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Kloster Maulbronn
Kloster Maulbronn - UNESCO Weltkulturerbe
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Bild: Kloster Maulbronn
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Kloster Maulbronn, die 860 Jahre alte ehemalige Zisterzienserabtei, gilt als die am vollständigsten erhaltene Klosteranlage des Mittelalters in Deutschland. Seit 1993 zält die Anlage zum UNESCO Weltkulturerbe.

Im Jahr 1993 wurde das landesweit bekannte Kloster Maulbronn in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Rechtzeitig zum Start der Jubiläumsfeierlichkeiten öffneten sich die Türen der 2012/ 2013 sanierten Klosterkirche wieder. Damit wurde ein großer Schritt zur Sicherung und Erhalt dieses Herzstücks dieser am vollständigsten erhaltenen mittelalterlichen Klosteranlage nördlich der Alpen umgesetzt. Bislang investierte das Land rund 52 Millionen Euro in die Klosteranlage.

 
Übersicht

Enzkreis

 

Enzkreis

 
Bild: Maulbronn (Enzkreis), Kloster, Luftbild
Maulbronn im Enzkreis, (Aufn. 2007)
(© LMZ, Autor: Weischer)

Die Siedlungs- und Verkehrsflächen um das Kloster haben in letzten 40 Jahren auf Kosten der Kulturlandschaft um ein Vielfaches zugenommen.

 
Bild: Aalkistensee bei Maulbronn
Naturschutzgebiet Aalkistensee (Enzkreis)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Der Aalkistensee wurde ursprünglich von Zisterziensermönchen des Klosters Maulbronn mit Hilfe der angestauten Salzach als Fischteich angelegt. Die Wasserqualität des Sees verschlechterte sich in den 1960er Jahren erheblich, da die noch ungeklärten Abwässer der Stadt Maulbronn über die Salzach in das Stillgewässer eingeleitet wurden.

Seit 1980 steht der See mit seinen angrenzenden Ufern unter Schutz. Mit dem Bau von Kläranlagen sind die Beeinträchtigungen der Wasserqualität inzwischen behoben.

 
Bild: NSG  Neulinger Dolinen (Enzkreis)
NSG Neulinger Dolinen (Enzkreis)
(© M. Linnenbach)

Naturschutzgebiet Neulinger Dolinen, eingesunkene Bäume (Aufn. 2014).

Der 1973 neu gegründete Enzkreis, mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von 32 km und einer Ost-West-Ausrichtung von 35 km, liegt nahezu zentral in Baden-Württemberg. Er hat Anteil an den Naturräumen Nordschwarzwald (Schwarzwald-Randplatten), Kraichgau, Stromberg und Heckengäu. Durch das Kreisgebiet fließt von Süden kommend die namensgebende Enz, in deren Einzugsgebiet der größte Teil des Enzkreises liegt. Dort wo Muschelkalk im Boden ansteht, finden sich Dolinen als charakteristische Elemente der Verkarstung und Absenkung des Untergrunds (z.B. die Neulinger Dolinen). Weite Bereiche werden von Löss oder Lösslehm bedeckt. Im Bereich der Schwarzwald-Randplatten steht meist Buntsandstein an (Angelstein bei Neuenbürg)

Die geschichtliche Entwicklung setzt im Bereich des heutigen Enzkreises sehr früh ein. Vor allem aus der keltischen Epoche gibt es zahlreiche Belege für die Besiedelung. Von einer Römerstraße, die im 1. Jh. n. Chr. das Kreisgebiet zwischen Pforzheim und Leonberberg nach Cannstadt führte, zeugen eine Anzahl von römischen Siedlungen und Gutshöfen, die kartiert bzw. inzwischen ausgegraben sind.

Zur Zeit der Herzogtümer (um 1.000 n. Chr.) zählte das Kreisgebiet zum Herzogtum Franken. Hinsichtlich der Gauzugehörigkeit gehörten bestimmte Ländereien zum Kraichgau, Pfinzgau, Enzgau und Würmgau. Als die mittelalterliche Gauverfassung Ende des 12. Jh. zerfiel, geriet das Kreisgebiet zu großen Teilen an die Markgrafschaft Baden. Darunter befanden sich wertvolle Besitztümer, wie die Klöster Herrenalb, Frauenalb, das Dominikanerkloster Pforzheim und das bekannte Zisterzienserkloster Maulbronn am Rande des Strombergs.

Nach kriegerischen Auseinandersetzungen, Säkularisation und Mediation in den darauf folgenden Jahrhunderten, zeichnete sich erst gegen Ende des 18. Jh. eine politische Beruhigung ab, als eine Reihe von Oberämtern sowohl in der Markgrafschaft Baden als auch im Herzogtum Württemberg gegründet wurden. Mit kleineren Veränderungen überdauerten diese die nachfolgenden eineinhalb Jahrhunderte, bis sie bei den großen Kreisreformen 1936 in Baden und 1938 in Württemberg in die sog. Landkreise eingegliedert wurden. Diese Reform bildete das Grundgerüst für letzte Kreisreform vom 01.01.1973. Ab diesem Zeitpunkt existieren in Baden-Württemberg anstelle der früheren 63 Landkreise nur noch 35, während die Anzahl der Stadtkreise unverändert blieb.

Aus dem ehemaligen Landkreis Pforzheim mit seinen 30 Kommunen, dem aus 21 Gemeinden bestehenden Mittelbereich Mühlacker des alten Landkreises Vaihingen, 4 Gemeinden des Landkreis Leonberg und 13 Gemeinden des Landkreises Calw, entstand der neu gegründete Enzkreis, in dem erstmals die politische Grenze zwischen Baden und Württemberg verwaltungstechnisch überwunden wurde.

Im Oktober 2014 wurde der Landschaftserhaltungsverband (LEV) Enzkreis wurde gegründet. Für den Enzkreis ist der Erhalt von mageren Flachlandmähwiesen mit orchideenreicher Ausprägung angesichts des hohen Anteils von Flora-Fauna-Habitat-Flächen im Vergleich zu anderen Land- und Stadtkreisen im Regierungsbezirk Karlsruhe sowie in Bezug auf den Anteil an der Kreisfläche von hoher Relevanz. Für die notwendige extensive Bewirtschaftung, die vor allem im Rahmen des Vertragsnaturschutzes sowie mittels Aufträgen nach der Landschaftspflegerichtlinie (LPR) umgesetzt wird, sind tragfähige Partnerschaften mit Landwirtinnen und Landwirten sowie mit Schäferinnen und Schäfern notwendig.