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Landkreis Calw
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Erlebnisgebiet der Region
Egenhäuser Kapf mit Bömbachtal - Pflanzen und Tiere
Silberdistel (Carlina acaulis)
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Bild: NSG Egenhäuser Kapf (Ldkr. Calw)
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Die Gemeinde Egenhausen trägt in ihrem Wappen, die am Kapf landschaftstypische Silberdistel. Sie steht auch als Symbol für die Schafbeweidung.

Die abwechslungsreiche Landschaft im Naturschutzgebiet Egenhäuser Kapf ist überwiiegend durch das Wirken des Menschen entstanden. Das 1992 ausgewiesene Schutzgebiet erstreckt sich vom östlichen Ortsrand von Egenhausen in nordöstliche Richtung bis zum Sattel an der Straße von Walddorf nach Altensteig. Von einem Rundwanderweg aus bietet der Egenhäuser Kapf ein eindrucksvolles Naturerlebnis mit zahlreichen Aussichtspunkten über die Wälder des Nordschwarzwaldes im Westen und die Gäulandschaften im Osten..

 
Übersicht

Landkreis Calw

 

Landkreis Calw

 
Bild: Hochmoor Kaltenbronn
Moorschlenke mit Schwingrasen im Wildseemoor (Ldkr. Calw u. Rastatt)
(© UM, Autor: R. Wirth)

Das Wildseemoor im Naturraum Grindenschwarzwald und Enzhöhen, ist mit einer Gesamtfläche von 187 ha das größte Moor des Schwarzwaldes. Das durch einen Besuchersteg erschlossene Moor befindet in plateauartiger Lage auf einem flachen Sattel nordöstlich von Kaltenbronn. Die größten Torfmächtigkeiten von 7-8 m liegen südlich und südöstlich vom Wildsee. Der Torfkörper ist in diesem Gebiet von Wollgras durchsetztem Sphagnumtorf aufgebaut.

In den Mooren von Baden-Württemberg sind geschätzte 30 Millionen Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Naturnahe, wachsende Moore entziehen der Atmosphäre Kohlenstoffdioxid (CO2) und legen den Kohlenstoff dauerhaft im Torfkörper fest. Ändern sich die Umgebungsbedingungen oder wird ein Moorkörper für eine land- bzw. forstwirtschaftliche Nutzung entwässert, kommt es zum chemischen und mikrobiellen Abbau des Torfes. Die Moore geben den zuvor gespeicherten Kohlenstoff relativ rasch als CO2 wieder frei.

 
Bild: Heckengäu-Landschaft
Heckengäu-Landschaft bei Nagold (Ldkr. Calw)
(© LUBW, Autor: Hartig)

Das Heckengäu ist mit seinen flachgründigen Böden für Ackerbau nur bedingt geeignet. Beim Pflügen wurden immer wieder Steine an die Oberfläche gebracht, die in mühevoller Handarbeit vom Feld gesammelt werden mussten. Sie wurden zu sog. Lesesteinriegeln am Rand der Äcker aufgehäuft. Diese sind teilweise mit dichtem Gebüsch bewachsen und gaben dem Gebiet seinen Namen.

Das Heckengäu ist eine abwechslungsreiche Landschaft mit Halbtrockenrasen, Magerwiesen, Lesesteinriegeln, Äckern, Gebüschen und lichten Wäldern im Naturraum Schwarzwaldrandplatten.

 
Bild: NSG Egenhäuser Kapf (Ldkr. Calw)
Muschelkalk Aufschluss am Egenhäuser Kapf (Ldkr. Calw)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Am Kapf bei Egenhausen findet sich im Südosten ein stillgelegter Kalksteinbruch, der heute nur noch als Deponie genutzt wird.

