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NSG Ketscher Rheininsel
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Ketscher Rheininsel
Rheinbrücke, Pforte zur Ketscher Rheininsel
(Element 1 von 21: Bild)
Bild: NSG Ketscher Rheininsel
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Die 1990 erbaute Rheinbrücke führt den Besucher unmittelbar in das Naturschutzgebiet. Auf der rechten Seite befindet sich eine Statue des Hl. Nepomuk (Schutzpatron der Brücken).

NSG Ketscher Rheininsel:
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Naturschutzgebiet Ketscher Rheininsel

 
Bild: NSG Ketscher Rheininsel (Rhein-Neckar-Kreis)
Ketscher Rheininsel mit Rheinbrücke (Aufn. 2011)
(© LUBW, Autor: U. Heidenreich)

Die Auwaldflächen der Rheininsel bei Ketsch können trotz veränderter Nutzung und Rheinkorrektur als naturnah bezeichnet werden. Ihre Zusammensetzung gibt keinen Anhaltspunkt für stärkere Austrocknung und damit Veränderung der Auenvegetation. Auch die kalkreichen Ulmen-Hainbuchenwälder dürften grundsätzlich in ihrem Artenbestand auch vor der Rheinkorrektur so bestanden haben.

 
Bild: Ketscher Rheininsel (Rhein-Neckar-Kreis)
Naturnahe Altrheinschlinge bei Ketsch (Rhein-Neckar-Kreis)
(© privat, Autor: M. Linnenbach)

Naturnaher Altrheinarm mit Silberweiden und Erlen. An diesen periodisch längere Zeit überschwemmten Standorten können nur Baumarten gedeihen, die lange Überflutungen ertragen. Da das rasch wachsende Holz der Bäume verhältnismäßig weich und biegsam ist, spricht man hier von der Weichholzaue.

Die Altrheinschlinge bei Ketsch ist ein idealer Lebensraum für Fische und Wasservögel.

 
Bild: Ketscher Rheininsel, Rhein-Neckar-Kreis, Forsthaus
Forsthaus mit Schutzgebietstafel auf der Ketscher Rheininsel
(© LUBW, Autor: U. Heidenreich)

Das Forsthaus auf der Ketscher Rheininsel steht am Rande eines Wildgeheges, quasi am Ende des Wegs zur Rheinbrücke. Das ca. 100 Jahre alte Gebäude steht auf einer kleinen Anhöhe auf 95,5 müNN. Östlich davon ragt eine alte Roßkastanie gut sichtbar auf. Ansonsten geht die Landschaft im westlichen Bereich in den naturnahen Hartholzauenbereich über.

 

 

Das am 11.04.1950 ausgewiesene Naturschutzgebiet "Ketscher Rheininsel" im Rhein-Neckar-Kreis verfügt über eine naturnahe, intakte Auenlandschaft von hohem ökologischem Wert. Im Bereich der Mäanderzone des Nördlichen Oberrheins ist die Insel das einzige Schutzgebiet, das in seinem Gesamtbild als ungestört bezeichnet werden kann. Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 490 ha. Es grenzt im Westen an das heutige, begradigte Rheinbett und die Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz. Die östliche Begrenzung wird durch den Hochgestaderand und die ehemalige Rheinschleife bestimmt, die im Süden und Norden noch immer mit dem Rheinstrom Verbindung hat.

Das Landschaftsbild ist gekennzeichnet durch Elemente der Hart- und Weichholzaue, durch zahlreiche feuchte Schluten, trockene Kiesrücken sowie unterschiedliche Wiesengesellschaften (Pfeifengraswiesen, magere Salbei-Glatthaferwiesen). Als typische Böden stehen kalkreiche Auengley-Auenbraunerden an, die stellenweise sandig-schluffige bis sandig-kiesige Einlagerungen aus den ehemaligen Rheinsedimenten beinhalten. Auffallend ist der Strauchreichtum der Insel; dies beruht auf der langen Nutzung als Faschinenwald *. Vor allem im Westen der Insel wird der Landschaftswert durch den Wechsel zwischen Wiese und Wald gesteigert, der dort in Verbindung mit gut ausgebildeten Waldsäumen und dem Relief ehemaliger Schluten besonders hoch einzustufen ist.

Fehlende Gebäude - mit Ausnahme des Forsthauses - erhöhen den ökologischen Wert der Insel als großes naturnahes Auengebiet. Aufgrund der abwechslungsreichen Landschaft und des urwaldartig anmutenden Charakters des Auenwalds genießt das Schutzgebiet große Beliebtheit als Naherholungsgebiet und sonntägliches Ausflugsziel.

Seit 2005 gehört die Ketscher Rheininsel zum Natura-2000-Gebiet "Rheinniederung zwischen Mannheim und Philippsburg" (Gebietsnr.: 6617301). Schutz- und Pflegemaßnahmen werden von der höheren Naturschutzbehörde im Einvernehmen mit der Forstverwaltung festgelegt und umgesetzt. Mit dem Schutz und der Wiederherstellung naturnaher Flusslandschaften wird auch ein wichtiger Beitrag zum nachhaltigen Hochwasserschutz geleistet.


* Faschinen sind walzenförmige Reisigbündel oder Rundhölzer zur Abwehr von Erosionsschäden bei der Ufer- oder Gewässersohlenbefestigung.