomisch sinnvoll. In Baden-Württemberg liefert der Tourismus über 330.000 Arbeitsplätze und eine Wertschöpfung von fast zehn Milliarden Euro im Jahr. „Eine intakte, vielfältige und reiche Natur ist durchaus auch ein echter Wirtschaftsfaktor", erklärt der Ministerpräsident. Naturschutz sei aber noch mehr. „Naturschutz ist auch die Pflege unserer Heimat. Und hat damit eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung", führt Kretschmann weiter aus. Naturschutz sei deshalb immer auch Heimatschutz und trage zum Zusammenhalt der Gesellschaft bei.

Zahlreiche Maßnahmen zum Schutz der Natur
Die Landesregierung setzt sich mit zahlreichen Maßnahmen für den Naturschutz ein. Sie investiere aktuell so viel Geld in den Naturschutz wie nie zuvor. Baden-Württemberg habe außerdem die modernste Naturschutzstrategie in Deutschland, zählt Kretschmann auf. „Sie reicht vom Moorschutzprogramm bis zur Pflege der Streuobstwiesen. Wir setzen dieses ehrgeizige Arbeitsprogramm um." Der Nationalpark im Nordschwarzwald sei ein Meilenstein für die Artenvielfalt und dass die UNESCO das Biosphärengebiet Schwarzwald offiziell anerkannt habe, spricht für die hohe Qualität der Maßnahmen des Landes im Bereich des Naturschutzes.

Das Artensterben sei ein stiller und schleichender Prozess, erinnerte Kretschmann, den man nicht immer ohne weiteres bemerke. „Er macht in der Regel keine großen Schlagzeilen." Nur weil es aber nicht in den Schlagzeilen stehe, sei es aber nicht weniger relevant, drängend oder existentiell. „Im Gegenteil: Gelingt es uns nicht wirkungsvoll gegenzusteuern, dann werden unser Planet und unsere Zivilisation nicht mehr die sein, die wir kennen", hob Kretschmann die Dringlichkeit des Handelns hervor.


 

Landesinitiative ''Unser Neckar'' - Kiesbank für die Ilvesheimer Altneckarschleife

Bild: Altneckarschleife
Ilvesheimer Altneckarschleife zwischen Neckarhausen und Mannheim-Seckenheim
(© A. Wolf)

Der naturnahe Landschaftsteil des Unteren Neckars, die Ilvesheimer Altneckarschleife, auch Ilvesheimer Schleife genannt, besitzt noch einen ausgeprägten Prall- und Gleithang. Schotter- und Sandbänke zeugen von der Fließdynamik des Neckars. Die Sedimente sind quartären Ursprungs. Wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere, insbesondere für Vogelarten als Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet.

Karlsruhe 01.06.2017 Die Ilvesheimer Altneckarschleife soll nahe der Seckenheimer Brücke durch eine neue Kiesbank als Lebensraum für Fische und Kleinlebewesen aufgewertet und für die Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Dafür hat das Referat Gewässer und Boden des Regierungspräsidiums Karlsruhe die Vorplanung zur Schaffung von Unterwasserkieslebensräumen vergeben. Im Sommer können die trockenen Bereiche als Zugang zum Altneckar dienen, was die Kiesbänke im angrenzenden Naturschutzgebiet vom hohen Besucherdruck entlasten würde.

Ziel der Vorplanung ist die Erarbeitung eines Konzeptes für die genannte Maßnahme einschließlich der Untersuchung und Bewertung von Varianten auf Grund der vorliegenden fachlichen Anforderungen. Dabei wird auch die Hochwasserstabilität und Hochwasserneutralität berücksichtigt. Hierzu stellt das Land in Vorleistung für die spätere Umsetzung durch Dritte Finanzmittel in Höhe von rund 45.000 Euro im Rahmen der Landesinitiative „Unser Neckar" bereit.

Die Mutterbettstrecke in der Ilvesheimer Neckarschleife ist eine der wenigen Gewässerabschnitte des unteren Neckars, in der das Wasser noch ungestaut fließt. Daher ist dies ein besonderer Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Der Unterlauf des Neckars zwischen Mannheim und Bad Wimpfen weist dagegen vor allem in den Staustufen gewässerökologische Defizite auf. Diese sind unter anderem auf die mangelnde Durchwanderbarkeit für Gewässerorganismen sowie die naturferne Gewässerstruktur des Neckars mit fehlenden Laichmöglichkeiten für Fische und einem Mangel an Jungfischhabitaten zurückzuführen. Die Staustufen verhindern darüber hinaus die natürliche Nachlieferung von Kies in die Altneckarstrecke, der dort als wichtige Lebensgrundlage fehlt.

