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Schwäbische Alb
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Schutzgebiete auf der Schwäbischen Alb
Naturschutzgebiet Rutschen (Ldkr. Reutlingen)
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Bild: NSG Rutschen
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Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 350 ha. Bedeutender Lebensraum mit landschaftsprägender Felsengruppe von 600 m Länge, 60 m Breite und über 40 Höhenmeter in den Oberen Felsenkalken des Weißjura ε. Trockenwarme bis humide Laubmischwaldgesellschaften, Trockenrasen- und Mauerfugengesellschaften; Lebensräume seltener Insekten, Fledermäuse sowie felsbewohnender Vogelarten.

In der näheren Umgebung finden sich historisch bedeutende Plätze, wie eine Alamannensiedlung auf dem Runden Berg oder das erloschene Kloster Güterstein.

Schwäbische Alb:
Weitere Informationen
 

Schwäbische Alb

 

Naturraum Schwäbische Alb

 
Bild: Donaudurchbruch bei Beuron
Der Donaudurchbruch bei Beuron (Ldkr. Sigmaringen)
(© LUBW, Autor: Schöttle/Steinmetz)

Die Abbildung zeigt den Blick vom Eichfelsen bei Irndorf oberhalb Beuron auf das tief in die westliche Schwäbische Alb eingeschnittene Donautal sowie auf das Schloß Werenwag errichtet auf einem Felsenkranz aus Schwammriffen des ehemaligen Weißjurameeres.

 
Bild: Schwäbische Alb - Luftbild
Hochflächen des Kalten Felds und des Steinbühls (Ostalb)
(© LUBW, Autor: Mailänder)
Hochflächen des Kalten Feldes und Steinbühls, Blickrichtung Osten. Die Heide mit dem „Franz-Keller-Haus“ im Vordergrund gehört seit 1903 dem Schwäbischen Albverein e.V. und wird seit einigen Jahren von dessen Mitgliedern durch regelmäßige Gehölzschnitte offen gehalten (Aufnahme: September 2003).
 
Bild: Trockental bei Mägerkingen TBq19
Trockental auf der Albhochfläche bei Mägerkingen (Ldkr. Reutlingen)
(© LGRB, Autor: K. Rilling)
Die aus abgeschwemmtem, humosem Bodenmaterial entstandenen Kolluvisole im Talboden werden ackerbaulich genutzt während die angrenzenden Kuppen mit flachgründigen, steinigen Rendzinen dem Wald und Grünland überlassen bleiben.

Die Schwäbische Alb mit ihren naturräumlichen Untereinheiten Hegaualb, Baaralb, Oberes Donautal, Hohe Schwabenalb, Mittlere Kuppenalb, Mittlere Flächenalb, Albuch und Härtsfeld, Lonetal-Flächenalb und Riesalb trennt das Süddeutsche Schichtstufenland im Nordwesten vom südöstlich gelegenen Alpenvorland. Das Mittelgebirge erstreckt sich als markanter Höhenzug vom Hochrhein bis zum Nördlinger Ries. Ausgehend von dem ehemaligen Truppenübungsplatz „Gutsbezirk Münsingen" wurde im März 2008 eine Fläche von ca. 85.000 ha als Biosphärengebiet Mittlere Schwäbische Alb ausgewiesen.

Die Albhochfläche gestaltet sich als hügelreiches Hochland, das nach Südosten zum Donautal einfällt und das Neckarland mit einem bis zu 300 m hohen Stufenrand, dem Albtrauf, überragt. Der Albtrauf wird aus Kalken des Weißen Juras gebildet. Diese Kalke wurden zur Weißjurazeit in einem Flachmeer abgelagert. Gleichzeitig entstanden auch ungebankte, von Schwämmen erbaute Kalkstöcke. Diese prägen das charakteristische Aussehen der Kuppenalb im mittleren Bereich der Schwäbischen Alb. Im Südwesten tritt keine Schwammfazies auf, hier bilden bankige Jurakalke den Untergrund der sogenannten Schichtflächenalb, die nördlich der Kuppenalb nach Osten auslaufen. Südlich der Kuppenalb liegt die Flächenalb, die eine Zweiteilung aufweist: der nördliche Teil besteht aus der ehemaligen Erosionsfläche des tertiären Molassemeeres, der Südteil aus den Molassehügeln.

Die geologische Formation des Weißen Jura bildet das oberste Stockwerk des Süddeutschen Schichtstufenlands und zeigt vielfältige Karsterscheinungen (Höhlen, Dolinen) mit unterirdischen Entwässerungssystemen und Trockentälern. Die ausgedehnten Trockentalsysteme und die wenigen wasserführenden Täler der Albhochfläche sind zur Donau ausgerichtet.

Die Schwäbische Alb war während der letzten Eiszeit fast gletscherfrei. Dennoch war zu dieser Zeit der Boden überall tief gefroren. Lediglich im Sommer taute er immer wieder an der Oberfläche auf. Auf dem gefrorenen Untergrund rutschten die aufgetauten oberen Bodenschichten im Laufe der Zeit hangabwärts. So entstand über die Jahrtausende eine Mischung aus verwittertem Bodenmaterial und Steinen.

Ein weiteres Eiszeit-Produkt, das aus dem Süden auf die Schwäbische Alb geweht wurde, ist der Löss. Die mächtigsten Lösslehmdecken sind auf der Flächenalb, nördlich von Ulm zu finden. Dort haben sich Parabraunerden über Terra fuscen entwickelt. Das sind Böden bei denen die Tonminerale während der Bodenentwicklung entstehen und verlagert werden. Die Fruchtbarkeit der lössreichen Böden der Alb wird häufig verkannt. Jedenfalls trifft das Sprichwort - „Viel Steine gab’s und wenig Brot“ - längst nicht für alle Regionen der Schwäbischen Alb zu.