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Initiative ''Unser Neckar''
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Initiative ''Unser Neckar'' (1/8)
Der Neckar - von der Quelle bis zur Mündung
Neckarquelle Schwenninger Moos (Schwarzwald-Baar-Kreis)
(Element 1 von 40: Bild)
Bild: Schwenninger Moos im Winter
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Der Neckar entspringt auf 706 m ü. NN im Schwenninger Moos (Schwarzwald-Baar-Kreis). Hier verläuft die europäische Hauptwasserscheide zwischen Donau und Rhein.

''Unser Neckar'' in Baden-Württemberg

Der Neckar ist eine wichtige Lebensader Baden-Württembergs. Durch vielfältige Nutzungsansprüche ist der Fluss aber auch stark verbaut und reguliert, wie kein anderer Flusslauf im Land. 2008 hat der Bund angekündigt, die Neckarschleusen auf Europamaß für mehr als 900 Millionen Euro zu verlängern und dabei auch die Ökologie z.B. durch den Einbau von Fischtreppen zu verbessern. Die Planungen dazu fertigt und finanziert das Land. Hierbei konnte insbesondere mit der Integrierenden Konzeption Neckar-Einzugsgebiet

  • IKoNE

und den Gewässerdirektionen am Neckar eine erfolgreiche Zusammenarbeit aufgebaut werden. Projektbezogen erfolgt aber auch Kooperation und Austausch mit zahlreichen weiteren Beteiligten, insbesondere den Kommunen, der Schifffahrt und den Landwirten.

Begonnen wird am Neckarursprung im Schwenninger Moos, hier wurde der Fluss im Zuge der Landesgartenschau 2010 für fünf Millionen Euro offen gelegt sowie mit dem IKoNE-Projekt bei Ludwigsburg-Poppenweiler.

 

Initiative ''Unser Neckar''

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Unser Neckar - Engagement für neue Lebensräume

 
Bild: Filsmündung bei Plochingen
Mündung der Fils in den Neckar bei Plochingen (Ldkr. Esslingen)
(© LUBW, Autor: M. Steinmetz)

Der naturnah wirkende Neckar an der Filsmündung (links im Hintergrund).

Im Einzugsgebiet des Neckars gibt es 19 Gewässer 1. Ordnung mit einer Gesamtlänge von 916 km, deren Bett im öffentlichen Eigentum des Landes steht. Dazu zählen vor allem die größeren Nebenflüsse wie Kocher, Jagst, Enz, Fils, Murr und Enz.

 
Bild: Felsengärten Hessigheim, Luftbild
Die Felsengärten bei Hessigheim (Ldkr. Ludwigsburg)
(© LUBW, Autor: R. Steinmetz)
 
Bild: Neckarhochufer bei Haßmersheim
Neckarhochufer bei Haßmersheim (Neckar-Odenwald-Kreis)
(© Autor: A. Wolf)

Blick vom gegenüberliegenden Ufer auf den Prallhang des Neckars.

 
Bild: Neckarhochwasser 01-2011 (8)
Hochwasser am Neckar, Heidelberg (Januar 2011)
(© privat, Autor: B. Grießmann)

Um die Vernetzung und Zusammenarbeit aller Akteure am Neckar und seinen Zuflüssen zu stärken und diesem Engagement noch mehr Wirkung zu verleihen, hat das Umweltministerium Baden-Württemberg im Jahr 2007 die Initiative "Unser Neckar" ins Leben gerufen. Erste Maßnahmen sind bereits erfolgreich umgesetzt.

Von der Quelle bis zur Mündung

Der Neckar entspringt auf 706 m ü. NN im Schwenninger Moos, durch das die europäische Wasserscheide zwischen Donau und Rhein verläuft. Die Landschaft gehört zum Oberzentrum Villingen-Schwenningen, dem Kern der Region Schwarzwald-Baar. Bereits nach kurzer Strecke wird der Neckar vom Schwenninger Kanalnetz aufgenommen und erscheint erst wieder im Ablauf der Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Oberer Neckar. Die Stadt Villingen-Schwenningen ist derzeit dabei, den alten Neckarlauf wieder frei zu legen.