Die Schaffung von Kieslebensräumen für Laich- und Jungfische durch Schüttung einer Kiesinsel im Uferbereich oberhalb der Seckenheimer Neckarbrücke dient der gewässerökologischen Verbesserung des Neckars. Vor allem strömungsliebende Fische wie Barbe und Nase sollen in den überströmten Bereichen der Kiesbank Lebens- und Fortpflanzungsräume finden. Die Laichzeit der Fische im Altneckar ist im Frühjahr. Daher könnte in der Regel ohne größeren Nutzungskonflikt die oberhalb der Wasserlinie gelegenen trockenen Kiesanteile der Insel als Neckarzugang für die Ilvesheimer Bevölkerung in der warmen Jahreszeit genutzt werden. Mit den Ergebnissen der Vorplanung und einer ungefähren Kostenschätzung für das Vorhaben ist im Herbst des Jahres zu rechnen. Als möglicher Maßnahmenträger für die anschließende Umsetzung des Projektes kommt die Gemeinde Ilvesheim in Betracht. Erste Gespräche mit Vertretern der Kommune und dem Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim wurden bereits geführt. Nach Erarbeitung möglicher Planungsvarianten ist vorgesehen, Umweltverbände und betroffene Akteure am Neckar frühzeitig einzubeziehen.

Ergänzende Informationen

In den vergangenen Jahren war es immer wieder zu Konflikten zwischen dem Naturschutz und Besuchern der Kiesbänke in der Ilvesheimer Altneckarschleife im dortigen Naturschutzgebiet „Altneckarschleife-Neckarplatten" gekommen. Daraufhin fanden auf Initiative des Nachbarschaftsverbandes Heidelberg-Mannheim Gespräche mit Vertretern der Gemeinde Ilvesheim, der Wasser- und Naturschutzbehörden, des WSA-Heidelberg und des „Aktionsbündnisses Unterer Neckar" statt. Im Ergebnis wurde ein gemeinsamer Ansatz gefunden, der vor allem für die Gewässerökologie, aber auch für Naherholung und Naturschutz Vorteile bringt: die Wiederherstellung der durch Hochwässer abgetragenen Kiesbank nahe der Seckenheimer Brücke außerhalb des dortigen Naturschutzgebiets.

Unter dem Titel „Kiesbank Ilvesheim" wurde das gewässerökologische Vorhaben mit Neckarzugang gemeinsam von Regierungspräsidium Karlsruhe und dem Nachbarschaftsverband für das 2007 vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg ins Leben gerufene Landesprojekt „Unser Neckar" zur Vorplanung empfohlen und dort angenommen. Ziel der Landesinitiative „Unser Neckar" ist es, die Akteure am Fluss zu vernetzen, um mit gebündelter Kraft die nachhaltige Entwicklung des Neckars als Lebens- und Erlebnisraum voran zu bringen.

Im Zuge der Vorplanung beginnen in den nächsten Tagen Vorortuntersuchungen und Erhebungen der Grundlagenparameter wie Substratzusammensetzung, Bodensituation, hydraulische Rahmenbedingungen wie Abflüsse und Strömungsgeschwindigkeiten sowie zu den Naturschutzbelangen. Die Berücksichtigung der idealen Wasserstände für den Funktionsraum Kieslaichplatz für Fische und angrenzende Jungfischhabitate ist dabei eine wesentliche Voraussetzung.

Quelle: Regierungspräsidium Karlsruhe


 

Bodenseeufer in Eriskirch ist renaturiert

Bild: Eriskircher Riedweg, Bodensee
Eriskircher Riedweg
(© B. Schmidt)

Unterwegs im Naturschutzgebiet: Auwald-Tafel am Eriskircher Riedweg

18.05.2017 Umweltminister Franz Untersteller: „Die Investition des Landes stärkt die Selbstreinigungskraft des Bodensees und ermöglicht den Bürgerinnen und Bürger ein besonderes Naturerlebnis." Für knapp 800.000 Euro hat das Land als Bauherr auf einer Länge von rund 300 Metern das früher mit Beton und Wasserbausteinen gesicherte Bodenseeufer am Strandbad in Eriskirch naturnah und flach neugestaltet. Umweltminister Franz Untersteller hat die Uferrenaturierung am 18.05. offiziell eingeweiht.

