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NSG Hornisgrinde-Biberkessel
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NSG Hornisgrinde-Biberkessel
Hochmoor auf der Hornisgrinde (Ortenaukreis)
(Element 1 von 30: Bild)
Bild: Regenmoor Hornisgrinde (2)
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Typisches Regenmoor mit Bult-Schlenken-Komplex (= mit Gräsern überwachsene erhöhte Kuppen aus Torfmoosen) und Wollgräsern.

NSG Hornisgrinde-Biberkessel:
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Übersicht

NSG Hornisgrinde-Biberkessel

 

Naturschutzgebiet Hornisgrinde-Biberkessel

 
Bild: NSG Hornisgrinde-Biberkessel
Hochebene der Hornisgrinde (Ortenaukreis)
(© GNU-FDL, Autor: M. Linnenbach)

Die Hornisgrinde (990 - 1.160 m ü.NN.) zählt zu den niederschlagsreichsten Gebieten des Nordschwarzwalds (ca. 2100–2200 mm/Jahr), da hier die Hochflächen den regenreichen altlantischen Westwinden frei ausgesetzt sind. Der Bereich zählt zu den bekanntesten Waldschadensgebieten der Bundesrepublik (LfU 1992). Die exponierte Lage führt zu einer intensiven Auskämmung von Schadstoffen aus der Luft, die die flachgründigen und basenarmen Böden nur ungenügend abpuffern können.

Im Rahmen des EU  "LIFE-Projekts Grindenschwarzwald" wurde im Bereich der Hochmoorflächen ein Lehrpfad mit Besucherlenkung eingerichtet. Baum Bau des Bohlenwegs durch das Moor war der Schwarzwaldverein maßgeblich beteiligt. Im Vordergrund erkennbar Bereiche des Hochmoors, im Hintergrund der 206 m hohe Sendemast des Südwestrundfunks und die in den letzten Jahren installierten Windkrafträder.

(Aufn. Juli 2004.)

 
Bild: Biberkessel-Kar bei Obersasbach
Biberkessel-Kar (Ortenaukreis)
(© LUBW, Autor: M. Schöttle)

Das Biberkessel-Kar ist eine auffällige Hohlform von ca. 500 m Durchmesser und 170 m Tiefe, die nach Nordosten geöffnet ist. Die steile Rückwand wird vom Mittleren Buntsandstein ausgebildet. Die härteren Bänke treten gegenüber den weicheren hervor und sind auffällig hangparallel abgeschrägt.

Das halbrund geformte Kar ist Zeuge der Würm-Eiszeit, die sich im Nordschwarzwald vor allem durch Karvergletscherung äußerte. - Naturschutzgebiet.

 
Bild: Mummelsee, Schwarzwald (Ortenaukreis)
Mummelsee (August 2010)
(© W. Detemple)

Der Mummelsee auf 1036 m Höhe am Fuß der Hornisgrinde. Der See wurde früher wie viele andere Schwazwaldseen für die Flößerei gestaut, obwohl das Flößen auf der Acher keine solche Bedeutung wie auf der Murg besaß. Seine heutige maximale Tiefe beträgt ca. 17 m. Das Gewässer ist öffentlich zugänglich. Auf einem Kunstlehrpfad rund um den See sind zahlreiche Werke moderner Künstler installiert und in die naturnahe Umgebung eingebunden.

Die Hornisgrinde im Naturraum Grindenschwarzwald und Enzhöhen ist von besonderer erdgeschichtlicher sowie landschaftsgeschichtlicher Bedeutung. Die ausgedehnten Feuchtheiden der Hochfläche, die sog. Grinden, gehen auf die Nutzung des Menschen zurück. Seit dem Mittelalter wurden die Waldflächen immer wieder brandgerodet und als Viehweide genutzt. Das große Hochmoor auf dem Südgipfel, war davon nicht betroffen, da es von Natur aus waldfrei ist. Seine bis zu 5 m mächtigen Torfschichten werden auf ein Alter von 6.000 Jahren geschätzt.

Die landwirtschaftliche Nutzung der Hochfläche endet mit Beginn des 2. Weltkriegs. Zunächst belegt die Deutsche Wehrmacht die Hornisgrinde als Stütz- und Beobachtungspunkt. Am Kriegsende besetzen die Franzosen das Gipfelplateau und erklären es zum militärischen Sperrgebiet. Im Jahr 1996, nach dem Abzug des französischen Militärs, haben die Deutsche Telekom, der Südwestrundfunk sowie Windkraftbetreiber den höchsten Berg des Nordschwarzwaldes für ihre Zwecke entdeckt. Zuvor gelang es 1992 die Überbleibsel der empfindlichen Hochmoorflächen gerade noch rechtzeitig unter Schutz zustellen. Seit dem 08. September 2013 zählt das Schutzgebiet auch zur Gebietskulisse des Nationalparks Schwarzwald.

Das mit in das Schutzgebiet aufgenommene benachbarte Biberkessel-Kar ist eine auffällige Felsformation von ca. 500 m Durchmesser und 130 m Tiefe, die tief nach Nordosten geöffnet ist. Die steile Wand ist vom Mittleren Buntsandstein geprägt. Die härteren Bänke treten gegenüber den weicheren hervor und sind auffällig hangparallel abgeschrägt. Die halbrund geformte Felswand ist Zeuge der Würm-Eiszeit, die sich im Nordschwarzwald vor allem durch Karvergletscherung äußerte. In den Felsen brütet der Wanderfalke.

Die Hornisgrinde zählt zu den niederschlagsreichsten Gebieten des Nordschwarzwalds (ca. 2.200 mm/Jahr), da die Hochflächen den regenreichen altlantischen Westwinden ausgesetzt sind. Die bewaldeten Bereiche zählen auch zu den bekanntesten Waldschadensgebieten der Bundesrepublik (LfU 1992). Die Wind und Wetter exponierte Hochfläche erfährt eine ständige Zufuhr von luftgetragenen Schadstoffen, die die flachen und basenarmen Buntsandsteinböden nur ungenügend abpuffern können.

Das Hornisgrinden-Gebiet gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen im Nordschwarzwald. Von der Schwarzwaldhochstraße (B 500) am Mummelsee gut erreichbar, strömen jährlich über hunderttausend Besucher auf die Hornisgrinde, um von hier oben die grandiose Fernsicht zu genießen oder auf den vielen Wanderwegen die urwüchsige Natur zu erleben. Am Westhang der Hornisgrinde liegt das Weindorf Sasbachwalden, auch bekannt für sein Fachwerk und Blumenschmuck.