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Erlebnisgebiete der Region
Naturerlebnisgebiet Schafberg-Lochenstein
Blick auf den Lochenstein (Zollernalbkreis)
(Element 1 von 15: Bild)
Bild: Der Lochenstein im Winter, Schwäbische Alb, NSG
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Das bekannte Naturschutzgebiet Schafberg-Lochenstein im Zollernalbkreis mit dem Weiß-Jura Felsen Lochenstein im Hintergrund.

Das Naturerlebnisgebiet Schafberg-Lochenstein, zu dem auch das Naturschutzgebiet Schafberg-Lochenstein gehört, bildet den Erlebnisraum des Mobi-World Naturpädagogik-Modellprojektes.

 
Übersicht

Zollernalbkreis

 

Zollernalbkreis

 
Bild: 7619_f_l Hohenzollern
Blick vom Albtrauf bei Hechingen auf das Albvorland - Ausliegerberg Zoller mit der Burg Hohenzollern
(© LGRB, Autor: K.Rilling)

Eine markante Erscheinung ist der vor dem Albtrauf gelegene Ausliegerberg Zoller, der auch "Zollerberg" genannt wird und die bekannte Burg Hohenzollern trägt . Seine Entstehung hat er einer tektonischen Senkungszone, dem Hohenzollern-Graben, zu verdanken. In relativer Tieflage sind durch Reliefumkehr die harten Kalksteine der Bergkuppe erhalten geblieben, während die außerhalb des Grabens gelegenen, weicheren Mitteljuragesteine abgetragen wurden. Bekannt ist das Gebiet auch als ein aktives Erdbebenzentrum. Ein Beben, das mit Stärke 5,7 auf der Richter-Skala im Jahr 1978 die Region erschütterte, hatte mehrere Verletzte und hohe Sachschäden zur Folge. Verantwortlich für die Beben ist aber nicht, wie oft irrtümlich berichtet wird, der Hohenzollern-Graben, sondern eine ihn querende Bruchstruktur im tieferen Untergund, die sog. Albstadt-Scherzone.

 
Bild: Seeheimer Berg-Bürgle
Das Seeheimer Berg-Bürgle (Zollernalbkreis)
(© LGRB, LUBW, Autor: Bergner)

Deutlicher, dem Albtrauf, hier dem Sporn des Seeheimer Berges, vorgelagerter Hügel, ca 1100 m östlich der Gemeinde Jungingen. Am Seeheimer Berg, als Bestandteil des Weißjura-ß, reichen die geschichteten Kalke von knapp 805 m ü. NN bis zum Gipfelpunkt (Burgstelle) von 833,4 m. 400 m südwestlich trägt das Bürgle (739 m ü. NN) eine Weißjura-ß-Kappe in direktem Kontakt zum Ornaten-Ton des Braunjura bei 710 m ü. NN. Das Gebiet stellt somit einen fossilen Bergsturz dar. Der horizontale Versatz gegenüber den anstehenden Felsen beträgt ca. 90 m.

Das "Bürgle" und der benachbarte Fuß des Albtraufs wurden im Jahr 1987 - allerdings nicht aus geologischen Gründen - sondern auf Grund seiner landschaftsprägenden Wacholderheiden als Naturschutzgebiet ausgewiesen.


ausgewählte Literatur:

HORNUNG, A. (1991): Vegetationskundliche Untersuchungen im Naturschutzgebiet "Bürgle" im Killertal.‑ Veröff. Naturschutz Landschaftspflege Bad.‑Württ., 66 (1990): 141‑179.

 

 
Bild: Streuobstwiesen bei Binsdorf
Streuobstwiesen bei Binsdorf (Zollernalbkreis)
(© LUBW, Autor: H. Schwenkel)

Streuobstwiesen bei Binsdorf im Zollernalbkreis (Aufnahme von 1933, Foto: Hans Schwenkel). Die Gemeinde Binsdorf zählt heute zur Stadt 72351 Geislingen.

Die Kreisgrenze des Zollernalbkreises erreicht im Norden fast den Neckar und im Südosten das Obere Donautal. Das weithin sichtbare Wahrzeichen, die Burg Hohenzollern, und die Schwäbische Alb rund um den Zollern verleihen der Landschaft ihren außergewöhnlichen Reiz. Durch den Landkreis verläuft die Europäische Wasserscheide. Der landschaftlich abwechslungsreiche Charakter des Zollernalbkreises fußt auf dem Anteil der drei Bodenlandschaften des südwestdeutschen Schichtstufenlandes:

Auch geologisch betrachtet herrscht Vielfalt vor. Die Flüsse (Schlichem, Bära), deren Einzugsgebiete sich weit im Inneren der Schwäbischen Alb befinden, haben während der letzten Kaltzeit sehr viel Gesteinsschutt des Oberen Jura (Weißjura) von der Alb in das Albvorland transportiert. Da nur ein Teil des Schutts abtransportiert und dem Neckar zugeführt werden konnte, kam es zu einer Aufschotterung der Täler. Gleichzeitig führte die seitliche Erosion in den weichen Unterjura- und Mitteljura-Gesteinen zu einer Talverbreiterung.

Der Zollernalbkreis liegt im subozeanisch beeinflussten Klimabereich. Die höchsten Niederschläge fallen in den nach Nordwesten exponierten Randlagen, besonders in den traufnahen Bereichen. Da sie im Staubereich der regenreichen Winde der West-Wetterlagen liegen, erhalten die Flächen zwischen 900 bis 1.000 mm Niederschlag pro Jahr. In westlicher Richtung sinken die jährlichen Niederschlagsraten dann auf 800 bis 900 mm. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 6,5 °C, geht aber in Hochlagen auf 6 °C zurück (z.B. Schafberg, Lochenstein). Die Talzüge besitzen wesentlich milderes Klima. So beginnt beispielsweise die Apfelblüte im Oberen Schlichemtal deutlich früher als auf dem Großen Heuberg.

Besonders markant ist die von Nadel- und Mischwäldern sowie von den Wacholderheiden geprägte Albvegetation. Für Wanderer und Urlauber ist der Zollernalbkreis aufgrund der intakten Natur, kilometerlanger Rad- und Wanderwege sowie fantastischer Aussichtspunkte entlang des Albtraufs, ein Geheimtipp.