„Der Großteil der Tier- und Pflanzenarten des Bodensees lebt in den flachen Bereichen nahe des Ufers", betonte Umweltminister Untersteller. „Wenn diese Flachwasserzonen intakt sind, leisten sie einen enorm wichtigen Beitrag dazu, dass sich der See quasi von selbst reinigen kann."

Da das gesamte Bodenseeufer von Eriskirch im Naturschutzgebiet „Eriskircher Ried" liege und Grillplatz und Strandbad die einzigen öffentlichen Zugänge zum See darstellten, habe das Land großen Wert daraufgelegt, diese Freizeitnutzungen naturverträglich in die Pläne zu integrieren, sagte der Minister weiter. „Von dem neu erstellten Steg mit Beobachtungsplattform können die Besucherinnen und Besucher den Vögeln in der Bucht zuschauen und den fantastischen Panoramablick auf die Schweizer Alpen genießen. Die Maßnahme kombiniert somit Ökologie mit eindrucksvollem Naturerleben für die Bürgerinnen und Bürger", so Franz Untersteller.

Ergänzende Informationen

Die Maßnahme in Eriskirch ist Teil des Aktionsprogramms „Ufer- und Flachwasserzone am Bodensee" des Umweltministeriums. In den vergangenen rund sechs Jahren wurden hiervon sechs Maßnahmen mit einem Investitionsaufwand von knapp drei Millionen Euro umgesetzt. Hiermit wurde in Baden-Württemberg eine Uferlänge von circa 1,5 Kilometern renaturiert. Für 2017 und 2018 sind weitere Maßnahmen in Überlingen und Kressbronn mit einer Uferlänge von insgesamt 1,5 Kilometern im Bau beziehungsweise geplant.


 

Angewandter Artenschutz bei Stuttgart 21

Bild: Zauneidechse
Zauneidechse (Lacerta agilis), Männchen
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Die Zauneidechse (Lacerta agilis) ist die am weitesten verbreitete euröpäische Reptilienart. Der heutigen großflächigen Verbreitung kamen die im frühen Mittelalter beginnenden landschaftlichen Veränderungen durch den Menschen sehr entgegen. Sowohl die Rodung von Waldflächen als auch die Schaffung und Offenhaltung kleinparzelliger Anbauflächen mit den entsprechenden Saumstrukturen, bewirkten das Vordringen der Art bis in die unmittelbare Nähe des Menschen - so ist möglicherweise auch ihr Name entstanden.

Die Zauneidechse besiedelt mit Vorliebe ein locker bewachsenes, sonnenexponiertes Gelände und ist somit am Rande von Hecken, an Waldrändern und Bahndämmen, an Weg- und Straßenböschungen ebenso wie in naturnahen Gärten oder auf Trockenrasen anzutreffen. Wichtig ist, daß die Lebensräume strukturreich sind und genügend Nahrung bieten. Vor allem kleine Insekten und Spinnen gehören zu ihrer Beute. Die Tiere gehen erst bei einer Körpertemperatur von etwa 38° C auf Nahrungssuche.

Einen großen Teil des Jahres (etwa 5-7 Monate) verbringen Zauneidechsen in der Winterstarre in Unterschlüpfen  z. B. unter Baumwurzeln oder in Mauslöchern.

In Baden-Württemberg ist die Art nicht gefährdet.

09.05.2017 Umweltminister Franz Untersteller hat die Deutsche Bahn dafür gelobt, dass sie heute nach langen und zum Teil schwierigen Verhandlungen mit der Umsiedlung geschützter Zauneidechsen auf einer Stuttgart 21-Baustelle in Oberboihingen bei Esslingen begonnen hat.

„Es ist schön zu sehen", sagte Untersteller, „dass sich die Bahn entschlossen hat, das Artenschutzrecht nicht zu ignorieren und sich an die Gesetze zu halten. Wenn sie den artenschutzrechtlichen Vorgaben in ihrer Planung früher einen angemessenen Stellenwert eingeräumt hätte, wäre es insgesamt vermutlich schneller und billiger gegangen."

