Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Umweltinformationssystem BW
Bild: Schwarzstorch
Schwarzstorch (Ciconia nigra)
(© GNU FDL, Autor: M. Szczepanek)

Der Schwarzstorch (Ciconia nigra) ist etwas kleiner als der Weißstorch (Ciconia ciconia). Im Gegensatz zum Weißstorch lebt der Schwarzstorch in dichten, geschlossenen Wäldern, beispielsweise in Auwäldern.

Die Schwarzstorchbestände nehmen im Westen Mitteleuropas seit etwa 25 Jahren wieder leicht zu. In Baden-Württemberg brütete die Vogelart bis 1925 und galt danach als ausgestorben. Nach einer Wiederansiedlung 2001 sind auch hier wieder Brutpaare regelmäßig zu beobachten. Brutnachweise gibt es aus Oberschwaben, Brutverdacht von der Oberen Donau und dem Schwäbisch-Fränkischen Wald.

Gefährdungsursachen für die Art sind Beeinträchtigung oder Zerstörung von Bruthabitaten durch forstliche Maßnahmen sowie die Entwässerung von Bruchwäldern und Waldfeuchtgebieten. Wirkungsvollste Schutzmaßnahmen sind demnach Erhalt und Förderung von Altholzbeständen in naturnahen, gewässerreichen Laub- und Nadelwäldern und die Einrichtung von Schutzzonen mit einem Radius von 500 m um die Horstbäume.

Im Rahmen des im Sommer 2014 begonnenen Projekts der „Kartierung der Brutvorkommen des Schwarzstorches in Baden-Württemberg“ werden vo-raussichtlich ab Mitte März 2015 von Werkvertragsnehmern die ersten Felderfassungen durchgeführt. Auf Grundlage von über 2.000 Einzelbeobachtungen hatte die Ornithologische Gesellschaft Baden-Württemberg im Herbst 2014 im Auftrag der LUBW 39 potenzielle Bruträume für die Art abgegrenzt.


Gefährdung:

Rote Liste Baden-Württemberg 3 = Gefährdet

International geschützt nach der EU-Vogelschutzrichtlinie, hier: Anhang I

Literatur:

Bauer, H.-G., Boschert, M., Förschler, I., Hölzinger, J., Kramer, M. & Mahler, U. (2016): Rote Liste und kommentiertes Verzeichnis der Brutvogelarten Baden-Württembergs. 6. Fassung, Stand 31.12.2013. Naturschutz-Praxis, Artenschutz 11.