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NSG Irndorfer Hardt
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NSG Irndorfer Hardt
Irndorfer Hardt, Heuernte am 20. Juli 1933
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Bild: Irndorfer Hardt, Heuernte
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Irndorfer Hardt. Wiesenmahd am Rande des heutigen Schutzgebietes, - damals noch mit der Sense.

Aufgrund der klimatischen Verhältnisse ist die erste Mahd immer ab Ende Juli / Anfang August möglich. - Schwenkel-Archiv; Aufgenommen am 20.07.1933.

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NSG Irndorfer Hardt

 

Naturschutzgebiet Irndorfer Hardt (Ldkr. Tuttlingen)

 
Bild: Irndorfer Hardt (Ldkr. Sigmaringen)
NSG Irndorfer Hardt (Ldkr. Tuttlingen)
(© LUBW, Autor: Witschel)

Das Naturschutzgebiet Irndorfer Hardt, bei Irndorf auf der Schwäbischen Alb, liegt an den Kreisgrenzen der Landkreise Sigmaringen und Tuttlingen. Es hat eine Größe von rund 103 Hektar und wurde bereits 1938 als Schutzgebiet ausgewiesen.

 

 
Bild: Schwaebische Alb Terra fusca (Bodenprofil 23)
Bodenprofil Braunerde-Terra fusca unter Grünland, Irndorfer Hardt
(© LUBW, Autor: Hartig)

Bodenprofil einer Terra fusca-Braunerde unter Grünland im Bereich der Irndorfer Hardt (Hohe Schwabenalb im Landkreis Tuttlingen, Standort 23 der Basis-Bodendauerbeobachtung).

In den tieferen Bodenschichten erkennt man das anstehende Weißjura-Gestein (hier: Weißjura β), das teilweise Spuren der Verkarstung aufzeigt (ausgehöhlte, löchrige Oberflächen). Daüber lagern ca. 60 cm tiefe schluffig-lehmige Lössauflagen. Je schluffiger der Lösslehm desto kalkärmer ist der Oberboden.

Das Naturschutzgebiet Irndorfer Hardt (im Schutzgebietsverzeichnis mit Aufnahmedatum von 1938 noch als Irrendorfer Hardt bezeichnet) liegt im Naturraum Hohe Schwabenalb am Großen Heuberg an der Kreisgrenze von Sigmaringen und Tuttlingen. Es hat eine Größe von rund 103 Hektar und wurde bereits 1938 als Schutzgebiet ausgewiesen. Die nahezu ebene, verkarstete Hochfläche im Nordwesten der Ortslage Irndorf wird heute als Grünland genutzt. Ursprünglich herrschte hier Waldweide vor. Mit der beginnenden Stallfütterung der Nutztiere wurden große Flächen von Wald zu Mähwiesen umgewandelt. Wo noch Wald ansteht, finden sich lichte Baumbestände aus Birken, Eichen, Buchen und Fichten. Geologisches Charakteristikum für die Flächen sind zahlreiche kleine Erdfälle (Dolinen), die ein signifikanter Hinweis auf die unterirdische Verkarstung des Gebiets sind.

Der anstehende Oberboden ist meist eine Braunerde-Terra fusca. Das Ausgangsgestein der Böden, der Weißjura, besitzt eine tiefgründige, lössbeeinflußte Decklage aus Malmkalk-Verwitterungslehm. Die lehmigen Bestandteile auf dem Oberen Jura wurden bereits vor der letzten Eiszeit durch Residualanreicherung (= Lösungsrückstand des verwitterten Kalks) gebildet. Das Klima auf der Hohen Schwabenalb ist bekanntlich sehr rauh. Als Jahresmitteltemperatur werden hier nur ca. 6 °C erreicht. Damit sind der landwirtschaftlichen Produktion enge Grenzen gesetzt.

Die Abgelegenheit der Landschaft und schwere Erreichbarkeit der Heubergdörfer auf der verkarsteten Albhochfläche sowie der bis in das 20. Jahrhundert bestehende Wassermangel führten dazu, dass die Gegend um den Großen Heuberg über Jahrhunderte zu den ärmsten Gegenden Baden-Württembergs zählte. Diese Umstände führten dazu, dass die Hochflächen bis in die Neuzeit generell nur wenig intensiv bewirtschaftet wurden.

Die Irndorfer Hardt ist aufgrund ihres Arteninventars ein bedeutendes Naturschutzgebiet innerhalb des Regierungsbezirks Freiburg. Seit 1992 gehören die Flächen zum Naturpark Obere Donau.