Untersteller machte deutlich, dass geschützte Tierarten keine Verhandlungsmasse für Investoren und Konzerne sein dürften. Es gehe vielmehr um den Erhalt eines wesentlichen Teils unseres Naturerbes, das weder ignoriert werden könne noch dürfe. „Ich finde es wichtig, dass wir unseren Kindern und Enkeln die Chance erhalten, seltene Tiere wie die Zauneidechse in der freien Natur entdecken zu können und nicht nur im Zoo hinter einer Scheibe. Deswegen sind das europäische und deutsche Artenschutzrecht so wichtig. Sich daran zu halten ist Verantwortung und Verpflichtung zugleich."

 


 

125 Jahre Landesfischereiverband

Bild: Fischtreppe bei Ladenburg
Fischtreppe am Unteren Neckar (Rhein-Neckar-Kreis)
(© M. Linnenbach)

Fischtreppe am Unteren Neckar bei Ladenburg, Beckenkaskade (Aufn. April 2009). Das Gefälle zwischen den einzelnen Becken beträgt 30 cm.

Im Vergleich zu anderen Fischpässen kann der Ladenburger Fischtreppe eine vergleichsweise gute Funktionalität bescheinigt werden. So stiegen z.B. im Mai 2002 pro Nacht etwa 90 Fische mit Hilfe der Fischtreppe in die nächst höher liegende Gewässerstufe des Unteren Neckars auf. Im November 2009 wurde ein weibliches Exemplar des Atlantischen Lachs (Salmo salar) nachgewiesen.

Die Durchgängigkeit von Fließgewässern für wandernde Fischarten (z.B. Lachs, Aal, Meerforelle, Maifisch) ist ein wichtiges Kriterium zur Beurteilung des Gewässergütezustands in der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie.

28.04.2017 Staatssekretär Andre Baumann: „Ein starker Fürsprecher wie der Landesfischereiverband tut der biologischen Vielfalt im und am Wasser in Baden-Württemberg gut." Am 29.04.17 feierte der Landesfischereiverband Baden-Württemberg e.V. sein 125jähriges Bestehen. Im Vorfeld des Jubiläums sagte Staatssekretär Andre Baumann: „Unsere Flüsse und Seen, die Fische und die biologische Vielfalt im und am Wasser brauchen einen starken Fürsprecher wie den Landesfischereiverband."

Nur mit der Unterstützung gesellschaftlicher Gruppen könne die Landesregierung ihr Ziel möglichst sauberer und naturnaher Gewässer in Baden-Württemberg erreichen, betonte Baumann. „Gemeinsam mit den Fischereivereinen und den Aktiven vor Ort können wir die Flüsse und Seen im Land ökologisch aufwerten und wieder in einen natürlicheren Zustand versetzen. Schritt für Schritt, Bachabschnitt für Bachabschnitt." Dies schaffe Flächen, auf die sich Hochwässer ausbreiten könnten sowie wertvolle Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten.

Staatssekretär Baumann betonte, dass Fische sowohl reines Wasser ohne Schadstoffe und mit ausreichendem Sauerstoff als auch vielfältige Gewässerstrukturen benötigten. So bräuchten beispielsweise Äschen ein kiesiges Gewässerbett und Wanderfische wie Lachs und Aal benötigen durchgängige Gewässer ohne Wanderungshindernisse. „Es ist daher gut, dass die Europäische Union mit ihrer Wasserrahmenrichtlinie eine gute Gewässerqualität fordert. Mit ihrem großen Engagement helfen uns der Landesfischereiverband und seine Mitglieder dabei, dieses Ziel zu erreichen."


 

Neue Förderung für Umwelt- und Naturschutzzentren in freier Trägerschaft

Bild: Federsee, Naturschutzzentrum (Ldkr. Biberach)
NABU Naturschutzzentrum Federsee
(© KIT, Autor: T. Schlachter)

Wichtige Institution vor Ort ist das Naturschutzzentrum Federsee des NABU, dem vom Land die Betreuung des Federseegebiets übertragen wurde. Es wurde 1987 gegründet.  Die Aufgaben des Zentrums werden in einem Betreuungsvertrag zwischen dem Land Baden-Württemberg und dem NABU festgelegt. Mit seinen umfangreichen Angeboten auf dem Gebiet der Umweltbildung lockt das Naturschutzzentrum zunehmend mehr Menschen an den Federsee.

