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Bild: Portalbild Moore
Moore in Baden-Württemberg
(© Autor: LUBW)
Moore in Baden-Württemberg. Ihre besondere Bedeutung liegt darin, daß es sich dabei um Jahrtausende gewachsene Lebensräume handelt. Hier leben zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die in anderen Lebensräumen nicht existieren könnten. Ehemalige Moorstandorte können als Lebensraum nicht wieder hergestellt werden. Ihr Verlust ist unwiederbringlich.

Moore in Baden-Württemberg

Moore sind flächige Landschaftselemente mit einem selten über, häufig in Flurhöhe und oft 5 bis 30 cm unter Flur anstehenden Wasserspiegel. Sie sind nährstoff- oder sauerstoffarme Standorte, an denen abgestorbene Pflanzen und Tiere nur zum Teil zersetzt werden und als Torf erhalten bleiben. Die Torfmächtigkeit beträgt mindestens 30 cm. Torf enthält wenigstens 30 % organische Substanz. Intakte Moore bieten einer an die besonderen Bedingungen angepassten spezialisierten Vegetation Lebensraum.

Moore entstehen auf nährstoffarmen und nassen, sauerstoffarmen Standorten mit geringer biologischer Aktivität. Kälte, Trockenheit, Belüftung durch Entwässerung oder Nährstoffzufuhr z. B. durch Düngung führen zum Wachstumsstillstand (reife Moore) oder zur Torfzersetzung.  Im Gegensatz zu Mooren herrscht in Sümpfen keine permanente Wassersättigung und das gelegentliche Austrocknen führt zu einem vollständigen Abbau der organischen Substanz zu Humus.

In Baden-Württemberg werden Moore seit längerer Zeit landesweit kartiert und das Verzeichnis in einem Kataster an der LUBW geführt. Mit dem Moorkataster wurde um 1900 in Oberschwaben begonnen. Wirtschaftliche Interessen am Rohstoff Torf führten damals zu einer systematischen Aufnahme von Moorflächen. Heute stehen Aspekte des Boden- und Naturschutzes, also der Schutz der verbliebenen Moorflächen als Motivation zur Fortführung des Moorkatasters an vorderster Stelle. Die noch intakten Moorflächen Baden-Württembergs stehen als geschützte Lebensräume unter Schutz.

In den Mooren von Baden-Württemberg sind geschätzte 30 Millionen Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Naturnahe, wachsende Moore entziehen der Atmosphäre Kohlenstoffdioxid (CO2) und legen den Kohlenstoff dauerhaft im Torfkörper fest. Ändern sich die Umgebungsbedingungen oder wird ein Moorkörper für eine land- bzw. forstwirtschaftliche Nutzung entwässert, kommt es zum chemischen und mikrobiellen Abbau des Torfes. Die Moore geben den zuvor gespeicherten Kohlenstoff relativ rasch als CO2 wieder frei.

Mit der Veröffentlichung des Moorschutzprogramms 2015 vollzieht Baden-Württemberg den ersten Schritt bei der Umsetzung der Moorschutzkonzeption und stellt somit die Weichen für die langfristige Sicherung der Moore in unserem Land.