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Der Hohenkarpfen
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Hohenkarpfen
Zeugenberg Hohenkarpfen im Frühjahr 2008
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Bild: Zeugenberg Hohenkarpfen, Hausen ob Verena
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Das Schild am Straßenrand weist den Weg zum Hofgut Hohenkarpfen (Museum). Die reizvolle Landschaft rund um den Hohenkarpfen lässt sich gut mit dem Rad erkunden.


Literatur:

WITSCHEL, M. (1982): Zeugenberge der Baar.‑ Schr. Ver. Gesch. Naturgesch. Baar, 34: 53‑64.

Der Hohenkarpfen:
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Übersicht

Der Hohenkarpfen

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Zeugenberg Hohenkarpfen (Ldkr. Tuttlingen)

 
Bild: Hohenkarpfen, Baar,
Zeugenberg Hohenkarpfen bei Hausen ob Verena (Ldkr. Tuttlingen)
(© LUBW, Autor: M. Witschel)

Der 912 m hohe Hohenkarpfen ist ein markanter Zeugenberg, der dem Albtrauf vorgelagert ist. Seine Basis wird von Schichten des Braunen Jura gebildet. Die härteren Bänke des Braunen Jura zeichnen sich morphologisch als hervorstehende terassenartige Kanten ab. Der Gipfelbereich beinhaltet dagegen die sehr widerstandsfähigen Oxford-Kalke (Weißjura ß). Naturschutzgebiet seit 1984.

Um den Berg ranken sich zahlreiche Mythen und Sagen.

 
Bild: Hohenkarpfen bei Hausen ob Verena (Ldkr. Tuttlingen)
Blick vom Hohenkarpfen auf den Albtrauf
(© LUBW, Autor: M. Witschel)

Vom Gipfel des Hohenkarpfen genießt man einen herrlichen Rundblick, nach Norden entlang dem Albtrauf über das Albvorland, nach Westen und Süden über die Baar bis zum Schwarzwald.

 
Bild: Hohenkarpfen bei Hausen ob Verena (Ldkr. Tuttlingen)
Herbst am Hohenkarpfen
(© LUBW, Autor: M. Witschel)

Blick von der Kreisstraße 5914 auf den Hohenkarpfen (Ldkr. Tuttlingen). Im Mittelalter trug der Gipfel eine Burg. Sie wurde im 30-jährigen Krieg zerstört und nicht wieder aufgebaut. Vor ca. 100 Jahren waren noch 8 m hohe Mauern aus Weißjura sowie Reste eines Turmes zu sehen. Heute lassen sich nur noch andeutungsweise die ehemaligen Burggräben erkennen.

 

Der Hohenkarpfen (im Volksmund auch nur Karpfen genannt) ist ein 912 m ü. NN hoher Zeugenberg auf der Baarhochebene bei Hausen ob Verena. Die nächstliegenden größeren Städte sind Spaichingen und Tuttlingen. Aus der flachwelligen Braunjura-Landschaft des Albvorlandes ragt der Hohenkarpfen als nahezu symmetrischer Bergkegel hervor und bildet so einen weithin sichtbaren, markanten Landschaftspunkt.

Aufgrund seiner Form wird der Berg oft als vulkanische Bildung angesehen. Dies ist aber nicht der Fall. Der geologische Aufbau des Hohenkarpfens entspricht dem der unmittelbar angrenzenden Schwäbischen Alb. An seiner Basis reicht der Hohenkarpfen im Süden und Westen bis in die Opalinustone (= Schichten des Braunjura) hinein. Darüber lagert die vollständige geologische Schichtenserie bis hin zu den Kalksteinen des Weißjura im Gipfelbereich. Zwischen Oberem Braunjura und dem Weißjura lagert eine gewaltige Weißjuraschuttdecke aus wenig homogenem, scherbigem Material. Der Gipfel trägt eine steile, kegelfömige Kuppe (Zeugenberg), bedingt durch die verwitterungsresistenten, harten Oxford-Jurakalke (hier: Weißjura ß).

Die am Aufbau des Hohenkarpfens beteiligten geologischen Schichten bedingen durch ihre wechselnden Kalk- und Tongehalte unterschiedliche Böden mit unterschiedlichen Mächtigkeiten und Wasserspeicherungsfähigkeiten und prägen somit die Gesetzmäßigkeiten des Vegetationsmosaiks, das den Berg überzieht. Die nach allen Himmelsrichtungen schroff abfallenden Hänge der Weißjura-Bergkuppe tragen einen Magerrasen, der in seiner Artenzusammensetzung und in seinem Artenreichtum dem auf der Alb verbreiteten Halbtrockenrasen (Gentiano-Koelerietum) sehr ähnlich ist.

In den unteren, weniger steilen Teilen wurde dieser Trockenrasen früher beweidet, wie u.a. einige schöne baumförmige Exemplare des Wacholders (Juniperus communis) bezeugen. Die Flächen unterhalb des Gipfels wurden nur mäßig oder gar nicht beweidet, da die Hänge selbst für Schafe zu steil sind. Seit 1984 steht der Hohenkarpfen unter Naturschutz. Die Schutzgebietsfläche beträgt 13,5 ha. Durch die Lage im Regenschatten des Hochschwarzwaldes, ist das Klima am Hohenkarpfen ausgesprochen kontinental mit sehr kalten Wintern, warmen, sonnigen Sommern aber geringen Niederschlägen.

Dort, wo der Schuttmantel der Weißjuragesteine den Braunjura überdeckt und die Braunjura-Tone Feuchtigkeit stauen, wachsen Märzenbecher (Leukojum vernum), Gelbes Windröschen (Anemone ranunculoides), Buschwindröschen (Anemone nemorosa), Lungenkraut (Pulmonaria officinalis), Türkenbund (Lilium martagon), Hohler Lerchensporn (Corydalis cava) und Bingelkraut (Mercurialis perennis). Zahlreiche Heuschrecken- und Schmetterlingsarten finden hier ideale Lebensräume.

Um den Hohenkarpfen ranken sich zahlreiche Sagen und religiöse Mythen, u.a. der Kult der heiligen Verena. Der Heiligen sind Schluchten, Quellen, Berge, Hügel und Kultsteine geweiht, an denen die Menschen Heilung suchen und spirituelle Rituale ausüben.

Überregionale Bekanntheit besitzt auch die Kunststiftung Hohenkarpfen, die ein Museum am Fuße des Bergkegels unterhält und mit deren Stipendien auch einige Kunstinstallationen im freien Gelände auf dem Hohenkarpfen errichtet wurden.

Übersicht:

1 Zeugenberg Hohenkarpfen (Ldkr. Tuttlingen)