Anschrift:

NABU-Naturschutzzentrum Federsee

Federseeweg 6
88422 Bad Buchau
Tel.: 075 82/15 66
Fax: 0 75 82 /17 78
e-mail: NABU_Federsee@t-online.de

 

21.04.2017 Umweltminister Franz Untersteller: „Wir hoffen, dass unsere Förderung dazu beiträgt, die Zentren zu stärken und noch mehr Menschen für den Umwelt- und Naturschutz zu gewinnen."
Mit bis zu 5.000 Euro unterstützt das Umweltministerium in diesem Jahr die Arbeit von Umwelt- und Naturschutzzentren in freier Trägerschaft. Das Geld kommt Projekten in den Bereichen Bildung, Beratung und Öffentlichkeitsarbeit zugute. Insgesamt stehen im Naturschutzhaushalt dafür 100.000 Euro zur Verfügung.

„Die vielen Zentren leisten wertvolle Arbeit für den Umwelt- und Naturschutz im Land. Wir wollen mit unserer Förderung diese Arbeit sichtbarer machen und mehr Menschen die Chance geben, die Angebote der Umwelt- und Naturschutzzentren auch zu nutzen und sich selbst zu engagieren", sagte Umweltminister Franz Untersteller am 21.04.17 in Stuttgart. Mit der Förderung setzt das Umweltministerium eine Initiative der Regierungsfraktionen um.

Über die Förderfähigkeit eines Projekts entscheiden die Regierungspräsidien im Rahmen ihrer Zuständigkeit. Voraussetzung dafür ist ein Antrag auf Basis der Landschaftspflegerichtlinie (D 3, E 3). 70 Prozent der Projektkosten können erstattet werden, maximal jedoch 5.000 Euro. Sollten die eingereichten Anträge die insgesamt zur Verfügung stehende Fördersumme von 100.000 Euro übersteigen, entscheidet das Los. Vereine und Verbände können Anträge bis zum 16. Juni bei den Regierungspräsidien stellen.


 

30 Jahre Ökomobil in Baden-Württemberg

Bild: Ökomobil in Tübingen
Ökomobil vor dem Tübinger Rathaus
(© LUBW, Autor: M. Theis)

Das "Ökomobil" des Regierungspräsidiums Tübingen informiert vorort die Bevölkerung über Natur und Umwelt Baden-Württembergs. Das erste Ökomobil in Tübingen war 1987 zugleich das erste Umweltmobil in ganz Deutschland.

 

04.04.2017 Staatssekretär Andre Baumann: „Die vier rollenden Naturschutzlabore des Landes haben in den letzten 30 Jahren über 400.000 Interessierte für unsere einzigartige Natur in Baden-Württemberg begeistert."

Das Ökomobil im Regierungsbezirk Tübingen feiert dieses Jahr 30-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass gibt es eine viertägige Jubiläumstour aller vier Ökomobile durch die Regierungsbezirke des Landes. Beim Tour-Auftakt in Tübingen-Bebenhausen sagte Staatssekretär Andre Baumann am 04. April 2017: „Die vier rollenden Naturschutzlabore des Landes begeistern ihre Besucherinnen und Besucher für die Natur. Jung und Alt entdecken beim Blick durchs Mikroskop die Wunder unserer Natur neu. Staunen, Begeisterung und spielerische Wissensvermittlung - das ist der Zauber, der von Ökomobilen ausgeht."

Das erste Ökomobil in Tübingen war 1987 zugleich das erste Umweltmobil in ganz Deutschland. Es folgten die Ökomobile in den Regierungsbezirken Karlsruhe (1989) sowie Stuttgart (1992) und Freiburg (1993). Jedes Jahr organisieren die Ökomobile inzwischen über 500 Veranstaltungen mit über 15.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Baden-Württemberg. „Das Konzept ist einfach, aber noch immer genial: In ein Naturkundemuseum kommen die Kinder, das Ökomobil kommt zu den Kindern. Im Dorfteich wird getummelt und im Ökomobil geforscht", sagte Baumann. „In den letzten 30 Jahren haben die vier Ökomobile zusammen über 12.000 Veranstaltungen mit über 400.000 Besucherinnen und Besuchern absolviert."

