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NSG Ölberg
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Der Ölberg bei Schriesheim
Der Ölberg, Schriesheim an der Bergstraße
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Bild: NSG Ölberg Schriesheim (Rhein-Neckar-Kreis)
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Die Bergstraße ist der zur Rheinebene abfallende Westrand des Odenwaldes, der durch zahlreiche in die Ebene austretende Bachtäler und das Neckartal stark gegliedert ist. Ausgedehnte Quarzporphyr-Steinbrüche bei Dossenheim und Schriesheim prägen hier das Landschaftsbild .

Der 1967 stillgelegte Steinbruch am Ölberg bei Schriesheim, der im Übergangsbereich zwischen den Naturräumen Vorderer Odenwald sowie der Bergstraße liegt, ist seit 1998 Naturschutzgebiet und Bestandteil der Natura 2000-Gebietskulisse Baden-Württembergs. Ein Rundweg um den Steinbruchbereich sowie eine Kletterverordnung sorgen dafür, dass Naturschutz und Freizeit hier gleichberechtigt zur Geltung kommen.

 

NSG Ölberg:
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Übersicht
 

Naturschutzgebiet Ölberg an der Bergstraße (Rhein-Neckar-Kreis)

 
Bild: NSG Ölberg (2)
Infotafel der Naturschutzbehörde
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Ein 2004 fertiggestellter Rundweg um den Steinbruch (mit Markierungen des Odenwaldklubs) soll eine Besucherlenkung ermöglichen.

 
Bild: NSG Ölberg (3)
Spalten und Küfte bieten felsbewohnenden Tieren und Pflanzen Lebensraum und Schutz
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

An den Felsen des Ölbergs brütet der Wanderfalke.

 
Bild: Porphyrsteinbruch Schriesheim (Rhein-Neckar-Kreis)
Begehung der Naturschutzverwaltung (2007)
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Steinbruch und Waldflächen (Schonwald) des Schriesheimer Ölbergs befinden sich im Übergangsbereich der beiden Naturräume Bergstraße und Vorderer Odenwald. Sowohl der 1967 stillgelegte Quarzporhyr-Steinbruch als auch seine angrenzende Umgebung enthalten eine Vielzahl von Lebensräumen, die viele seltene Arten beherbergen. Dies war der Anlass dafür, dass die Flächen im Jahr 1998 durch das Regierungspräsidium Karlsruhe unter Schutz gestellt wurden. Begleitend dazu, soll insbesondere auf den strukturreichen Abbauflächen die dynamisch fortschreitende Sukzession der Vegetation beobachtet und gelenkt werden, um hier eine vielfältige Biotopstruktur mit möglichst hoher Artendiversität zu erhalten und zu fördern.

Das ausgewiesene Naturschutzgebiet reicht in seiner Längenausdehnung von der Strahlenburg (Gemarkung Schriesheim) bis zur Schauenburg (Gemarkung Dossenheim). Es umfasst eine Fläche von insgesamt 51 ha. Das Ölbergmassiv trägt, mit Ausnahme der durch den Abbau beanspruchten Flächen, überwiegend artenreiche Laubmischwälder, die einst in der bedeutsamen Betriebsform des Nieder- und Mittelwaldes bewirtschaftet wurden. Daher ist der Ölberg gemäß Verordnung der Forstdirektion Karlsruhe vom 21. Dezember 1998 auch als Schonwald geschützt. Die Waldflächen erstrecken sich über 66 ha auf den Gemarkungen Dossenheim und Schriesheim und umschließen den Steinbruch nahezu ringförmig.

Der kommerzielle Abbau des anstehenden Quarzporphyrs beginnt um 1880 an der Nordflanke des Ölbergs. Bereits 1920 war der Steinbruch bis an den Gipfel herangerückt. Im Übereifer fällt durch Sprengarbeiten der markante landschaftprägende Gipfelfelsen zum Opfer, wie auch Teile mehrerer keltischer Ringwälle im Bereich der Schwedenschanze.

Nach einem schweren Brand im Schotterwerk wird der Gesteinsabbau im Jahr 1967 eingestellt. Zurück bleibt ein vielgestaltiger Lebensraum (heute Teilfläche des FFH-Gebiets "Odenwald bei Schriesheim" und des EU-Vogelschutzgebiets "Bergstrasse Dossenheim-Schriesheim") sowie eine der markantesten Erhebungen der badischen Bergstraße, die insbesonders in der Abendsonne durch ihren rötlich-goldenen Glanz weit sichtbar ist.