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Pressemitteilungen des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Pressemitteilungen der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg

LGRB-Nachrichten

Seespiegel-Archiv: Gesamtindex

 
 

Willkommen beim Themenpark Umwelt

Bild: Pinselkäfer
Gebänderter Pinselkäfer (Trichius fasciatus)
(© privat, Autor: C. Ritter)

Den bis 12 mm langen Gebänderten Pinselkäfer (Trichius fasciatus) findet man als Blütenbesucher bzw. Blütenbestäuber im Juni, Juli auf Waldwiesen sowie auf extensiv genutzten Flächen an Waldrändern. Die Larven entwickeln sich in vermoderndem, totem Holz verschiedener Laubbäume.

Gebänderter Pinselkäfer, Deutsche Bundespost 1984

Das Internetportal Themenpark Umwelt ist Teil des Umweltinformationssystems Baden-Württemberg (UIS BW). Konzipiert und entwickelt von der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB), Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und dem Regierungspräsidium Karlsruhe.

Mit einem Informationsangebot von derzeit ca. 2.800 Internetseiten möchte der Themenpark der interessierten Öffentlichkeit die Bedeutung der Umwelt in allgemein verständlicher aber fachlich fundierter Form aufzeigen. Die Internetpräsentation soll zwischen Mensch und Natur vermitteln, nicht zuletzt weil Natur und Landschaft durch ihre Ausprägung, Schönheit und Vielfalt grundlegende Sozialfunktionen erfüllen. Es lohnt sich also hineinzuschauen. Zur Orientierung werden die verschiedenen Zugänge hier kurz vorgestellt:

Der Zugang Unsere Umwelt präsentiert das Inventar an Bodenlandschaften, Geotopen, Mooren, Schutzgebieten sowie das BodenseeWeb.

In den Umweltthemen werden umweltpolitische Fragen zu Abfall als Ressource, Biologischer Vielfalt, Bodenschutz, Klimaschutz und Umweltbildung behandelt und beispielhafte Aktionen wie das Natura-TV präsentiert.

Die Umweltbeobachtung informiert über die Messnetze der landesweiten Bodendauerbeobachtung und über den Landschaftswandel in Baden-Württemberg.

Der Zugang Umwelt erleben führt zu Umwelterlebnisgebieten in Stadt- und Landkreisen. Auch Einrichtungen mit umweltgerechten Freizeitangeboten wie Naturschutzzentren, Freilichtmuseen und Lehrpfade werden hier gezeigt.

Aktuelle Themen


 

Vorsicht Zecken !

 
Bild: Schildzecke, Milbe
Vollgesaugte Schildzecke (Ixodes ricinus)
(© privat, Autor: M. Linnenbach)

Zecken sind bis 0,5 cm kleine blutsaugende Parasiten aus der Familie der Spinnentiere mit 4 Beinpaaren. Am Kopf besitzen sie einen Stechrüssel mit Widerhaken. Im vollgesaugten Zustand können sie bis zu 1 cm groß werden. Meist halten sie sich in Hecken, in hohen Gräsern und Farnen oder im Unterholz (bis ca. 1,5 m Höhe) auf. Sie lassen sich von ihren potenziellen Wirten, die sie an Erschütterungen, Körperwärme und Duftstoffen erkennen, im Vorübergehen von der Pflanze abstreifen und krabbeln dann mehrere Stunden lang am Körper umher, bis sie eine passende Einstichstelle gefunden haben. Besonders die Kniekehlen, der Haaransatz, die Leistenbeuge und die feine Haut hinter den Ohren sind ein beliebtes Ziel.

Zecken, darunter insbesonders die Schildzecken (Ixodiden), sind Überträger von gefährlichen Viren und Bakterien. Sie können unter anderem durch ihren Biss die Infektionskrankheiten Borreliose (Lyme-Desease) und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen.

Die Art Ixodes ricinus, landläufig als „Gemeiner Holzbock“ bekannt, fühlt sich auf den unterschiedlichsten Wirten wohl:  Reptilien, Vögel, Säugetiere - auch der Mensch. Der Holzbock ist in Baden-Württemberg weit verbreitet.

Um Zecken möglichst fernzuhalten, sollte man lange, geschlossene Kleidung und feste Schuhe tragen.

 
Bild: Wanderröte
Wanderröte (Erythema migrans) nach einer Lyme-Borreliose Infektion
(© James Gathany)

16.04.2015 Die gestiegenen Außentemperaturen und die Frühlingssonne machen nicht nur Menschen munter. Auch die Zecken sind aus ihrer Winterruhe erwacht und warten im Gebüsch, an hochgewachsenen Gräsern, an Hecken sowie am Rande von Waldlichtungen bis ein Warmblüter vorbeikommt, den sie als Wirt benutzen können. Die „Mini-Vampire“ sind normalerweise ungefährlich, es sei denn, sie sind mit Krankheitserregern infiziert. Hierzu gehören die Lyme-Borreliose und die Frühsommer- Meningo-Enzephalitis (FSME). Wie „effektiv“ Krankheitskeime übertragen werden, hängt zu einem großen Teil von den zur Verfügung stehenden Wirten ab. Bevorzugen Larven und Nymphen kleinere Wirte wie Kleinsäuger, Igel oder Hasen, halten sich die ausgewachsenen Zecken an größere Wirtstiere wie Rothirsch, Reh oder Wildschwein.

Wer einen Zeckenbiss hat, sollte sich den Zeitpunkt merken und auf Hautrötungen an der Einstichstelle achten. Meist kommen die Krankheiten erst nach einiger Zeit zum Ausbruch. Gegen die FSME hilft eine Schutzimpfung.  Die Behandlung von Borreliose (Erreger: Borrelia burgdorferi, Borrelia afzelii) erfolgt durch mehrfache Verabreichung eines Antibiotikums. Eine vorbeugende Schutzimpfung ist hier nicht möglich. Zahlreiche Forschungseinrichtungen arbeiten derzeit an der Entwicklung eines entsprechenden Impfserums.

