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NSG Wendenkopf
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Der Wendenkopf
Schluchtwald am Wendenkopf - Blickrichtung Katzenbachtal
(Element 1 von 21: Bild)
Bild: Der Wendenkopf (Rhein-Neckar-Kreis)
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Die für das Gebiet eher untypischen Nadelhözer sind angepflanzt. Sie haben die natürlichen Hangschutt-Wäder und Buchenwälder stellenweise zurückgedrängt.

NSG Wendenkopf:
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Übersicht

NSG Wendenkopf

 

Naturschutzgebiet Wendenkopf - Schluchtwälder und Blockschutthalden

 
Bild: NSG Wendenkopf, Schriesheim
Naturschutzgebiet Wendenkopf bei Schriesheim (Rhein-Neckar-Kreis)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Die Quarzporphyrdecke am Wendenkopf hat sich im Gipfelbereich und an der Nordostflanke erosionsbedingt aufgelöst. Der anhaltende Verwitterungsprozess führ hier zur Bildung von Block- und Schutthalden.

Der Wendenkopf im Naturraum Vorderer Odenwald ist ein von überregionaler Bedeutung

 
Bild: Hangschuttfläche am Wendenkopf, Naturschutzgebiet
Hangschuttfläche des Rotliegenden am Wendenkopf (Rhein-Neckar-Kreis)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Die Porphyrdecke des Rotliegenden am Wendenkopf bei Schriesheim, hat sich im Gipfelbereich und an der Nordostflanke erosionsbedingt aufgelöst. Der anhaltende Verwitterungsprozess führ hier zur Bildung von Block- und Schutthalden. Die Gesteinsbrocken stürzen im Laufe der Zeit die steilen Hänge bis in das Katzenbachtal hinab.

 

 
Bild: NSG Wendenkopf (Rhein-Neckar-Kreis)
Buntsandstein am Leopoldsgrund
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Unterer Buntsandstein in der Übergangszone Leopoldsgrund / Katzenbachtal. Mehrere Quellen entspringen hier.

Der 359 m hohe Wendenkopf bei Schriesheim ist ein Ausläufer des Gebirgsmassivs Südlicher Odenwald, nördlich von Heidelberg, unterhalb vom Weißen Stein (552 m). Das dazugehörige 54 ha große Naturschutzgebiet befindet sich somit zwischen dem Vorderen Odenwald, der auch kristalliner Odenwald genannt wird, und dem Sandstein-Odenwald. Das Schutzgebiet ist Teilfläche des FFH-Gebiets "Odenwald bei Schriesheim".

Durch tief eingeschnittene Täler, im Norden Kanzelbach, im Westen Altmersbach, im Osten Katzenbach, wird der Berg von drei Seiten begrenzt. Die unteren Bereiche des Nordhangs sowie der Westhang des Wendenkopfs bestehen aus Granit (Grundgebirge). Darüber liegt ca. 30 m mächtiger Porphyrtuff des Rotliegenden, sowohl im Norden, Westen wie im Osten. Der Höhenrücken sowie die oberen Bereiche setzen sich aus Quarzporphyr zusammen, derselben Quarzporphyrdecke, die am Ölberg bis 1967 abgebaut wurde. Die südexponierten Hänge des Wendenkopfs sowie die Talhänge in Richtung Katzenbachtal und Altmersbachtal bestehen aus Unterem Buntsandstein.

Im Gipfelbereich des Wendenkopfs hat sich die Porphyrdecke erosionsbedingt in eine Blockschutthalde aufgelöst, die nur stellenweise eine Pflanzendecke trägt. Hier haben sich die Deckschichten des Quarzporphyr an der Oberfläche nahezu vollständig in regelmäßig geformte Platten aufgelöst. Etwa 10-15 cm lang, 20-25 cm breit und 2-3 cm dick sind die verwitterten Gesteinsbrocken. Sie bilden großflächige, lockere Halden, Versucht man diese zu betreten, rutscht man auf den Steinen ab. Es daher besser die ausgewiesenen Wege nicht zu verlassen.

Die Verhältnisse ändern sich erst mit dem Wechsel des Gesteins weiter unten. Sobald der mehr sandig-körnige Porphyrtuff ansteht, stellen sich Humus und Verwitterungsreste und damit auch Vegetation ein (Haselsträucher, Eberesche, Heidelbeere, Winter-Linde). In der Gipfelregion stehen zahlreiche Traubeneichen sowie Rot- und Hainbuchen.

Im Süden sowie in tieferen Lagen des Schutzgebiets  finden sich dichte Bestände von Laub- und Nadelholz. Sie deuten auf den feuchteren, ton- und nährstoffreicheren Unteren Buntsandstein hin und stehen im Gegensatz sowohl zu den Wäldern auf Quarzporphyr. Zugleich tritt eine deutliche Verflachung der Hänge ein (s. Karte d. Gebiets).

Das sowohl naturkundlich als auch geologisch interessante Gebiet ist für Besucher gut erreichbar und leicht zu begehen. An der Talstraße (L 536) zwischen Schriesheim und Wilhelmsfeld, kurz hinter dem Waldschwimmbad, befindet sich nach der Abzweigung Altenbach ein Wanderparkplatz, von dem aus der Wendenkopf gut erkundet werden kann. Da die Waldflächen sehr weitläufig sind, empfiehlt es sich eine Karte mitzuführen. Ohne eigene, genauere Ortskenntnis verläuft man sich am Wendenkopf relativ leicht.