Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Umweltinformationssystem BW
Spatschlucht bei Schriesheim
Karte
Kartenlegende
Wählen Sie aus:
Suche
Suche in …
Spatschlucht bei Schriesheim (Rhein-Neckar-Kreis)
Spatschlucht - steiler Zugang von Westen
(Element 1 von 8: Bild)
Bild: Spatschlucht  bei Schriesheim (Rhein-Neckar-Kreis)
Erstes Element Vorheriges Element Bild vergrößern Nächstes Element Letztes Element

Unterer, westlich gelegener Einstieg in die Schlucht. Der Weg führt über rutschige Abraumhalden.

Spatschlucht bei Schriesheim:
Weitere Informationen
Erlebnisorte in der Nähe:
 
Übersicht

Spatschlucht bei Schriesheim

 

Die Spatschlucht im Weiten Tal bei Schriesheim (Rhein-Neckar-Kreis)

 
Bild: Die Spatschlucht - Übersicht
Die Spatschlucht bei Schriesheim (Rhein-Neckar-Kreis)
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Die an die 10 m hohe und ca.  3 Meter breite Schlucht markiert einen ehemaligen Barytgang (Schwerspat), der in den Jahren 1809 bis 1839 steinbruchartig abgebaut wurde. Neben Baryt treten noch Flußspat, Hämatit und Malachit auf. -

Flächenhaftes Naturdenkmal im Naturpark Neckartal-Odenwald.

 
Bild: Spatschlucht, Wilhelmstollen (Rhein-Neckar-Kreis)
Hinweistafel Wilhelmstollen bei der Spatschlucht (Aufn. 2007).
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Seit Juli 2000 ist hier ein Seismograf zur Aufzeichnung von Erdbebenwellen eingerichtet. Er ist Teil des landesweiten Messnetzes des LGRB mit derzeit ca. 50 Messstationen in Baden-Württemberg. Der Seismograf befindet sich in einer Felsnische im Granit des Wilhelmstollens.

Die Spatschlucht im Weiten Tal, oberhalb von Schriesheim, beeindruckt durch ihre bis zu zehn Meter hohen Felswände. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die geringe Durchgangsbreite von ca. 2 bis etwa 3,50 Meter. Ihre Entstehung geht auf früheren Übertageabbau zurück. Der Schwerspat (Baryt BaSO4), der hier von 1808 bis 1839 abgebaut wurde, diente damals zur Herstellung von Porzellan und bleiweißer Farbe. Das Mineral entstand vor etwa 250 Millionen Jahren (Mesozoikum) aus heißen Lösungen in einer Verwerfungsspalte. Das granitische Nebengestein wurde dabei hydrothermal weitgehend zersetzt. Neben Baryt finden sich in der Spatschlucht auch Spuren von Flußspat, Hämatit, Kupferkies und Malachit.

Mit Pferdefuhrwerken wurde der Schwerspat einst nach Ladenburg an den Neckar transportiert und von dort aus über Mannheim bis nach Holland verschifft. Der Abbau von Schwerspat erlebte zwischen 1824 und 1827 seinen Höhepunkt. Für diesen Zeitraum ist eine Menge von rund 1.250 Tonnen urkundlich dokumentiert. Um diese Zeit dürften vorort an die 20 Bergleute gearbeitet haben. Heute ist die Spatschlucht als Flächenhaftes Naturdenkmal (FND) ausgewiesen und vor weiteren Eingriffen geschützt. Die naturnahe Streckenführung bedingt, dass die Begehung nur für geübte Wanderer geeignet ist. Angemessenes Schuhwerk ist zu empfehlen, da insbesondere bei Nässe erhöhte Rutsch-, Absturz- und Steinschlaggefahr in der Schlucht besteht.

Auch unterhalb der Spatschlucht, im sog. Wilhelmstollen, wurde über längere Zeit Schwerspat abgebaut. Hier endete die Förderung im Jahr 1939. Der bis zu 136 m lange Stollen ist heute nicht mehr zugänglich. Eine Hinweistafel vorort erinnert an die früheren bergbaulichen Aktivitäten. Seit Juli 2000 ist hier ein Seismograf zur Aufzeichnung von Erdbebenwellen eingerichtet. Er ist Teil des landesweiten Messnetzes des LGRB mit derzeit ca. 50 Messstationen in Baden-Württemberg. Der Seismograf befindet sich in einer Felsnische im Granit des Wilhelmstollens.

Schwerspatader - BaSO4

Schwerspatader (BaSO4) © LUBW