In Deutschland zählen vor allem Baden-Württemberg und Bayern zu den Risikogebieten für diese Krankheiten. Insbesondere Personen, die sich viel im Freien aufhalten, sollten sich präventiv gegen FSME impfen lassen. Für einen vollständigen Impfschutz benötigt man drei Teilimpfungen. Nach der dritten Injektion sollte die erste Auffrischung innerhalb von drei Jahren erfolgen, die weiteren alle fünf Jahre.

Warum gibt es derzeit keine besseren Ratschläge, um sich vor Zeckenbissen und den damit möglichen Infektionen und Krankheiten zu schützen? - Der Grund ist, dass man noch zu wenig über Ökologie und Verbreitung der achtbeinigen Parasiten weiß. Also wo überhaupt die verschiedenen Zeckenarten bei uns vorkommen können und ob die jeweilige Dichte infizierter Zecken in Baden-Württemberg aktuell hoch oder gering ist.


 

Natura-TV sendet wieder Live-Videos

18.03.2015 Natura-TV, das Naturerlebnisnetzwerk im Rahmen des Projekts "Lebendige Rheinauen", ist wieder auf Sendung! Erleben Sie live die Kinderstuben von Weißstorch, Wanderfalke & Co.

Wanderfalken: 3 Eier, Weißstörche: 4 Eier (Stand: 10.4.)

Sehen Sie sich auch unsere archivierten Bilder und Videos der vergangenen Jahre an!


 

Achtung beim Bärlauch-Sammeln!

 
Bild: NSG Elsenzaue-Hollmuthang, Bärlauch
Bärlauch (Allium ursinum), Blüten und Blätter
(© LUBW, Autor: C. Antesberger)

Blütezeit ist von April bis Mai. Bärlauch steht zwar nicht unter Schutz, doch ist das Sammeln innerhalb von Naturschutzgebieten und flächenhaften Naturdenkmälern grundsätzlich nicht gestattet.

 
Bild: Maiglöckchen
Maiglöckchen (Convallaria majalis)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Das Maiglöckchen (Convallaria majalis) zählt zu den heimischen Giftpflanzen.


 15.03.2015 Die Bärlauch-Saison hat begonnen. Wer im Wald wild wachsenden Bärlauch sammeln möchte, muss auf der Hut sein. Die Blätter sind nämlich leicht mit den hochgiftigen Blättern von Herbstzeitlosen und Maiglöckchen zu verwechseln. Diese Unwissenheit kann tödliche Folgen haben. Daher rate ich Verbraucherinnen und Verbrauchern, im Zweifelsfall lieber die Finger weg von den Kräutern zu lassen“, sagte Verbraucherminister Alexander Bonde.

In der Frühjahrsküche erfreuen sich die gestielten, schlanken Bärlauchblätter als milder Knoblauchersatz großer Beliebtheit. Da zur gleichen Zeit wie der Bärlauch jedoch auch Herbstzeitlose und Maiglöckchen Saison hätten und diese oft an ähnlichen Stellen wachsen, sei die Verwechslungsgefahr groß. „Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal bilden die Stängel. Jedes Bärlauchblatt wächst an einem einzelnen Stängel aus dem Boden, meist in Gruppen dicht beieinander. Dagegen weisen Maiglöckchen immer zwei Blätter an einem Stängel auf. Bei Herbstzeitlosen wiederum entwickeln sich Stängel umfassende Blätter, das heißt die Blätter liegen zunächst eng am Stängel an und entfalten sich dann“, erklärte der Minister. Ein weiteres Indiz sei der Geruch, so der Minister. „Nur beim Zerreiben von Bärlauchblättern entsteht der typische Knoblauchgeruch. Allerdings nehmen die Hände den Knoblauchgeruch irgendwann an, sodass dieser Kniff keine 100 prozentige Sicherheit gibt.“

Herbstzeitlose und Maiglöckchen speichern in ihren Blättern Inhaltsstoffe, die nach dem Verzehr lebensgefährliche Vergiftungen auslösen können. Vergiftungsanzeichen sind Erbrechen, Krämpfe, akute Kreislaufbeschwerden und blutiger Durchfall. Diese Symptome treten bereits zwei bis sechs Stunden nach dem Essen auf. „Wer nach dem Verzehr von vermeintlichem Bärlauch diese Beschwerden hat, sollte unbedingt sofort einen Arzt aufsuchen“, riet der Minister.

Bonde wies außerdem darauf hin, dass auch wild wachsender Bärlauch nicht ungefährlich sei, da die Blätter mit Eiern des Kleinen Fuchsbandwurms behaftet sein könnten. „Da diese erst bei Kochtemperaturen ab 60 Grad abgetötet werden, bringt meist auch gründliches Waschen oder Einfrieren nichts“, warnte der Verbraucherminister. Wer auf sein Bärlauch-Pesto ungern verzichten möchte, sollte dafür keinen wild gesammelten Bärlauch verwenden, so der Minister abschließend.

Weitere Informationen
Im Zweifel oder bei Notfällen steht die  Vergiftungs-Informations-Zentrale (VIZ) Freiburg unter der Telefonnummer 07 61-1 92 40 rund um die Uhr kostenfrei zur Verfügung. 2004 war ein älteres Ehepaar in Baden-Württemberg tot aufgefunden worden. Nach polizeilichen Ermittlungen hatte das Paar gesammelte Blätter der Herbstzeitlosen für Bärlauch gehalten und war daran gestorben.


