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Wasserfall im Schmalegger Tobel (Kreis Ravensburg)
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Bild: Wasserfall im Schmalegger Tobel
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Im Schmalegger Tobel hat sich der Buttenmühlebach durch die quartären, eiszeitlichen Deckschichten bis 50 m tief in den tertiären Sockel eingeschnitten. Ein schmaler Horizont aus härterem Kalksandstein, innerhalb der zu weichem Sandstein verfestigten Zapfensanden der Oberen Süßwassermolasse (= Schichtfolge in der tertiären Molasse der Alpen und des Alpenvorlands) verursacht vorort einen 6 m hohen Wasserfall. Zwei Infotafeln am Wasserfall und am Bach bei der Buttenmühle erläutern dem Besucher die geologischen Zusammenhänge.

Der Schmalegger und Rinkenburger Tobel ist ein Schutzgebiet von europäischer Bedeutung. Die Kernzone des 229 ha großen Gebietes bildet der Bannwald.

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09.02.2016 Analyse der Fachagentur Windenergie an Land mehr

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10.02.2016 LUBW veröffentlicht gravimetrische Feinstaubwerte für die Zeit des Feinstaub-Ala… mehr

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Pressemitteilungen des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Pressemitteilungen der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg

LGRB-Nachrichten

Seespiegel-Archiv: Gesamtindex

 
 

Willkommen beim Themenpark Umwelt

Bild: Gold-Krokus
Gold-Krokus (Crocus flavus subsp. flavus) in der Frühlingssonne
(© M. Linnenbach)

Das Internetportal Themenpark Umwelt ist Teil des Umweltinformationssystems Baden-Württemberg (UIS BW). Konzipiert und entwickelt von der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB), Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und dem Regierungspräsidium Karlsruhe.

Mit einem Informationsangebot von derzeit ca. 3.000 Internetseiten möchte der Themenpark der interessierten Öffentlichkeit die Bedeutung der Umwelt in allgemein verständlicher aber fachlich fundierter Form aufzeigen. Die Internetpräsentation soll zwischen Mensch und Natur vermitteln, nicht zuletzt weil Natur und Landschaft durch ihre Ausprägung, Schönheit und Vielfalt grundlegende Sozialfunktionen erfüllen. Es lohnt sich also hineinzuschauen. Zur Orientierung werden die verschiedenen Zugänge hier kurz vorgestellt:

Der Zugang Unsere Umwelt präsentiert das Inventar an Bodenlandschaften, Geotopen, Mooren, Schutzgebieten sowie das BodenseeWeb.

In den Umweltthemen werden umweltpolitische Fragen zu Abfall als Ressource, Biologischer Vielfalt, Bodenschutz, Klimaschutz und Umweltbildung behandelt und beispielhafte Aktionen wie das Natura-TV präsentiert.

Die Umweltbeobachtung informiert über die Messnetze der landesweiten Bodendauerbeobachtung und über den Landschaftswandel in Baden-Württemberg.

Der Zugang Umwelt erleben führt zu Umwelterlebnisgebieten in Stadt- und Landkreisen. Auch Einrichtungen mit umweltgerechten Freizeitangeboten wie Naturschutzzentren, Freilichtmuseen und Lehrpfade werden hier gezeigt.

Aktuelle Themen


 

Natur wieder Natur sein lassen

Bild: Binnendüne Hirschacker
Binnendüne Hirschacker (Rhein-Neckar-Kreis)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Postglazial entstandene Binnendüne bei Mannheim-Friedrichsfeld mit offenen Flugsandflächen, gesäumt von Heidekraut und lückigem Baumbestand.

 02.02.2016 Mit dem ehemaligen Standortübungsplatz in Schwetzingen-Hirschacker (Rhein-Neckar-Kreis) wird eine weitere Fläche des Nationalen Naturerbes dauerhaft dem Naturschutz gewidmet. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als Eigentümerin der Flächen hat unter Beteiligung des Landes Baden-Württemberg und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) das frühere Militärgebiet offiziell der NABU-Stiftung „Nationales Naturerbe" übertragen.

„Es freut mich ganz besonders, dass der ehemalige Standortübungsplatz der NABU-Stiftung ‚Nationales Naturerbe‘ übertragen werden konnte. Die Dünenwälder sind damit in guter Hand und kommen ab sofort ausschließlich dem Naturschutz zu Gute. Die Erhaltung der Biodiversität ist von unschätzbarem Wert für die Sicherung unserer Lebensgrundlagen - hierfür braucht es auch Refugien für Tiere und Pflanzen", sagte Naturschutzminister Alexander Bonde anlässlich der erfolgreichen Übertragung.

„Nach dem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen wird diese naturschutzwichtige Fläche mit Brief und Siegel als Nationales Naturerbe und damit dem Naturschutz zur Verfügung gestellt", teilte Ministerialdirektor Rolf Schumacher im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft nach Unterzeichnung der Übertragungsvereinbarung mit. „Zusammen haben wir erreicht, dass die Liegenschaft Schwetzingen-Hirschacker dauerhaft für den Naturschutz gesichert wird", so Schumacher.

Der „Hirschackerwald" in Schwetzingen im Rhein-Neckar-Kreis ist bereits Teil eines Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiets sowie des FFH-Gebiets "Sandgebiete zwischen Mannheim und Sandhausen" „Mit der Übernahme des Hirschackerwalds durch die NABU-Stiftung ‚Nationales Naturerbe‘ kann das einmalige Dünengebiet noch besser für den Naturschutz entwickelt werden. Bund, Land sowie Stiftungen und Naturschutzverbände mit ihren vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern im Naturschutz haben für den Schutz der Biodiversität erfolgreich zusammengearbeitet. Ich danke allen Beteiligten herzlich für ihr Engagement", sagte Minister Bonde. „Dass die ehemalige Militärfläche in Schwetzingen als Nationales Naturerbe bestens geschützt wird, ist ein gelungenes Beispiel für eine naturschutzfreundliche Konversion," so Bonde abschließend.

Die Koalitionspartner der 16. Legislaturperiode hatten im Jahr 2005 vereinbart, ehemals militärisch genutzte Naturschutzflächen des Bundes in einer Größenordnung von bis zu 125.000 Hektar zur dauerhaften Sicherung des Nationalen Naturerbes unentgeltlich an die Länder, an die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) oder an Naturschutzorganisationen zu übertragen. Die Übertragung erfolgte in bisher zwei Tranchen.

In Baden-Württemberg sind bei der ersten Tranche drei Liegenschaften von der BImA auf das Land (Sandweier, Offenburg-Durbach und Waldstetten) und zwei weitere auf die NABU-Stiftung „Nationales Naturerbe" (Iffezheim und Lahr-Langenhard) übertragen worden.

Die Übertragungsfläche „Schwetzingen-Hirschacker" mit rund 118 Hektar aus der zweiten Tranche wurde nach naturschutzfachlichen Kriterien vom Land Baden-Württemberg, dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) identifiziert und vom Bundesumweltministerium (BMUB) in das Naturschutzprojekt des Nationalen Naturerbes aufgenommen. Für die Fläche gelten höchste Naturschutz-Anforderungen. Beispielsweise sollen in Schwetzingen Heidelandschaften erhalten werden, da sie Lebensraum für seltene Pflanzen und eine große Zahl bedrohter Tierarten sind. Das Land Baden-Württemberg entschied, diese Fläche an die NABU-Stiftung „Nationales Naturerbe‟ zu übertragen, die seit über 100 Jahren naturschutzfachlich wertvolle Flächen bewahrt und pflegt. Unter dem Motto „Natur wieder Natur sein lassen" erwirbt und erhält die NABU-Stiftung solche Flächen und schafft einzigartige Naturparadiese. Die Naturerbe-Fläche bietet den Menschen vor Ort die Gelegenheit für Naturerleben und Erholung. Die NABU-Stiftung „Nationales Naturerbe" möchte die Fläche in Schwetzingen für Besucherinnen und Besucher öffnen und zugleich sensible Naturbereiche vor Störungen bewahren.

Im Juni 2015 hat der Haushaltsauschuss des Deutschen Bundestages die dritte Tranche des „Nationalen Naturerbes" mit rund 31.000 Hektar beschlossen. Die BImA ist alleinige Flächengeberin. Auch hier ist das Land Baden-Württemberg mit der Liegenschaft „Reisberg/Waldheide, Krampf‟ (Landkreis Heilbronn) vertreten.

Naturerbefläche Schwetzingen-Hirschacker
Die Naturerbefläche „Hirschackerwald‟ liegt im Norden der Großen Kreisstadt Schwetzingen und umfasst rund 118 Hektar. Das Gebiet ist ein kombiniertes Natur- und Landschaftsschutzgebiet und als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet ausgewiesen. Derzeit wird eine Erweiterung des Naturschutzgebiets geprüft. Nach dem Zweiten Weltkrieg verblieb das Gebiet im Bundeseigentum und wurde als Standortübungsplatz der US-Army genutzt. Die Offenland-Flächen in den Dünen- und Sandgebieten mit ihren besonderen Pflanzengesellschaften werden in Anlehnung an die frühere traditionelle Nutzung bewirtschaftet oder gepflegt, vorrangig in Form von Beweidung. Seit über zehn Jahren arbeiten die staatliche Naturschutzverwaltung, die BImA und der NABU an der Pflege und Entwicklung der Dünenlebensräume.


 

45 Jahre Ramsar Konvention

 
Bild: Ramsar Logo
Ramsar Logo
(© public domain)

International Convention on Wetlands of International Importance especially as Waterfowl Habitat.

 
Bild: Wollmatinger Ried, Moor, Ramsar
Naturschutzgebiet Wollmatinger Ried (Ldkr. Konstanz)
(© LUBW, Autor: M. Witschel)

Das Naturschutzgebiet "Wollmatinger Ried, Giehrenmoos und Dreifußwiesen" - so der amtliche Name - ist eines der wertvollsten Schutzgebiete am Bodensee. Die erste Unterschutzstellung reicht bis in das Jahr 1930 zurück. Die internationale Bedeutung wurde 1968 durch die Verleihung des Europadiploms der EU gewürdigt. Inwischen zählt die Fläche auch zur Gebietskulisse der global agierenden Ramsar-Konvention.

Am 02 Februar 2016 beging die Ramsar Konvention ihren 45. Geburtstag als die älteste globale Naturschutzkonvention mit derzeit 160 Mitgliedstaaten weltweit. Der Name der Konvention geht zurück auf die iranische Stadt Ramsar, in der 1971 das internationale Abkommen beschlossen wurde. Deutschland unterzeichnete die Konvention 1976. Sie ist ein völkerrechtlicher Vertrag, deren Ausarbeitung ursprünglich von der UNESCO angestoßen wurde.

Das Abkommen verpflichtet die Beitrittsstaaten, geeignete Maßnahmen zu unternehmen, die Biodiversität in ausgewiesenen Schutzgebieten zu erhalten. Dort wird aber kein totales Nutzungsverbot angestrebt sondern der Grundsatz der nachhaltigen, ökologisch ausgewogenen Nutzung (z.B. durch Tourismus). Ein eigenes Büro, dasInternationale Ramsar-Sekretariat in Gland, am Genfersee, dient der Überwachung der Umsetzung der Konvention und ihrer Weiterentwicklung.

Deutschland hat bislang 35 Ramsar-Gebiete benannt. In Baden-Württemberg sind derzeit drei Ramsar-Gebiete ausgewiesen:

  • NSG Wollmatinger Ried (767 ha)
  • NSG Mindelsee (459 ha)
  • sowie seit August 2008 das grenzübergreifende Ramsar-Gebiet "Oberrhein - Rhin supérieur" (Anteil Baden-Württemberg 25.117 ha, Anteil Elsaß 22.413 ha).

 

Zwei Millionen Euro für ein Verkehrskonzept in der Nationalparkregion

Bild: Bodenexkursion 2006
Verkehrswege im Schwarzwald
(© KIT, Autor: C. Greceanu)

 27.01.16 Die Landesregierung wird die Erarbeitung eines Verkehrskonzepts für die Nationalparkregion finanziell und personell unterstützen. Dabei soll die Region wie bisher eng in die konzeptionelle Arbeit eingebunden werden. Das teilten Naturschutzminister Alexander Bonde und Verkehrsminister Winfried Hermann mit.

„Das Land stellt der Nationalpark-Region zwei Millionen Euro zur Verfügung, um ein Verkehrskonzept zu erstellen. Dazu gehören auch digitale Angebote für Besucherinnen und Besucher im Nordschwarzwald. Ziel ist es, die verkehrlichen Herausforderungen rund um den Nationalpark Schwarzwald im Sinne der Region bestmöglich zu lösen", sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde. Der engagierten gemeinsamen Arbeit von Land und Region sei es zu verdanken, dass zwei Jahre nach Einrichtung des Nationalparks Schwarzwald die Besucherzahl bereits deutlich angestiegen sei.

Winfried Hermann, Minister für Verkehr und Infrastruktur, ergänzte: „Das steigende Besucheraufkommen wird von uns allen begrüßt, führt aber besonders im Bereich Verkehr auch zu großen Herausforderungen. Deshalb soll auch in meinem Haus eine Projektstelle eingerichtet werden, die die Erstellung dieses Verkehrskonzeptes koordinieren wird." Beide Minister lobten ausdrücklich die bisherige enge Zusammenarbeit mit der Region auch in dieser Frage und betonten, dass auch der weitere Prozess unter enger Einbindung der Region erfolgen werde.

