Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
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Abfall als Ressource

 
 
Bild: Vom Abfall zur Ressource
Abfalltrennung ist die Voraussetzung für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.
(© Autor: H. Notter)

Mülltrennung ist die Voraussetzung für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Aus getrennt gesammelten Abfällen werden durch Aufbereitung wertvolle Sekundärrohstoffe.

Abfall als Ressource

Die Ressourcen verschiedener Rohstoffe werden zunehmend knapper. Als bedeutsamer Wirtschaftsraum ist Baden-Württemberg wie andere Bundesländer von Rohstoffimporten abhängig. Metallische Rohstoffe beispielsweise werden in Baden-Württemberg nicht mehr gewonnen. Durch die stoffliche und energetische Verwertung von Abfällen können Rohstoffe zurückgewonnen und Ressourcen geschont werden. Abfälle sind somit die „natürliche" Ressource eines - an Industrierohstoffen - rohstoffarmen Landes1.

Dies ist von herausragender Bedeutung, da weltweit betrachtet der Verbrauch an Rohstoffen und fossilen Energieträgern immer noch deutlich ansteigt, während die fossilen, mineralischen und metallischen Ressourcen zunehmend knapper werden.

Ökologisches Potential

Kreislaufwirtschaft trägt erfolgreich zum Klimaschutz bei. Von 1990 bis 2006 konnten in Deutschland die Emissionen an Treibhausgasen um 235 Mio. Tonnen reduziert werden. Das Verbot der Deponierung von Abfällen mit erhöhter organischer Substanz, die Nutzung von Deponiegasen bereits bestehender Deponien sowie die stoffliche und energetische Verwertung von Abfällen leisteten hierzu einen Beitrag von ca. 25 %. Abfallvermeidung schont Rohstoffe. Hierzu können sowohl Verbraucher z. B. durch den Verzicht auf kurzlebige Produkte wie auch Hersteller durch eine ressourceneffiziente Produktion zur Ressourcenschonung beitragen2.

Die stoffliche Verwertung von Abfällen z. B. Glas, Papier oder Metallen schont die primären Rohstoffe. Zusätzlich ist damit häufig eine Energieeinsparung verbunden. Es werden Stoffkreisläufe durch Recycling von Wertstoffen geschlossen. Darüber hinaus soll alles was nicht vermieden, wiederverwendet oder recycelt werden kann, zumindest energetisch genutzt werden.

Ökonomisches Potential

Heute ist die Bewirtschaftung von Abfällen ein eigener Wirtschaftszweig. Bei einem jährlichen Umsatz von fast 50 Mrd. € in Deutschland sind 250.000 Menschen in der Entsorgungsbranche beschäftigt3. Hochwertige und nachhaltige Entsorgungstechnologien sichern einen Wirtschaftszweig mit hohem Wachstumspotential. Effiziente Entsorgungstechnologien stehen in direktem Zusammenhang zum ökologischen Nutzen einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft.



1 Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg: Von der Abfall zur Kreislaufwirtschaft.
2 Bundesministerium für Umwelt,Naturschutz und Reaktorsicherheit und andere: Recycling stoppt Treibhausgase. Broschüre.
3 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit: Entwicklung der Abfallpolitik in Deutschland. 2012.