 

Wanderungsmöglichkeiten für Wildtiere verbessern

 
Bild: Grünbrücke - Strasse
Grünbrücken als Ausgleichsmaßnahme
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Die trennende Wirkung von Verkehrswegen wächst mit zunehmender Breite. Einen schmalen Schotterweg vermögen viele Organismen noch leicht zu überwinden, sodass ein Austausch zwischen den Populationen weiterhin bestehen kann. Eine breite Autobahn oder Bundesstraße hingegen isoliert die Populationen im Laufe der Zeit völlig voneinander. Neben der direkten Flächeninanspruchnahme bewirken Strassen auf beiden Seiten deutliche ökologische Beeinträchtigungen in den angrenzenden Lebensräumen.

Die Verluste an Amphibien, Kleinsäugern und Vögeln haben in den letzten Jahren durch die ständige Erhöhung des Straßenverkehrs und die fortlaufende Verdichtung des Straßennetzes stark zugenommen. Insbesondere Igel, Amphibien sowie Greif- und Singvögel sind häufige Opfer (Kollisionstod). Die Erwärmung der Luft über Asphaltflächen führt gerade in den Übergangsjahreszeiten Frühjahr und Herbst zu hohen Insektendichten, und zieht damit zahlreiche insektenfressende Kleinvögel an. Der Großteil dieser Vögel zählt zu den "Niedrigfliegern". Dem Kollisionstod der Altvögel folgt der schleichende, unsichtbare Tod verwaister Nestlinge. Vogelschlag durch Strassenverkehr entspricht einer ungerichteten biologischen Auslese und kann erhebliche Populationsverluste bewirken.

Zur Lösung dieser Problematik wurden in den letzten Jahren verschiedene Schutzmaßnahmen eingeleitet:

  • Verkehrsrechtliche Anordnungen (Hinweisschilder, Strassensperrungen)
  • Dauereinrichtungen (Leitsysteme, Durchlässe, Grünbrücken)

  • KRANZ, B., JAEGER, J., ESSWEIN, H. (2002): Flächenzerschneidung in Baden-Württemberg. Neuauflage mit Zeitreihen 1930 - 1998. Kurzinformation der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg (Selbstverlag), Stuttgart, 20 S.

     
    Bild: Europäische Wildkatze, schleichend
    Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris)
    (© BUND, Autor: Th. Stephan)

    09.03.2015 Staatssekretärin Gisela Splett setzt sich für Querungshilfen an der B 31 bei Titisee-Neustadt ein, um die biologische Vielfalt im Land zu erhalten. „Viele Tier- und Pflanzenarten in Baden-Württemberg stehen bereits heute auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Diesem negativen Trend müssen wir entgegenwirken, indem wir Artenschutz flächenwirksam gestalten und als Querschnittsaufgabe verstehen. Dazu gehört die Schaffung einer Infrastruktur, die es Wildtieren erlaubt, möglichst hindernisfrei zu wandern“, erklärte Staatssekretärin Gisela Splett bei einer Ortsbesichtigung an der B 31. Splett setzt sich dafür ein, dass an der B 31 östlich von Titisee-Neustadt, auf dem Gebiet der Gemeinde Friedenweiler, Querungshilfen über die hier dreispurig ausgebaute B 31 entstehen.

    Um den Naturschutz voranzutreiben und den Auswirkungen der sogenannten „grauen“ Infrastruktur, das heißt Siedlungs- und Verkehrsflächen, entgegenzuwirken, arbeitet das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur an einem landesweiten Wiedervernetzungskonzept. Hierbei sollen Lebensräume von Wildtieren und Pflanzen an bestehenden Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen bestmöglich miteinander vernetzt werden. Ein wichtiger Bestandteil der Bemühungen im Land ist dabei die Umsetzung der im „Bundesprogramm Wiedervernetzung“ enthaltenen Maßnahmen an Autobahnen und Bundesstraßen.

    „Die vorgesehene Wiedervernetzungsmaßnahme an der B 31 ist eines von zwölf im Bundesprogramm enthaltenen Projekten und hat für uns sehr hohe Priorität.“ Bei Friedenweiler verläuft in den Wäldern südlich und nördlich der B 31 ein Wildtierkorridor, über den Tiere vom Südschwarzwald in den Mittleren Schwarzwald und dann weiter über den Nordschwarzwald zum Beispiel in den Odenwald wandern können. Allerdings ist der naturräumlich eigentlich vorhandene Wildtierkorridor in der Praxis kaum noch durchlässig. Denn der permanente Verkehr mit einem Aufkommen von täglich über 18.000 Fahrzeugen hindert die Wildtiere an der Wanderung. Eine Querungshilfe in Form einer Grünbrücke ist daher unbedingt notwendig und, im Unterschied zu vielen anderen Bereichen der B 31, topographisch auch machbar.

    Eine Grünbrücke muss so gestaltet werden, dass sie einer Vielzahl von Tierarten die Querung ermöglicht. Zusätzlich muss auch das „Hinterland“ beidseits der Straße für die Wildtiere so attraktiv sein, dass sie sich zunächst dort aufhalten können, bevor sie weiterwandern. Die Wälder in der Umgebung einer künftigen Grünbrücke über die B 31 erfüllen diese Anforderung derzeit noch nicht, so dass zu der vorgesehenen Wiedervernetzungsmaßnahme unbedingt auch eine naturschutzfachliche Aufwertung des umgebenden Waldes gehört. Dann können Tierarten wie Rehe, Wildschweine und Füchse, aber gegebenenfalls später auch die Wildkatze und der Luchs, die B 31 wieder gefahrlos queren.

    „Ich bin zuversichtlich, dass wir mit vereinten Kräften eine grüne Infrastruktur schaffen können die  dazu beiträgt, dass die biologische Vielfalt langfristig erhalten bleibt. Ich danke deshalb allen, die sich für die Schaffung eines Netzes von grünen Korridoren im Land einsetzen“, zeigte sich Frau Splett erfreut über die gute Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Akteuren.