Die bewährt gute Zusammenarbeit zwischen Land und Region biete die Chance, ein Konzept mit umfassenden, innovativen und nachhaltigen, digitalen Verkehrslösungen zu erarbeiten, das gleichermaßen den Öffentlichen Personennahverkehr stärke, den Individualverkehr lenke, die Belange des Natur- und Umweltschutzes bestmöglich einbeziehe sowie touristische Ansprüche und Anforderungen der regionalen Bevölkerung berücksichtige. „Wir wollen die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen, um zeitgemäße und nachhaltige Mobilitätsangebote anzubieten", so Bonde und Hermann. Minister Hermann weiter: „Nicht nur die Besucherinnen und Besucher des Nationalparks, sondern auch die Bewohnerinnen und Bewohner der Region sollen in ihrem Alltag einen Mobilitätsnutzen haben."

 


 

Biosphärengebiet Schwarzwald startet am 1. Februar

 
Bild: Blick auf den Belchen
Blick auf den Belchen im Südschwarzwald
(© Land BW)
 
Bild: TP_BGL1_087 Blick über den Schluchsee nach Südosten
Blick über den Schluchsee nach Südosten
(© LGRB, Autor: K. Rilling)

Wie der Titisee liegt der Schluchsee in einem großen, vom Gletscher ausgeschürften Becken. Allerdings ist der See in seiner heutigen Ausdehnung durch den künstlichen Aufstau der Schwarza entstanden. Der Seespiegel des ursprünglichen viel kleineren Gewässers lag ursprünglich ca. 30 m tiefer. Der Stausee gehört zum Schluchseewerk und bildet das Oberbecken des Pumspeicherkraftwerks Häusern. Darüber hinaus spielt er eine wichtige Rolle als Urlaubs- und Naherholungsgebiet.

 04.01.2016 Mit der Unterzeichnung der Verordnung und dem Hissen der Fahne durch Naturschutzminister Alexander Bonde in Bernau ist der Weg nun frei für den Start des zweiten Biosphärengebiets in Baden-Württemberg. Nach der Veröffentlichung der Verordnung im Gesetzblatt wird das Biosphärengebiet Schwarzwald zum 1. Februar eingerichtet.

„Baden-Württemberg ist stolz auf die tolle Entwicklung des Biosphärengebiets Schwäbische Alb. Ich freue mich sehr darüber, dass sich 29 Gemeinden im Südschwarzwald nun entschlossen haben, die Chance zu ergreifen und Teil des Biosphärengebiets Schwarzwalds zu werden. Sie machen sich nun gemeinsam mit dem Land auf den Weg, ein ambitioniertes Regionalentwicklungs- und Naturschutzprojekt mit Leben zu füllen. Am Ende wird eine spannende Modellregion entstehen, die Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus kraftvoll verbindet und für alle einen Mehrwert schafft", sagte Naturschutzminister Bonde bei der feierlichen Unterzeichnung der Verordnung über das Biosphärengebiet Schwarzwald in Bernau (Landkreis Waldshut). Bonde dankte allen Beteiligten für deren großes Engagement und Unterstützung auf dem arbeitsreichen, aber erfolgreichen Weg zum Biosphärengebiet Schwarzwald.

Motor Regionalentwicklung - Gemeinden gestalten ihre Zukunft

„Ich bin davon überzeugt, dass unser Biosphärengebiet Schwarzwald ein voller Erfolg werden wird - sei es aus wirtschaftlicher, touristischer, sozialer, kultureller oder naturschutzfachlicher Sicht", betonte der Minister. Für alle Beteiligten entstehe eine Win-win-Situation. So gewinne beispielsweise die Landwirtschaft und mit ihr die vielen kleinen, familiengeführten Betriebe eine zusätzliche Wertschöpfungsperspektive. Touristische Angebote würden stärker vernetzt. Landschaftlich biete der Südschwarzwald eine einzigartige Kulturlandschaft, die insbesondere mit ihren Allmendweiden ein Alleinstellungsmerkmal vorzuweisen habe. Aber auch die naturnahen Bergbäche, Moore und Felsen, Seen und Teiche sowie die standörtlich und nutzungsbedingt unter-schiedlichen Wälder prägten diese Landschaft in besonderer Weise und stünden nun unter einem besonderen Schutz. „Der südliche Schwarzwald ist geradezu prädestiniert für ein Biosphärengebiet", unterstrich Bonde.

„Heute wissen wir, wer für die nächsten zehn Jahre beim Biosphärengebiet Schwarzwald dabei ist. Ich bin mir sicher, dass die beteiligten Gemeinden von der Strahlkraft des Gebiets enorm profitieren werden. Als Präsidentin des für mich schönsten Regierungsbezirks setze ich mich dafür ein, dass der Region eine besondere Bedeutung zuteil wird. Ich bin stolz darauf, dass sie sich nun aufgemacht hat, ihre Zukunft zu gestalten", sagte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer.

Das Biosphärengebiet gebe den Rahmen für die Regionalentwicklung und sei Impulsgeber, so Minister Bonde weiter. Entscheidend sei nun, was die Menschen in der Region daraus machten. „Ich bin gespannt auf den Ideenprozess in der Region. Schon heute spüren wir eine große Motivation bei allen Beteiligten. Gemeinsam wer-den wir nun ein gutes Stück Naturschutz und Regionalentwicklung im Südschwarzwald angehen", sagte der Minister abschließend.

Kommunen im Biosphärengebiet

Folgende 29 Kommunen haben sich dafür entschieden, beim Start des Biosphärengebiets Schwarzwald dabei zu sein:

Landkreis Lörrach: Aitern, Böllen, Fröhnd, Hausen im Wiesental, Häg-Ehrsberg, Kleines Wiesental, Schönau im Schwarzwald, Schönenberg, Schopfheim, Todtnau, Tunau, Utzenfeld, Wembach, Wieden, Zell im Wiesental
Landkreis Waldshut: Albbruck, Bernau, Dachsberg, Höchenschwand, Häusern, Ibach, St. Blasien, Ühlingen-Birkendorf, Wehr
Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald: Hinterzarten, Horben, Oberried, Schluchsee
Stadt Freiburg im Breisgau
Des Weiteren umfasst das Biosphärengebiet Schwarzwald einen Teil der Gemarkung der Gemeinde Weilheim.

Mit den 29 am Biosphärengebiet Schwarzwald beteiligten Gemeinden umfasst dieses nun eine Gebietskulisse von 63.236 Hektar.

Ein Biosphärengebiet ist eine Modellregion für nachhaltige Entwicklung, die auch von der UNESCO mit einem besonderen Zertifikat ausgestattet wird. Das Land hat bereits im Vorfeld zugesagt, dass es sich in umfangreicher Weise finanziell engagieren will. Die ersten drei Jahre übernimmt das Land Baden-Württemberg die Kosten vollständig. Danach trägt das Land 70 Prozent der Kosten, 30 Prozent übernehmen die Gemeinden mit Unterstützung der Landkreise.

In der nächsten Zeit wird ein Startteam in der zunächst provisorischen Geschäftsstelle in einem zur Verfügung stehenden Gebäude in Schönau seine Arbeit aufnehmen. Die Stelle des Geschäftsführers sowie Stellen für die Bereiche

  • Naturschutz und Landschaftspflege
  • Landnutzung (Schwerpunkt Landwirtschaft)
  • Wirtschaft, Tourismus, Regionalentwicklung und Regionalvermarktung
  • Bildung, Kultur, Gesellschaft und Soziales

sind derzeit beim Regierungspräsidium Freiburg ausgeschrieben. Die Ausschreibungen sind auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Freiburg abrufbar.

Was ist was? Nationalpark und Biosphärengebiet

Gemeinsam ist beiden Gebieten das Ziel des Tier- und Naturschutzes. Während sich die Natur in einem Nationalpark ohne direkte Beeinflussung durch den Menschen entwickeln soll, steht im Biosphärengebiet die traditionelle, vom Menschen geschaffene und gepflegte Kulturlandschaft im Fokus. Das Miteinander von Mensch und Natur ist der Schwerpunkt im Biosphärengebiet. Im Nationalpark sind 75 Prozent der Gesamtfläche einer Nutzung entzogen, im Biosphärengebiet lediglich 3 Prozent.

Biosphärengebiete umfassen nach § 25 Bundesnaturschutzgesetz großräumige Kul-turlandschaften mit charakteristischer und reicher Naturausstattung, die zu erhalten, zu fördern und zu entwickeln sind. Biosphärengebiete sind Modellregionen, in denen aufgezeigt wird, wie sich Aktivitäten im Bereich der Wirtschaft, der Siedlungstätigkeit und des Tourismus zusammen mit den Belangen von Natur und Landwirtschaft gemeinsam innovativ fortentwickeln können.


 

Winterfütterung der Vögel

 
Bild: Winterfütterung heimischer Singvögel
Blaumeise (Parus caeruleus) am Futterhäuschen
(© W. Detemple)

Blaumeisen kommen häufig in der Nähe des Menschen vor. Generell ist die Blaumeise ein Vogel des Flachlands, im Gebirge konzentrieren sich die Vorkommen weitgehend auf die Täler.

 
Bild: Rotkehlchen im Winter
Rotkehlchen (Erithacus rubecula)
(© M. Linnenbach)

Das Rotkehlchen (Erithacus rubecula) aus der Familie der Fliegenschnäpper. Es ernährt sich hauptsächlich von kleinen Insekten, kleinen Spinnen und Würmern. Im Winter nimmt es ergänzend auch Früchte und kleinere, dünnschalige Samen zu sich (sog. Weichfutter).

 
Bild: Dompfaff (2)
Dompfaff (Pyrrhula pyrrhula) - Männchen
(© privat, Autor: C. Ritter)

Der Dompfaff (Pyrrhula pyrrhula) wird im Volksmund auch als Gimpel angesprochen.

 
Bild: Kleiber (Sitta europaea)
Kleiber (Sitta europaea), Winterfütterung
(© M. Linnenbach)

Kleiber (Sitta europaea) - Vogel des Jahres 2006.
Im Winterhalbjahr nehmen Kleiber hauptsächlich Baumsamen, wie Bucheckern und Haselnüsse, zu sich.. Durch kräftiges Hämmern mit dem Schnabel werden Samen und Früchte geöffnet.  Dadurch kann sich auch mal die Schnabelspitze verformen, wie bei diesem Vogel.

 
Bild: Buchfink
Buchfink (Fringilla coelebs), Männchen
(© privat, Autor: C. Ritter)

Der Buchfink (Fringilla coelebs) ernährt sich überwiegend von Samen aller Art. Sein bevorzugter Lebensraum sind lichte Laub- und Mischwälder. Nur in strengen Wintern verläßt er den Schutz der Wälder und dringt in den besiedelten Bereich in Haus- und Naturgärten vor, um dort auf Nahrungssuche zu gehen.

Das Männchen trägt ein blaugraues Gefieder an Kopf und Nacken, die Unterseite ist braunrot gefärbt. Das Weibchen ist auf der Oberseite grünlich-braun, auf der Unterseite heller grau-braun, der Schnabel des Weibchens ist hellbraun.

 
Bild: Distelfink (Stieglitz)
Stieglitz (Carduelis carduelis), Vogel des Jahres 2016
(© C. Ritter)

Stieglitz (Carduelis carduelis) auch Distelfinf genannt. Der attraktiv gefärbte Vogel ist an Waldrändern, in Streuobstwiesen, in Feldgehölzen, in Heckenlandschaften und an Flussufern zu finden. Wenn Ruderalstandorte vorhanden sind, sucht er auch Kiesgruben, alte Gärten, Friedhöfe, Weinberge, Alleen und Parkflächen auf.

Stieglitze ernähren sich von halbreifen und reifen Samen von Stauden, Disteln und Gehölzen. Auch der wissenschaftliche Name "Carduelis" leitet sich von dem  lateinischen Begriff  "carduus = kratzig, Distel", seiner Lieblingsspeise, ab.

 
Bild: Kohlmeise
Kohlmeise (Parus major) am Meisenknödel
(© W. Detemple)

Kohlmeisen zählen zu den sog. Mischköstlern. Sie bevorzugen sowohl Weich- als auch Körnerfutter.

 
Bild: Weidenmeise
Weidenmeise (Poecile montana)
(© Autor: T. Dove)

Die Weidenmeise oder auch Mönchsmeise (Poecile montana, früher Parus montanus) genannt. Die Art brütet in Mischwäldern, Erlenbrüchen und anmoorige Flächen mit Weidenbeständen. Sie bevorzugt allgemein feuchte Gebiete mit morschen Gehölzen. Hier zimmert der Vogel oft eigene Bruthöhlen im Stamm abgestorbener Bäume.


Gefährdung

Rote Liste Baden-Württemberg Kategorie V - Vorwarnliste

Literatur:

Hölzinger, J., Bauer, H.-G., Berthold, P., Boschert, M. & Mahler, U.(2008): Rote Liste und kommentiertes Verzeichnis der Brutvogelarten Baden-Württembergs. Naturschutz-Praxis, Artenschutz 11.

 

 

 
Bild: Kernbeißer
Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes), Weibchen
(© Bernd Flicker)

Der Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) bevorzugt Laub- und Mischwälder sowie Streuobstwiesen oder Feldgehölze. Im Wald besiedelt er vor allem Iichte, hochstämmige Laubholzbestände. Optimale Biotope stellen Eichen-Ulmen-, Eichen-Hainbuchen und auch Eichen-Rotbuchen-Wälder dar. Gerne werden auch Obstwiesen in Waldnähe besiedelt. In Nadelwäldern dagegen kommt die Art nur selten vor. Die Hauptnahrung besteht, wie der kräftige Schnabel anzeigt, aus hartschaligen Samen und Nüssen. Auch hart gepanzerte Käfer werden häufig verzehrt.

