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Südliches Oberrhein-Tiefland
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Landschaften und Lebensräume
Blick auf Istein und den Isteiner Klotz vom Hardberg aus
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Bild: Isteiner Klotz Übersicht
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Als Natur- und Siedlungsraum gehört die Landschaft um Istein zu den reizvollsten in Baden-Württemberg. Die Gunst des Klimas, fruchtbare Böden und die (ehemals direkte) Lage am Rhein ließen hier schon sehr früh menschliche Siedlungen entstehen. Im Mittelalter trug der Isteiner Klotz eine große Burg.

 

Südliches Oberrhein-Tiefland:
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Südliches Oberrhein-Tiefland

 

Südliches Oberrhein-Tiefland

 
Bild: Blick auf Freiburg
Blick auf Freiburg im Breisgau
(© GNU-FDL, Autor: N. Blau)
 
Bild: Weinberge am Kaiserstuhl (Breisgau-Hochschwarzwald)
Weinberge am Kaiserstuhl
(© GNU FDL, Autor: J. Schaumlödffel)

Weinbergsterrassen am Kaiserstuhl nach der Flurbereinigung.

 

 
Bild: Isteiner Schwellen
Isteiner Schwellen bei Efringen-Kirchen
(© LUBW, Autor: M. Schöttle)

Die Isteiner Schwellen (Korallenkalke des Oberen Jura) bei Rheinkilometer 177 (Efringen-Kirchen, Ldkr. Lörrach) - hier: Blick nach Süden. Die in Rinnen und Tröge zerklüfteten Stromschwellen stellten für die Schifffahrt ein gefährliches Hindernis dar. Dies führte u.a. auch zum Bau des Rheinseitenkanals.

2009 wurde an den Isteiner Schwellen eine Besucherplattform durch das Regierungspräsidium Freiburg installiert. Die 17 Meter lange Plattform liegt rund sieben Meter über dem Rheinwasserspiegel und verschafft dem Besucher einen guten Überblick über die Weißjura-Schwellen.

Das Südliche Oberrhein-Tiefland setzt sich zusammen aus den naturräumlichen Einheiten Markgräfler Rheinebene, Markgräfler Hügelland, Kaiserstuhl und Freiburger Bucht.

Aus der schottererfüllten Rheinebene ragt der Kaiserstuhl als Zeuge des tertiären Vulkanismus empor. Die vulkanischen Ereignisse sind eine geologische Besonderheit im Südlichen Oberrheingebiet. Sie entstanden vor etwa 19 und 16 Mio. Jahren. Aus den Tiefen des oberen Erdmantels ist hier im Tertiär (Miozän) Magma aufgestiegen und hat über mehrere Millionen Jahre hinweg eine Gruppe von Stratovulkanen aufgebaut. Ihre Entstehung hängt einerseits mit den Bruchstrukturen des Oberrheingrabens und andererseits mit der Aufwölbung des Erdmantels zusammen, dessen Scheitel im Raum Freiburg-Colmar liegt. Hier liegt die Grenze Erdkruste zu Erdmantel in weniger als 24 km Tiefe, gegenüber mehr als 30 km ausserhalb des Rheingrabens. Eine weitere geotektonische Struktur ist der Bonndorfer Graben, der vom Hegau kommend hier auf den Oberrheingraben trifft. Dies dürfte zusätzlich zu dieser Schwächezone beigetragen haben, so dass an dieser Stelle basaltisches Magma aus über 100 km Tiefe aufsteigen konnte.

Im Markgräfler Hügelland befinden sich die besonders schützenswerten Lebensräume, vor allem im mittleren und südlichen Teil des Naturraumes. Hervorzuheben sind der Isteiner Klotz mit seinen (Halb)Trockenrasen und Eichenmischwäldern, die Streuobstbiotope um Müllheim sowie der Tüllinger Berg (Landschaftsschutzgebiet). Der geologisch interessante Tüllinger Berg erhebt sich bis zu einer maximalen Höhe von 460 m ü. NN und bietet einen hervorragenden Ausblick auf das Rheinknie sowie die umliegenden Städte Lörrach, Weil am Rhein und Basel. Seine Südwestabhänge zur Markgräfler Rheinebene werden überwiegend weinbaulich genutzt. Die Rebfluren des Markgräfler Hügellandes sind in historischer Zeit dem Trockenbuschwald abgerungen worden. Dieser hat ursprünglich als natürlich anstehende Vegetation das Hügelland der Südlichen Oberrheinebene großflächig bedeckt.

Noch bis in das 19. Jh. wurde die Markgräfler Rheinebene regelmässig von Hochwässern überflutet. Die Vertiefung des Gerinnebettes sowie der Bau des Rheinseitenkanals nach dem 1. Weltkrieg führten zu großräumigen Grundwasserabsenkungen, die im Gebiet südlich des Isteiner Klotzes bis 10m Tiefe erreichen können. Die einst feuchten, anmoorigen Auenböden am Südlichen Oberrhein unterliegen damit einer veränderten Entwicklung. So entstanden in der Aue vorwiegend Auenpararendzinen und auf der Niederterrasse Parabraunerden und Braunerde-Parabraunerden. Sie werden heute meist ackerbaulich genutzt.