Regierungspräsident Klaus Tappeser sagte: „Die Ökomobile leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt. Sie machen die Natur mit all ihren Lebewesen für Kinder und Jugendliche erlebbar. Und nur was man kennt und schätzt, möchte man auch schützen. Ich freue mich daher sehr darüber, dass die Nachfrage nach diesem besonderen Bildungsangebot stetig ansteigt". Weitere Stationen der Jubiläumstour sind Schwäbisch Gmünd (05.04.), Baden-Baden (06.04) und die Wutschmühle in Ewattingen im Landkreis Waldshut (07.04.).

Ergänzende Informationen

Die landeseigenen Fahrzeuge sind LKW (7,5 t) mit einer Länge von 10 Metern. Als „rollendes Naturschutzlabor" besitzen sie eine Innenausstattung aus sechs Tischen, 24 Sitzplätzen, moderne Multimediaausstattung, Binokulare, Mikroskope, Ferngläser, Tierpräparate usw...Die Anschaffungskosten für ein Ökomobil betragen rund 200.000 Euro. Die laufenden Kosten (einschließlich Personalaufwand) betragen für alle vier Ökomobile zusammen jährlich rund 500.000 Euro.


 

Südwesten bei Touristen beliebter denn je

Bild: Hegau von Süden Landschaft
Der Hegau von Süden
(© privat, Autor: K. Rilling)

Vom Fuß des Schiener Bergs kann man die Aussicht auf die drei großen Vulkanberge des Hegaus genießen. In der Bildmitte steht der massige Phonolithschlot des Hohentwiels. Links dahinter der breite Kegel des Hohenstoffeln als Zentrum der Berglandschaft des Hegaus. Den Hohenhewen als höchsten Hegauberg sieht man im Hintergrund rechts. Seine Kuppe besteht wie beim Hohenstoffeln aus Basaltgestein. Links neben dem Hohentwiel der aus Vulkantuff gebildete Rücken des Plören. Der Ort Worblingen liegt auf Schottern und Moränen der Würmeiszeit. Westlich davon, also im Bild rechts gelegen, der bewaldete Hartberg mit Deckentuffen. Im Vordergrund der südliche Teil der Singener Niederung mit der Radolfzeller Aach.

13.02.2017 Noch nie kamen so viele Touristen nach Baden-Württemberg wie 2016. Insgesamt zählte das Statistische Landesamt über 52 Millionen Übernachtungen. Baden-Württemberg kann damit zum sechsten Mal in Folge ein Rekordjahr verzeichnen.

Bei der Frage, wohin es in den Urlaub gehen soll, lautet die Antwort immer öfter „Baden-Württemberg". Zum sechsten Mal in Folge blickt der Tourismus im Land auf ein Rekordjahr zurück. Gegenüber 2015 stieg die Zahl der Übernachtungen um 2,5 Prozent auf jetzt über 52 Millionen. Der für den Tourismus zuständige Minister Guido Wolf freute sich über die guten Zahlen: „Die Erfolgsgeschichte des Tourismus mit ihrem starken Wachstum wird schon anschaulich, wenn wir lediglich zwei Jahre zurückblicken: 2014 hatten wir in Baden-Württemberg noch rund 49 Millionen statistisch erfasste Übernachtungen, 2016 sind es nun schon mehr als 52 Millionen."

Wirtschaftsfaktor und Jobmotor

Der Tourismus ist damit ein weiter bedeutender Wirtschaftsfaktor für Baden-Württemberg. „Wenn Baden-Württemberg nicht nur das Land der Schaffer, sondern auch das Land der Urlauber ist, tut uns das allen gut. Mittlerweile hängen im Land rund 326.000 Arbeitsplätze vom Tourismus ab. Damit ist er ein unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor für das Land", so Minister Wolf weiter. Der größte Anteil am Wachstum stammt von Touristen aus Deutschland. Hier stiegen die Übernachtungen um 3,0 Prozent. Bei Gästen aus dem Ausland betrug das Wachstum dagegen 0,7 Prozent - hier bestehe laut Minister Wolf noch Potential für den Tourismus im Land.