Der Landkreis Calw im Regierungsbezirk Karlsruhe, gehört naturräumlich betrachtet sowohl zum Nordschwarzwald als auch zu den Gäuplatten. Im Zentrum des Kreisgebietes liegt die Enz-Nagold-Platte. Sie wird durch den Verlauf von Enz und Nagold gebildet. Am Südwestrand des Kreisgebietes befinden sich die Quellen beider Flüsse. Der Verlauf der Enz, zwischen der Gemeinde Enzklösterle und der Stadt Pforzheim, bildet den nordwestlichen Rand der Enz-Nagold-Platte. Weiter westlich erstreckt sich der höchste Teil des Kreisgebietes, bis hin zum Schwarzwaldkamm und zum Oberlauf der Alb bei der Stadt Bad Herrenalb. Die südliche und östliche Kante der Enz-Nagold-Platte wird durch den Verlauf der Nagold gebildet. Sie verläuft vom Kamm des Schwarzwaldes nach Osten, wendet in der Stadt Nagold sich dann nach Norden und mündet in Pforzheim in die Enz. Von Nordwesten beginnend, grenzen an den Landkreis Calw die benachbarten Landkreise Karlsruhe und Enzkreis, der Stadtkreis Pforzheim, sowie die Landkreise Böblingen, Tübingen, Freudenstadt und Rastatt. Der Landkreis umfasst insgesamt 25 Gemeinden, davon 10 Städte. Die größten Städte sind Nagold und Calw mit jeweils über 20.000 Einwohnern, die kleinste Gemeinde ist Enzklösterle mit 1.161 Einwohnern.

Landschaft

Die Landschaft des Landkreises wird geogafisch und klimatologisch dem Nordschwarzwald zugeordnet. Die naturräumliche Haupteinheit bildet hier der Grindenschwarzwald. Da die Hochlagen besonders regenreich sind, entstanden dort, auf dem stark verkieselten und wasserundurchlässigen Grundgestein, in postglazialer Zeit zahlreiche Moore, wie das bekannte Wildseemoor. Diese Moore, die in früheren Zeiten stark vom Menschen genutzt wurden, stehen heute aufgrund des Klimaschutzes und ihrer hoch spezialisierten Vegetation unter Naturschutz. Seit 2001 ist der Naturpark Mitte/Nord eingerichtet, der gesamte Nordschwarzwald ist ein Teil davon. Ganz im Süden und Osten berührt der Landkreis Calw die Gäuplatten des Neckar- und Tauberlands, hier zum sogenannten Heckengäu. Geprägt sind die Gäulandschaften durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung der nährstoffreichen Böden (Parabraunerde). Der höchste Berg im Bereich des Heckengäus ist der Daumen mit 611 m. Insgesamt sind Im Landkreis Calw 19 Landschaftsschutz- und 26 Naturschutzgebiete ausgewiesen.

Geschichte

Die frühgeschichtliche Besiedlung des Landkreises Calw ist deutlich abhängig von den landschaftlichen Gegensätzen zwischen Muschelkalk und Buntsandstein. Die Grenze der beiden Gesteinsformationen bildet auch die westliche Grenze der frühen Besiedlung. In der Römerzeit war das Gebiet frei von militärischen Siedlungen, jedoch wurden die Muschelkalkvorkommen rund um Nagold von den Bewohnern zweier römischer Gutshöfe (Villa rusticae) abgebaut und genutzt (Branntkalk, Kalköfen).

Die eigentliche Verwaltungsgeschichte des Kreises Calw beginnt im Jahre 1806. Zu dieser Zeit wurde das Königreich Württemberg in zwölf gleich große Kreise eingeteilt. Diese waren mit jeweils ca. 100 000 Einwohnern ähnlich stark besiedelt und unter diesen Kreisen befand sich erstmals ein Kreis Calw. Der heutige Landkreis Calw geht zurück auf das ehemals württembergische Oberamt Calw welches im Laufe seiner Geschichte sehr häufig Veränderungen durchlebte. 1938 wurde das Oberamt in den Landkreis überführt. Dieser nahm zu der Zeit die aufgelösten Oberämter Neuenbürg und Nagold auf. Bei der Kreisreform im Jahr 1973 wurde der Landkreis Calw das letzte Mal verändert: 2 Orte kamen zum Landkreis Böblingen, 13 Orte gingen an den Enzkreis über und 1 Ort zum Landkreis Rastatt. 2 Orte des Kreises Freudenstadt und 4 Orte des Kreises Horb kamen dafür hinzu. Nach Abschluss der Verwaltungsreform umfasst der Landkreis Calw heute insgesamt 25 Gemeinden darunter 10 Städte.

Der Landkreis ist ein Gebiet mit hoher Ferien- und Kurerholungsnachfrage (Heil- und Luftkurorte). Die große Zahl der Touristen stellt insgesamt eine Belastung der Natur dar. Daher wurden viele Wanderwege und Loipen aus sensiblen Bereichen verlegt. Mit Hilfe der naturschonenden Besucherlenkung wurde vor allem der Westweg des Schwarzwaldvereins saniert und durch Sitzbänke, Informationstafeln und Aussichtspunkte aufgewertet.