In weiten Kreisen der Bevölkerung wird die Winterfütterung der Singvögel neben dem Aufhängen von Nistkästen als wichtiger Beitrag zum Vogelschutz betrachtet. 51% der Bundesbürger füttern Vögel gelegentlich, 28% sogar regelmäßig. Winterfütterung fördert zudem auch die Beziehungen der Menschen zur Natur und bietet eine Möglichkeit mit wildlebenden Tieren in Kontakt zu treten, sie kennen zu lernen und ihre Verhaltensweisen zu beobachten. Die pädagogische Wirkung der Winterfütterung auf Kinder durch Förderung des Verantwortungsbewusstseins gegenüber der einheimischen Tierwelt ist ebenso hoch einzuschätzen wie ihre beschäftigungstherapeutische Bedeutung.

Die Winterfütterung kann für einige Vogelarten ein Ausgleich für das im Winterhalbjahr eingeschränkte natürliche Nahrungsangebot sein. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung vermag die Winterfütterung zu zwei wichtigen Belangen des Vogelschutzes keinen wesentlichen Beitrag zu leisten: dem Artenschutz und der Hebung der Vogelbestände. Bei den von der Winterfütterung erreichten Arten handelt es sich fast durchweg um ausgesprochen häufige Arten, die nicht in ihrem Bestand bedroht sind.

Gerade weil Standvögel, die nicht wegziehen, dem Winter als hartem Selektionsfaktor ausgesetzt sind, liegt ihre Vermehrungsrate im Allgemeinen höher als bei den Zugvögeln. Hohe Winterverluste sind bei ihnen also »programmiert«. Die meisten Standvogelarten brüten in der Regel wenigstens zweimal, nicht selten auch dreimal (Grünfink, Goldammer, Amsel) oder gar viermal (Haussperling) im Jahr. Auch sind die Gelege relativ groß. Sie können beispielsweise bei Kohl- und Blaumeise bis zu einem Dutzend Eier umfassen. Dagegen haben die meisten einheimischen Zugvögel nur eine Brut im Jahr mit Gelegegrößen von durchschnittlich vier bis fünf Eiern. Bei geringer Wintersterblichkeit reagieren die Standvögel auf die damit verbundene erhöhte Bestandsdichte in der darauffolgenden Brutperiode mit geringeren Gelegegrößen.

Was ist bei der Winterfütterung zu beachten

Ein zu reichliches Futterangebot bei milden Wetterlagen im Winter bewirkt, dass der natürliche Ausleseprozess (Selektion) herabgesenkt wird. Auch suchen die Vögel nicht mehr so intensiv nach ihrem natürlichen Futter wie Wildkrautsämereien, Insekten oder Kleintiere.

Ungeeignetes Futter kann zu schweren Erkrankungen des Verdauungssystems führen, die auch tödlich ausgehen können. Insbesondere durch mangelnde Hygiene an den Futterstellen kann es zum Ausbruch von Seuchen kommen. Daran gehen nicht selten mehr Vögel zugrunde als an Hunger und strenger Kälte.

Grundsätzlich soll nur während der Wintermonate - etwa zwischen Anfang November und Mitte März - gefüttert werden und auch dann nur bei ausgesprochen strengen Wetterlagen, das heißt  bei Tagestemperaturen unter -5°C oder wenn durch Glatteis, Raureif oder Schnee die Vögel stark bei ihrer Nahrungssuche behindert werden.

Es ist günstig, die Tiers bereits im Spätherbst, vor dem Einsetzen des winterlichen Wetters, durch kleine Futtergaben an die Futterstelle zu gewöhnen. Bei übermäßiger Fütterung bei milden Wetterlagen begünstigt man die Seuchenverbreitung unter den Vögeln. Besonders ungünstig ist es, wenn die Fütterung bis in die Frühlingsmonate hinein ausgedehnt oder gar das ganze Jahr über stattfindet. Dann füttern die Vögel auch ihren Nachwuchs mit dem angebotenen Futter. Da jedoch bei den meisten Singvogelarten die Jungen für ihr Wachstum unbedingt tierisches Eiweiß benötigen und von den Elterntieren überwiegend oder ausschließlich mit Insekten, deren Larven und Puppen, Spinnen, Würmern und dergleichen gefüttert werden müssen, kann es dadurch zu schweren, oft tödlich endenden Entwicklungsschäden kommen.

Es sollte nach Möglichkeit frühmorgens und nachmittags, etwa zwei Stunden vor der einbrechenden Dämmerung, gefüttert werden. So haben die Tiere die Möglichkeit, sich vor Einbruch der langen Winternacht, die in Mitteleuropa bis zu 15 Stunden dauern kann, nochmals satt zu fressen.

Vogelarten bei der Fütterung

Die Vogelarten, die sich im Winter an den Futterstellen einfinden, lassen sich nach ihrer Ernährungsweise in zwei große Gruppen unterteilen: Körnerfresser und Weichfresser.

Bei Körnerfressern machen hartschalige Sämereien und Nüsse zumindest einen großen, oft sogar den überwiegenden Bestandteil der Nahrung aus. Typische Vertreter sind vor allem die Finkenvögel, Ammern und Sperlinge, deren kurze, dicke Schnäbel schon auf ihre Ernährungsweise als spezialisierte Samenknacker hindeuten. Doch auch Meisen, Kleiber und Spechte sind in der Lage, mit ihren harten Pfriemschnäbeln dickschalige Samenkörner aufzusprengen. Deshalb werden sie ebenfalls zu den Körnerfressern gezählt. Allerdings ernähren sich diese Vögel zumindest während der warmen Jahreshälfte überwiegend von Insekten. Ebenso werden Buchfink, Bergfink, Grünfink, Erlenzeisig, Stieglitz und Birkenzeisig zu den Samenknackern gezählt.

Körnerfuttergemische bestehen zu zwei Dritteln aus Sonnenblumenkernen, der Rest überwiegend aus Hanfkörnern. Beide Samenarten werden wegen ihres hohen Ölgehaltes von der überwiegenden Mehrzahl der körnerfressenden Vogelarten gerne angenommen. Je reichhaltiger das Futtergemisch, desto besser entspricht es den unterschiedlichen Geschmacksrichtungen der einzelnen Vogelarten. So bevorzugen beispielsweise Buch- und besonders Bergfinken Bucheckern, Dompfaffen die Samen von Ahorn, Esche, Großen Ampfer und Waldgeißbart, Goldammern mögen mehlhaltige Sämereien - vor allem Hafer, feinschnäblige Finkenarten wie Stieglitz oder Zeisig hingegen lieben feinkörnige Sämereien wie zum Beispiel Hirse, Mohn, Sommerrüben, Korbblütlersamen, Birken- und Erlensamen. Besondere Nahrungsspezialisten wie der extrem dickschnäblige Kernbeißer, aber auch Spechte, vermögen selbst Kirsch- und Pflaumenkerne aufzusprengen. Als besondere Leckerbissen für viele körnerfressende Vogelarten - vor allem für Meisen - gelten Walnussstücke und Piniensamen.

Einige der genannten Sämereien sind in käuflichen Waldvogelfuttermischungen enthalten. Ein gutes Waldvogelfuttergemisch ist im Normalfall völlig ausreichend. Viele Wildsämereien und Beeren kann man im Herbst auch selbst sammeln. Sonnenblumen lassen sich leicht heranziehen.

Im Fettfutter sind die Körner und Sämereien mit Rinder- oder Hammeltalg zu einer kompakten Masse vermischt, die sich speziell für Meisen, Kleiber und Spechte eignet. Bei den im Handel erhältlichen Fettfuttermischungen sollte man darauf achten, dass die Ware nicht überaltert ist, denn das darin befindliche Talggemisch wird mit der Zeit ranzig und unbekömmlich.

Zu den Weichfressern gehören sehr unterschiedliche Singvogelarten, deren Nahrung aus feinen Sämereien und vor allem tierischer Kost besteht. Nur wenige Arten, wie Amsel, Rotkehlchen und Star, sind häufige und regelmäßige Besucher der Futterstellen, vor allem in Stadtgebieten. Die meisten Arten kommen mehr oder weniger sporadisch und sind nur in oder nahe bei Waldgebieten zu erwarten, wie der Zaunkönig oder die Heckenbraunelle. Von den Spechten ist der Buntspecht der häufigste Gast. Eher nicht an Futterstellen zu sehen sind Singdrossel, Wacholderdrossel, Rotdrossel, Schwanzmeise, Gartenbaumläufer, Waidbaumläufer, Wintergoldhähnchen, Seidenschwanz und Haubenlerche.

Gelegentlich finden sich auch Rabenvögel an den Futterstellen der Weichfresser ein, vor allem die Elster, in Waldgebieten der Eichelhäher und in der Nadelwaldregion der Mittelgebirge der Tannenhäher. Rabenvögel sind Allesfresser, die alle Futtersorten und auch Fleisch annehmen. Daneben gibt es noch die sogenannten Mischköstler Kohlmeise, Blaumeise, Sumpfmeise, Weidenmeise, Tannenmeise, Haubenmeise, Kleiber, Buntspecht, Mittelspecht und Grauspecht. Diese Arten nehmen Körner- und Weichfutter an.

Verschiedene Beeren - auch im getrockneten Zustand - eignen sich: Holunder, Eberesche (»Vogelbeere«), Liguster, Mehlbeere, Schneeball, Efeu, Pfaffenhütchen, Weißdorn, Hagebutten und Rosinen. Haferflocken am besten, wenn sie im heißen Fett gewälzt wurden, zerquetschte Hanf-, Weizen- und Sonnenblumenkörner sowie ungesalzener gekochter Reis. Äpfel und Birnen, die sogar schon angefault sein können, sind bei Amseln und Wacholderdrosseln sehr beliebt. Sie sollten aber keinesfalls in kleine Stücke zerschnitten werden. Manche Weichfresserarten, wie Lerchen und Heckenbraunellen, nehmen auch gerne feine Sämereien wie Mohn-, Salat-, Wegerich-, Hirtentäschel- und Grassamen.

Ein Problem von Futtermischungen aus dem Handel ist, dass diese Mischungen Samen von allergieauslösenden Pflanzen enthalten können (z. B. Ambrosia artemisiifolia).

Die im Handel erhältlichen Weichfuttergemische enthalten normalerweise einen sehr hohen Anteil an tierischem Eiweiß in Form von getrockneten Krebsen und Insekten. Jedoch kann die Qualität sehr unterschiedlich sein. Nicht selten enthalten sie trotz der Bezeichnung »Insektenfresserfutter« überwiegend Weißbrotkrümel und Haferflocken und nur zum geringeren Teil tierische Bestandteile.

Tierisches Futter wie lebende Mehlwürmer oder getrocknete Ameisenpuppen ist zwar für die Weichfresser ein ganz besonderer Leckerbissen, jedoch erfrieren Mehlwürmer draußen sehr schnell. Auf Ameisenpuppen sollte aus Gründen des Artenschutzes lieber verzichtet werden. Ein sehr gut geeignetes Futter ist Fleischmehl.

Nur bei niederschlagsfreiem strengem Frostwetter, wenn die meisten offenen Wasserstellen zugefroren sind, können die Vögel unter Durst leiden. Normalerweise vermögen sie ihren im Winter ohnehin geringeren Flüssigkeitsbedarf aus Schnee, Tau oder Rauhreif sowie aus der Nahrung hinreichend zu decken. In aufgestellten Wasserschalen können sich leicht gefährliche Krankheitskeime vermehren. Unerfahrene, im städtischen Bereich lebende Vögel werden auch bei kaltem Wetter leicht dazu verleitet, ein Bad zu nehmen. Nasses Gefieder kann den Verlust der Flugfähigkeit zur Folge haben und die Wärmeisolation wird vermindert. Deshalb sollten Trinkwasserschalen soweit mit Kies aufgefüllt sein, dass keine Bademöglichkeit besteht.

Winterfuttergeräte und Futterplätze

Futtergeräte und Futterhäuser sollten in wind- und regengeschützter Lage aufgestellt oder angebracht werden. Auch sollten sie so konstruiert sind, dass das Futter nicht durch Schnee oder Regen nass werden kann. Als Zufluchtsorte bei Gefahr sollten Bäume und Sträucher im Umkreis von 1,5 bis 2 Meter für die Vögel erreichbar sein.

Eine häufige Reinigung der Futterhäuser ist unbedingt erforderlich, da mit Kot verschmutztes Futter schnell zum gefährlichen Seuchenherd werden kann. Die Gefahr einer Seuchenübertragung ist bei Futtergeräten zum Aufhängen beträchtlich reduziert. Durch herabgefallenes Futter besteht nur eine geringe Infektionsgefahr. Futtersilos aus Kunststoff sind leichter zu reinigen als Holzkonstruktionen, jedoch kann sich an ihren Innenwänden leicht Kondenswasser niederschlagen. Hölzerne Silogeräte haben sich besser bewährt.

Manche Feinschmecker unter den Vögeln suchen aus einem dargebotenen Körnergemisch nur eine bestimmte Körnersorte heraus. Dadurch wird viel Futter in die Umgebung zerstreut. Dies verhindern mehrere dicht beieinanderstehende Silos, die jeweils nur eine bestimmte Futtersorte anbieten.

