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Katzenbuckel
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Katzenbuckel, Landschaft und Geologie
Blick von Waldkatzenbach auf den Katzenbuckel
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Bild: Der Katzenbuckel (Neckar-Odenwald-Kreis)
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Der Katzenbuckel, ein ehemaliger Vulkan und mit 625 m der höchste Berg im Odenwald. Entstanden vor etwa 60 Millionen Jahren durch die Verschiebung der Afrikanischen Scholle nach Norden. Als Folge davon entstand eine gewaltige Druckwelle. Durch Risse und Spalten drang Magma bis in den Bereich des Buntsandsteins vor und bildete einen riesigen Lavasee. Hochgespannte Gase führten dann zu einer Eruption und rissen einen etwa 600 Meter tiefen Krater mit einem Durchmesser von über einem Kilometer auf. Über viele Millionen Jahre stürzte ein Großteil der Kraterwände wieder ein und verschlossen den Schlot.

Ein geologischer Lehrpfad der "Weg der Kristalle" gibt Einblick in die Entstehungsgeschichte.

Katzenbuckel:
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Katzenbuckel

 

Der Katzenbuckel - Zeugenberg des Vulkanismus

 
Bild: Katzenbuckel
Der Katzenbuckel (Neckar-Odenwald-Kreis)
(© LUBW, Autor: RP Karlsruhe)

Der Katzenbuckel, ein ehemaliger Vulkan und mit 625 m der höchste Berg im Odenwald. Entstanden vor etwa 60 Millionen Jahren durch die Verschiebung der Afrikanischen Scholle nach Norden. Als Folge davon entstand eine gewaltige Druckwelle. Durch Risse und Spalten drang Magma bis in den Bereich des Buntsandsteins vor und bildete einen riesigen Lavasee. Hochgespannte Gase führten dann zu einer Eruption und rissen einen etwa 600 Meter tiefen Krater mit einem Durchmesser von über einem Kilometer auf. Über viele Millionen Jahre stürzte ein Großteil der Kraterwände wieder ein und verschlossen den Schlot.

Ein geologischer Lehrpfad der "Weg der Kristalle" gibt Einblick in die Entstehungsgeschichte. Der Lehrpfad, der im ehemaligen Steinbruch am Katzenbuckelsee beginnt und am Aussichtsturm endet, hat eine Wegstrecke von anderthalb Kilometern und ist gut zu begehen.

 
Bild: Katzenbuckel (Neckar-Odenwald-Kreis)
Der Steinbruchsee am Michelsberg
(© privat, Autor: Linnenbach)

Geologisch besonders interessant ist der Bereich um den Steinbruchsee am Michelsberg (vorgelagerter Teil des eigentlichen Vulkankraters des Katzenbuckels). Zwei Schautafeln informieren den Besucher über die wichtigsten geologischen und erdgeschichtlichen Ereignisse, die sich vorort vor ca. 60 Millionen Jahren ereignet haben.

Die Abbruchsohle des ehemaligen Steinbruchs liegt bis zu 20 Meter unter der heutigen Wasseroberfläche. In Jahr 1974 wurde nach einer Sprengung versehentlich ein Quellhorizont angeschnitten. Der massive Wassereinbruch war nicht mehr aufzuhalten. Der Steinbruch lief voll und mußte aufgegeben werden. Heute ist die Fläche als Naturdenkmal ausgewiesen. -

Hinweis

 

 
Bild: Weg der Kristalle
Hinweis: Weg der Kristalle
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Relativ unscheinbar überragt der Katzenbuckel die Buntsandsteinhochflächen des Odenwalds ca. 4 km östlich von Eberbach am Neckar. Dennoch ist er mit 626 Meter der höchste Berg des Odenwalds. Entstanden ist der Vulkankegel vor etwa 60 Millionen Jahren durch die Verschiebung der Afrikanischen Kontinentalscholle nach Norden. Bei seiner ersten Eruption soll der Ausbruchsschlot einen Durchmesser von ca. 900 Meter betragen haben. Ein zweiter Ausbruch erfolgte ca. 20 Millionen Jahre später. Über dem Schlot befand sich eine ca. 600 m dicke Gesteinsdecke aus Jura, Keuper und Muschelkalk. Im Laufe der Jahrmillionen erfolgte die Abtragung der darüber liegenden Landmassen. Das harte Gestein des Katzenbuckels widerstand der Erosion und blieb als vulkanischer Härtling in der Landschaft erhalten. Heute überragt er die Buntsandstein-Hochfläche an der Südostabdachung des Odenwalds um etwa 100 m.

Die Eruptivgesteine am Katzenbuckel zählen zur geologischen Epoche des Tertiärs. Die Hauptmasse (ca. 90%) ist Basalt. Die Ausprägung des Basaltgesteins ist aber nicht einheitlich. Die Felsen des Gipfelbereichs bestehen überwiegend aus Nephelinbasalt (Alkalibasalt). Dieser ist grauschwarz, besitzt eine mittlere bis feine Körnung und verfügt nur über wenige Einprenglinge. Eine Sanidin-reiche Basaltvarietät findet sich am Osthang und eine extrem nephelinreiche Varietät am Nordwesthang. Stellenweise enthält der Basalt sehr hohe Gehalte an Magnetit, wodurch eine Kompassnadel von der magnetischen Nordrichtung abgelenkt werden kann. Hin und wieder werden auch Basaltblöcke mit Olivin- und Apatit-Einschlüssen gefunden.

Im Bereich des Steinbruchsees, am vorgelagerten Michelsberg, trifft man auf den sog. Shonkinit, einem speziellen Ergussgestein. Hier wurde der bereits bestehende basaltführende Vulkanschlot des Katzenbuckels nochmals von einem anderen Magma durchstoßen, so dass innerhalb des Basaltschlot ein weiterer Schlot aus einem anderen Gestein enstand, dem Shonkinit.

Ein geologischer Lehrpfad „Weg der Kristalle“ gibt Einblick in die Entstehungsgeschichte des Katzenbuckels. Der Lehrpfad, der am ehemaligen Steinbruch am Bergsee beginnt und am Gipfel (Aussichtsturm) endet, ist in einer guten Stunde auf ausgeschilderten Wegen zu begehen. Der Weg der Kristalle ist ein Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde Waldbrunn mit dem Naturpark Neckartal-Odenwald .

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