    Verkehrsaufkommen und Wildunfälle

    Seit 1975 hat sich das Verkehrsaufkommen in Deutschland vervierfacht: Im selben Zeitraum hat sich dich die Zahl der Wildunfälle verfünffacht. Ein deutliches Zeichen, dass Wildtiere immer mehr Barrieren überwinden müssen, um Nahrung oder Partner zu finden. In unserer dicht bebauten und von Verkehrswegen durchzogenen Kulturlandschaft ist es für Wildtiere nicht einfach, von einem Lebensraum zum anderen zu wandern. Sie stoßen dabei auf eine Vielzahl von Hindernissen, vor allem in Form von Siedlungen und von dichtbefahrenen Straßen. All dies trägt zu der in den letzten Jahrzehnten immer stärker gewordenen Gefährdung vieler Tier- und Pflanzenarten bei.


     

    Förderprogramm Klimaschutz mit System EXTRA gestartet

    Bild: Wasserkraftwerk Karlstor Heidelberg, Rhein-Neckar-Kreis
    Kommunales Unterwasserkraftwerk am Karlstor in Heidelberg
    (© B. Grießmann)

    Aus Gründen des Denkmalschutzes wurde das Wasserkraftwerk auf die Flusssohle des Neckars versenkt. Zu sehen ist nur das historische Stauwehr und eine Reinigungseinrichtung. Das Kraftwerkshaus mit jeweils zwei Rohrturbinen und Generatoren befindet sich unter dem rechten Wehr. Die erzeugte Energie deckt den Energiebedarf von ungefähr 5.000 Haushalten.

     01.03.2015 Das Umweltministerium startet ein neues Förderprogramm im kommunalen Klimaschutz. Das Programm richtet sich speziell an Kommunen bis zu einer Größe von 20.000 Einwohnern und ergänzt das seit 2014 angebotene Programm „Klimaschutz mit System“.

    Umweltminister Franz Untersteller forderte zum Start des Förderprogramms die angesprochenen Kommunen zur Teilnahme auf und warb für einen ambitionierten Klimaschutz auf kommunaler Ebene: „Klimaschutz wird vor allem in den Städten und Gemeinden und von den dort lebenden Menschen umgesetzt. Baden-Württemberg zeichnet sich auch in diesem Bereich durch viel Initiative aus, die wir befördern und unterstützen wollen.“

    Städten und Gemeinden kommt nach dem Klimaschutzgesetz des Landes eine besondere Vorbildfunktion zu. Mit dem neuen Förderprogramm sollen vor allem Vorhaben gefördert werden, mit denen die Kommunen gut sichtbar in Klimaschutz investieren. „Solche guten Vorbilder finanzieren wir deshalb mit einem Betrag von bis zu 100.000 Euro mit“, so der Minister.

    Voraussetzung für die Förderung einer Klimaschutzmaßnahme ist neben der Einwohnerzahl unter anderem, dass die Maßnahme Teil eines kommunalen Klimaschutzkonzeptes oder Quartierskonzeptes sein muss oder im Rahmen der Teilnahme am Wettbewerb European Energy Award (eea) entwickelt wurde.

    „Uns geht es besonders um die Systematik, deshalb 'Klimaschutz mit System', und das bedeutet, dass Klimaschutz in der geförderten Kommune einen nachgewiesenen und langfristigen Stellenwert haben soll“, so Untersteller. Förderfähig sind sowohl investive als auch nicht-investive Maßnahmen, zum Beispiel aus dem Bereich Bildung und Aufklärung zum Thema Klimaschutz und Treibhausgasreduzierung. Kommunen können ihre Projektskizzen für die Teilnahmebewerbung bis Ende Juni einreichen, die förderfähigen Projekte werden dann anhand transparenter Auswahlkriterien ausgewählt. Danach können die ausgewählten Kommunen den konkreten Förderantrag stellen.


     

    Neue Windkraftanlage Hornisgrinde genehmigt - ''Repowering'' des ältesten Windparks im Land vervielfacht bisherige Leistung

    Bild: NSG Hornisgrinde (Ortenaukreis), Windräder
    NSG Hornisgrinde - Erzeugung von Windenergie lohnt sich hier
    (© W. Detemple)

    13.02.15 Das Landratsamt Ortenaukreis hat heute (13.02.) den Bau einer Windkraftanlage auf der Hornisgrinde genehmigt. Die Anlage mit einer Leistung von 2,3 Megawatt und einer Gesamthöhe von 120 Metern ersetzt den ersten Windpark im Land aus dem Jahr 1994 mit drei kleineren Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 350 Kilowatt und einer Höhe von jeweils 35 Metern.

    Für Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller verdeutlicht die Genehmigung das große Potenzial des sogenanntes „Repowerings“ an Standorten mit bereits bestehenden, älteren Windkraftanlagen: Zwar seien moderne Anlagen um ein Vielfaches höher und damit auf größere Entfernung sichtbar als ältere Anlagen. „Dafür erzeugt die nun genehmigte Anlage auf der Hornisgrinde aber auch fast sieben Mal so viel Leistung wie die drei alten Anlagen zusammen genommen.“

    Außerdem sei die Genehmigung ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, dass auch eine Vielzahl von tatsächlichen und befürchteten Konflikten mit entgegenstehenden Belangen mit dem Ausbau der Windkraft in Einklang zu bringen sei, so Minister Untersteller weiter. Auf der Hornisgrinde befinden sich zum Beispiel eine Funk-Antenne der Bundeswehr, Peil-Empfänger der Bundesnetzagentur und ein Sendemast des SWR, der Standort der Anlage befindet sich nicht nur in einem Flora-Fauna-Habitat-Gebiet, sondern auch in einem Landschafts- und Wasserschutzgebiet. Auch der Schutz des Auerhuhns muss gewährleistet werden.