Die überwiegende Mehrzahl der Weichfresser, aber auch manche Finkenvögel wie Buchfink, Bergfink und Goldammer, suchen ihre Nahrung bevorzugt am Boden. Eine gute Möglichkeit Kleintiere anzulocken ist es, im Herbst anfallendes Laub unter Sträucher und Hecken zu kehren oder Laubhaufen an windgeschützten Stellen zu errichten, damit sich dort Insekten einnisten können. Diese Stellen werden dann im Winter vom Schnee befreit und können von den Vögeln als Nahrungsquelle genutzt werden.

Als spezieller Bodenfutterplatz für Weichfresser eignet sich eine große umgelegte Holzkiste, deren eine Schmalseitenwand entfernt wird und deren obere Breitseitenwand eine Stütze erhält. Das Futter sollte in flachen Schalen angeboten werden, um auch hier einer Infektionsgefahr durch mit Kot verschmutztes Futter vorzubeugen.

Für die ganz kleinen Weichfresser - Wintergoldhähnchen, Baumläufer, Zaunkönige, Schwanzmeisen - eignen sich mit Futterbrei bestrichene abgebrochene Zweige, die mit einem 30 cm langen Draht an einem Ast befestigt, herabhängen und so für größere konkurrierende Vogelarten nicht erreichbar sind. Lebende Nadelbäume sollten allerdings nicht mit Futterbrei bestrichen werden, da dann die Nadeln leicht absterben.

Welche Maßnahmen helfen beim Auftreten einer Seuche?

Die Futterstelle wird geschlossen, der Platz darunter wird umgegraben und die Futtergeräte werden mit heißem Wasser gereinigt. Reinigungs- oder Desinfektionsmittel sollten möglichst nur in besonders schweren Fällen zu einsatzkommen, da etwaige Rückstände dieser Mittel das Futter leicht verderben können.

Da manche Salmonellenarten auch auf Menschen übertragbar sind, sollten kranke oder tote Vögel nach Möglichkeit nicht angefasst werden. Auf jeden Fall müssen aber später die Hände gewaschen werden. Eine erfolgreiche Behandlung seuchenkranker wildlebender Vögel ist ohnehin kaum möglich. Tote Tiere werden abseits vergraben. Bei einem Auftreten von Massensterben sollte das nächstgelegene Veterinäramt verständigt werden.

Die Winterfütterung anderer Vogelarten

Hühner- und Wasservögel, besonders aber Greifvögel und Eulen, geraten durch die Unbilden des Winters oftmals noch viel mehr in Bedrängnis als Singvögel. Bei ihnen kann es zu sehr hohen Verlusten kommen. Bei manche Arten dieser Gruppen leisten winterliche Hilfsmaßnahmen - im Gegensatz zur Singvogelfütterung - tatsächlich oftmals einen Beitrag zum Artenschutz (Beispiel Schleiereule). Solche Vorhaben sollten jedoch nur in enger Zusammenarbeit mit den Beauftragten für Naturschutz und den örtlichen Vogelschutzgruppen erfolgen.

Greifvögel, die in erster Linie andere Vögel schlagen, wie Sperber und Habicht, erfahren normalerweise durch den Winter wegen des vermehrten Angebotes an geschwächten Vögeln keine wesentlichen Beeinträchtigungen. Für ausgesprochene Mäusejäger, wie Turmfalken, Mäusebussarde, überwinternde Milane und auch Rauhfußbussarde (Wintergast) stellen extreme Wetterlagen, wie lang andauernde Frostperioden mit hoher geschlossener Schneedecke oder plötzliche Kälteeinbrüche mit Eisregen, durch das dadurch verminderte Nahrungsangebot bedrohliche Situationen dar. Eine wirksame Hilfe für Greifvögel ist das Anbringen von sogenannten Ansitzwarten an mäusereichen Stellen, zum Beispiel an südexponierten und somit schnell schneefrei werdenden Böschungen und Feldrainen. Neben Scheunen oder Mieten (Stapel von Getreidegarben, Stroh oder Heu) locken ausgestreute Dreschabfälle Mäuse als Beute für die Greifvögel an. Eine weitere Hilfe ist das Einrichten von sogenannten Luderplätzen, auf denen tote Kaninchen, Hasen und Fallwild, aber auch Muskelfleisch und Innereien aus der Metzgerei ausgelegt werden.

Als hochspezialisierte Mäusejäger, die im Gegensatz zu vielen Taggreifvögeln nur auf lebende Beutetiere ansprechen, sind die einheimischen Eulenarten (Schleiereule, Waldohreule, Sumpfohreule, Wald- und Steinkauz) im Winter oft besonders hart betroffen. Ihre Sterblichkeit kann beträchtliche Ausmaße annehmen. Besonders ungünstig sind hohe Schneelagen. Dann bleiben die Mäuse unter dem Schnee verborgen. Auch die Möglichkeiten - besonders für Schleiereulen - in Dorf- und Feldscheunen auf Mäusejagd zu gehen, sind sehr stark eingeschränkt, da die Einfluglöcher (»Eulenlöcher«) um Verschmutzungen zu verhindern, verschlossen wurden und diese bei neuen Scheunenbauten gar nicht mehr vorhanden sind. Eine Hilfsmaßnahme für Eulen ist, Mäuse anzulocken durch ausstreuen von Stroh.

Das Füttern der Wasservögel ist nur dann nötig, wenn in besonders strengen Wintern Seen und Flüsse zufrieren und auch die umliegenden Wiesen und Felder mit Schnee bedeckt sind. Da der Nahrungsbedarf vieler Wasservögel sehr hoch ist, muss in Extremfällen die Winterfütterung dann in großem Stil erfolgen. Enten, Gänse, Schwäne, Blaß- und Teichrallen füttert man mit Getreide, Hühnerfutter, Kleie, geschroteten Eicheln und gedämpften Kartoffeln, Rübenschnitzeln, Salatresten, Obstabfällen, als Zusatz auch Brotreste. Für Gänse ist besonders Hafer, für Schwäne eine Getreidemischung ein gut bewährtes Ersatzfutter. Die Winterfütterung der Fischfresser unter den Wasservögeln - Säger, Reiher, Taucher und Eisvögel - macht hingegen mehr Schwierigkeiten. Graureiher, Rohrdommeln und Eisvögel lassen sich nur mit kleinen lebenden Fischen füttern, die man in einem engmaschigen Korb ins Wasser hängt.

Auch für Hühnervögel wie Rebhühner und Fasanen kann bei langen Frost- und Schneeperioden auf freier Feldflur eine Futterstelle hilfreich sein, die am Boden gelegen und durch eine Überdachung vor Schnee, Wind und Regen geschützt sein muss.


 

Herkunft des verunglückten Wolfs geklärt

 22.12.2015 Bei dem kürzlich tot aufgefundenen jungen Wolf handelt es sich um einen Bruder des im Juni bei Lahr an der A5 überfahrenen Wolfs. Sowohl der in Württemberg als auch der in Baden aufgefundene Wolf stammten aus demselben im Kanton Graubünden in der Ost-Schweiz ansässigen Rudel.

„Bei dem vor vier Wochen an der A8 bei Merklingen tot aufgefundenen jungen Wolf handelt es sich um einen Bruder des im Juni bei Lahr an der A5 überfahrenen Wolfs. Das Tier war kerngesund, vertilgte offenbar gerne Rehwild und hatte als besonderes Kennzeichen eine weiße Kralle. Todesursache war eine Kollision mit einem Auto. Sowohl der in Württemberg als auch der in Baden aufgefundene Wolf stammten aus demselben im Kanton Graubünden in der Ost-Schweiz ansässigen Rudel." Das teilte Naturschutzminister Alexander Bonde mit.

„Die Funde der beiden Wolfs-Brüder innerhalb weniger Monate machen deutlich, dass wir in Baden-Württemberg mit weiteren Tieren rechnen können - darauf sind wir gut vorbereitet", so Bonde weiter. Der Handlungsleitfaden Wolf, den eine Arbeitsgruppe im Auftrag des Landes erstellt hat, legt für den Fall des Auftretens von Wölfen in Baden-Württemberg einen Maßnahmenkatalog und Handlungsroutinen fest. Wölfe unterliegen internationalen Artenschutzbestimmungen sowie als streng geschützte Art den Regelungen des Bundesnaturschutzgesetzes.

Zwar hatte die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung im hessischen Gelnhausen den bei Merklingen aufgefundenen Rüden anhand genetischer Analysen schon nach wenigen Tagen der italienischen Linie zuordnen können, eine genauere Zuordnung stand jedoch bislang aus. Inzwischen liegen die Ergebnisse der genetischen Analysen des Labors für Naturschutzbiologie der Universität Lausanne vor. Das Labor konnte die Proben des an der A8 ums Leben gekommenen Wolfes einem bereits in der Datenbank erfassten Tier zuordnen. Bei dem in Württemberg aufgefundenen Wolf handelt es sich demnach um ein Jungtier aus einem Wolfsrudel, das im schweizerischen Calanda-Gebiet (Kanton Graubünden) ansässig ist. Das Tier wurde dort mit fünf weiteren männlichen Welpen geboren. Der Wolf wurde bereits im Dezember 2014 und im Januar 2015 bei Chur durch Kotproben erfasst und wurde mit der Bezeichnung „M48" versehen. Klar ist damit auch: Der bei Merklingen überfahrene Wolf ist ein Geschwistertier des im Juni 2015 bei Lahr überfahrenen Wolfs „M53" - dieser stammte ebenfalls aus dem Schweizer Wolfsrudel.

Auch die Sektion des Merklinger Kadavers durch das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin ist inzwischen abgeschlossen. Die Befunde lauten: Der Wolf war in einem guten Gesundheits- und Ernährungszustand und wurde eindeutig durch eine Kollision mit einem Auto getötet. Andere Fremdeinwirkungen konnten als Todesursache eindeutig ausgeschlossen werden. Die Sektion des Mageninhaltes ergab keine Hinweise auf Nutztiere wie etwa Schafe, die gefundenen Überreste lassen vielmehr auf Rehwild schließen. Ferner wurde an einer der Pfoten festgestellt, dass eine Kralle der bei Wölfen üblicherweise schwarzen Krallen weiß war.

Beobachtungen mit Verdacht auf Wolf können der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt unter folgender Telefonnummer gemeldet werden: 0761 / 4018 - 274.


 

Gemeinsame Erklärung zur Abfallvermeidung im Bausektor

Bild: Mobile Aufbereitungsanlage
Mobile Aufbereitungsanlage für Baumassenabfälle
(© Autor: LUBW)

Mobile Aufbereitungsanlagen trennen mineralische Baumassenabfälle in eine Fein-, Mittel- und Grobfraktion. Durch einen Metallabscheider werden Eisen-Metalle entfernt und verwertet. Die entstandenen Fraktionen können je nach Schadstoffgehalt verwertet werden.

11.12.2015 Umweltminister Franz Untersteller: „Gerade im Bausektor können wir Stoffkreisläufe schließen und so wertvolle Ressourcen schonen."

Der Umweltminister und hochrangige Vertreter der Bauwirtschaft sowie der öffentlichen Hand haben am 11.12. in Stuttgart die „Gemeinsame Erklärung zur Abfallvermeidung im Bausektor" unterschrieben. Die insgesamt elf Punkte umfassende Vereinbarung hat insbesondere zum Ziel, die natürlichen Ressourcen zu schonen, die Akzeptanz von Sekundärbaustoffen zu erhöhen sowie innovative Recycling- und Verwertungspfade zu fördern.

„Der Bausektor ist ein wahrer Riese im Material- und Ressourcenverbrauch", erklärte der Minister. „Hier lohnt es sich daher ganz besonders, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um Abfälle möglichst zu vermeiden und wiederzuverwerten." Er sei davon überzeugt, dass die gemeinsame Erklärung der Idee der Abfallvermeidung im Bausektor einen wichtigen Impuls verschaffe, so Untersteller weiter.

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Erneuter Totfund eines Wolfes (Canis lupus) im Land

Bild: Wolf (Canis lupus)
Wolf (Canis lupus)
(© Land BW, Autor: dpa)

 30.11.2015 Autofahrer haben einen toten Wolf auf der A 8 entdeckt. Nach erster Einschätzung von Experten handelt es sich um ein männliches Jungtier. „Zwei Wolfsfunde innerhalb kurzer Zeit - erst in Baden, jetzt in Württemberg - machen deutlich, dass wir mit weiteren Tiere rechnen können. Baden-Württemberg ist auf das Kommen einzelner Wölfe gut vorbereitet - das stellt unser Handlungsleitfaden Wolf sicher. Anders als es Märchen schildern, sind Wölfe eher scheu und keine Gefahr für den Menschen. Sie sind auch nicht originär auf Nutztiere aus", sagte Naturschutzminister Alexander Bonde.

Der Handlungsleitfaden Wolf, den eine Arbeitsgruppe im Auftrag des Landes erstellt hat, legt für den Fall des Auftretens von Wölfen in Baden-Württemberg einen Maßnahmenkatalog und Handlungsroutinen fest. Wölfe unterliegen internationalen Artenschutzbestimmungen sowie als streng geschützte Art den Regelungen des Bundesnaturschutzgesetzes.