Schwarzwald ist die beliebteste Region

Die beliebteste Ferienregion war auch 2016 wieder mit 21,5 Millionen Übernachtungen der Schwarzwald. Auf Platz zwei folgt mit knapp neun Millionen Übernachtungen das nördliche Baden-Württemberg. Mit knapp 8,6 Millionen Übernachtungen folgt die Region Stuttgart auf Platz drei. Spitzenreiter bei den gestiegenen Übernachtungszahlen war mit knapp neun Prozent der Hegau als kleinstes Reisegebiet des Landes. Der Bodensee sowie die Schwäbische Alb lockten jeweils rund fünf Prozent mehr Gäste an.

Die Landesregierung erhöht 2017 die Mittel für das Tourismusmarketing von 4,3 auf 4,5 Millionen Euro. Das Tourismusinfrastrukturprogramm wächst im aktuellen Haushalt von bisher fünf auf jetzt sieben Millionen Euro.


 

You Tube Kanal der Landesregierung Baden-Württemberg

28.01.2017 - Aktueller Imagefilm der Landesregierung

Imagefilm: In Baden-Württemberg gibt es alles"
(© Land BW)

 

Baden-Württemberg unterstützt heimische Schafhalter

Bild: NSG Elsenzaue-Hollmuthang, Rhein-Neckar-Kreis
Pflegemaßnahme mit Schafen im Naturschutzgebiet Elsenzaue-Hollmuthang
(© M. Linnenbach)

Beweidung mit Hausschafen (Ovis orientalis aries), s. You Tube Video: http://youtu.be/z_gg18Gzx5c

18.01.2017 Die Schäferei hat in Baden-Württemberg eine lange Tradition. Die Landesregierung will sich gemeinsam mit den Schafhaltern im Südwesten den Herausforderungen der Zukunft stellen. Neben einer ausgewogenen Förderpolitik sei vor allem das Kaufverhalten der Konsumenten wichtig für den Erhalt einer leistungsfähigen Schäferei.

„Die Schäferei steht im Land für rund 50.000 Hektar gepflegte Kulturlandschaft und erzeugt hochwertige, authentische und regionale Lebensmittel", sagte die Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Friedlinde Gurr-Hirsch in Wolfegg (Landkreis Ravensburg). Ziel der Landesregierung sei es, sich gemeinsam mit den Schafhaltern im Südwesten den Herausforderungen der Zukunft zu stellen. Neben einer ausgewogenen Förderpolitik sei vor allem das Kaufverhalten der Konsumenten wichtig für den Erhalt einer leistungsfähigen Schäferei.

„Lammfleisch aus Baden-Württemberg hat keine langen Transportwege hinter sich. Es ist frisch und genussreich", erklärte die Staatssekretärin. Der Erfolg beispielsweise des ‚Württemberger Lamms‘ belege, dass immer mehr Menschen hochwertigen und regional erzeugten Lebensmitteln den Vorzug gäben, und auch bereit wären, dafür angemessene Preise zu zahlen. Aufgabe der Politik und der Erzeuger sei es, den Verbrauchern den Zusammenhang zwischen der Produktion hochwertiger Lebensmittel und der Pflege unserer einmaligen Kulturlandschaften immer wieder darzulegen.

„Niedrige Erzeugerpreise für Fleisch und Wolle machen es schwierig, ein ausreichendes Familieneinkommen zu erwirtschaften. Auch steigen die Flächenpachten in ebenen und günstigen Lagen, was die wirtschaftliche Lage vieler Schäfereien zusätzlich verschärft", betonte Gurr-Hirsch. Das Land unterstütze daher die schafhaltenden Betriebe auf vielfältige Weise. Ein direkter finanzieller Ausgleich für gesellschaftliche Leistungen, wie die Pflege und den Erhalt von Naturschutzflächen, Beratungs- und Bildungsangebote sowie die Unterstützung von Forschungs- und Vermarktungsprojekten und der Tierzucht allgemein seien die Bausteine der baden-württembergischen Förderpolitik. „Unser Ziel ist es, unseren Betrieben eine standortsgerechte und individuell maßgeschneiderte Förderung zukommen zu lassen", sagte Staatssekretärin Gurr-Hirsch. Mit dem Agrarumweltprogramm FAKT und der Landschaftspflegerichtlinie LPR hätte man geeignete Instrumente, um dieses Ziel zu erreichen.