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NSG Taubergießen
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Naturschutzgebiet Taubergießen
Rheinseitenarm mit Silberweiden
(Element 1 von 7: Bild)
Bild: NSG Taubergießen - Überflutungsaue
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Nur wenige Gebiete am Oberrhein besitzen noch solch eine Vielfalt an naturnahen Lebensräumen. Dieser Reichturm begründet den besonderen Reiz und Wert dieser mittelbadischen Auenlandschaft.

NSG Taubergießen:
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Übersicht

NSG Taubergießen: Landschaftsbeschreibung

 

Wasser, Wälder und Wiesen

Der Taubergießen zeigt sich heute als eine weitläufige Wiesen- und Waldlandschaft mit einem dichten Gewässernetz. Neben dem namengebenden Taubergießen gibt es viele miteinander verbundene Altarme des Rheins sowie ein ausgedehntes Netz von Quellgewässern. Diese bieten mit ihrem klaren, nährstoffarmen Wasser einen besonderen und seltenen Lebensraum. Eine offene Wasserfläche, die durch den Rückstau der Staustufe Gerstheim entstand, bietet Rast- und Brutplätze für Vögel.

Bis in das 18. Jh. war der Mensch innerhalb der Rheinaue im wesentlichen nur Zuschauer, wie der Strom sein breites Bett ständig verändert. Großflächige Kies- und Sandbänke wurden oberhalb abgebaut und stromabwärts wieder angelagert. Bei stärkerem Hochwasser fanden Umlagerungen in einem solchen Ausmaß statt, dass der Fluß gelegentlich seinen eigenen Lauf verbaute und nach der Seite ausweichen mußte. Echte Furten könnten vielleicht in dem besonders warmen Klima der jüngeren Steinzeit an wechselnden Stellen bestanden haben, waren aber sicher auch dann nur in der wasserarmen Herbst- und Winterperiode benutzbar. In historischer Zeit kennen wir, von Ausnahmen abgesehen, keine sicheren Nachweise. Auch Rheinüberquerungen mit dem Nachen oder sonstiger Hilfsmittel waren vom ständigen Wechsel der Kiesbänke, des Stromstrichs und der Stromgeschwindigkeit abhängig. Erst mit der Rheinkorrektion (1820-1870) wurde der Rheinstrom zunehmend kontrollierbarer.

Nach der Rodung der natürlichen Auwälder im Bereich des Taubergießen entstanden sowohl Feucht- als auch Trockenwiesen. Die meisten sind durch ihre Unzugänglichkeit nie intensiv genutzt worden und blieben deshalb als sog. Magerwiesen erhalten. Sie und ihre typische Tier- und Pflanzenwelt sind in Mitteleuropa sehr selten geworden und müssen entsprechend geschützt werden.

Bild: Auenentwicklung im NSG Taubergießen
Auenentwicklung im NSG Taubergießen
(© RP Freiburg)
Ursprünglich war die Aue durch ein Mosaik aus Wasser-, Kies- und Waldflächen gekennzeichnet, das bei jeder Überschwemmung sein Aussehen veränderte. Ein Vergleich der Karten aus den Jahren 1828 und 1838 macht diesen stetigen Wandel der Fläche deutlich.

Die Rheinbegradigung durch Tulla, die im Taubergießengebiet zwischen 1850 und 1872 durchgefühert wurde, verhindert seitdem eine großflächige Überschwemmung des Gebiets. Einige neue Flächen wurden so für die Landwirtschaft verfügbar.

Durch den Bau des Kraftwerks- und Schifffahrtskanals in den 1960er Jahren wurde das Bild der Rheinaue noch einmal stark verändert. Während im Bereich der Staustufe Gestheim durch den Rückstau eine offene Wasserfläche entstand, sind die restlichen Auwälder von der zunehmenden Austrocknung bedroht. Der Grundwasserspiegel ist stark abgesunken und Überschwemmungen finden nur noch bei großen Hochwässern statt.