Der tote Wolf wurde auf der Autobahn A 8 östlich von Merklingen (Alb-Donau-Kreis) gemeldet. Die Autobahnmeisterei barg den Kadaver und zog zur Erstbegutachtung einen Vertreter der örtlichen Kreisjägervereinigung hinzu. Dieser informierte aufgrund des Aussehens des Tierkörpers die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) in Freiburg. Nach der ersten intensiven Begutachtung durch die Experten der FVA und des Büros LUPUS (Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland) handelt es sich um einen jungen männlichen Wolf.

Der Kadaver wird nun an das Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin abgegeben, das sich auf die Untersuchung von toten Wölfen spezialisiert hat. Die Herkunft soll über die Auswertung genetischer Proben geklärt werden. In Frage kommt eine Zuwanderung aus der Alpenpopulation oder auch aus der Population in Ostdeutschland. Der Fundort befindet sich im Bereich eines Wildtierkorridors unweit der Stelle, an der vor einigen Jahren ein Luchs überfahren wurde.

Wölfe in Europa

In Ost- und Norddeutschland, Italien und der Schweiz haben sich Wölfe etabliert. Auch für die Vogesen konnte die Anwesenheit von Wölfen bestätigt werden. Im Juni dieses Jahres wurde an der A 5 bei Lahr ein junger Wolf überfahren, der aus der Ostschweiz zugewandert war. Sowohl das Tier im Juni wie der aktuelle Wolf wurden auf sogenannten Wildtierkorridoren überfahren, die für die Ausbreitung von Wildtieren von großer Bedeutung sind. Die Funktionsfähigkeit dieser Korridore wird durch das Land zunehmend vorangetrieben.

Der „Handlungsleitfaden Wolf"

Die Arbeitsgruppe Luchs und Wolf hat den „Handlungsleitfaden Wolf" erstellt, um für den Fall des Auftretens von Wölfen in Baden-Württemberg über einen Maßnahmenkatalog und Handlungsroutinen zu verfügen. Beteiligt waren Fachleute der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt sowie der Naturschutzverwaltung unter Beteiligung von Vertreterinnen und Vertretern der Naturschutzverbände, der Jägerschaft und der Landnutzerverbände.

Der Leitfaden beschreibt den rechtlichen und administrativen Handlungsrahmen und regelt Zuständigkeiten, Kommunikationswege, Handlungsroutinen sowie das Monitoring. Darüber hinaus werden Parameter zur Einschätzung verschiedener Wolfsverhaltensweisen in Bezug auf die Gefährlichkeit für den Menschen dargestellt und hieraus Handlungsempfehlungen abgeleitet. Ergänzt wird der Leitfaden durch Aussagen zum Schadensausgleich im Rahmen eines Ausgleichsfonds Wolf, zu möglichen Präventionsmaßnahmen für den Fall des Auftretens mehrerer Wölfe im Land und Aussagen zur Öffentlichkeitsarbeit.

Von Naturschutz- und Jagdverbänden wurde ein Fonds eingerichtet, aus dem Nutztierhalter eine finanzielle Entschädigung bekommen können, wenn sie Schäden durch Wölfe zu verzeichnen haben. Die Trägergemeinschaft Ausgleichsfonds Wolf besteht aus dem BUND Baden-Württemberg, dem Naturschutzbund Baden-Württemberg, dem Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg, der Stiftung EuroNatur, dem Landesjagdverband Baden-Württemberg und dem Ökologischen Jagdverein Baden-Württemberg. Das Land beteiligt sich maßgeblich an der Refinanzierung der ausgezahlten Beträge. Die grün-rote Landesregierung hat zudem im Doppelhaushalt 2015/2016 rund 200.000 Euro für Projekte zum Herdenschutz für Schäfer eingestellt.

Auf der Schwäbischen Alb wurde darüber hinaus im Jahr 2013 ein „Regionales Forum zum Umgang mit Großraubtieren auf der Schwäbischen Alb" ins Leben gerufen. Die Teilnehmenden aus verschiedenen Verbänden haben sich bei mehreren Treffen explizit mit den Herausforderungen auseinander gesetzt, die mit der Zuwanderung von Wölfen insbesondere für die Landwirtschaft einhergehen.

Beobachtungen mit Verdacht auf Wolf können der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt unter folgender Telefonnummer gemeldet werden: 0761/4018-274.


 

Blume des Jahres 2016 - die Echte Schlüsselblume (Primula veris)

Bild:  Echte Schlüsselblume
Echte Schlüsselblume (Primula veris), Blume des Jahres 2016
(© A. Kolossa )

Mit der Ernennung der Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris) zur Blume des Jahres, soll für den Schutz dieser selten gewordenen Pflanze geworben werden, die in den meisten Bundesländern auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht. Die Blume des Jahres steht immer auch stellvertretend für einen bedrohten Lebensraum. Bei der Wiesen-Schlüsselblume sind dies sonnige, eher trockene Wiesen und lichte Wälder auf kalkhaltigen Böden.

Link zur Loki-Schmidt Stiftung
http://www.loki-schmidt-stiftung.de/projekte/aktuelle_blume_des_jahres.php

Die leuchtend gelbe Pflanze gilt als Frühlingsbote, sie blüht von April bis Juni.

Die Echte Schlüsselblume (Primula veris) gehört zur Gattung der Primeln. Sie ist eine ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht eine Größe von 30 cm. Den Winter übersteht sie dank eines Rhizoms das häufig flaumig behaart ist. Die eiförmig-länglichen Laubblätter sind in einer grundständigen Rosette angeordnet. Durch die Anordnung der leuchtend gelben Blüten erhielt die Schlüsselblume auch ihren Namen, denn die Dolde mit den hängenden Blüten sieht aus wie ein Schlüsselbund. Es können bis zu 20 Einzelblüten an einer Dolde hängen. Die Früchte der Schlüsselblume sind Kapselfrüchte, sind diese reif öffnen sich die Kapseln und die zahlreichen Samen können sich verbreiten. Die Echte Schlüsselblume unterscheidet sich in einigen Merkmalen von der ähnlich aussehenden Hohen Schlüsselblume. Die Echte Schlüsselblume besitzt dottergelbe, stark duftende Blüten. Im inneren der Blüte befinden sich fünf orangefarbene Flecken. Die Hohe Schlüsselblume duftet hingegen kaum und hat goldgelbe Blüten ohne Flecken.

Primula veris kommt in ganz Europa und Vorderasien vor. Als Standorte werden trockene Wiesen und lichte Wälder bevorzugt. Sie gehört zu den Pflanzen, welche einen kalkhaltigen, stickstoffarmen lockeren Boden benötigen.
Zur Blume des Jahres wurde sie unter anderem, als Botschafterin für den bedrohten Lebensraum der Magerrasen gewählt. Diese Wiesen gehen mehr und mehr verloren, denn diese Art der Beweidung ist wirtschaftlich nicht lohnend, so werden diese seltenen Lebnsräume entweder der Sukzession überlassen oder mit modernen Methoden beweidet, was meist einen hohen Stickstoffeintrag zur Folge hat. Mit den Magerwiesen geht auch eine Vielzahl an angepassten Tierarten verloren.

Die Blume des Jahres wird alljährlich von der Loki Schmidt Stiftung gekürt, Bereits1979 wurde diese Stiftung von der Namensgeberin gegründet, die sich bis zu ihrem Tod 2010 sehr engagiert für den Schutz heimischer Pflanzen einsetzte. Einer der Hauptzwecke ihrer Stiftung ist die öffentlichkeitswirksame Kampagne zur Blume des Jahres. Der Titel wurde das erste Mal im Jahre 1980 an den Lungen-Enzian verliehen (Gentiana pneumonanthe).

Wer Schlüsselblumen im eigenen Garten ansiedeln möchte, kann sich die Samen der Pflanze auf der Homepage der Stiftung bestellen.


 

Umweltdaten 2015 für Baden-Württemberg vorgestellt

 
Bild: Nationalpark Schwarzwald
Nationalpark Schwarzwald, Logo
(© Land BW)
 
Bild: Baustelle Autobahn A5 (Heidelberg - Karlsruhe)
Flächenverlust durch Erweiterung bestehender Verkehrswege (BAB 5)
(© LUBW, Autor: H. Hartig)
 
Bild: Speyrer Grün, Naturschutzgebiet,(Oktober 2011)
Hockenheimer Rheinbogen Speyerer Grün, Silberweiden-Auwald
(© M. Linnenbach)

 20.11.2015 Umweltminister Franz Untersteller und die Präsidentin der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz, Margareta Barth, haben am 20.11.2015 in Stuttgart die „Umweltdaten 2015" für Baden-Württemberg vorgestellt. Der alle drei Jahre erscheinende Bericht stellt umfangreiche Daten und Informationen zu maßgeblichen Umweltbereichen zusammen. Neben den klassischen Umweltbereichen Wasser, Luft, Boden sowie Natur und Landschaft zählen hierzu auch technisch geprägte Themen wie Lärm oder Radioaktivität.

„Nachhaltigkeit ist in den letzten Jahren zu einem Markenzeichen baden-württembergischer Politik geworden", erklärte Umweltminister Franz Untersteller. Neben ökonomischen und sozialen Aspekten spiele hierbei der Zustand von Natur und Umwelt eine zentrale Rolle. „Die Umweltdaten liefern wertvolle Hinweise, wie sich die Umweltsituation in Baden-Württemberg entwickelt hat. Sie belegen Erfolge, weisen aber auch auf weiteren Handlungsbedarf hin. Damit sind sie Wegweiser für die künftige Ausrichtung unserer Umweltpolitik."

Die Umweltdaten beschreiben den Stand der nachhaltigen Entwicklung im Land mithilfe von 19 Umweltindikatoren. Margareta Barth erläuterte: „Sechs Indikatoren werden im vorliegenden Bericht hinsichtlich Zustand und Entwicklungstrend positiv bewertet. Weitere fünf Indikatoren zeigen zwar einen positiven Trend, sind jedoch noch weit vom Zielzustand entfernt. Vier Indikatoren sind negativ eingestuft. Weitere vier Indikatoren konnten wir mit der vorhandenen Datengrundlage derzeit noch nicht abschließend bewerten."

Positiv hat sich beispielsweise der Anteil der erneuerbaren Energien am Energieverbrauch entwickelt. Er hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Auch die Entwicklung der Treibhausgasemissionen ist positiv zu werten. Bei jährlichen, vorrangig witterungsbedingten und konjunkturellen Schwankungen weisen sie in den letzten 20 Jahren insgesamt einen rückläufigen Trend auf. Die Flächen für den Naturschutz, auf denen sich die Natur ohne belastende Eingriffe des Menschen entfalten kann, sind auf nunmehr 2,66 Prozent der Landesfläche gestiegen, wenngleich der Anteil streng geschützter Gebiete im bundesweiten Vergleich in Baden-Württemberg noch eher niedrig ist. „Die Ausweisung des Nationalparks Schwarzwald im Jahr 2014 war daher ein wichtiger Schritt hin zu mehr biologischer Vielfalt im Land", betonte Umweltminister Untersteller.

Negativ hat sich der Zustand der Wälder nach einer zwischenzeitlichen Erholung in den letzten Jahren entwickelt. Auch der Umweltindikator „Artenvielfalt und Landschaftsqualität" verändert sich nachteilig. Er basiert auf den Bestandsentwicklungen ausgewählter Vogelarten, die mittelbar die Nachhaltigkeit der Landnutzung widerspiegeln. So ist der Bestand der drei häufigsten Feldvogelarten Goldammer, Feldsperling und Feldlerche zwischen 1999 und 2012 deutlich zurückgegangen. „Der negative Trend für diese Arten sowohl auf Ebene der EU als auch des Bundes hat sich somit leider auch in Baden-Württemberg fortgesetzt", sagte LUBW-Präsidentin Barth.

„Die Bilanz in Sachen Luftqualität fällt gemischt aus", erklärte Margareta Barth weiter. So haben sich die gemessenen Konzentrationen bei den klassischen Luftverunreinigungen Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Benzol und Blei in den letzten 20 Jahren stetig verbessert und liegen in ganz Baden-Württemberg weit unterhalb der vom Gesetzgeber festgelegten Grenzwerte. Die Stickstoffoxidemissionen in Baden-Württemberg sind zwischen 1994 und 2012 um fast die Hälfte (49 Prozent) zurückgegangen. An fast allen verkehrsnahen Messstationen lagen jedoch die gemessenen Konzentrationen der Immissionen von Stickstoffdioxid im Jahr 2014 zum Teil erheblich über dem Immissionsgrenzwert von 40 µg/m³.

Der ökologische Zustand der Fließgewässer im Land zeigt den aktuellen Umweltdaten zufolge weiterhin Defizite auf. Naturferne Gewässerstrukturen der seit über hundert Jahre zum Teil intensiv genutzten Flüsse, zum Beispiel aufgrund von Flussbegradigungen, und Wanderungshindernisse wie Wehre haben ihre Spuren hinterlassen und stören die im Gewässer lebenden Tiere. Hohe Phosphor-Konzentrationen in Flüssen und Seen fördern das Pflanzenwachstum in Gewässern und können damit indirekt zur erheblichen Belastung des Sauerstoffhaushaltes beitragen. Besonders gefährdet sind dabei langsam fließende Gewässerabschnitte wie die gestauten Bereiche von Neckar und Donau.

Spurenstoffe wie Arzneimittelrückstände werden in Fließgewässern zum Teil in deutlich messbaren Konzentrationen vorgefunden. An wasserwirtschaftlich sensiblen Standorten werden daher ausgesuchte Kläranlagen mit finanzieller Unterstützung des Landes mit einer speziellen Stufe zur Elimination insbesondere von Arzneimittelrückständen und Haushalts-Chemikalien ausgebaut. „Wichtig ist, dass schon möglichst wenig dieser Stoffe im Abwasser landen", betonte Umweltminister Untersteller. So sollten zum Beispiel nicht benötigte Arzneimittel einzig und allein über die Restmülltonne entsorgt werden.