    „Ich danke allen Beteiligten für ihren konstruktiven Einsatz und ihre Geduld, die vielfältigen und oft auch schwierigen Fragen gründlich zu prüfen und die widerstreitenden Interessen aufeinander abzustimmen. Die Genehmigung der Anlage an einem der windreichsten Standorte in Baden-Württemberg ist ein positives Signal für den notwendigen Ausbau der Windkraft im Land.“

    Ergänzende Informationen

    Kurz vor Jahresende wurden noch zahlreiche Windenergieanlagen genehmigt, die am 31. Dezember 2014 noch nicht in der Datenbank erfasst waren. Daher erhöht sich die Gesamtzahl der im Jahre 2014 genehmigten und von den Immissionsschutzbehörden gemeldeten Anlagen auf 80 statt der bisher veröffentlichten Zahl von 62 Anlagen.

    Weitere Informationen

    Windenergieausbau


     

    Internationales Jahr des Bodens 2015

    Bild: TP_BGL2_01 Braunerde-Podsol aus Buntsandsteinhangschutt
    Braunerde-Podsol aus Buntsandsteinhangschutt bei Bad-Wildbad
    (© LGRB, Autor: W.Fleck)

    Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2015 zum "Internationalen Jahr des Bodens" ausgerufen. Böden erfüllen vielfältige Funktionen im Naturhaushalt. Durch ihre Lage unter der Erdoberfläche haben Böden als Naturkörper es schwer, die nötige Aufmerksamkeit zu gewinnen. Das Internationale Jahr des Bodens bietet deshalb eine große Chance, die Themen "Boden und Bodenschutz" mehr in das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger zu tragen.

    Eine aktulle Präsentation des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) zeigt typische Bodenprofile der 26 Bodengroßlandschaften Baden-Württembergs. In zweiwöchigem Wechsel wird je ein Bodenprofil mit Foto, Lagekarte und Textbeschreibung vorgestellt. Dazu kommen Bilder charakteristischer Landschaftsteile und Geotope. Informationen zu den Bodenprofildaten und Links zu ausführlichen Beschreibungen der Bodenlandschaften im Themenpark Umwelt Baden-Württemberg ergänzen das Angebot.

    Das LGRB ist mit der Erstellung von Bodenkarten im Rahmen der bodenkundlichen Landesaufnahme von Baden-Württemberg beauftragt. Dabei werden auch repräsentative Bodenprofile als Muster ausgewählt, ausführlich beschrieben und beprobt. Im Labor werden die Proben auf wichtige bodenphysikalische und -chemische Kenngrößen hin analysiert. Die Ergebnisse dienen der Absicherung der bei der Kartierung im Gelände erhobenen und durch Auswertungsprogramme ermittelten Bodendaten. Diese Bodenprofile bilden die Grundlage für die vorgestellte Auswahl.


    Ansprechpartner:
    Michael Weiß

    Quelle: Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau


     

    Bewerbung für Naturschutzprojekte 2016 ab sofort möglich

    Bild: Junge Uhus (Bubo bubo)
    Junguhus (Bubo bubo) bei Dietlingen im Enzkreis
    (© AGW, Autor: B. Fischer)

    Aufgrund umfangreicher Schutzmaßnahmen nehmen Uhus in Baden-Württemberg wieder zu.

    05.02.2015 „Mit der Naturschutzstrategie Baden-Württemberg hat die grün-rote Landesregierung einen bundesweit einzigartigen Fahrplan für einen wirkungsvollen Naturschutz vorgelegt, der Schritt für Schritt umgesetzt wird. Die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg unterstützt die Umsetzung der Naturschutzstrategie Baden-Württemberg. Daher schreibt sie ihre Projektförderung 2016 mit dem Schwerpunkt Umsetzung der Naturschutzstrategie aus“, sagte der Naturschutzminister und Vorsitzende der Stiftung Naturschutzfonds, Alexander Bonde. Er gab damit den Startschuss für die Einreichung von Projektanträgen für das Jahr 2016.

    Für alle an einer Projektförderung Interessierten bietet die Stiftung Naturschutzfonds am 10. März 2015 in Stuttgart eine Informationsveranstaltung zur Ausschreibung 2016 an. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter Stiftung Naturschutz Baden-Württemberg. Dort finden Sie unter „Förderung“ und „Ausschreibung 2016“ außerdem Informationen zur Ausschreibung sowie zur Antragstellung inklusive Antragsformular abrufbar.

    Die Naturschutzstrategie Baden-Württemberg der grün-roten Landesregierung hat in erster Linie das Ziel, die biologische Vielfalt in Baden-Württemberg zu stabilisieren, also die heimischen Tier- und Pflanzenarten und ihre genetische Vielfalt zu erhalten, ihre Lebensräume zu sichern und ihre Überlebenschancen zu verbessern. Damit wird der Beitrag Baden-Württembergs formuliert, um das von der internationalen Staatengemeinschaft und der Europäischen Union definierte Ziel zu erreichen, den dramatischen Verlust der biologischen Vielfalt bis 2020 zu stoppen und eine positive Entwicklung bis 2050 einzuleiten.

    Weiterführender Link

    Naturschutzstrategie Baden-Württemberg


     

    Biosphärengebiet Südschwarzwald

    Weidfeld am NSG Taubenmoos im Südschwarzwald (Aufn. 2014)
    (© LUBW, Autor: J. Schaber)

    Das NSG Taubenmoos liegt in 970 - 1050 m.ü.NN im Süden des Bernauer Hochtals im Naturpark Südschwarzwald.