Auf seiner Fließstrecke durch die Gäulandschaften berührt er die Städte Rottweil, Oberndorf, Sulz, Horb, Rottenburg, Tübingen, Nürtingen und Wendlingen. Größere Zuflüsse auf diesem Abschnitt sind Glatt, Eyach, Starzel, Erms, Aich und Lauter. Bei Plochingen nimmt der Neckar die Fils auf und streift Esslingen, Stuttgart und Ludwigsburg.

Zwischen Besigheim und Lauffen, im tektonisch aufgewölbten Muschelkalk-Gebiet der Hessigheimer Felsengärten, hat sich der Fluß rund 80 bis 100 m tief eingeschnitten und ein weiträumiges, stark mäandrierendes Flusstal gebildet. Drei markante Talschlingen – die Kirchheimer, die Neckarwestheimer und die Lauffener Neckarschlinge – entstanden in diesem Talabschnitt und wurden später, in erdgeschichtlich jüngerer Zeit, wieder abgeschnürt. Nach Durchquerung des Heilbronner Raumes schwenkt der Fluss bei Eberbach in Richtung Westen und windet sich durch den Odenwald. Bei Heidelberg wird das Grundgebirge (Granit) durchstoßen, er tritt in die Nördliche Oberrheinebene und mündet bei Mannheim auf ca. 85 m ü. NN in den Rhein.

Von seinem Einzugsgebiet entfallen 98 % auf baden-württembergisches Gebiet. Es umfasst damit rund 38 % der Gesamtfläche des Landes. Nahezu 36 % des 13.958 km2 großen Neckareinzugsgebietes werden forstwirtschaftlich und 54 % landwirtschaftlich genutzt. Die restlichen 10 % nehmen Siedlungs- und Verkehrsflächen ein. Die Einwohnerdichte entlang des Flusses ist unterschiedlich. In den eher ländlich geprägten Gebieten im Süden und Osten beträgt die Einwohnerdichte ca. 160-230 Einwohner pro km², während im Mittleren Neckarraum bis zu 910 Einwohner auf den km² leben.

Gewässergüte und Gewässergüter

Zunehmende Gewässergüteprobleme im Neckar entstanden, als die Städte Ende des 19. Jahrhunderts systematisch Kanäle anlegten, um die Abwässer aus Küche und Bad, Gewerbe und Industrie in Bäche und Flüsse abzuleiten. Fäkalien wurden in Gruben gesammelt und landwirtschaftlich entsorgt. Im 20. Jahrhundert erhöhten sich die Abwassermengen infolge der Bevölkerungszunahme, dem industriellen Aufschwung und den gestiegenen Ansprüchen an Komfort und Hygiene. Zwar ging bereits 1916 das erste Stuttgarter mechanisch-biologische Klärwerk in Betrieb, der Bau weiterer Kläranlagen kam aber nur zögerlich voran. Um 1950 gab es in Baden-Württemberg lediglich 44 Kläranlagen, wovon die Mehrzahl nur die absetzbaren Feststoffe abscheiden konnte (mechanische Reinigung). In den 1960er und 1970er Jahren ging es dem Fluss wirklich "dreckig".

Erst der gezielte Ausbau von Kläranlagen ab den 1980er Jahren mit mechanischen und biologischen Reinigungsstufen sowie die Maßnahmen zur Regenwasserbehandlung führten zu einem deutlichen Rückgang der Belastung des Gewässers. Als Folge haben sich die Sauerstoffverhältnisse der Bäche und Flüsse im Einzugsgebiet wieder deutlich verbessert. Die Belastung des Neckars mit leicht abbaubaren Stoffen ist heute gemessen an dem Indikator „Biochemischer Sauerstoffbedarf in fünf Tagen" (BSB5) nur noch mit gering bis mäßig zu bewerten.

Der Neckarursprung und seine Mündung sind via Luftlinie eigentlich nur 165 km voneinander entfernt. Der tatsächliche Flusslauf aber, ist mit 367 km mehr als doppelt so lang. Der Neckar ist von Plochingen bis zur Mündung in den Rhein in Mannheim auf rund 203 km Länge als Bundeswasserstraße ausgewiesen. Die Fahrrinnentiefe beträgt 2,80 m. Es finden sich insgesamt 27 Staustufen, von denen 26 durch Wasserkraftwerke genutzt werden. Die Schifffahrt transportiert jährlich knapp 10 Mio. t Güter auf etwa 14.000 Schiffen.