In Baden-Württemberg ist das Grundwasser großflächig durch Nitrat aus stickstoffhaltigen Düngemitteln belastet. Landwirtschaftliche Maßnahmen und Programme haben in den letzten 20 Jahren zu einer Abnahme der Nitratbelastung um 20 Prozent geführt.

Die Umweltdaten belegen auch, dass sich der Trend zu einer Erwärmung des Klimas in Baden-Württemberg fortgesetzt hat. „Seit Beginn des letzten Jahrhunderts hat die Jahresmitteltemperatur um circa 1,1 °C zugenommen", erläuterte Margareta Barth. Im Jahre 2014 wurde ein neuer Temperaturrekord erreicht. Es war weltweit und in Deutschland das wärmste Jahr seit Beginn flächendeckender Temperaturaufzeichnungen im Jahr 1881. Auch das Jahr 2015 befindet sich mit dem zweitheißesten Sommer nach dem Jahrhundertsommer 2003 auf Rekordkurs. Abschätzungen der zukünftigen Klimaentwicklung gehen im Landesdurchschnitt von einer deutlichen Zunahme der Anzahl der Sommertage, also der Tage mit einem Temperaturmaximum von mindestens 25 °C, aus. Derzeit liegt die Zahl der Sommertage bei 30 Tagen. Für die nahe Zukunft (Zeitraum 2021 bis 2050) wird mit einer Zunahme in einer Bandbreite von 4 bis 18 Tagen gerechnet, in der fernen Zukunft könnte die Anzahl der Sommertage sogar auf über 70 Tage steigen.

„Die öffentlich zugänglichen Umweltdaten tragen dazu bei, Diskussionen über das Ausmaß und die Folgen von Umweltbeeinträchtigungen zu versachlichen", sagte Umweltminister Franz Untersteller weiter. „Sie schaffen Transparenz und sie fördern die Akzeptanz für notwendige Schutzmaßnahmen." Mit der Verabschiedung des Umweltverwaltungsgesetzes im November 2014 wurde die Erstellung eines Berichtes über den Zustand von Umwelt und Natur daher auch gesetzlich festgeschrieben.

Quelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft


 

Bioabfall, Wertstoff voller Energie

Bioabfall, Wertstoff voller Energie
(© Land BW)

02.11.2015  ...Speisereste, Küchenabfälle und Gartenschnitt sind kein Abfall, sondern ein wertvoller Rohstoff. Aus ihm lässt sich Kompost und Biogas herstellen. Wer keinen eigenen Komposthaufen hat, sollte also die Bio-Tonne nutzen, damit dieser Rohstoff nicht verloren geht. Unser Video zeigt, wie aus Biomüll wieder Energie und Kompost wird.

Bio- und Grüngutabfälle lassen sich in mehrfacher Hinsicht verwerten, bisher werden sie allerdings überwiegend kompostiert. Über die Biogaserzeugung lässt sich aus ihnen wertvolle Energie gewinnen. Die dabei anfallenden Gärrückstände können zusätzlich zu Komposten veredelt werden. Die holzigen Anteile der Grünabfälle eignen sich als Biobrennstoffe für Biomassekraftwerke. Sie sind aber auch Ausgangsstoffe für hochwertige Komposte oder Pflanzen- und Blumenerden. Damit ist die hochwertige Verwertung der Bioabfälle aus ökologischer und ökonomischer Sicht einer Entsorgung über die Restmülltonne vorzuziehen. Die effiziente stoffliche und energetische Verwertung von Bio- und Grünabfällen kann einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und zum Ressourcenschutz und damit zum Erreichen umweltpolitischer Ziele leisten.

Wie können Bio- und Grünabfälle optimal gesammelt werden?
Für die Sammlung der Bioabfälle aus Haushalten ist die Biotonne der zentrale Baustein. Über die Biotonne können sämtliche organische Abfälle erfasst werden, die in privaten Haushalten und Gärten anfallen. Davon ausgenommen sind nur der Baum- und Strauchschnitt. Die Abfallsammlung ist umso effizienter und erfolgreicher, je flächendeckender sie erfolgt. Sind viele Haushalte an das System angeschlossen, wird die Sammellogistik nicht nur kosteneffizient, sondern lassen sich Bio- und Grünabfälle auch in hohen Raten mobilisieren.

Gemeinsam für eine bessere Verwertung
Um Bio- und Grünabfälle in Baden-Württemberg künftig effizienter zu nutzen, haben das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, der Landkreistag und der Städtetag eine „Gemeinsame Erklärung zur Zukunft der Bioabfallverwertung" auf den Weg gebracht. Denn derzeit werden im Land lediglich aus einem Drittel der gesammelten Bioabfälle Strom und Wärme gewonnen und von über 900.000 Tonnen Grünabfällen im Jahr würden bisher nur 100.000 Tonnen zur Energieerzeugung verwertet.

Ziel der gemeinsamen Erklärung ist es, Baden-Württemberg zur führenden Kompetenzregion für hochwertige Bio- und Grüngutverwertung auszubauen. Dabei spielen die getrennte Sammlung und hochwertige Verwertung von Bio- und Grünabfällen in einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft eine entscheidende Rolle.

Weiterführende Informationen:

Gutachten: Interkommunale Zusammenarbeit bei der Verwertung von Bioabfall

Gemeinsame Erklärung Bioabfall (PDF)

Bioabfallverordnung (PDF)

LUBW-Studie „Bio- und Grünabfälle" (PDF)

Hochwertige Verwertung von Bioabfällen - Ein Leitfaden (PDF)





 

Ökologische Modernisierung in Baden-Württemberg kommt voran: Umweltministerium veröffentlicht Arbeitsbericht

Bild: Renaturierung Donau Riedlingen 2012
Renaturierte Donau unterhalb von Riedlingen (2013)
(© RP Tübingen, Autor: Halbherr)

In den Jahren 2013 und 2014 standen in Baden-Württemberg jeweils über 47 Millionen Euro für Hochwasserschutzmaßnahmen zur Verfügung. Die Einnahmen aus dem Wasserentnahmeentgelt werden seit diesem Jahr zweckgebunden für wasserwirtschaftliche und gewässerökologische Belange verwendet.

21.07.2015 Umweltminister Franz Untersteller: „Es ist uns gelungen, Weichen für eine bessere Umwelt, wirksamen Klimaschutz und eine erfolgreiche Energiewende zu stellen."

Das Umweltministerium hat im Internet einen Zwischenbericht seiner Umwelt-, Klima- und Energiepolitik der letzten Jahre veröffentlicht. „Wir sind dem von uns im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Ziel der ökologischen Modernisierung des Landes ein gutes Stück näher gekommen", sagte Umweltminister Franz Untersteller am 21.07. in Stuttgart. „Mit den Weichenstellungen zum Beispiel beim Atomausstieg und im Klimaschutz haben wir bundesweit Zeichen gesetzt und Baden-Württemberg als eine führende Energie- und Klimaschutzregion etabliert."

Untersteller nannte in der Atompolitik konkret den Erfolg Baden-Württembergs beim Anstoßen eines Suchprozesses für ein atomares Endlager sowie die transparente Informationspolitik der Atomaufsicht, die bundesweit beispielhaft sei. In der Klimapolitik sei es gelungen, mit dem Klimaschutzgesetz, dem Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept, IEKK, sowie der Anpassungsstrategie des Landes Instrumente zu schaffen, um den Herausforderungen durch den Klimawandel begegnen zu können.

Ein weiteres wichtiges Thema der Umweltpolitik sei die Novelle des Wassergesetzes gewesen, mit der sowohl der ökologische Gewässerschutz als auch der Schutz vor Hochwasserrisiken gestärkt worden seien. In der Energiepolitik schließlich habe das Umweltministerium bundesweit Impulse gesetzt und die Energiewende in Baden-Württemberg auf den Weg gebracht, unter anderem mit der Öffnung des Landes für den Bau von Windkraftanlagen und mit der Novelle des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes.


 

1. Nationaler Aktionstag zur Bekämpfung der Beifuß-Ambrosie

Bild: Ambrosia - Blätter
Blätter der Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia)
(© GNU-FDL, Autor: USGS)

Vor der Blüte ist die Beifuß-Ambrosie an ihren charakteristischen Blättern zu erkennen. Sie sind zwei bis dreifach fiederspaltig und anliegend behaart. Blätter und Stängel können bei Hautkontakt zu starken Allergiereizen führen - (Schutzhandschuhe aus Leder werden empfohlen)

Karlsruhe 27.06.2015 LUBW und Stadt Karlsruhe beteiligen sich am 1. Nationalen Aktionstag zur Bekämpfung der Beifuß-Ambrosie. Als Beitrag zum 1. Nationalen Ambrosia-Tag in Deutschland (27. Juni 2015) veranstaltete die LUBW gemeinsam mit der Stadt Karlsruhe einen Pressetermin der mit einer Ambrosia-Ausreißaktion verknüpft war.

Mit der Veranstaltung am 25. Juni 2015 sollte die Öffentlichkeit zur Ambrosia-Problematik informiert. Darüber hinaus fand als besondere Demonstration eine dringend notwendige Ausreißaktion an einem Fundort im Siedlungsbereich statt. Das Ambrosia-Vorkommen lag mitten in Karlsruhe auf dem Gelände des Rudolf-Steiner-Kindergartens sowie in unmittelbarer Nähe der Werner von Siemens-Schule. Die Situation war an dieser Stelle besonders prekär, da zu befürchten war, dass durch den in etwa 4 Wochen einsetzenden Ambrosia-Pollenflug, gesundheitliche Beeinträchtigungen verursacht werden können. Die 200-250 entdeckten Ambrosia-Pflanzen wurden an dieser Stelle im Rahmen der Aktion entfernt.

Während der Veranstaltung wurden Vertretern der Presse (Badisches Tagblatt, BNN, evangelischer Pressedienst), des Hörfunks (Radio Regenbogen, SWR 1) und TV-Vertreter (Baden-TV, RTL, N24) die Gelegenheit geboten, sich mit Hintergrundinformationen sowie ggfs. mit Bild- und Tonmaterial zu versorgen. Nach Begrüßung und Einführung in die Ambrosia-Thematik vermittelte Dr. Höpker den anwesenden Medienvertretern Hintergrundinformationen zur Ambrosia-Problematik sowie zur landesweiten Bekämpfung der der Beifuß-Ambrosie.

Im Anschluss berichtete Umweltbürgermeister Stapf über die in der Stadt Karlsruhe gemachten Erfahrungen und Bekämpfungserfolge. Bürgermeister Stapf, der in Arbeitskleidung erschienen war, beteiligte sich danach an der Ausreißaktion. Vor und auf Kindergartengelände wurden die vorkommenden Ambrosien-Pflanzen durch ein von der Stadt organisiertes Ausreiß-Team entfernt. Währenddessen bestand die Möglichkeit Fragen zu stellen und Statements von LUBW- und Stadtvertretern sowie von der Kindergartenleitung einzuholen.

Die Berichterstattung zum Termin erfolgte inzwischen über Tageszeitungen (Badisches Tagblatt, BNN), den Hörfunk (SWR 1, SWR 4, Radio Regenbogen) sowie im Fernsehen (Baden-TV, RTL, N24, PRO 7, SAT1, Kabel 1).

Quelle: LUBW, Ref. 23


 

Atlantischer Lachs knackt Rekordmarke von 2002

 
Bild: Fischtreppe Iffezheim am Rhein
Fischtreppe an der Staustufe Iffezheim (Ldkr. Rastatt)
(© LUBW, Autor: Hartig)

Bei der Fischtreppe an der Staustufe Iffezheim (Ldkr. Rastatt) handelt es sich um eine offene Betonrinne mit einer Neigung von etwas weniger als 4 Grad, das entspricht etwa 1 m Anstieg auf 15 m Länge. Der oberwasserseitige Abschnitt hat eine Länge von ca. 200 m. Er besteht aus 37 hintereinander angeordneten Becken (s. Foto), die miteinander durch senkrechte Schlitze verbunden sind. Während des anstrengenden Aufstiegs können sich die Fische in den einzelnen Becken ausruhen. Jedes Becken hat eine Fläche von 15 m² und eine Wassertiefe von 1,50 m. Der Boden jedes Beckens ist mit einer Steinschüttung bedeckt, die den Fischen sowohl eine Rückzugsmöglichkeit bietet als auch eine Besiedlung durch Kleinstlebewesen ermöglicht.

Grundlage für den Bau der Fischtreppe war der Vertrag vom 04. März 1997 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik. Das Projekt wird im Rahmen des europäischen Förderprogramms "Lachs 2000" finanziell unterstützt. Zielvorgabe war, den großen Wanderfischarten wie Lachs, Meerforelle und Meerneunauge die Rückkehr in den Rhein bis zu den ehemaligen Laichplätzen zu ermöglichen. Die internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) meldet im Frühjahr 2004, dass seit dem Bau der Fischtreppe in Iffezheim insgesamt 286 Lachse und über 1000 Meerforellen registriert wurden.