    21.01.2015 Das Jahr 2015 fängt richtig gut an. Die Vorbereitungen für das Biosphärengebiet Südschwarzwald befinden sich auf einem hervorragenden Weg, weil inzwischen sehr viele Gemeinden dabei sein wollen. Das Land Baden-Württemberg hat verbindliche Zusagen gemacht, um das Projekt auf den Weg zu bringen und finanziell zu unterstützen. Naturschutzminister Alexander Bonde und die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer haben die Öffentlichkeit über den aktuellen Stand der Vorbereitungen zu einem möglichen Biosphärengebiet Südschwarzwald informiert. Die Kernzone mit einem Flächenanteil von rund drei Prozent, die nicht bewirtschaftet wird, soll wie beim Biosphärengebiet Schwäbische Alb aus Staats- und Kommunalwald bestehen – überwiegend aus bereits lange unter Schutz stehenden Gebieten wie beispielsweise Bannwäldern. Privatwälder sind davon nicht betroffen.

     

    Was tun im Klimawandel? Machen Sie mit bei der Umfrage des Umweltministeriums zu den Folgen des Klimawandels

    Bild: Umfrage Klimawandel UM
    Umfrage zu den Folgen des Klimawandels

    Dem Klimawandel entschlossen begegnen und den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase schrittweise verringern - diese Ziele stehen im Vordergrund der Klimapolitik des Landes. Doch selbst bei einer begrenzten weltweiten Klimaerwärmung um zwei Grad, lassen sich für Mensch, Umwelt und Natur weitgehende Folgen ableiten und teilweise schon heute - auch in Baden-Württemberg - erkennen.

    Über die gravierenden gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen sind sich die Menschen in sehr unterschiedlichem Umfang bewusst. Deshalb hat das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft eine Online-Umfrage im Beteiligungsportal des Landes gestartet. Hier können Bürgerinnen und Bürger ihre Einschätzungen, Erwartungen und Vorschläge zum Umgang mit den Klimaveränderungen einbringen.

    Die Ergebnisse fließen in die Anpassungsstrategie des Landes ein. Mit dieser will sich die Landesregierung gegen die zu erwartenden Klimafolgen wappnen, mögliche Chancen nutzen und Folgekosten verringern. Einen ersten Entwurf der Strategie hat das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft am 14. November vorgestellt.

    Machen Sie mit bei der Umfrage des Umweltministeriums und nehmen Sie sich circa 15 Minuten Zeit, um die 19 Fragen zu den Auswirkungen des Klimawandels zu beantworten!


     

    Umweltministerium Baden-Württemberg übernimmt Vorsitz in der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall - LAGA

    Bild: Sammlung gelber Sack
    Sammlung von Kunststoffverpackungen im gelben Sack
    (© LUBW, Autor: M. Grümer)

    01.01.2015 Baden-Württemberg übernimmt mit Beginn des Jahres turnusgemäß für zwei Jahre den Vorsitz der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall von Thüringen. Die LAGA ist ein Arbeitsgremium der Umweltministerkonferenz und dient dem Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen Bund und Ländern in Bezug auf den Vollzug des Abfallrechts beziehungsweise auf die Gestaltung der Kreislaufwirtschaft. Auslegungs- und Vollzugsfragen im täglichen Umgang mit Abfällen werden in den drei Hauptausschüssen „Recht“, „Produktverantwortung“ und „Abfalltechnik“ diskutiert und weiter entwickelt.

    „Längst sind aus Abfällen Wertstoffe geworden, erklärte Umweltminister Franz Untersteller am 01.01.15 anlässlich der Übernahme des LAGA-Vorsitzes. „Wir müssen uns noch mehr anstrengen, Abfälle wieder in Rohstoffe zu verwandeln. Um das zu schaffen, brauchen wir das Verständnis und die Unterstützung aller Bürgerinnen und Bürger und aller Unternehmen. Vermeidung und Wiederverwertung sind mehr denn je die Maxime unserer Abfallwirtschaft und ein Gebot des nachhaltigen Umgangs mit wertvollen Ressourcen.“

    Thema in der LAGA sind zum Beispiel Fragen, wie „Was darf und muss in den gelben Sack?“ oder „Wie wird die Entsorgung bestimmter Produkte finanziert?“. Bei der Entsorgung vieler Produkte greift die kommunale Müllgebühr, bei anderen wird die Entsorgungsgebühr bereits auf den Kaufpreis geschlagen. Elektrogeräte beispielsweise können deshalb kostenlos an den Wertstoffhöfen der Kreise abgegeben werden, genauso wie Altglas in den Containern entsorgt werden kann oder Verpackungsmüll im gelben Sack. Doch auch viele Fragen zum täglichen und sicheren Umgang mit Abfällen spielen eine Rolle. Zum Beispiel „Müssen Hochleistungsbatterien (Lithium-Ionen), die in jedem Smartphone oder Notebook enthalten sind, vor der Entsorgung vom Verbraucher entnommen werden?“ oder „Wie können noch mehr Bürgerinnen und Bürger davon überzeugt werden, ihre Altbatterien nicht mehr in den Hausmüll zu geben, sondern in die kostenlose Altbatteriesammlung?“.

    Ziel der LAGA ist es, zu beraten, wie Gesetze im Bereich der Kreislauf- und Abfallwirtschaft verbraucher- und vollzugsfreundlicher gestaltet werden können. Im jetzt begonnenen Jahr wird die Länder insbesondere auch das Thema der möglichst einfachen Ausgestaltung der angekündigten Wertstofferfassung beschäftigen. Weitere Informationen, Veröffentlichungen und Hilfen zu wichtigen Themenstellungen der Kreislauf- und Abfallwirtschaft finden Sie auf der Homepage der LAGA.

