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Albvorland
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Albvorland
typische Landschaft im südwestlichen Albvorland
(Element 2 von 14: Bild)
Bild: TB_n_9 Landschaft im südwestlichen Albvorland
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Kleinräumiger Nutzungswechsel von Ackerland, Grünland, Obstwiesen und Wald im hügeligen südwestlichen Albvorland bei Rottweil-Zepfenhahn; im Hintergrund die Westalb mit dem Lemberg
Albvorland:
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Krautäcker, Streuobstwiesen und Fossilfundstätten

 
Bild: Südwestliches Albvorland TB_n_5
Südwestliches Albvorland nördlich von Wellendingen
(© LGRB, Autor: K. Rilling)
Auf den Unterjuraplatten im Vordergrund sind wenig entwickelte  Böden aus Mergelmaterial und Kalkstein verbreitet (Pararendzina, Rendzina). Es treten auch schwere Tonböden auf, die oft noch eine geringmächtige lösslehmhaltige Deckschicht besitzen und z. T. durch zeitweilige Staunässe geprägt sind (Pelosol, Pelosol-Braunerde, Braunerde-Pseudogley). Im Hügelland dahinter dominieren erodierte Böden aus mergeligem Material (Pararendzina). Wo Kalksteine die Hangkanten oder Scheitelbereiche bilden, sind z. T. sehr flache, zu Trockenheit neigende Böden entwickelt (Rendzina). Recht tiefe Bodenprofile finden sich am Hangfuß und in den Mulden, wo das durch Bodenerosion abgeschwemmte Material wieder abgelagert wurde. Z. T. sind die Böden dort von Grund- oder Stauwasser beeinflusst (Kolluvisol, Pseudogley, Gley). Im Hintergrund ist die Schwäbische Alb mit ihrer höchsten Erhebung, dem Lemberg (1015 m NN), zu sehen.
 
Bild: Albvorland östlich Balingen TB_n_16
Albvorland östlich von Balingen (Zollernalbkreis)
(© LGRB, Autor: K. Rilling)

Blick vom Mitteljura-Bergland bei Balingen-Stockenhausen über das mit Obstwiesen und Wald genutzte Opalinuston-Hügelland und das Eyachtal bei Frommern.

 
Bild: Albvorland bei Göppingen, Kaiserberge, Frühling
Albvorland südlich von Göppingen
(© LGRB, Autor: K. Rilling)

Typische Landschaft im Albvorland südlich von Göppingen. Im Hintergrund sind die drei "Kaiserberge" Hohenstaufen, Rechberg und Stuifen zu sehen, die als Zeugenberge aus Weißjuragestein beim Zurückweichen (Abtragung) des Albtraufs übrig geblieben sind. Ihre Erhaltung haben sie einer in diesem Teil des Albvorlands ausgebildeten tektonischen Grabenstruktur zu verdanken.

Das Vorland der Schwäbischen Alb wird aus Gesteinen des Unter- und Mitteljuras aufgebaut. Es erstreckt sich von dem im Südwesten, zwischen Rottweil und Balingen gelegenen Kleinen Heuberg bis an den Rand des Nördlinger Rieses nordöstlich von Aalen. Die alten Bezeichnungen „Schwarzer" und „Brauner Jura" weisen auf die vorherrschende Farbe der Gesteine hin.

Auf Ackerflächen oder in Aufschlüssen des Albvorlands findet man nicht selten versteinerte Muscheln sowie Bruchstücke oder Abdrücke von Ammoniten oder Belemniten. Sie belegen, dass die Gesteine des Unter- und Mitteljuras vor ca. 160-200 Millionen Jahren aus Meeresablagerungen entstanden sind. Weltbekannt sind die Fossilfunde aus dem Ölschiefer von Holzmaden (Fischsaurier, Meereskrokodile, Seelilien usw.).

Die Ton- und Mergelsteine des Unter- und Mitteljuras bilden den Hangfuß des Albtraufs und das vorgelagerte Hügelland. Auf den schweren Tonböden sind vielerorts die landschaftsprägenden Streuobstwiesen zu finden. Zwischengelagerte härtere Karbonatgesteine bilden Stufen und Verebnungen, die sich von der schmalen Hangverflachung bis zum viele Kilometer breiten ackerbaulich genutzten Plateau erstrecken. Die ausgedehntesten Verebnungen bilden Kalksteine im tieferen Unterjura (Schwarzjura alpha). Die tektonische Absenkung des Fildergrabens im mittleren Albvorland hat zur Folge, dass die Unterjura-Flächen dort weit nach Norden, bis an den Stadtrand von Stuttgart reichen. Bekannt ist die Filderebene für das auf den fruchtbaren Lehmböden angebaute Weißkraut. Der „Filderlehm" ist als Verwitterungsprodukt von eiszeitlichen Windsedimenten (Lösslehm) entstanden und überdeckt den Unterjura der Filderebene großflächig. Geringmächtiger Lösslehm ist aber auch im restlichen mittleren Albvorland von großer Bedeutung für die Bodenbildung.

Die zum Neckar entwässernden engen Täler der Schwäbischen Alb weiten sich beim Übertritt ins Albvorland. In den breiten Talungen finden sich, abgesehen von der dicht besiedelten Filderebene, die großen Siedlungszentren des Albvorlands (Balingen, Reutlingen, Kirchheim , Göppingen, Aalen). Durch die Alb-Flüsse, aber auch durch eiszeitliche Abschwemmungen und Rutschungen am Albtrauf, ist Gesteinsmaterial des Oberjuras (Weißjura) in das Albvorland gelangt, das für die Bodenbildung ebenfalls eine Rolle spielt. Die Bereiche auf lehmigem Kalksteinschutt werden bevorzugt ackerbaulich genutzt, während schwere Tonböden eher dem Grünland vorbehalten sind. Eine weitere geologische und landschaftliche Besonderheit sind die markanten Vulkankegel, die im mittleren Albvorland zwischen Kirchheim und Reutlingen auftreten.