 
Bild: Lachs
Atlantischer Lachs - (Salmo salar)
(© public domain, Autor: W. Hartley)

Der bis zu 1,5 Meter lange Atlantische Lachs (Salmo salar) lebt überwiegend im Atlantischen Ozean. Zum Laichen jedoch ziehen die Fische weit die Flüsse Europas und Nordamerikas hinauf und erreichen dabei teilweise die Oberläufe der Gebirgsbäche. Am Ende ihrer "Laichwanderungen" legen die Lachse dort ihre Eier ab und schwimmen wieder zurück in das Meer. Durch die Aktion Lachs 2000 gelang am Nördlichen Oberrhein eine erfolgreiche Wiederansiedlung dieser bislang ausgestorbenen Fischart.

Im Jahr 2005 konnte der erste Lachslaich in der Kinzig nach 50 Jahren wieder gefunden werden. Im Jahr 2011 gelang der Nachweis auch an der Murg.

 

03.06.2015 - Anfang Juni bereits über 140 Lachse in Iffezheim gezählt -

Die gemeinsamen Anstrengungen zur Revitalisierung der Flüsse im Regierungsbezirk Karlsruhe zeigen Wirkung. Durch die zunehmende Verbesserung von Gewässerqualität und Wassergüte von Fließgewässern finden heimische Tierarten immer mehr und immer bessere Lebensräume vor. Davon profitieren besonders Fische und in der Folge kehren an vielen Abschnitten sogar ehemals verschwundene Fischarten zurück. Vor allem das europaweit größte Artenschutzprogramm zum Schutz und zur Wiedereinbürgerung des Atlantischen Lachses zeigt zunehmend Erfolge.
Die Fischereibehörde am Regierungspräsidium Karlsruhe misst den Erfolg von Gewässerentwicklungen anhand von Fischbestandsaufnahmen in den Gewässern. Die Fischfauna in ihrer Gesamtheit repräsentiert den Gewässerzustand. Je vollständiger die Artenliste und je ausgewogener der Fischbestand, desto besser ist die Qualität des Gewässers. Ein bedeutendes Instrument der Fischbestandserhebung ist der Fischpass Iffezheim, welcher an der untersten Staustufe im Rhein betrieben wird. Von Jahresbeginn an konnten dort bis heute bereits 142 zurückkehrende Lachse gezählt werden, was seit Inbetriebnahme des Fischpasses im Jahr 2000 bereits jetzt einen neuen Jahresrekord darstellt. Im bislang besten Jahr 2002 waren es insgesamt 103 Lachse gewesen.

Der für den Fischpass Iffezheim verantwortliche Fischereireferent Frank Hartmann vom Regierungspräsidium Karlsruhe erkennt in dieser positiven Entwicklung bei den aus dem Atlantik zurückkehrenden Atlantischen Lachsen die Früchte vieler Akteure in diesem Großprojekt. Vom Rheindelta in Holland, über den Rheinstrom in Deutschland und Frankreich bis in den Hochrhein mit seinen Zuflüssen in der Schweiz sind ansässige Bürger, Verbände, Organisationen und Verwaltungen vielfach engagiert, um die Lebensraumbedingungen für die Fischarten Lachs, Meerforelle, Maifisch und die Neunaugen fortlaufend zu verbessern. In zahlreichen Gewässern werden Schutzeinrichtungen, Wanderhilfen und Lebensräume für Fische geschaffen. Das langfristige Ziel unter der Gesamtkoordination der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) ist es, wieder einen funktionsfähigen und reich vernetzten Rheinlebensraum für Wanderfische herzustellen. Intakte und saubere Gewässerlebensräume wiederum sind eine wichtige Lebensgrundlage und bedeutende Erholungsräume für den Menschen.
Die Fischereibehörde und die Abteilung Umwelt im Regierungspräsidium Karlsruhe arbeiten konsequent und nachhaltig daran, dass in den Wanderfischgewässern Alb und Murg die Bedingungen für ein Überleben von Wanderfischen wieder möglich sein wird. Es sind enorme Anstrengungen, viel Geduld und ein solides Fachwissen erforderlich, um die in den vergangenen Jahrzehnten zum Teil sehr stark denaturierten Fließgewässer wieder naturnah zu gestalten, so Hartmann. Sowohl an der Alb als auch an der Murg sind bislang sehr positive Entwicklungen bei der Revitalisierung zu verzeichnen und diese werden nun für alle sichtbar.

Die Lachsrückkehrer in Iffezheim sind ein Signal, dass es wieder solche naturnahen Abschnitte in unseren Gewässern gibt. Auch andere Wanderfischarten wie die Meerforelle oder die Neunaugen liefern wertvolle Hinweise auf die Natürlichkeit von Gewässern, da allesamt sehr hohe Ansprüche an ihren Lebensraum haben. Nach aktuellen Daten sind inzwischen etwas verspätet auch die Maifische am Fischpass angekommen. Bislang wurden in Iffezheim etwa 25 Exemplare nachgewiesen. Im vergangenen Jahr fanden über 150 Maifische den Aufstieg. Vermutlich hat das lange anhaltende Hochwasser im Rhein die Einwanderung in den Fischpass Iffezheim verzögert, meint Hartmann. Es ist anzunehmen, dass die Maifische nun verstärkt im Juni eintreffen werden. Im Neckar bei Mannheim sind die Maifische pünktlich bereits Mitte Mai aufgetaucht. Am Fischpass in Ladenburg als Tor zum Neckar konnten vom Staatlichen Fischereiaufseher Dieter Herold im Mai rund 20 Maifische registriert werden.

Die Erfolgsgeschichte des Atlantischen Lachses und seiner Gefährten geht damit in die nächste Runde. Bei allen vorhandenen Wanderfischarten im Rheinsystem sind positive Trends in den Beständen deutlich sichtbar. Das angestrebte Ziel, den im Rhein ehemals ausgestorbenen Lachs wieder gesichert zu etablieren, ist wieder ein Stück näher gerückt. Vor rund 10 Jahren hätte noch keiner gedacht, dass am internationalen Rhein alle Anrainer derart kräftig an einem Strang ziehen, so Hartmann.

Quelle: Regierungspräsidium Karlsruhe


 

Umweltministerkonferenz bekennt sich auf Antrag Baden-Württembergs zum Ausbau der Stromnetze

Bild: Hockenheimer Rheinbogen, Freileitungsmasten
Stromtrassen von RWE und EnBW
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Zahlreiche Hochspannungsleitungen (50 kV und mehr) durchkreuzen den Hockenheimer Rheinbogen. In Deutschland sind die bis zu 30 m hohen Freileitungsmasten für Hoch- und Höchstspannungsleitungen meist für die Aufnahme von zwei oder mehr Stromkreisen ausgelegt.

 22.05.2015 Die Umweltministerkonferenz von Bund und Ländern im bayerischen Bad Staffelstein hat aus Sicht Baden-Württembergs einige wichtige Beschlüsse zu den Themen Energiewende und Klimaschutz gebracht. Ministerialdirektor Helmfried Meinel, der für das baden-württembergische Umweltministerium an der Konferenz teilnahm, zeigte sich nach Abschluss des Treffens zufrieden mit den Beratungen. Es sei gelungen, in wesentlichen Punkten baden-württembergische Positionen in Beschlüssen zu verankern.

Bekenntnis zur Windkraft auch im Süden Deutschlands
Meinel hob besonders zwei Beschlüsse zur Energiewende hervor: „Die UMK bekennt sich ausdrücklich zum Netzausbau und zum Ausbau der Windkraft in ganz Deutschland, also nicht nur im Norden. Das ist eine klare Positionierung für zwei zentrale Erfolgsfaktoren für die Energiewende und die Versorgungssicherheit in Baden-Württemberg."

Nur wenige Tage nach dem Versuch Bayerns, mit einem Alternativvorschlag zur Führung der Übertragungsnetze von Nord nach Süd die Netzausbauplanung einseitig zu Gunsten Bayerns zu beeinflussen, maß Meinel dem Beschluss der UMK große Signalkraft bei. Auch Bayern habe dem Beschluss zugestimmt und sich damit grundsätzlich zur aktuellen Planung der Bundesnetzagentur bekannt.

Erfreut zeigte sich der Ministerialdirektor auch über den mehrheitlichen Wunsch, die Möglichkeiten der Erdverkabelung beim Netzausbau zu erweitern, wo es wirtschaftlich und technisch machbar sei. Beim Thema Wind gebe es in einem für Baden-Württemberg sehr wichtigen Teilbereich ebenfalls Konsens. Konkret laute der Beschluss: „Die Umweltministerinnen, -minister und -senatoren der Länder bitten die Bundesregierung die Ausschreibungsverfahren so zu gestalten, dass der Ausbau der Windenergie nicht nur im Norden Deutschlands erfolgt".

Helmfried Meinel: „Damit haben wir beschlossen, dass die Ausschreibungsmodelle zur Förderung von Erneuerbaren Energien so gestaltet werden, dass es zu einem fairen Wettbewerb zwischen den windreichen Standorten im Norden und den eher weniger windhöffigen Standorten im Süden und in der Mitte Deutschlands kommen kann. Wenn die Bundesregierung den Beschluss umsetzt, bleibt Baden-Württemberg im Spiel um die Windenergie."

Beschlüsse zum Klimaschutz mit „Potenzial nach oben"

Bei den einstimmig zu fassenden Beschlüssen der UMK zum Klimaschutz sieht der Ministerialdirektor im Umweltministerium noch Potenzial nach oben: "Am Brennstoff Kohle und an der Frage, wie ehrgeizig die CO2-Minderungsziele gefasst sein müssten, schieden sich die Geister, weil die ostdeutschen Bundesländer den laufenden Verhandlungen nicht vorgreifen wollten. Da liegen die Interessen zum Teil leider doch sehr weit auseinander." Immerhin habe Baden-Württemberg gemeinsam mit 12 anderen Ländern und dem Bund eine Protokollerklärung gezeichnet, in der sich alle - mit Ausnahme Brandenburgs, Sachsens und Sachsen-Anhalts - für eine Klimaabgabe aussprechen, wie sie das Bundeswirtschaftsministerium vorgeschlagen habe. Mit der Klimaabgabe, so die Auffassung der 14 Unterzeichner, könne die zur Erreichung des nationalen Klimaschutzzieles erforderliche zusätzliche CO2-Minderung von 22 Millionen Tonnen erreicht werden.

In einer zweiten Protokollerklärung bekräftigt Baden-Württemberg seine Auffassung, dass bis zum Jahr 2030 55 Prozent der CO2-Immissionen eingespart werden müssen, um das so genannte 2-Grad-Ziel, also die Begrenzung des Anstiegs der Jahrestemperatur auf höchstens 2 Grad Celsius, noch erreichen zu können. Diese Protokollerklärung ist von acht weiteren Ländern unterzeichnet.


 

Was tun im Klimawandel? Machen Sie mit bei der Umfrage des Umweltministeriums zu den Folgen des Klimawandels

Bild: Umfrage Klimawandel UM
Umfrage zu den Folgen des Klimawandels

Dem Klimawandel entschlossen begegnen und den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase schrittweise verringern - diese Ziele stehen im Vordergrund der Klimapolitik des Landes. Doch selbst bei einer begrenzten weltweiten Klimaerwärmung um zwei Grad, lassen sich für Mensch, Umwelt und Natur weitgehende Folgen ableiten und teilweise schon heute - auch in Baden-Württemberg - erkennen.

Über die gravierenden gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen sind sich die Menschen in sehr unterschiedlichem Umfang bewusst. Deshalb hat das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft eine Online-Umfrage im Beteiligungsportal des Landes gestartet. Hier können Bürgerinnen und Bürger ihre Einschätzungen, Erwartungen und Vorschläge zum Umgang mit den Klimaveränderungen einbringen.

Die Ergebnisse fließen in die Anpassungsstrategie des Landes ein. Mit dieser will sich die Landesregierung gegen die zu erwartenden Klimafolgen wappnen, mögliche Chancen nutzen und Folgekosten verringern. Einen ersten Entwurf der Strategie hat das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft am 14. November vorgestellt.

Machen Sie mit bei der Umfrage des Umweltministeriums und nehmen Sie sich circa 15 Minuten Zeit, um die 19 Fragen zu den Auswirkungen des Klimawandels zu beantworten! Die Teilnahme ist bis zum 19. Dezember 2015 möglich.


 

Wanderungsmöglichkeiten für Wildtiere verbessern

 
Bild: Grünbrücke - Strasse
Grünbrücken als Ausgleichsmaßnahme
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Die trennende Wirkung von Verkehrswegen wächst mit zunehmender Breite. Einen schmalen Schotterweg vermögen viele Organismen noch leicht zu überwinden, sodass ein Austausch zwischen den Populationen weiterhin bestehen kann. Eine breite Autobahn oder Bundesstraße hingegen isoliert die Populationen im Laufe der Zeit völlig voneinander. Neben der direkten Flächeninanspruchnahme bewirken Strassen auf beiden Seiten deutliche ökologische Beeinträchtigungen in den angrenzenden Lebensräumen.

Die Verluste an Amphibien, Kleinsäugern und Vögeln haben in den letzten Jahren durch die ständige Erhöhung des Straßenverkehrs und die fortlaufende Verdichtung des Straßennetzes stark zugenommen. Insbesondere Igel, Amphibien sowie Greif- und Singvögel sind häufige Opfer (Kollisionstod). Die Erwärmung der Luft über Asphaltflächen führt gerade in den Übergangsjahreszeiten Frühjahr und Herbst zu hohen Insektendichten, und zieht damit zahlreiche insektenfressende Kleinvögel an. Der Großteil dieser Vögel zählt zu den "Niedrigfliegern". Dem Kollisionstod der Altvögel folgt der schleichende, unsichtbare Tod verwaister Nestlinge. Vogelschlag durch Strassenverkehr entspricht einer ungerichteten biologischen Auslese und kann erhebliche Populationsverluste bewirken.