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    Höhlen auf der Schwäbischen Alb für Unesco-Welterbe nominiert

    Bild: Hohler Fels bei Schelklingen - Fundstätte
    Hohle Fels bei Schelklingen (Alb-Donau-Kreis) - Fundstätte der Venus von der Alb
    (© LGRB, Autor: Burgmeier, Bergner)

    Nordöstlich von Schelklingen ragen aus dem Oberem Massenkalk des Weißen Jura, drei Felsentürme aus dem unteren rechten Talhang der Schelklinger Ach. Am Fuß des mittleren Felsens (Hohle Fels) befindet sich ein torbogenförmiger, vergitterter Zugang (Breite  5 m, Eingangshöhe ca. 3 m) zu der 120 m langen Höhle des Hohlen Fels.

    Im September 2008 wurde hier die bekannte Figurine "Venus von der Alb" geborgen. Mit einem geschätzten Alter von 35.000 Jahre ist sie bislang die älteste geschnitzte Menschenfigur der Welt. Die Figur lag zerbrochen in sechs Fragmenten etwa 20 Meter vom Höhleneingang entfernt. Zuvor wurden bereits in den Jahren 1870/71 zahlreiche Funde aus der Altsteinzeit hier entdeckt. In den Kriegsjahren diente die Höhle als Bunker.

    Venus von der Alb

     

     

     

     

    Venus von der Alb
    © picture-alliance / dpa

    Die Karsthöhle ist mit 500 m² Grundfläche und einem Rauminhalt von 6000 m³ eine der größten Höhlenhallen Süddeutschlands und entsprechend kulturgeschichtlich wertvoll - Naturdenkmal.

    Die Chancen der Schwäbischen Alb mit den Höhlen der ältesten Eiszeitkunst auf den Titel als Unesco-Welterbestätte steigen. Die Kultusministerkonferenz hat den Antrag positiv bewertet, wie das Kultusministerium am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. „Die Entscheidung der Kultusministerkonferenz, den Vorschlag  Baden-Württembergs Höhlen der ältesten Eiszeitkunst zu nominieren, kann  als ein sehr großer Erfolg für das Land gewertet werden“, sagte Wissenschaftministerin Theresia Bauer.

    Die Höhlen der ältesten Eiszeit wurden vom Fachbeirat auf den ersten Platz  gesetzt. Grundvoraussetzung für einen Antrag auf den Status ist, dass eine Stätte von „außergewöhnlichem universellen Wert“ sein muss. Wie ein Ministeriumssprecher mitteilte, ist nun davon auszugehen, dass auch die  Unesco-Kommission in Paris dem Vorschlag zustimmt.

    Derzeit  liegen 4 von bundesweit 38 Welterbestätten im Südwesten. Neben der  Klosteranlage Maulbronn sind es der obergermanisch-rätische Limes, die Klosterinsel Reichenau und die prähistorischen Pfahlbauten am Bodensee.

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    Land lässt landeseigene Staatswaldflächen nach dem FSC-Standard zertifizieren

    Bild: Natursteinwerke Wüst bei Niederhofen, Ldkr. Heilbronn
    Staatswald Oberer Fuchsberg bei Niederhofen (Ldkr. Heilbronn)
    (© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

    Im Zuge der FSC-Zertifizierung verzichtet der Landesbetrieb ForstBW im Staatswald bei der regulären Waldbewirtschaftung zukünftig auf den Einsatz von Pestiziden und auf großflächige Kahlhiebe.


    Untere Forstbehörde Heilbronn

    Lerchenstraße 40

    74072 Heilbronn

     

    Die Landesregierung lässt landeseigene Staatswaldflächen nach dem FSC-Standard zertifizieren. Im Zuge der FSC-Zertifizierung verzichte der Landesbetrieb ForstBW im Staatswald beispielsweise bei der regulären Waldbewirtschaftung zukünftig auf den Einsatz von Pestiziden und auf großflächige Kahlhiebe.

    „Der Staatswald ist besonders dem Allgemeinwohl verpflichtet und übernimmt eine Vorbildfunktion in der umweltgerechten, sozial verträglichen und ökonomisch sinnvollen Waldbewirtschaftung. Wir wollen sicherstellen, dass auch zukünftige Generationen einen verantwortungsvoll bewirtschafteten Wald mit funktionierendem Ökosystem vorfinden. Gleichzeitig soll die langfristige wirtschaftliche Nutzung von Holz als bedeutendem nachwachsendem Rohstoff möglich sein. Die Landesregierung lässt deshalb die landeseigenen Staatswaldflächen nach dem anerkannten FSC-Standard zertifizieren“, sagte Forstminister Alexander Bonde anlässlich der im Mai 2014 bevorstehenden FSC-Zertifizierung des Staatswaldes.

    Im Zuge der FSC-Zertifizierung verzichte der Landesbetrieb ForstBW im Staatswald beispielsweise bei der regulären Waldbewirtschaftung zukünftig auf den Einsatz von Pestiziden und auf großflächige Kahlhiebe. Die Vitalität der Waldböden bleibe dauerhaft erhalten durch eine schonende Befahrung und eine standortangepasste Nutzung. „Die moderne Waldbewirtschaftung, die bereits im etablierten Alt- und Totholzkonzept zum Tragen kommt, ergänzt der Landesbetrieb ForstBW durch die neue Waldbaurichtlinie und die Gesamtkonzeption Waldnaturschutz. FSC ist damit so etwas wie ein Öko-Siegel für den Wald“, so Bonde. Die unabhängigen Auditoren überprüften auch die Anforderungen an die Arbeitssicherheit und die Gesundheitsvorsorge.

    FSC Zertifikat

    FSC, als Zertifikat von kommunalen und größeren privaten Forstbetrieben gestartet, ist heute auch in den Staatswäldern angekommen. Die Landeswälder im Saarland, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Berlin und in Teilen Rheinland-Pfalz sind FSC zertifiziert. Hessen und Niedersachsen haben die FSC-Zertifizierung ebenfalls angekündigt.

