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Hochwasserschutz rund um Riedlingen
Hochwasserschutzwände in Riedlingen (Ldkr. Biberach)
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Bild: Hochwasserschutzwände Riedlingen
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Hochwasserschutz rund um Riedlingen

 

Hochwasserschutz rund um Riedlingen

 
Bild: Riedlingen Stadt am Fluss
Riedlingen, malerische Stadt am Fluss
(© LUBW, Autor: B. Grießmann)
 
Bild: Renaturierung Donau Riedlingen 1997
Aufweitung des Donaubetts 1997
(© RP Tübingen, Autor: H. Klepser)
 
Bild: Renaturierung Donau Riedlingen 2012
Renaturierte Donau unterhalb von Riedlingen (2013)
(© RP Tübingen, Autor: Halbherr)

In den Jahren 2013 und 2014 standen in Baden-Württemberg jeweils über 47 Millionen Euro für Hochwasserschutzmaßnahmen zur Verfügung. Die Einnahmen aus dem Wasserentnahmeentgelt werden seit diesem Jahr zweckgebunden für wasserwirtschaftliche und gewässerökologische Belange verwendet.

 
Streichwehr Riedlingen (Ldkr. Biberach) - Video
(© LUBW, Autor: B. Grießmann)

Riedlingen besitzt ein malerisches Stadtbild. Eng schmiegen sich Fachwerkhäuser aneinander, die verkehrsberuhigte Innenstadt lädt zum Flanieren ein. Durch die Mühlvorstadt fließen die Donau sowie ein Hochwasserkanal. Meist sind die Gewässer friedlich, jedoch nicht immer. Verheerende Hochwasserereignisse der Vergangenheit haben gezeigt, welche Kraft die Wassermassen des hier normalerweise recht schmalen Flusses haben können. Bis zu 470 Kubikmeter Wasser rauschen bei einem 100-jährlichen Hochwasser durch die Stadt. Die Situation wird durch die im 19. Jahrhundert durchgeführten Begradigungsmaßnahmen im Bereich der oberen Donau zusätzlich verschärft.

Um die Stadt und ihre Einwohner zu schützen, hat das Land Baden-Württemberg in den Jahren 2010 und 2011 eine Reihe von Maßnahmen durchgeführt, die den Hochwasserschutz verbessern sollen. Dazu gehören der Bau von Schutzwänden, Deichen und mobilen Dämmen. Weitere Maßnahmen, wie der Neubau von Brücken, sind für die nächsten Jahre geplant. Eine Renaturierungsmaßnahme, bei der das Donaubett unterhalb von Riedlingen aufgeweitet wurde, ergänzt die baulichen Maßnahmen. In und um Riedlingen entstand eine der größten Hochwasserschutz-Baustellen an der baden-württembergischen Donau.

Wesentliche Hochwasserschutzmaßnahmen 2010/2011:

  • Aufweitung des Hochwasserkanals durch Abgrabung der Uferbereiche: 25.000 Kubikmeter
  • Dammbau: 800 laufende Meter
  • Stahlbetonwände: 1.000 laufende Meter
  • Spundwände: 200 Tonnen
  • Blocksteinwände: 1.000 Tonnen
  • Mobile Wände: 100 laufende Meter
  • 39 mobile Durchgänge, die im Ernstfall verschlossen werden können

Durch Renaturierung zum Hochwasserschutz - NSG Flusslandschaft Donauwiesen

Renaturierungsmaßnahmen spielen eine besonders wichtige Rolle, da das Wasseraufnahmevermögen der Landschaft entscheidend verbessert werden kann und Schutzbauten weniger gefordert sind. Ein Großteil der Wassermassen kann schon im Vorfeld abtransportiert werden, bevor es im Siedlungsbereich zu Problemen kommt.

In einer aufwändigen Maßnahme wurde im Rahmen des Integrierten Donau-Programms 2001 das Gewässerbett der Donau unterhalb von Riedlingen aufgeweitet. Außerdem wurden ein Seitenarm und eine bei Hochwasser durchflossene Flutmulde angelegt. Dabei mussten mehr als 55.000 Kubikmeter Donaukies bewegt werden.

Von den Maßnahmen hat nicht nur der Hochwasserschutz, sondern auch der ökologische Zustand des Naturschutzgebiets „Flusslandschaft Donauwiesen" profitiert. In den renaturierten Flussauen finden wieder zahlreiche Tier- und Pflanzenarten Lebensräume vor, die zuvor verschwunden waren. Charakterart der Donauauen ist beispielsweise der Flussregenpfeifer. Nur noch wenige Exemplare brüteten auf den verbliebenen Kiesbänken. Es wurden neue Flachwasserzonen sowie Rohboden- und Pionierstandorte geschaffen, wobei sich die neu angelegten Gewässerabschnitte an den ursprünglich vorhandenen Strukturen orientieren. Auch für Störche konnten die Bedingungen verbessert werden. Amphibien und Insekten, Nahrungsgrundlage der Vögel, finden in einer intakten Auenlandschaft perfekte Bedingungen vor. In den geschaffenen Flachwasserzonen entwickeln sich neben Amphibien und Insekten auch viele Fischarten. Umgeben wird die Donau in diesem Bereich von artenreichen, extensiv genutzten Feuchtwiesen.