Zur Lösung dieser Problematik wurden in den letzten Jahren verschiedene Schutzmaßnahmen eingeleitet:

  • Verkehrsrechtliche Anordnungen (Hinweisschilder, Strassensperrungen)
  • Dauereinrichtungen (Leitsysteme, Durchlässe, Grünbrücken)

  • KRANZ, B., JAEGER, J., ESSWEIN, H. (2002): Flächenzerschneidung in Baden-Württemberg. Neuauflage mit Zeitreihen 1930 - 1998. Kurzinformation der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg (Selbstverlag), Stuttgart, 20 S.

     
    Bild: Europäische Wildkatze, schleichend
    Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris)
    (© BUND, Autor: Th. Stephan)

    09.03.2015 Staatssekretärin Gisela Splett setzt sich für Querungshilfen an der B 31 bei Titisee-Neustadt ein, um die biologische Vielfalt im Land zu erhalten. „Viele Tier- und Pflanzenarten in Baden-Württemberg stehen bereits heute auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Diesem negativen Trend müssen wir entgegenwirken, indem wir Artenschutz flächenwirksam gestalten und als Querschnittsaufgabe verstehen. Dazu gehört die Schaffung einer Infrastruktur, die es Wildtieren erlaubt, möglichst hindernisfrei zu wandern“, erklärte Staatssekretärin Gisela Splett bei einer Ortsbesichtigung an der B 31. Splett setzt sich dafür ein, dass an der B 31 östlich von Titisee-Neustadt, auf dem Gebiet der Gemeinde Friedenweiler, Querungshilfen über die hier dreispurig ausgebaute B 31 entstehen.

    Um den Naturschutz voranzutreiben und den Auswirkungen der sogenannten „grauen“ Infrastruktur, das heißt Siedlungs- und Verkehrsflächen, entgegenzuwirken, arbeitet das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur an einem landesweiten Wiedervernetzungskonzept. Hierbei sollen Lebensräume von Wildtieren und Pflanzen an bestehenden Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen bestmöglich miteinander vernetzt werden. Ein wichtiger Bestandteil der Bemühungen im Land ist dabei die Umsetzung der im „Bundesprogramm Wiedervernetzung“ enthaltenen Maßnahmen an Autobahnen und Bundesstraßen.

    „Die vorgesehene Wiedervernetzungsmaßnahme an der B 31 ist eines von zwölf im Bundesprogramm enthaltenen Projekten und hat für uns sehr hohe Priorität.“ Bei Friedenweiler verläuft in den Wäldern südlich und nördlich der B 31 ein Wildtierkorridor, über den Tiere vom Südschwarzwald in den Mittleren Schwarzwald und dann weiter über den Nordschwarzwald zum Beispiel in den Odenwald wandern können. Allerdings ist der naturräumlich eigentlich vorhandene Wildtierkorridor in der Praxis kaum noch durchlässig. Denn der permanente Verkehr mit einem Aufkommen von täglich über 18.000 Fahrzeugen hindert die Wildtiere an der Wanderung. Eine Querungshilfe in Form einer Grünbrücke ist daher unbedingt notwendig und, im Unterschied zu vielen anderen Bereichen der B 31, topographisch auch machbar.

    Eine Grünbrücke muss so gestaltet werden, dass sie einer Vielzahl von Tierarten die Querung ermöglicht. Zusätzlich muss auch das „Hinterland“ beidseits der Straße für die Wildtiere so attraktiv sein, dass sie sich zunächst dort aufhalten können, bevor sie weiterwandern. Die Wälder in der Umgebung einer künftigen Grünbrücke über die B 31 erfüllen diese Anforderung derzeit noch nicht, so dass zu der vorgesehenen Wiedervernetzungsmaßnahme unbedingt auch eine naturschutzfachliche Aufwertung des umgebenden Waldes gehört. Dann können Tierarten wie Rehe, Wildschweine und Füchse, aber gegebenenfalls später auch die Wildkatze und der Luchs, die B 31 wieder gefahrlos queren.

    „Ich bin zuversichtlich, dass wir mit vereinten Kräften eine grüne Infrastruktur schaffen können die  dazu beiträgt, dass die biologische Vielfalt langfristig erhalten bleibt. Ich danke deshalb allen, die sich für die Schaffung eines Netzes von grünen Korridoren im Land einsetzen“, zeigte sich Frau Splett erfreut über die gute Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Akteuren.

    Verkehrsaufkommen und Wildunfälle

    Seit 1975 hat sich das Verkehrsaufkommen in Deutschland vervierfacht: Im selben Zeitraum hat sich dich die Zahl der Wildunfälle verfünffacht. Ein deutliches Zeichen, dass Wildtiere immer mehr Barrieren überwinden müssen, um Nahrung oder Partner zu finden. In unserer dicht bebauten und von Verkehrswegen durchzogenen Kulturlandschaft ist es für Wildtiere nicht einfach, von einem Lebensraum zum anderen zu wandern. Sie stoßen dabei auf eine Vielzahl von Hindernissen, vor allem in Form von Siedlungen und von dichtbefahrenen Straßen. All dies trägt zu der in den letzten Jahrzehnten immer stärker gewordenen Gefährdung vieler Tier- und Pflanzenarten bei.


     

    Höhlen auf der Schwäbischen Alb für Unesco-Welterbe nominiert

    Bild: Hohler Fels bei Schelklingen - Fundstätte
    Hohle Fels bei Schelklingen (Alb-Donau-Kreis) - Fundstätte der Venus von der Alb
    (© LGRB, Autor: Burgmeier, Bergner)

    Nordöstlich von Schelklingen ragen aus dem Oberem Massenkalk des Weißen Jura, drei Felsentürme aus dem unteren rechten Talhang der Schelklinger Ach. Am Fuß des mittleren Felsens (Hohle Fels) befindet sich ein torbogenförmiger, vergitterter Zugang (Breite  5 m, Eingangshöhe ca. 3 m) zu der 120 m langen Höhle des Hohlen Fels.

    Im September 2008 wurde hier die bekannte Figurine "Venus von der Alb" geborgen. Mit einem geschätzten Alter von 35.000 Jahre ist sie bislang die älteste geschnitzte Menschenfigur der Welt. Die Figur lag zerbrochen in sechs Fragmenten etwa 20 Meter vom Höhleneingang entfernt. Zuvor wurden bereits in den Jahren 1870/71 zahlreiche Funde aus der Altsteinzeit hier entdeckt. In den Kriegsjahren diente die Höhle als Bunker.

    Venus von der Alb

     

     

     

     

    Venus von der Alb
    © picture-alliance / dpa

    Die Karsthöhle ist mit 500 m² Grundfläche und einem Rauminhalt von 6000 m³ eine der größten Höhlenhallen Süddeutschlands und entsprechend kulturgeschichtlich wertvoll - Naturdenkmal.

    Die Chancen der Schwäbischen Alb mit den Höhlen der ältesten Eiszeitkunst auf den Titel als Unesco-Welterbestätte steigen. Die Kultusministerkonferenz hat den Antrag positiv bewertet, wie das Kultusministerium am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. „Die Entscheidung der Kultusministerkonferenz, den Vorschlag  Baden-Württembergs Höhlen der ältesten Eiszeitkunst zu nominieren, kann  als ein sehr großer Erfolg für das Land gewertet werden“, sagte Wissenschaftministerin Theresia Bauer.

    Die Höhlen der ältesten Eiszeit wurden vom Fachbeirat auf den ersten Platz  gesetzt. Grundvoraussetzung für einen Antrag auf den Status ist, dass eine Stätte von „außergewöhnlichem universellen Wert“ sein muss. Wie ein Ministeriumssprecher mitteilte, ist nun davon auszugehen, dass auch die  Unesco-Kommission in Paris dem Vorschlag zustimmt.

    Derzeit  liegen 4 von bundesweit 38 Welterbestätten im Südwesten. Neben der  Klosteranlage Maulbronn sind es der obergermanisch-rätische Limes, die Klosterinsel Reichenau und die prähistorischen Pfahlbauten am Bodensee.

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    Das EU-Schulfruchtprogramm

     
    Bild: Äpfel
    Reife Äpfel
    (© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

    Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war es üblich, Äpfel im eigenen Garten oder auf dem "Äckerle" anzubauen. Mit Beginn des Industriezeitalters wanderten viele Menschen in die Großstädte. Die Selbstversorgung aus dem heimischen Obstgarten ging zurück. Es entwickelte sich der erwerbsmäßige Obstanbau.

    In den gemäßigten Breiten der Erde ist Apfel heutzutage das meistgeerntete Obst. Weltweit werden jährlich über 60 Mio Tonnen des mehr oder weniger rotbäckigen Kernobstes aus der Familie der Rosengewächse geerntet - das macht rund 8,5 Kilogramm pro Kopf der Weltbevölkerung.

    gängige Apfelsorten, die besonders für Gärten und den Bio-Anbau geeignet sind:

    Ananas Renette:
    Früchte klein, guter Tafelapfel, Ernte ab Mitte Oktober, guter Geschmack

    Freiherr von Berlepsch:
    hoher Vit. C-Gehalt, sehr guter Tafelapfel, Ernte ab E. Okt., Aufbewahrung in Folien

    Goldrenette v. Bleuheim:
    Tafelapfel, nussartiger Geschmack, saftig, mürbe, Ernte ab M. Okt.

    Boskoop:
    große Früchte, süß-säuerliches Fleisch, Ernte Anfang Okt., gute Lagerfähigkeit

    James Grieve:
    mittelgroß, saftig, säuerlich, Tafelapfel - Frischverzehr, Ernte ab Mitte August

    Ribston Pepping:
    guter Tafelapfel, muskatartig, mittelgroß, gut haltbar, Ernte bis Mitte. Nov..möglich

    Zuccalmaglios Renette:
    guter Tafelapfel, mittelgroß, saftig, Ansprüche an Boden hoch, Ernte im Okt.

    Ontario:
    hoher Vit.C-Gehalt, Ernte Mitte Okt., guter Lager- u. Winterapfel

    Winterambur:
    große Früchte, saftig, Ernte Anfang Okt.

    Hauxapfel:
    Mostsorte, starke Säure, Ernte Mitte Okt.

    Kaiser Wilhelm:
    Tafelapfel, mittelgroß, A. Okt. säuerlichsüß, druckempfindlich

    Gelber Edelapfel:
    hoher Säuregehalt, gute Lagereigenschaften, bes. für Mus - bleibt weiß

    Goldparmäne:
    Tafelapfel - Frischverzehr, aromatisch u. süß, M. Sept., Pollenspender!

    Melrose:
    gutschmeckend, Lagerobst, Ernte Anfang Okt.

     
    Bild: Obst und Gemüse
    Wochenmärkte bieten ein vielfältiges Angebot an Obst und Gemüse
    (© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

    Wochenmärkte und Bauernmärkte bieten dem Verbraucher stets eine große Auswahl an frischen, vitaminreichen Produkten. Hier ist der Kunde noch König.


    ausgewählte Literatur: Leitzmann, C. (2001): Welternährung zu Beginn des 21. Jahrhunderts: Die globale Ernährungssituation. Biologie in unserer Zeit 31(6), S. 408 - 416 (2001), ISSN 0045-205X

    Ziel des EU-Schulfruchtprogramms ist es, Kinder möglichst früh an ein gesundheitsförderndes Ernährungsverhalten heranzuführen und zu vermitteln, dass Obst und Gemüse nicht nur gesund ist sondern auch lecker schmeckt. Neben diesem direkten Effekt soll mit dem Programm auch dem rückläufigen Obst- und Gemüseverzehr entgegengewirkt werden.

    Um dieses Ziel zu erreichen stellt die EU den Mitgliedsstaaten 90 Millionen Euro zur Kofinanzierung von Obst- und Gemüselieferungen an vorschulische und schulische Einrichtungen zur Verfügung.

    Baden-Württemberg nutzt die Chancen, die das Programm bietet.

    Unter Federführung des Ministeriums für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz wurden die Voraussetzungen für die Programmdurchführung geschaffen. Für Baden-Württemberg stehen jährlich mindestens 2 Millionen Euro für Obst- und Gemüsemahlzeiten zur Verfügung. Leider kann das Land nicht für die notwendige Kofinanzierung einstehen. Das heißt 50 Prozent der Kosten müssen von Dritten getragen werden. Dies können zum Beispiel Schulträger, Fördervereine, Eltern oder Sponsoren sein.

    Alltagskompetenz und gesundheitsfördernde Ernährung werden in Schulen und Kindertagesstätten fast nebenbei erlernt. Schon einfache Veränderungen schaffen verführerische Situationen:

    • lassen Sie die Kinder gemeinsam frühstücken
    • ein Korb mit Früchten im Raum motiviert zum Zugreifen
    • in Stücke geschnittene Früchte bleiben selten liegen
    • am Schulkiosk wird frisches Obst und Gemüse angeboten
    • das Früchtethema kann zu jeder Jahreszeit in mehreren Fächern bearbeitet werden
    • Kresse auf der Fensterbank ziehen
    • Kräuter im Schulgarten pflanzen und ernten
    • das Angebot im Lebensmittelhandel testen
    Quelle: MBW Marketinggesellschaft mbH