    Das gleichrangige Zusammenführen von ökologische, sozialen und ökonomischen Erfordernissen ist wesentliches Element des FSC-Standards. Unabhängige externe Auditoren überprüfen jährlich ForstBW hinsichtlich der Einhaltung der FSC-Kriterien und veröffentlichen die Resultate in einem Bericht.


     

    Das EU-Schulfruchtprogramm

     
    Bild: Äpfel
    Reife Äpfel
    (© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

    Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war es üblich, Äpfel im eigenen Garten oder auf dem "Äckerle" anzubauen. Mit Beginn des Industriezeitalters wanderten viele Menschen in die Großstädte. Die Selbstversorgung aus dem heimischen Obstgarten ging zurück. Es entwickelte sich der erwerbsmäßige Obstanbau.

    In den gemäßigten Breiten der Erde ist Apfel heutzutage das meistgeerntete Obst. Weltweit werden jährlich über 60 Mio Tonnen des mehr oder weniger rotbäckigen Kernobstes aus der Familie der Rosengewächse geerntet - das macht rund 8,5 Kilogramm pro Kopf der Weltbevölkerung.

    gängige Apfelsorten, die besonders für Gärten und den Bio-Anbau geeignet sind:

    Ananas Renette:
    Früchte klein, guter Tafelapfel, Ernte ab Mitte Oktober, guter Geschmack

    Freiherr von Berlepsch:
    hoher Vit. C-Gehalt, sehr guter Tafelapfel, Ernte ab E. Okt., Aufbewahrung in Folien

    Goldrenette v. Bleuheim:
    Tafelapfel, nussartiger Geschmack, saftig, mürbe, Ernte ab M. Okt.

    Boskoop:
    große Früchte, süß-säuerliches Fleisch, Ernte Anfang Okt., gute Lagerfähigkeit

    James Grieve:
    mittelgroß, saftig, säuerlich, Tafelapfel - Frischverzehr, Ernte ab Mitte August

    Ribston Pepping:
    guter Tafelapfel, muskatartig, mittelgroß, gut haltbar, Ernte bis Mitte. Nov..möglich

    Zuccalmaglios Renette:
    guter Tafelapfel, mittelgroß, saftig, Ansprüche an Boden hoch, Ernte im Okt.

    Ontario:
    hoher Vit.C-Gehalt, Ernte Mitte Okt., guter Lager- u. Winterapfel

    Winterambur:
    große Früchte, saftig, Ernte Anfang Okt.

    Hauxapfel:
    Mostsorte, starke Säure, Ernte Mitte Okt.

    Kaiser Wilhelm:
    Tafelapfel, mittelgroß, A. Okt. säuerlichsüß, druckempfindlich

    Gelber Edelapfel:
    hoher Säuregehalt, gute Lagereigenschaften, bes. für Mus - bleibt weiß

    Goldparmäne:
    Tafelapfel - Frischverzehr, aromatisch u. süß, M. Sept., Pollenspender!

    Melrose:
    gutschmeckend, Lagerobst, Ernte Anfang Okt.

     
    Bild: Obst und Gemüse
    Wochenmärkte bieten ein vielfältiges Angebot an Obst und Gemüse
    (© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

    Wochenmärkte und Bauernmärkte bieten dem Verbraucher stets eine große Auswahl an frischen, vitaminreichen Produkten. Hier ist der Kunde noch König.


    ausgewählte Literatur: Leitzmann, C. (2001): Welternährung zu Beginn des 21. Jahrhunderts: Die globale Ernährungssituation. Biologie in unserer Zeit 31(6), S. 408 - 416 (2001), ISSN 0045-205X

    Ziel des EU-Schulfruchtprogramms ist es, Kinder möglichst früh an ein gesundheitsförderndes Ernährungsverhalten heranzuführen und zu vermitteln, dass Obst und Gemüse nicht nur gesund ist sondern auch lecker schmeckt. Neben diesem direkten Effekt soll mit dem Programm auch dem rückläufigen Obst- und Gemüseverzehr entgegengewirkt werden.

    Um dieses Ziel zu erreichen stellt die EU den Mitgliedsstaaten 90 Millionen Euro zur Kofinanzierung von Obst- und Gemüselieferungen an vorschulische und schulische Einrichtungen zur Verfügung.

    Baden-Württemberg nutzt die Chancen, die das Programm bietet.

    Unter Federführung des Ministeriums für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz wurden die Voraussetzungen für die Programmdurchführung geschaffen. Für Baden-Württemberg stehen jährlich mindestens 2 Millionen Euro für Obst- und Gemüsemahlzeiten zur Verfügung. Leider kann das Land nicht für die notwendige Kofinanzierung einstehen. Das heißt 50 Prozent der Kosten müssen von Dritten getragen werden. Dies können zum Beispiel Schulträger, Fördervereine, Eltern oder Sponsoren sein.

    Alltagskompetenz und gesundheitsfördernde Ernährung werden in Schulen und Kindertagesstätten fast nebenbei erlernt. Schon einfache Veränderungen schaffen verführerische Situationen:

    • lassen Sie die Kinder gemeinsam frühstücken
    • ein Korb mit Früchten im Raum motiviert zum Zugreifen
    • in Stücke geschnittene Früchte bleiben selten liegen
    • am Schulkiosk wird frisches Obst und Gemüse angeboten
    • das Früchtethema kann zu jeder Jahreszeit in mehreren Fächern bearbeitet werden
    • Kresse auf der Fensterbank ziehen
    • Kräuter im Schulgarten pflanzen und ernten
    • das Angebot im Lebensmittelhandel testen
    Quelle: MBW Marketinggesellschaft mbH